Autor: vstr@gmx.de

  • Schnipsel vom 20.7.2016

    Schnipsel vom 20.7.2016

    1. Schlechte Serien

    2. Gute Serien

    3. Independence Day – Wiederkehr

    4. Schöne Aliens

    5. Kloß und Spinne

    6. Tolino

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    (Grachten. Und Klopapier.)

    1.  Schlechte Serien

    Angesichts einer vollkommen durchdrehenden Welt vergisst man schnell, dass es auch noch harmlose Gründe gibt, sich zu ärgern. Die Ebookreader von Tolino zum Beispiel (siehe unten) oder schlechte Serien.
    Die ewige Liste der schlechtesten Filme aller Zeiten des Universums hat einige Neuzugänge zu verzeichnen: (mehr …)

  • Weil die Menschen mich fragten …

    Weil die Menschen mich fragten …

    Häufig fragen mich Leute: Wann trittst Du denn mal wieder in Berlin auf? Naja. Was heißt häufig. Manchmal fragen mich Leute … gelegentlich … es ist jedenfalls schon vorgekommen, dass mich Leute … also ein Leut hat mich jedenfalls schonmal gefragt, wann ich wieder in Berlin auftrete. Nun kann ich antworten: Jetzt gleich! Und urst oft!
    Zuerst am 24.5. in der Buchhandlung Schatzinsel in Bernau, gleich am nächsten tag, dem Mittwoch im „Alten Roten Löwen Rein“ mit der Schnaps- &  Lesebühne „Schnaps und Würde“, am 28.5. außerdem seltsamerweise am Hauptbahnhof, der 10 Jahre alt wird. Ich weiß aber noch nicht wo und wann. Am 29.5. bin ich jedenfalls im Butter:

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    Das letzte Mal „Und jetzt die Raubtiernummer!“  vor der Sommerpause! (Naja, mal gucken, vielleicht gibt es am 26.6. ein kleines, ähm, Trostnümmerchen.) Diesmal mit Sven van Thom, dem Gitarrengott, Loopstationzauberer, Stimmwunder und bestangezogenen Mann diesseits der Appalachen. Mitglied von „Tiere streicheln Menschen„, der Lesebühne mit dem besten Lesebühnennamen, bevor „Und jetzt die Raubtiernummer!“ startete. Und Jochen Schmidt, der mehr Bücher geschrieben hat, als es überhaupt Buchstaben gibt und unzählige phantastische, komische, tragische und immer schöne Kurzgeschichten. Ehemals Mitglied der „Chaussee der Enthusiasten“, einer der berühmtestesten und schönsten Lesebühnen aller Zeiten, Comic-Übersetzer und Mitglied der deutschen Fußball Nationalmannschaft (der Autoren).

    Außerdem, wie immer: Renee van Bavel, icke und Kloß und Spinne!

    Und weil es so schön passt: „Nicht schon wieder Sommer“ von Sven van Thom! Wir sehen uns am 29.5. um 8 im Butter!

  • Zitronenkuchen und Stalinorgeln

    Zitronenkuchen und Stalinorgeln

    Heute ist die Nachbarin 87 Jahre alt geworden. Wir haben ihr ein Buch mit alten Bildern aus dem Prenzlauer Berg geschenkt. Sie ist hier geboren, hat nie in einem anderen Bezirk gewohnt. Erst hat sie sich sehr über das Buch gefreut, doch es brachte auch die schlimmen Erinnerungen zurück und sie erzählte wieder vom Krieg.  Sie war gerade 16 geworden, als die Schlacht um Berlin tobte. Bei Kaffee und ihrem tollen Zitronenkuchen erzählte sie von Stalinorgeln am Gesundbrunnen, von der SS am Humann-Platz, von Panzern in der Stargader und provisorischen Bestattungen im St. Josefsheim. Sie musste mit ansehen, wie auf der Pappelallee ein LKW voller Volkssturmleute von einer Rakete getroffen wurde, sie war dabei, als Granatsplitter den Oberschenkel ihres jüngeren Bruders durchschlugen und seinen Freund töteten. In einer zerstörten Fleischerei sah sie einen Soldat, der noch ein Essbesteck in der Hand hielt, aber sein Kopf fehlte.

    Sie schwieg eine Weile und sagte dann: “Das ganze Leid, die ganzen Leben, alles für nichts und wieder nichts. Und heute denkt man: Die Menschen haben doch nichts gelernt.”

