Autor: vstr@gmx.de

  • Bilder der Woche 44 – Slam 2014 in Dresden

    Woche 44! Eine der besten! Denn in dieser Woche waren die deutschsprachigen Poetry Slam Meisterschaften in Dresden und das ist für Slam Poeten ungefähr so wichtig wie das Oktoberfest für Japaner, die Bilderberger-Konferenz für die Illuminaten, wie Weihnachten für den Osterhasen (weil er da Urlaub hat und feiern kann, Mensch!) oder die Fußball-WM für … nee, für wen sollte die Fußball-WM wichtig sein?

    Jedenfalls war es sehr, sehr schön, Micha und ich traten nach vielen Jahren wieder als TEAM LSD an, hatten ein super Comeback, wurden Vizemeister und sahen sehr gut aus:

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    Das Foto stammt von Marvin Ruppert, schreibender Fotograf, fotografierender Schriftsteller und überhaupt ein Guter!

    Hier geht es zu seiner Website, wo man das Buch „Ich mag Regen“ erwerben kann, wenn man noch ein Weihnachtsgeschenk oder einfach nur ein gutes Buch zum Selbstverzehr braucht.

    Und hier geht es zu seinem Facebook-Album mit Fotos vom Teamfinale.

    Als sei nicht sowieso alles schön genug, gab es auch noch tolles Wetter und mein Fahrrad nahm ein herbstliches Fußbad in der Elbe.

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    (Backstage <3, Staatsschauspiel Dresden)

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    Aus meiner Serie „Schöne Schriftsteller in eher hässlichen Cafés“: Renato Kaiser und Hazel Brugger:

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    Kurz nachdem ich dieses Foto geschossen hatte fiel mein Fotoapparat Hazel in die Hände, was zwangsläufig zu seltsamen Bildern führte:

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    („Kaiser, mein Kaiser!“)

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  • Bilder der Woche 43 – Wiebke forever, Bayreuth in Trümmern und Boxen in Marzahn

    Leipzig Moritzbastei – Songslam! Nach zweieinhalb Jahren habe ich mal wieder mitgemacht, um zu überprüfen ob unsere alten Band-Grafittis noch im Backstageraum waren. Waren sie!

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    Na gut, es sind eher Kulifittis und wir haben auch nichts Unanständiges dazu gemalt. Das hatten wir nicht nötig.

    „Wiebke! First seen on stage at Moritzbastei 25.5.2011“ Hier war der erste von insgesamt drei fulminaten Auftritten der legendären Band Wiebke, bestehend aus Misha Anouk und mir, nach denen wir uns auf dem Höhepunkt unseres Erfolgs auflösten.
    So sahen wir damals aus:

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    IMG_0335Außerdem verschlug es mich in Kalenderwoche 4x endlich wieder einmal nach Bayreuth, doch was musste ich sehen? Die Sparkasse wird abgerissen, zusammen mit dem Bayreuther Rathaus eins der auf die seltsamste und damit schönste Art hässlichen städtebaulichen Ensembles Frankens, mein Gott, welches Banausentum! Dabei hätte es in Bayreuth nun wirklich anderweitig genug Arbeit für die Bagger gegeben!

    Und noch mehr Reisen in die Vergangenheit. Auch in meine alte Heimat Marzahn verschlug es mich.

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    IMG_0338Der Ausblick vom 27.Stock war ganz nett, aber interessanter fand ich die folgenden Türen, die sich dort oben alle direkt nebeneinander befinden:

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    Mieterboxen – warum nicht Mieterräume? Oder wohnen die da gar nicht? Ist das vielleicht eine Sportart, die nach meinem Wegzug in den Hochhäusern Marzahns zu großer Beliebtheit fand?

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  • Versuch über die ethischen Dimensionen und gesellschaftlichen Folgen des Einsatzes von Fahrradrücklichtern mit Standlichtfunktion

    Ich finde ja nette Menschen nett. Aber ist es zuviel von diesen netten Menschen verlangt, endlich einmal zu schnallen, dass es Fahrradrücklichter mit Standlichtfuntkion gibt?!!
    Das ist doch nun wirklich kein superneues Geheimgadget, mit dem bisher bloß ein paar Google-Ingenieure zu Testzwecken unterwegs sind. Sogar die Straßenverkehrsordnung weiß bereits um ihre Existenz („LED Standlichter müssen eine Nachleuchtzeit von mind. 4 min bei einer Resthelligkeit von 26% der Anfangslichtstärke aufweisen“) Trotzdem werde ich noch immer regelmäßig darauf angesprochen. Und von wem? Von freundlichen Menschen, die mir einen Gefallen tun wollen! Und ich muss ihnen dann erklären, dass alles in Ordnung ist, ihnen kurz die Funktion erklären und mich trotzdem bei ihnen bedanken!

