Kloß und Spinne – Das Buch

Das Buch ist da! Sonnabend, über einen Monat vor der offiziellen Premiere am 30.10. im Café Butter, kam das Paket an! Ab sofort ist es im Buchhandel oder beim Verlag bestellbar oder bei Auftritten mit Unterschrift und allem Drum und Dran direkt bei mir zu erwerben. Kost’ 10 Euro!

Damit man weiß, worum es geht, folgt: Das Vorwort!

Tach allerseits!

Das Leben ist wie ein Glas Bier. Für die einen halbvoll, für die anderen halb leer. Und manchmal eben auch einfach ganz leer oder ganz voll. Oder vielleicht gar kein Glas Bier, sondern ein Glas Brause.
Wenn das Leben wie ein Glas Bier ist, dann ist eine Kneipe wie das Universum, und wir können alle Geheimnisse des Lebens ergründen, indem wir uns an die Bar setzen und beobachten. Stephen Hawking hat einen Bestseller mit dem Titel „Das Universum in der Nussschale“ geschrieben. Hier nun also: „Das Universum in der Eckkneipe“.

Die Kneipe, von der wir hier erzählen, befindet sich irgendwo in Ostberlin. Gegenüber ihren Paralleluniversen in Westberlin, München oder Eisenhüttenstadt hat sie einen entscheidenden Vorteil: Sie ist gleich bei mir um die Ecke.

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(www.quasimodo.de)

Den Namen der Kneipe möchte ich nicht verraten, nennen wir sie „Schrödingers“, denn solange man nicht hineinschaut, weiß man nie, ob die Katze auf der Fensterbank noch lebt oder schon tot ist. Man könnte also sagen, dass die Kneipenkatze gleichzeitig lebendig und tot ist und würde damit eindrucksvoll beweisen, dass man keine Ahnung von Quantenmechanik hat. Wenn man sich die Mühe macht, hineinzuschauen wird man jedenfalls erleichtert feststellen, dass die Katze noch lebt.
Außer der Katze haben es sich noch ein paar Stammgäste bequem gemacht: An seinem Platz direkt am Zapfhahn, dort, wo das nächste Bier nie weit entfernt ist, sitzt Kloß. Kloß würde das Leben niemals mit so erfreulichen Analogien wie Biergläsern oder Pralinenkästen beschreiben, denn Kloß hat schlechte Laune. Immer. Kloß ist die Mutter aller Miesepeter und das uneheliche Kind von Bernd dem Brot und Marvin dem Roboter. So wie Licht für jeden Beobachter stets die selbe Geschwindigkeit hat, hat Kloß für jeden Beobachter unabhängig von dessen eigener Stimmung konstant die schlechteste Laune im ganzen Universum, sprich der ganzen Kneipe.
Sein Kumpel Spinne ist das genaue Gegenteil: Nichts tut seiner Lebensfreude Abbruch, kein Thema ist so deprimierend, dass er ihm nicht auch etwas Positives abgewinnen könnte, und selbst wenn all seine Versuche, in seiner Stammkneipe ein schönes Glas Brause zu bekommen, am archaischen Kneiperstolz des Wirtes scheitern, kann das nichts an seiner guten Laune ändern. Man kann auch ohne Brause glücklich sein!

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(www.raubtiernummer.de)

Auf dem Platz an der Wand hockt manchmal Wird-man-ja-wohl-noch-sagen-dürfen-Dirk und sagt unvermittelt »Hitler«. Ganz selten verirrt sich sogar ein gänzlich Fremder in die Kneipe; meist ein junger Mann mit Bart, der aber in der Regel nur mal schnell aufs Klo will, weil er woanders so viel Kaffee oder Beck’s to go getrunken hat.

Und schließlich ist da noch Horst: ein rosa bepulloverter Geist, ein bebrillter blinder Fleck, eine kleine verschüchterte Bewegung im Augenwinkel. Man muss schon sehr genau hinschauen, um ihn überhaupt zu bemerken. So genau schaut aber niemand hin. Horst ist tatsächlich wie Schrödingers Katze, nur eben leider keine Katze, sondern ein derart langweiliger und eigenschaftsloser Mensch, dass sich auf Teufel komm raus niemand findet, der sich die Mühe machen würde, seinen zwischen Existenz und Nichtexistenz oszillierenden Zustand durch Beobachtung festzulegen.

Germanistikstudenten späterer Generationen werden kluge Arbeiten schreiben, in denen sie Horst mit dem Autor dieser Zeilen gleichzusetzen versuchen. Totaler Quatsch, aber immer noch besser, als wenn sie Marketing studieren würden.

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(Ich hätte vielleicht Marketing studieren sollen. Dann dürfte ich für andere Werbung machen und nicht immer nur für mich selbst.)

In jeder Galaxie und jeder Kneipe dreht sich alles um das Zentrum beziehungsweise den Wirt. Im Falle der Milchstraße handelt es sich um ein gigantisches Schwarzes Loch von 4,3 Millionen Sonnenmassen, im Falle der Kneipe handelt es sich um Norbert, der auch ein bisschen Übergewicht hat. Ein ärmelloses Unterhemd bringt seinen Bierbauch bestens zur Geltung. Wenn ihn nicht gerade ein Gast stört, verbringt Norbert seinen Arbeitstag in stummer Meditation, wobei er oft zu Einsichten von erhabener Weisheit gelangt, an denen Sie, liebe Leserinnen und Leser, auf den folgenden Seiten teilhaben können.

Viel Spaß beim Lesen! Um mit den Helden dieses Buches zu sprechen: “Hihi, das ist lustig!” — “Isses nich.”

 

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2 comments on “Kloß und Spinne – Das Buch”

  1. Alex

    Ich bin einer der Glücklichen der das Buch gestern schon auf der Sololesung erwerben konnte und ich muss sagen es ist echt klasse geworden ,auch wenn sich ein kleiner Schreibfehler eingeschlichen hat ;-).
    Deine Sololesung war auch echt klasse ich hoffe du machst demnächst noch mehr würde mich freuen mfg Alex

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