Autor: vstr@gmx.de

  • Vorwärts zum 66. Jahrestag der DDR! (Teil 1)

    (Dies ist eine leicht aktualisierte und gekürzte Fassung einer Geschichte, die zuerst in „Ein Ziegelstein für Dörte“, Voland und Quist, 2006, erschien)

    Neulich habe ich meine Dusche in einen Quantendilatationscoaktor umgebaut. Nur so zum Spaß. Ein Quanten-Dilatations-Coactor ist ein Gerät, mit dessen Hilfe man sich innerhalb der omni-circumplectoren Realitätssphere zwischen den singulären Affekt-Ebenen hin und her bewegen kann. Einfacher ausgedrückt: Er erlaubt es, in Paralleluniversen zu reisen.

    Das Ding war ziemlich einfach zu bedienen: Mit dem Heißwasserhahn löste ich den Sprung in eine andere Wirklichkeit aus, mit dem Kaltwasserhahn stellte man die Stärke des Sprungs ein.
    Ich stellte mich also in die Duschkabine drehte einmal wild an den Knöpfen, es blitzte und im nächste Moment spuckte ich hustend eine Zigarette aus, verschwapperte dabei heißen Tee über eine Zeitung und meine Handfläche, woraufhin ich die Tasse fallen ließ, mit einem Schmerzensschrei aufsprang, als mir der restliche Tee auf die Oberschenkel spritzte und wie ein Derwisch durch das Zimmer hüpfte.

    „Fuck!“, rief ich.
    „Das heißt: Scheiß Osten.“, sagte eine graugesichtige Frau mit Dauerwelle, die mir gegenüber am Tisch saß und mir vage bekannt vorkam.
    In diesem Moment erkannte ich, in was für einem Raum ich mich befand: Es war das Wohnzimmer einer Vierraum-Plattenbau-Wohnung. Ich hatte Kindheit und Jugend in so einer Wohnung in Marzahn zugebracht. An den Wänden klebte Blümchentapete, blasenschlagend, das Muster verblasst. Der graubraune Fußbodenbelag korrespondierte auf das entzückendste mit einem blassorangen Stoffsofa und einer Sperrholzschrankwand.

    „Fuck!“, rief ich.
    „Das heißt: Scheiß Osten.“, sagte eine graugesichtige Frau mit Dauerwelle, die mir gegenüber am Tisch saß und mir vage bekannt vorkam.

    Die Frau drückte meine Zigarette in den Aschenbecher und wischte mit dem Neuen Deutschland den Tisch auf. „Verträgste keine Karo mehr?“, fragte sie. „Nun steh da nicht rum wie ne Honneckerstatue! Zieh dir eine andere Hose an.“ (mehr …)

  • Bilder der Woche 39 – Der alte Mann und der pestkranke Fleckenfisch

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    (Fast hätt ichs geglaubt und hätte vor Schreck fast das mit Wurstsalat überbackene Schinken-Salami-Käse-Schnitzel im Ledermantel fallengelassen!)

    Wir schreiben die Kalenderwoche 45 und Volker Strübing stellt sich mit 6 Wochen Verzug erneut seiner Nemesis: dem Vorhaben 2014 dem leuchtenden Beispiel André Herrmanns nacheifernd wöchentlich einen bebilderten Rückblick zu posten. Längst geht es nur noch um das pure Durchhalten, es ist ein Kampf wie ihn Hemingway in „Der alte Mann und das Meer“ beschrieb: (mehr …)

  • Bilder der Woche 38

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    (Herbst)

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    (Braunschweig Backstage)

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  • Selbst denken – „Generation Porno“ will stärker gefördert werden

    Vor einer Weile fragte ich bei Facebook nach Empfehlungen für Sachbücher. Vielen Dank an alle, die in den Kommentaren Bücher empfohlen haben – für die nächsten Monate bin ich versorgt!
    Wenn ich dazu komme, werde ich hier kurz über die Bücher berichten, die ich bereits gelesen habe. Den Anfang mache ich mit dem dort mehrfach empfohlenen „Selbst denken – Eine Anleitung zum Widerstand“ von Harald Welzer. (Taschenbuch / Ebook beim Landbuchhändler des Vertrauens, dem Amazon der Herzen bestellen)

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    (Texte: FAZ vom 9.10.14, Bilder: FAS vom 1.10.2014)

    Kurz zusammengefasst: (mehr …)

  • Sonntagsmärchen und Bilder der Woche 37: Das Mädchen mit den Schwefelhölzern II

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    Das Mädchen mit den Schwefelhölzchen II

    Eines Tages stellte sich das Mädchen aus der Streichholzfabrik vor die Schön-Schöner-Schönhauser-Allee-Arcaden, um dort – na was wohl?! – Streichhölzer zu verkaufen. Doch die Menschen waren nur interessiert an kostenlosen Zeitungs-Probe-Abos, Tierschutzpamphleten und Probetrainingsgutscheinen für ein nahegelegenes Frauenfitness-Studio.Überdies besaßen sie Feuerzeuge.  (mehr …)

  • Chlorhühnchen mit Wehrmachtsgewehren

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    (Alle Collagen: Text: FAZ 26.9.2014, Bilder: DB Mobil 9/14 und 10/14)

    Da ich in letzter Zeit mehrfach danach gefragt wurde: Nein, meine Collagen sind nicht von anderen inspiriert. Und: Ja, meine Collagen sind von anderen inspiriert. Die Technik ist wahrscheinlich grob geschätzt so alt, wie es Tageszeitungen sind. Ob dadaistische Gedichte, politische Statements oder Drohbriefe – Schere und Klebstoff ersetzen Stift und Pinsel. Cut-up-and-paste. Als Kind liebte ich die Filme von Karel Zeman (und kann mich ihrer Faszination bis heute nicht entziehen), die zwar nicht aus zerschnipselten Zeitungen entstanden, aber doch etwas von dieser Ästhetik haben.