    _MG_5046(Nanu-uhu?! Was habe ich denn mit diesem Text zu tun?)

    Dem netten Menschen aber ist das Ganze natürlich furchtbar peinlich, er schämt sich, stottert herum, entschuldigt sich, hält sich für dumm, schleicht davon wie ein geprügelter Hund! All seinen Mut hat er zusammengenommen, um die gesellschaftlichen Konventionen, die Mauern zwischen Fremden errichten, zu überwinden; er hat einen freiwilligen, unprovozierten Schritt auf einen Mitmenschen zu gemacht – aus purem Altruismus! Es ist nicht die Hoffnung auf ein Entgelt, oder darauf, dass sich der Angesprochene vielleicht als Multimilliardär, mächtiger Beamter, möglicher Sexualpartner oder sonst jemand entpuppt, dessen Bekanntschaft und Wohlwollen einem eines Tages vielleicht nützlich sein könnte, nein, nicht einmal Freundschaft will er, nur ein Dankeschön und das gute Gefühl, einem Mitmenschen, einem Leidensgenossen auf dem langen Wege von der Geburt zum Tod quer durch das irdische Jammertal einen kleinen Gefallen getan zu haben – und dann das: Blamage! Und er denkt: Recht haben sie, die Leute, die sagen: Der Nette ist immer der Dumme! Und nie wieder wird er einem oder einer Fremden helfen. Aus einem guten Menschen ist ein Mann geworden, der wegschaut, wann immer er Menschen in Not und Gefahr sieht, er legt sich einen Panzer aus Eis zu, den er von nun an in der Öffentlichkeit trägt und auf einmal bin ich Schuld daran, oder wie?! Weil ich die Gemeinheit besessen habe, so ein wundersames Zauberfahrradlicht an mein Fahrrad gebaut zu haben statt mich alle naselang von Autos überfahren zu lassen, oder was?!
    Schon alleine die Zumutung, mich in die Verlegenheit zu bringen, ihn in diese peinliche Situation bringen zu müssen! Ihm versichern zu müssen, dass das nicht so schlimm sei, ich es trotzdem urst gut fände und er ein netter (wenn auch dummer, was ich aber natürlich nicht aussprechen darf) Mensch sei und überhaupt, das könne doch jedem mal passieren (pah! von wegen!) und überhaupt hihi, haha! Dabei wäre es doch wohl nicht zuviel von diesem „netten“ Menschen verlangt gewesen, sich über die neusten Entwicklungen auf dem Fahrradrücklichtmarkt zu informieren! Mann! Was für ein mieser Typ!

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    (Nüscht!)

  • Bilder der Woche 42 – Vaterland

    Die Bilder der Woche sind diesmal anzahlmäßig nur eins, aber das ist so traurig wie 13 herkömmliche Fotos. Ich war nämlich in Kassel. Kassel ist eigentlich gar nicht so viel hässlicher als andere Städte, allerdings hat es den hässlichsten Bahnhof der Welt (ich nenne ihn Kassel-Wilhelmshölle und berichtete hier und hier) und das deprimierendste Parkhaus oder die deprimierendste Stangentanz-Bar. Kein Wunder, dass der Begriff „Vaterland“ in Deutschland etwas in Verruf geraten ist …

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  • Bilder der Woche 41 – Shop Intim, sterbende Raumfahrer und Heavy Metal

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    (Würzburg-Mordor)

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    Eine der tollsten Lesebühnen der Welt ist LMBN. Mit, wie man sieht, Andy Strauß. Eine superbesondere Spezialspezialität sind die Bilder die Arthur Fast live während der Show an einem Grafiktablett malt. Per Beamer kann man den Schaffensprozess verfolgen. Ich find das extrem faszinierend. Hier kann man viele seiner Bilder sehen. Großartig! Ich liebe vor allem die klassischen Science-Fiction-Motive. Wie gerne ich malen können würde! Aber das muss man jauch wieder lernen und übern und hör mir uff!

    So aber bleiben mir nur Texte und Musik! Meavy Hetal:

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    Das wünsche ich nicht mal meinem schlimmsten Feind:

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    Obwohl: Doch, genau das wünsche ich meinem schlimmsten Feind! Ich wünsche mir genauer gesagt überhaupt erstmal einen schlimmsten Feind, um ihm genau das wünschen zu können!