     

     

     

     

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    (Narben. Foto: Atari)

    Irgendwann kamen wir wieder zu den schönen Geschichten: Der erste Nachkriegskuchen Weihnachten `45, ihre Hochzeit 1949 in der Gethsemane-Kirche, der Garten …

    Kurz nachdem ich gegangen war, erhielt sie – ausgerechnet heute – einen Untersuchungsbefund ihrer Hausärztin und eine sofortige Einweisung ins Krankenhaus. Ich hoffe sehr, dass sie bald zurück kommt. Drückt ihr die Daumen.

  • Kloß und Spinne: Die Ludovico-Olive

    Kloß und Spinne: Die Ludovico-Olive

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    Spinne:  Tach allerseits!

    Norbert: Tach!

    Kloß: Tach!, sagt Kloß, der ewig deprimierte Stammgast neben mir am Tresen.

    Spinne: Norbert machste mir ne Brause?

    Norbert: Nee, Brause macht verrückt.

    Spinne: Was? Wie kommsten darauf?

    Norbert: Stand örjendwo im Internet.

    Spinne: Wo denn?

    Norbert: Weeß nich mehr. Vielleicht hab ichs selbst reingeschrieben. Aber pass uff, der entscheidende Beweis ist doch, dass es nirgendwo in der Systempresse stand! Nachtigall, ick hör dir trapsen.

    Spinne: Hihi, du bist lustig. Und wenn du mir die Brause in nem Aluhut servierst?

    Norbert: Aluhüte machen erst recht verrückt.

    Spinne: Tja, dann wirds wohl wieder mal nüscht mit der Brause. Und Kloß, wie geht’s?

    (Kloß starrt auf sein Smartphone und steckt sich mit angewidertem Gesichtsausdruck eine Olive aus einem kleinen Schälchen in den Mund.)

    Kloß: Bäh! ,antwortet Kloß und greift nach einer weiteren Olive.

    Spinne: Was machst du denn da?

    Kloß: Ich esse Oliven.

    Spinne: Aber du hasst doch Oliven.

    Kloß: Eben.

    (Spinne versucht, einen Blick auf Kloßens Handy zu erhaschen.)

    Spinne: Ist das da deine Freundin?

    Kloß: Ja.

    Spinne: Muss ich das verstehen?

    Norbert: In seiner Nachbarschaft hat ein Flüchtlingsheim eröffnet.

    Spinne: Und deshalb isst er Oliven, die er eklig findet und guckt sich dabei Bilder seiner Freundin an?

    Norbert: Er hat eben Angst.

    Spinne: Ah! Angst vor Islamisierung, steigender Kriminialität, Sexmobs. Aber warum …

    Kloß: Nee. Wenn ich ehrlich bin, hab ich vor allem Angst, dass die Flammen übergreifen, wenn jemand das Flüchtlingsheim anzündet.

    (Kloß steckt sich eine weitere Olive in den Mund und beißt darauf.)

    Kloß: Bäh! Ich meine, das geht doch alles nicht mehr gut aus, diese ganze Wut, dieser ganze Hass, all die Angst und Unsicherheit, die angesammelten Demütigungen und Ungerechtigkeiten, die Hoffnungslosigkeit, die Ablehnung, dieser Wille zur Gewalt, zur Zerstörung, zur Vernichtung der gesamten Menschheit …

    Spinne: Häh? Wovon redest du?

    Kloß: Oh, ich beschreib bloß meine eigene geistige Verfassung nachdem heute nachmittag der Telefonroboter von UPS die Frage „Wo ist mein verdammtes Päckchen, ihr kotzverpopelten Schweinearschpickel?“ zum dritten Mal mit: „Ich habe ihre Eingabe nicht verstanden. Wählen Sie die 1, um uns den Buckel runterzurutschen, die 2, um uns am Arsch zu lecken, die 3, um sich ins Knie zu ficken“ beantwortet hat. BÄH!

    Spinne: Okay, aber was hat das denn jetzt mit Oliven und Flüchtlingsheimen zu tun?