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    Bei mir war es so, dass ich auf einer langen, langen Zugfahrt einen großen Tisch im ICE für mich allein hatte und nach einer Illustration für einen Schnipselfriedhofs-Artikel suchte. Und dann sprangen mir einige Schlagzeilen und Bilder der Zeitschrift, die ich gerade gelesen hatte, ins Auge. So entstanden die ersten drei Bilder und weil es so viel Spaß gemacht, habe ich das seither immer wieder getan. Das wars.

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    Sehr empfehlen möchte ich das Buch „Und auch nun, gegenüber dem Ganzen – dies“ von Lydia Daher, das bei Voland&Quist erschienen ist. Das zeigt, was möglich ist, wenn man sich wirklich auf die Technik einlässt – und Lyrikerin ist. 101 Cutup-Gedichte hat sie im Verlauf eines Jahres geschriebenschnittenklebt – aus Literaturkritiken. Eine tolle Idee, fantastisch umgesetzt.

    Hier findet man meine gesammelten Collagen ohne nervige Texte drumrum

  • Bilder der Woche 36 – One Night in Winterthur

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    (Doppelfoto: Horst Thieme, auf der Bühne: icke. /Nürnberg, K4)

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    (Wer würde da widersprechen? Volksabstimmung in der Schweiz. Nicht immer geht es um Minarette oder so.)

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    (One Night in Winterthur. After-Slam-Karaoke)

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    (Nach den Friseuren jetzt also auch die Modegeschäfte. Wir werden alle sterben. /Erfurt)

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    (Hatte mal ein Lied, in dem die Textzeile vorkam: „Ich esse Thunfisch bis es endlich Delfin in Dosen gibt“ – sehr lecker, die Tierchen. /Backstage Kassablanca, Jena)

  • Wahl 2.0 – Ein Informationsangebot der Initiative Marktkonforme Demokratie

    (Geschrieben für einen Slam zur Landtagswahl in Thüringen. Bilder und Schlagzeilen: TLZ vom 13.9.2014))

    Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
    liebe Nicht-Wähler und liebe Noch-Wähler
    als Vertreter der Initiative Marktkonforme Demokratie, des Berufsverbandes der Ökonomen, Wahrsager und Kaffeesatzleser sowie des gemeinnützigen Vereins „Wachstum statt Kuscheln – Agenda 2020 jetzt!“ ist es mir eine Freunde, Ihnen mitzuteilen, dass es uns scheißegal ist, ob Sie zur Landtagswahl gehen oder nicht. Denn – und es ist mir eine noch größere Freude, Ihnen dies mitzuteilen – es gibt eine bessere Wahl als die Landtagswahl, eine wichtigere, zeitgemäßere und weniger frustrierende Wahl, eine echte Alternative zu herkömmlichen Wahlen, (mehr …)

  • Bilder der Woche 35 – Sachsenhausen und ein Stau wegen offener Tür

    Das KZ Sachsenhausen besuchten wir in meiner Kindheit und Jugend gefühlt einmal im Jahr an Wandertagen oder besonders heißen Julitagen in den Ferienspielen. Wahrscheinlich waren wir in Wirklichkeit nur zweimal da. Meine Erinnerung daran ist sehr verschwommen. Als ich das KZ jetzt wieder besuchte, erkannte ich nichts wieder, obwohl noch vieles genau so ist, wie in meiner Kindheit – nicht einmal an das Monument hatte ich eine Erinnerung:

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    Doch das einzige, woran ich mich wirklich erinnere (mehr …)

  • Die meisten finden den Proll am besten – und Du?

    Hey, ho, ich hab ein Musikvideo gemacht, das vierte schon! Im Gegensatz zu den anderen hat es den großen Vorteil, dass ich nur das Video und nicht die Musik gemacht habe:

    https://www.youtube.com/watch?v=UBEcv-YFxts

    Toll, oder? Vor allem die Musikerin und das Lied natürlich, aber das Video ist doch auch ganz gut, geworden! Die Idee stammt von Renee van Bavel und Michiel Flamman, das Drehbuch hat Renee gemalt …

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    … Sabine Streckhardt, Henri Tonn (dem ich herzlich zum Erfolg seines Crowdfundings bei Start Next gratuliere!) und Lutz Neumann haben gedreht, gebastelt und improvisiert, der wunderbare Markus Sulzbacher hat gleich ein ganzes Schauspiel-Ensemble ersetzt und jeden Quatsch mitgemacht (die krassesten, lustigsten, absurdesten Sachen sind letztlich gar nicht im Video gelandet) und ich habe, wenn es nötig war, ein bisschen Regie geführt und das Video geschnitten. Am Schluss hat Henri noch die Farben korrigiert und jetzt können wir es endlich präsentieren.

    Ich würde mich sehr freuen, wenn es der eine oder andere oder noch besser: der eine und der andere bei Facebook oder wo auch immer weiterempfehlen würde, denn bei allem Spaß, den wir mit dem Dreh hatten, hoffen wir natürlich auch, dass Renees Lied seinen Weg in die Welt und zu vielen Hörern findet!

    Viel Spaß und vielen Dank fürs Anschauen, Freuen und vielleicht sogar Teilen!