Autor: vstr@gmx.de

  • 小丸子和乐呵呵之一:电脑坏了

    Schade, ich habe es nicht geschafft, noch einen neuen Kloß-und-Spinne-Film zu machen. Der April ist damit der erste Monat seit Mai letzten Jahres ohne eine neue Folge … ohne neue Folge auf YouTube zumindest. Bei der Show Royale auf Radio 1 müssten noch zwei oder drei Hörspiel-Episoden laufen.

    Heute habe ich ein Remake der ersten Kloß-und-Spinne-Episode hochgeladen – mit chinesischen Untertiteln. Wer wissen will, wie man „Hihi, du bist lustig“ oder „adolf_1933 akzeptiert dein Freundschaftsangebot“ auf chinesisch schreibt, kann ja mal reingucken:

    [youtube=http://www.youtube.com/watch?v=W-H1Cg_THvY]

    (福尔克·施特吕宾 )

  • Aus Fehlern lernen – Lektion 836 & 837

    836: Ich will nie wieder ein geöffnetes Taschenmesser mit der Schneide nach oben auf dem Fußboden liegen lassen.

    837: Sollte ich Lektion 836 je vergessen, will ich mich nicht!!! auf das liegengelassene Taschenmesser raufknieen.

    Später am Abend wäre dann beinahe noch mehr Blut geflossen. Ich fuhr mit dem Fahrrad die Kastanienallee hinunter. Dachte mir wohl: Mal gucken, ob ich heute was noch Dümmeres tun kann, als mich auf ein Messer zu knieen – au ja, ich könnte die Kastanienallee langfahren! Man hat auf dieser Straße ungefähr einen Meter Platz zwischen den parkenden Autos und den Straßenbahnschienen. Dieser eine Meter wird auch noch vom heiklen Übergan zwischen Asphalt und Kopfsteinpflaster halbiert, wo er nicht sowieso von einer Baustelle auf 30 Zentimeter beschränkt wird. Wenn es dann noch geregnet hat und alles glitschig ist, und wenn dann noch kurz vor mir jemand die Fahrertür eines parkenden, unbeleuchteten Autos aufreißt, dann, ja dann kann es passieren, dass mir ein lautes „Oh Mann, ey!“ herausrutscht!

    Ausweichen war wegen der Straßenbahnschienen unmöglich. Mein Leben spielte sich noch einmal vor meinen Augen ab. Ich drückte die Bremse und hoffte, dass erstens der Bremsweg trotz Nässe reichen würde und ich zweitens auf dem glatten Untergrund nicht wegrutschen würde. Zum Glück hatte ich Glück, ich überlebte und konnte daher eben jenes oben angeführte „Oh Mann, ey!“ brüllen. Die Fahrerin des Wagens reagierte … seltsam. Statt zu zurückzubrüllen – ein „Keene Oogen im Kopf, oder was?“ wäre eigentlich das Mindeste gewesen – rief sie „Oh Gott, Entschuldigung. Das tut mir leid, sorry, oh jeh!“

    Fand ich irgendwie gut.

    (Volker Strübing)

  • Schnipsel vom 14.4.2008 / Nichts zu verbergen: BILD deckt die Karten auf

    Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten

    Nu gucke mal:

    Was eigentlich zur Bekämpfung des Terrorismus geplant war, greift immer weiter in die Rechte der Bürger ein. Die Möglichkeit der automatisierten Kontoabfrage erreicht nach der Erweiterung auf Steuerhinterziehung und Sozialleistungsmissbrauch nun auch Temposünder.
    Auf Anfrage des FDP-Abgeordneten Otto Fricke teilte das Bundesjustizministerium nun mit, grundsätzlich ist es auch möglich eine Kontoabfrage zu initiieren, um die Höhe von Geldstrafen bei Strafbefehlen zu bestimmen.
    Mehrere Staatsanwälte haben diese Möglichkeit schon genutzt, um Temposünder härter zu bestrafen. Verkehrsrechtsexperten halten diese Maßnahmen für unverhältnismäßig.