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    Kloß: Ich meine ja bloß. Hängt doch alles miteinander zusammen. Wenn ein friedlicher Bürger wie ich schon so drauf ist, weil mein Päckchen mit Johanniskraut nicht rechtzeitig ankommt, wie krass drauf sind dann erst all die bekloppten Typen da draußen?! Das wird doch nicht einfach wieder gut, da beruhigt sich doch niemand, da hört doch keiner einfach auf mit Schreien, diese ganze unterdrückte Wut muss doch irgendwo hin. Nazis, Islamisten, besorgte Bürger und bekloppte Politiker, Euro-Zusammenbruch, Peak-Oil, Putin, Tinder, Terror, Trump und Facebook und Assad und Junggesellen-Abschiede, Klimawandel, Atombomben — das ist wie eine Lawine. Der Schnee kann ewig am Hang liegen und warten, aber wenn er einmal ins Rutschen kommt, zermalmt er alles. Und zuallerst diejenigen, die sich ihm in den Weg stellen. Nach 70 Jahren Frieden ist Europa doch wie ein trockener Alkoholiker, der sich nur ein kleines Schnäpschen genehmigen will. Aber dann war’s das mit dem Fireden, dann wird alles nachgeholt. Dann brennen die Häuser und auf der Straße liegen tote Menschen und Leute werden abgeholt und niemand ist mehr sicher und Hölle, Hölle, Hölle, wie schon Wolfgang Petry prophezeite, dessen Nachname auch kein Zufall sein kann – BÄH!

    Spinne: Herrje, jetzt hör doch mal mit diesem Olivengefresse auf und mach mal halblang. So schlimm wirds schon nicht kommen. Wer wird denn gleich tot auf der Straße rumliegen? Na, wir jedenfalls nicht, das kann ich mir nicht vorstellen. Da sind wir doch gar nicht die Typen für! Da sind wir doch gar nicht für qualifiziert! Dieses ganze Tot-auf-der-Straße-Rumgeliege und Abgeholt-Gewerde und Häuser-Abgebrenne, das ist doch eher so Osteuropa- oder Naher-Osten-Style, ich glaub nicht, dass sich das hier durchsetzt, dafür gibts doch hier gar keinen Markt! Ich meine, guck dir doch die Leute da draußen an, die haben doch ganz andere Sorgen, als tot auf der Straße rumzuliegen, da haben die doch gar keine Zeit für! Das ist wie mit diesen afrikanischen Kindern im FernseheNorbert: so ein Hungerbauch an einem europäischen Kind, das geht doch gar nicht, wie würde das denn aussehen! Nee, nee. Und überhaupt: Sagst du mir jetzt endlich, was das mit diesen Oliven soll? Du ekelst dich doch vor Oliven.

    Kloß: Darum esse ich sie ja.

    Spinne: Und guckst währenddessen Bilder deiner Freundin an?!

    Kloß: Meiner Noch-Freundin. Ich versuche gerade, mich zu entlieben.

    Spinne: Was?

    Kloß: Ja, die Idee hab ich aus Clockwork Orange. Ludovico-Technik. Aversionstherapie. Wenn ich in Zukunft jedesmal, wenn ich meine Freundin sehe, an Oliven denken muss, dann ist es kein Problem mehr, mich von ihr zu trennen.

    Spinne: Du willst dich von deiner Freundin trennen? Ich dachte, du liebst sie.

    Kloß: Genau.

    Spinne: Du willst dich von deiner Freundin trennen, obwohl du sie liebst?

    Kloß: Nein. WEIL ich sie liebe. Und das versuche ich gerade zu ändern, verstehst du?

    Spinne: Nö. Klingt vollkommen verrückt.

    Norbert: Wahrscheinlich zuviel Brause getrunken.

    Kloß: Versteht ihr denn nicht? In solchen Zeiten wie heute ist es einfach besser, niemanden zu lieben. Das würde dich doch erst richtig krank vor Angst machen. Ich meine, stell Dir vor, es ist Krieg, und es gibt Menschen, die du richtig doll lieb hast und wärst ständig in Sorge, dass ihnen was passiert! Das wär doch schrecklich! Da kann ich echt drauf verzichten. Liebe ist ein Luxus für gute Zeiten, aber die sind vorbei. Da will ich vorbereitet sein. Emotionell, meine ich, nicht wie diese Hoschis, die Konserven und Klopapier horten und lernen, wie man mit ein bisschen trockenem Reisig, einem Feuerstein und kleinen Ästen einen WLAN-Hotspot einrichtet, statt sich erstmal von ihren Frauen und Kindern zu trennen. Ich meine, Weltuntergang ist schon alleine schlimm genug, ohne dass man um die Familie Angst haben muss! Einsamkeit ist der beste Bunker!

    Norbert: So’n Quatsch. Gerade in dunklen Zeiten braucht man doch die Liebe. Die Liebe ist nämlich das Größte was es gibt. Die Liebe gibt dir Mut, sie ist stärker als der Hass und die Niedertracht, die Liebe ist das Licht in der Dunkelheit und das Ende des Tunnels!”

    Kloß: Bäh, sagt Kloß, obwohl er gar keine Olive geschluckt hat. Wo hast’n das her?

    Norbert: Aus’m Internet. Stand gleich unter der Sache mit der Brause.