    Punkt 7, fingen sie direkt vor meinem Hotelzimmer an, den Gehweg mit einem Bagger  aufzureißen. Stell dir vor, der Zahnarzt bohrt ohne Unterbrechung („Spülen is nich, Sportsfreund!“) mit dem Brummbohrer auf deinem Backenzahn rum, während die Schwester in unregelmäßigen aber kurzen Abständen Polenböller zündet und dir gelegentlich mit voller Kraft in den Magen boxt. So in etwa hat sich das angefühlt. Und wie zum Hohn hatten die netten Jungs von LMBN für mich ein Zimmer mit Late-Check-Out gebucht, damit ich ausschlafen könne …
    Eine Gesellschaft, die so etwas zulässt, hat jede Menschlichkeit verloren. Wer seinen Mitmenschen so etwas antut, der frisst auch kleine Kinder! Roh! Mit Stäbchen! Gebt mir baggerbrechende Waffen!

    In der Nacht zuvor hatte ich noch eine kleine Fahrradtour gemacht. Normalerweise suche ich mir irgendeinen Fluss, an dem ich vor dem Schlafengehen noch eine halbe Stunde hin und her fahre, aber zur Abwechslung darf es auch mal ein schickes urbanes Umfeld sein:

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    In Meiningen war ich bei einem der schönsten Dead-or-Alive-Slams, die ich je erlebt habe, aber davon gibt es kein Foto. Dafür gleich zwei Fotos von einem schönen Geschäft in der Meininger Innenstadt. Lange wird es wohl nicht mehr da sein, es steht schon irgendwas von Verkauf dran. Vielleicht wird das Haus ja hübsch pastellfarben gestrichen und unten ein kik oder so reingebastelt.

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    Zugabe:

    Dinge mit Gesicht – die Terminatorvariante:

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    Immerhin gibt es ein Foto vom DoA-Slam in Weimar, samt der Siegertrophäe:

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  • Hello world!

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  • Bilder der Woche 40 – Der Innenausstatter der Hölle

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    (Hamburg)

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    (Kerzen-Jakob in Würzburg ist für Ordensschwestern, was der Apple-Store für Hipster ist.)

    Wenn irgendeinem Ding das Prefix „Design-“ vorangestellt wird, ist Vorsicht geboten. Wenn es sich bei dem Ding um ein Hotel handelt, ist statt Vorsicht schiere Panik angesagt. In Bremen verschlug es mich in eine solche Absteige des Schreckens. Diese Farben! Diese Formen! So sah das Zimmer aus: (mehr …)

  • Von zahmen Vögeln und glücklichen Kühen

    „Meinst Du, wir kommen da jemals rüber?“
    „Klar, mit 65.“
    „Nee, das glaub ich nicht, solange dauert das nicht. Nicht bei mir.“
    „Nee, bei mir auch nicht.“

    Sebastian und ich saßen auf einem Geländer und schauten auf das Brandenburger Tor. Wir hockten ab und zu hier herum, nachdem wir mit Sebastians Simmi ziellos durch die Stadt gefahren waren. Ich weiß nicht mehr, was wir dort eigentlich wollten, es war ein öder Ort,wenn nicht gerade Davod Bowie auf der anderen Seite spielte. Ich nehme an, dass wir lieber ins Operncafé unter den Linden gegangen wären, wo, wie man munkelte, die schönsten Mädchen Ostberlins rumhigen, um sich von Westberlinern abschleppen zu lassen.

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    (Dieselbe Stelle, an der ich 11 oder 12 Jahre später mit Sebastian (Name geändert) rumhing. Hier mit meiner Mutter anlässlich eines Berlinurlaubs 1977, ein Jahr bevor wir von Rosslau nach Berlin Marzahn zogen. Es ist ein Jammer, aber aus meiner Jugend in den 80ern gibt es kaum Fotos. Naja, vielleicht ist es auch ein Glück, wenn ich an die wenigen erhaltenen Aufnahmen denke.
    Darum illustriere ich diesen Beitrag mit weiteren Bildern von 1977 und zweien von c.a.1982/83)

    Sebastian war der erste in unserer Klasse, der ein Moped hatte. (mehr …)

  • Joy Divison, Panasonic und der Mauerfall

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    (Klassenfahrt 1988. Meine Fresse, sah ick scheiße aus! Die Jacke! Die „Frisur“!)

    Im Nachhinein scheint alles ganz folgerichtig: Montagsdemos, Prager Botschaft, Rücktritt Honneckers, peng! Mauer auf! Das liegt doch auf der Hand!

    Ich fuhr am Nachmittag des 9.11.1989 mit der S-Bahn von Springpfuhl zum Alexanderplatz, lief an Markthalle und Gastmahl des Meeres vorbei zum Palasthotel, ging in den Intershop und kaufte dort von meinem gesparten Westgeld einen Panasonic-Radiorecorder. Besser kann ich nicht illustrieren, wie sehr uns der Mauerfall überraschte, obwohl doch alles schon im Umbruch war.