    Quelle: Shortnews.de

    Aber die Vorratsdatenspeicherung, die setzen sie betümpt wirklich bloß gegen Terror und Kinderpornografie ein, jaja; ganz, ganz bestümpt und wer nüscht zu verbergen hat, muss sich auch …


    BILD im Himmel

    Werbung finde ich doof. Die BILD-Zeitung finde ich auch doof. Man kann sich denken, wie ich Werbung für die BILD-Zeitung finde …

    Die aktuelle Kampagne steht unter dem Motto „BILD informiert. Leider erst seit 1952.“ Dazu sieht man zum Beispiel ein Bild der Titanic, die auf einen Eisberg zu fährt und die Schlagzeile „Vorsicht, Eisberg!“. Oder die Trojaner ziehen unter der Überschrift „Vorsicht Falle!“ ein Holzpferd in ihre Stadt. Ein Saurier sieht den heranrasenden Kometen nicht, weil es vor ein paar Millionen Jahren noch keine BILD-Zeitung gab, die „Achtung Meteor!“ titeln konnte. (Dieses Motiv ist übrigens ein feiner selbstironischer Hinweis darauf, welches Entwicklungsniveau das Gehirn eines BILD-Lesers haben sollte.)

    Das ganze soll wahrscheinlich lustig sein, ist aber sowohl größenwahnsinnig als auch eine schlichte Lüge: Die BILD hätte natürlich erst am Tag danach über das trojanische Pferd und die Titanic-Katastrophe berichtet – schließlich hat sie ja auch nicht am Morgen des 11.9.2001 mit einem Foto der Twin-Towers und der Headline „Einsturzgefahr“ aufgemacht. Egal. Leider wurde auch die Chance vertan, mit der rückwärtsgewandten Kampagne eine aktuelle Aussage zu verbinden. Man hätte zum Beispiel ein Hitlerbild mit der Schlagzeile „Achtung Verbrecher!“ verbinden können, aber das hielt man wohl für nicht so lustig wie die Sauriergrütze. Vielleicht hatte man auch Angst, mit so etwas Leser zu verschrecken …

    Mein Lieblingsmotiv ist das, auf dem Eva Adam im Paradies einen Apfel hinhält – unter der Schlagzeile „Nicht essen!“ Dass die BILD-Zeitung gern verhindert hätte, dass der Mensch vom Baume der Erkenntnis isst, finde ich eine mutige und für dieses Blatt bemerkenswert ehrliche Selbstauskunft.

    (Volker Strübing)

  • Schnappschüsse vom 13.4.2008

    • Take off

    • Nee, ich war das nicht!

    • Aus der Reihe „Integration heute“:

    (Volker Strübing)

  • Kalenderblatt April 2008

    Hatte ich ganz vergessen:

    (Klick auf das Bild für größere Version.)

    Ist ein Bild, dass ich 2006 schonmal hier gepostet habe.

    (Volker Strübing)

  • Hat alles seine zwei Seiten. Zwei doofe, wenn man Pech hat.

    Habe gestern mal ausprobiert, was man mit freien Dienstagabenden anfangen kann und bin ins Kino gegangen. Ist ja Kinotag, da kostet’s nicht soviel. Prima Sache das. Doof fand ich nur, dass ich den Film doof fand. „No Country For Old Men“. Das einzige, was mir richtig gut gefallen hat, war, dass es nicht ganz so teuer war, weil ja Kinotag war. Aber vielleicht zeigen sie am Kinotag ja auch eine schlechtere Version, damit die Leute noch einen Grund haben, an den teuren Tagen ins Kino zu gehen, was weiß ich.

    Die Schokolade, die ich mir für’s Kino gekauft habe, war übrigens sehr lecker. So hat alles sein Gutes. Wäre ich nicht in’s Kino gegangen, hätte ich mir keine Schokolade gekauft.

    (Volker Strübing)

  • Was nicht passt …

    Als es mir neulich jemand erzählte, hielt ich es für eine Ente. Isses aber nicht, wie ich nach kurzem Googeln feststellen musste. Es ist ein alter Hut, nur ich habe im Februar 2007, als es durch die Medien ging, nichts davon mitbekommen:

    Es ist kein Scherz: In Löbau macht die Woba kurzerhand Zimmer dicht, um Wohnungen zu verkleinern. Denn ist das Domizil eines ALG-II-Empfängers unangemessen groß, wird ein Raum einfach abgesperrt. 95 Fälle gibt es schon.

    Quelle: SZ-Online.de

    Da es in Löbau nicht genug kleine, billige Wohnungen für Hartz-IV-Empfänger gibt und das Amt zudem den lobenswerten Vorsatz hatte, möglichst vielen Betroffenen einen Umzug zu ersparen, kam man auf diese naheliegende Idee. Aber ich kann mir nicht helfen: Für mich klingt das wie ein Schildbürgerstreich. Nüscht gegen die Leute vom Amt – die haben eben gesetzliche Vorgaben, die sie erfüllen müssen, und immerhin haben sie eine ziemlich kreative Lösung gefunden … aber absurd ist es trotzdem.