    Spinne: Ach, ihr seid ja doof. Ich finde, da ist viel Wahres dran. Die Liebe ist die eine Kraft, die stärker ist als das Böse. Nichts kann die Liebe besiegen.

    Kloß: Außer, das Böse kann Karate.

    Norbert: Also, ich will euch mal was sagen.
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    Norbert: Ich will euch mal was sagen.

    (Norbert schweigt.)

    Spinne: Ja?

    Kloß: Und zwar?

    Norbert: Ach, nee, doch nicht. Ich versteh die Welt auch nicht mehr, ich glaub die ham einfach alle zuviel Brause getrunken. Hat der Trick mit den Oliven jetzt eigentlich geklappt?

    Kloß: Nee, totaler Anschiss. Ich hab meine Freundin immer noch lieb und … auf einmal schmecken mir Oliven! So ein Mist!

    Spinne: Hurra. Die Kraft der Liebe, ihr Zauber besiegt alles, sogar den Olivenekel!

    (Kloß steckt sich die letzte Olive in den Mund.)

    Kloß: Ach, sei bloß still …

  • Chuck Norris zerkleinert nicht.

    Chuck Norris zerkleinert nicht.

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    (Salzburg, ARGEkultur, 12.2.2016)
  • Bilder des Monats (wobei der Begriff Monat sehr frei interpretiert wird)

    Bilder des Monats (wobei der Begriff Monat sehr frei interpretiert wird)

    Alles was man wissen muss.
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    Amsterdam: Durchfahrt-Verboten-Teufel! Oder, danke für den Hinweis, vielleicht doch eine Ninja-Katze?
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    Freuden-Fenchel
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    Five-Finger-Tree
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    „Bella“
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    Welches Tier?
    a) Ein Hahn
    b) EIne Giraffe mit einem Gemsbart am Sombrero
    c) Ein Hut, der einen kleinen Prinz verschluckt hat.
    Noch viel mehr Vorschläge gibt es hier bei Facebook!
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    Master of the Lamps-Selfie im Computerspielemuseum Berlin
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    Liepnitzsee 31.12.
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    Ich verstehe dieses Bild nicht.
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    Amsterdam Flowers
    Erkennst Du die Blüte?
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    Toter Elefandroid
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    Das Schreiben mach ich nur zum Geldverdienen. Eigentlich bin ich Selfie-Artist.
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    Brotale Wortspiele

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  • Schnaps, Butter, Würde

    Schnaps, Butter, Würde

    Nach Jahren des unsteten Herumirrens zwischen verschiedenen Lesebühnen und Slams, kommt nun wieder etwas Regelmäßigkeit in mein Leben. Bereits seit September gibt es die Lesebühne „Schnaps und Würde“, an jedem 4. Mittwoch im Monat – das nächste Mal also am Mittwoch, dem 27.1. – in Rixdorf. Mit dabei sind einige der besten Poetry Slammer Berlins und damit automatisch der ganzen Welt, möglicherweise der Milchstraße, auf alle Fälle des Sonnensystems: Felix Römer, Malte Roßkopf, Paul Bokowski, Lars Ruppel und … ähm … ich!

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    Ein ganz besonderes Projekt ist „Und jetzt die Raubtiernummer!“ – eine Show, jeden letzten Sonntag im Monat in meinem Stamm- und Lieblingscafé Butter in der Pappelallee 73. Zusammen mit der Musikerin Renee van Bavel und Gästen wollen wir etwas probieren, das ein bisschen über die klassische Lesebühne hinausgeht. Zum einen wird es viel Musik geben, wir wollen aber auch jedesmal etwas besonderes ausprobieren und uns und euch ein bisschen überraschen.

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    Zu Gast am 31.1., unserem Pemiere-Abend ist die wunderbare Lea Streisand. Der zweite Gast muss vorerst noch geheim bleiben, wird aber zu gegebener Zeit hier verraten:

    www.raubtiernummer.de

    und

    www. facebook.com/raubtiernummer

  • Wenn der Weg das Ziel ist, bist du tot

    Wenn der Weg das Ziel ist, bist du tot

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    Der Strand/der Berg/der Poetry Slam oder kurz gesagt: das Ziel zieht seine Daseinsberechtigung ja vor allem daraus, Vorwand für die Reise zu ihm zu sein. Weshalb sehnt sich denn der Mensch nach dem Meer, wenn nicht, um in ihm den Staub der Reise zu ihm abzuspülen? (Oder um es wiederum mittels eines Schiffes selbst zu bereisen.)