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    (Klassenfahrt 1988. Keine Ahnung, ob ich verdeckt werde oder das Foto gemacht habe. Es gewinnt jedenfalls deutlich durch meine Abwesenheit …)

    Eine kleine Begriffserklärung (ich weißnicht mehr, wieviel Wissen man vorraussetzen kann): Intershops waren Läden in der DDR, in denen die Glücklichen, die Westgeld hatten, Produkte aus dem NSW, dem „Nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet“ einkaufen konnte. Die Auswahl war begrenzt, die Preise waren sicher höher als in Westdeutschland, dafür gab es in Intershops diesen ganz besonderen Intershopduft, eine der wenigen Sachen, um die es wirklich schade ist, denn seltsamerweise war er in der BRD nirgends anzutreffen. Mein Opa war Mitte der 80er Jahre als Rentner nach Westberlin übergesiedelt (Rentner hatten Reisefreiheit), was unsere Famile in den Kreis der Privilegierten katapultierte, die Westpakete und gelegentliche Geldgeschenke bekamen.

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    (1988 oder 89. Ich, unser schöner Wohnzimmerwandteppich und das Beste und Aufregendste, was mein Opa mir aus dem Westen rübergeschmuggelt hat. Schon vor der Wende Douglas Adams zu lesen war das größte Glück und Privileg!)

    Einen Tag später hätte ich mit den 299,- DM, die der Recorder kostete, sämtliche Elektrogeschäfte Westberlins abklappern und unter hunderten Geräten wählen können! (Vielleicht sollte ich froh sein, dass mir das erspart blieb, das wäre vielleicht ein zu großer Konsumschock gewesen.) Niemals jedenfalls hätte ich das wertvolle Westgeld in den Intershop getragen, wenn ich auch nur im Mindesten damit gerechnet hätte, in absehbarere Zeit, die Grenze zu überqueren.
    Am Abend lag ich im Bett meines Zimmers in unserer Wohnung im 10. Stock unserer Platte und hörte auf dem neuen Recorder Musik (vermutlich Joy Division). Irgendwann, ich war chon halb eingeschlafen, klopfte meine Mutter, kam rein und sagte: „Volker, die Mauer ist offen!“ Ich sagte irgendwas wie: „Häh?“ und wusste nicht, was zum Teufel sie von mir wollte. Bis ich mich aufraffte und ins Wohnzimmer kam, wo der Fernseher lief.

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    (Blick aus meinen Zimmer, c.a.1980)

    Zwei Stunden später überquerte ich die Grenze am Grenzübergang Invalidenstraße, lief zum Lehrter Stadtbahnhof, der inzwischen dem Hauptbahnhof gewichen ist, fuhr zum Bahnhof Zoo und aß einen Hamburger Royal TS. Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte …
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    (25 Jahre später: Hier habe ich das erste Mal die Grenze überquert.)

  • Vorwärts zum 66. Jahrestag der DDR! (Teil 2)

    (Zu Teil 1)

    Der Gemeinschaftsraum lag in einem Durchgang, der im 9. Stock jeweils zwei benachbarte Wohnblocks miteinander verband; ein trauriger Raum mit unverputzten Wänden.
    Als die erste Wodkaflasche geöffnet wurde, begriff ich, was mit dem Hissen der Arbeiterfahne gemeint war.
    „Kennt ihr den schon?“, ließ sich der Witzeerzähler vernehmen: „Ein Katholik ist todkrank und stellt auf dem Sterbebett noch einen Antrag auf Aufnahme in die SED. Kommt der Pfarrer zu ihm und fragt: ‚Mensch, bist du verrückt geworden?‘ Darauf der Kranke: ‚Nee, versteh doch – wenn schon jemand sterben muss, dann soll es einer von denen sein!’“ Die Leute lachten herzhaft, obwohl sie fast alle ein Parteiabzeichen an ihrem Trainingsanzug trugen.
    Schon viele Jahre zuvor, in der echten DDR, also in meiner DDR, in unserer DDR, in unserer Welt meine ich, die Welt, in der die DDR anno 1990 dahingeschieden war, hatte ich den Eindruck gehabt, dass buchstäblich niemand wirklich hinter dem System gestanden hatte, nicht einmal die Bonzen und Ideologen – von Honnecker, Mielke und Schnitzler vielleicht abgesehen. Ich sprach daher auch ungern von einer „friedlichen Revolution“, sondern bevorzugte den Begriff „achselzuckende Selbstauflösung“. Die längere Laufzeit des realsozialistischen Experiments auf dieser Qunatenrealitätsebene schien diese Tendenz verstärkt zu haben. Die waren alle vollkommen schizophren!
    „Weißt du, was wir machen, wenn die Arbeitsgeräte da sind?“, fragte ich eine junge Frau, die neben mir saß und eben einen großen Schluck aus der Wodkaflasche genommen hatte. (mehr …)