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    Daraus nun aber den Schluss zu ziehen, dass der Weg das Ziel sei, (mehr …)

  • The Beach vs. The Circle

    The Beach vs. The Circle

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    Vor allem bin ich ja in Urlaub gefahren, um ein bisschen zu lesen, dazu komm ich ja praktisch nie. Nie! Obwohl ich zum Beispiel 2014, wie eine relativ genaue Rechnung am Jahresende ergab, knapp 650 Stunden im Zug verbracht habe. Aber da gab es natürlich andere Dinge zu tun. Zuerstmal mein Zugbüro mit allen Ladegeräten, USB-Hubs, externen Mäusen und Festplatten und Stiften und Zetteln und Weißnichwas einrichten, dann einen Fertigsalat mit externen Maiskörnern und Dosenmandarinen pimpen, noch einen vierten Kaffee aus dem Bordbistro holen und dann so langsam schon mal das Büro wieder einpacken, weil man ja gleich aussteigen muss. Während der 15 Minuten, die der bis dahin pünktliche Zug vor dem Zielbahnhof dann noch wegen eines belegten Gleises herumsteht, kann man endlich ein paar Seiten lesen.

    IMG_0053Jetzt aber: Urlaubszeit, Lesezeit. Klar, dass wäre auch auf Rügen gegangen, sogar viel besser wegen des lesefreundlichen Wetters, aber dreieinhalb Wochen Rügen kann sich doch kein Mensch leisten, also ab nach Thailand, Text-Tourismus!

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    Eins der Bücher, die ich bisher hier gelesen habe, war „The Circle“ von Dave Eggers und ich muss sagen, dass ich selten etwas derart literarisch minderwertiges gelesen habe. Ich habe schon Corinna- und Bergdoktor-Romane gelesen, die besser geschrieben waren. Und das obwohl ich überhaupt noch keine Corinna- oder Bergdoktor-Romane gelesen habe! Man merkt dem Buch an, dass der Autor sich nur für die Message und seine Ideen interessiert, das ganze Werk ist aufgebaut wie ein Computerspiel, die Heldin springt Kapitel für Kapitel von Level zu Level einer immer totalitärer werdenden Circle-Google-Facebook-Apple-Welt; es entfaltet sich eine Ideologie, die genauso apokalyptisch, größenwahnsinnig und intolerant ist wie der Faschismus oder der Islamismus, dabei aber nett bis zum Erbrechen.

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    IMG_0080Die Ideen, die in the Circle stecken sind alllesamt sehr interessant, die Dystopie ist erschreckend, weil sie im Gegensatz zu den Figuren und der Handlung sehr glaubwürdig ist – und das ist das Problem mit diesem Buch. Er wollte eine Botschaft loswerden, okay, aber ein wenig Mühe und Liebe hätte er doch in die Charaktere investieren können. Oder einfach ein Sachbuch schreiben, das hätte ich wahrscheinlich mit größerem Gewinn und mehr Spaß gelesen. Gegen Ende wird die Dummheit und Naivität der Hauptfigur so extrem, dass man das Buch in die Ecke pfeffern und laut schreien will: „Und für den Scheiß bin ich nach Thailand geflogen?!“

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    Naja, lest es meinetwegen trotzdem. Das Thema ist wichtig und interessant und ich würde gern mit ein paar Leuten darüber diskutieren. Nicht zuletzt, um spätestens nach dem dritten Bier darauf hinzuweisen, dass ich bereits 2006 in der Erzählung „Fiat Deus“ viele der Sachen vorweggenommen habe, damals aber natürlich viel zu visionär und meiner Zeit voraus war, weshalb ich den SF-Wettbewerb für den ich sie geschrieben habe nicht gewann und daraufhin zu dem verbitterten alten Mann wurde, den ihr alle kennt unnd liebt …

    IMG_0064Was ich aus „The Circle“ mitgenommen habe: „Teilen ist Heilen“ und wer etwas Tolles erlebt und dann nicht mit anderen teilt, ist ein übles Ego-Schwein. Dabei hatte ich schon überlegt, ob ich euch in eurem kalten grauen Deutschland mit Urlaubsbildern verschone, aber jetzt habe ich doch beschlossen, meine Pflicht als moderner Mensch zu erfüllen und ein paar hoffentlich besonders neidisch machende Fotos rauszusuchen, um damit anzugeben um sie euch unter die Nase zu reiben   um laut ÄTSCHEBÄTSCHE zu machen um meine schönen Erlebnisse brüderlich mit euch zu teilen. Nur falls ihr euch gefragt habt, was die Bilder eigentlich mit dem Text zu tun haben.

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