    Auszug aus einem Zimmer. Betty Kahlert muss diesen Raum in ihrer Wohnung bald geräumt haben – nicht ganz freiwillig. Ein paar persönliche Sachen sichert die arbeitslose Lehrerin vorsorglich. Doch wohin mit den sperrigen Möbeln? Da hofft sie noch auf eine Lösung. Schließlich muss der Raum völlig ausgeräumt werden.

    […]

    Ihr Vermieter begnügt sich ab sofort mit der geringeren Miete und schließt dafür ein Zimmer zu. Ob dieser Raum dann auch wirklich nicht genutzt wird, das kontrolliert Ulrike Wendler von der Wohnungsverwaltung Löbau.

    O-Ton: Ulrike Wendler und Betty Kahlert

    „Frau Kahlert, die Frau Wendler. Schön Guten Tag Frau Kahlert.“
    „Guten Tag Frau Wendler.“
    „Ich hatte mit Ihnen schon telefonisch gesprochen, ich möchte mir gerne das Zimmer ankucken.“
    „Aber gerne, sie wissen ja, geradeaus.“
    „Ja, gut.“
    „Also wir haben es soweit zusammengeräumt.“
    „So wie wir das abgesprochen hatten.“
    „In den nächsten Wochen wird mein Sohn…“

    Ein bisschen Glück im Unglück. Sie bekommt eine kleine Übergangsfrist, um die Möbel nicht wegwerfen zu müssen. Den Raum betreten darf sie schon jetzt nicht mehr und der Zimmerschlüssel bleibt in der Hand von Ulrike Wendler. Eine neue Situation – jetzt heißt es zusammenrücken.

    Quelle: mdr.de

    Da wird also etwas künstlich entwertet, damit es die Armen weiterbenutzen dürfen. Vielleicht sollte man ihnen auch noch Löcher in die Kleider schneiden und all ihre Bücher mit einem „Mängelexemplar“-Stempel versehen?

    Keine Ahnung, wie das finanziell läuft. Das Geld, dass daduch gespart wird, dass den Btroffenen nur die Mite für eine kleinere, „angemessene“ Wohnung überwiesen wird, fehlt ja der Wohnungsbaugesellschaft an Mieteinnahmen, es ist also überhaupt nichts gewonnen, außer dass dem Buchstaben des Gesetzes Folge geleistet wurde und ein paar Löbauer endlich nur noch das haben, „was ihnen zusteht“. Ulkige Welt.

    (Volker Strübing)

  • Schnappschüsse vom 5.4.2008

    • Winkelement auf der S-Bahnbrücke Greifenhagener Straße

    • Backstage im Rosi’s

    • 小丸子和乐呵呵

    (Volker Strübing)

  • Henryk und ich

    Anfang 2000 habe ich Henryk M. Broder kennengelernt. Zusammen mit Reinhard Mohr besuchte er damals die Berliner Lesebühnen, um für den Spiegel einen Artikel darüber zu verfassen. Viele von uns (auch ich) waren ziemlich aufgeregt wegen dieser Sache. Seit Jahren lasen wir Woche für Woche unsere Geschichten vor, das Publikum wuchs langsam aber stetig und die Berliner Tageszeitungen, Stadtmagazine und Radiosender, die sonst jedem kleinen Pups hinterherrannten und ihn zum großen neuen Ding aufbliesen (Kann man Pupse aufblasen? Egal.) ignorierten uns konsequent. Und dann kündigte sich auf einmal einer der bekanntesten Publizisten von Deutschlands größtem Nachrichtenmagazin an und wollte über uns schreiben. Aber hallo war das aufregend!

    Die Chaussee der Enthusiasten fand damal noch im Cube Club statt, einem winzigen Keller mit schimmligen Wänden, der alle paar Monate unter Wasser stand. Weder der Platz noch der Sauerstoff reichten wirklich für alle. Vor allem, wenn noch geraucht wurde, weshalb wir damals – viele von uns waren noch Raucher – die Parole „Wer raucht, liest vor“ ausgaben, um sowohl die Befriedigung unserer eigenen Sucht, als auch ein Mindestmaß an atembarer Luft zu gewährleisten. Der Nachteil war, dass die Zigaretten der Vorlesenden nicht ausreichten, um den moderigen Gestank zu überdecken. Ach ja, schön war’s. (Aber um nichts in der Welt wollten wir dorrthin zurück, nachdem wir einmal ausgezogen waren.)

    Als der hohe Besuch eintraf, war Tube bei uns zu Gast und saß gerade an der Kasse. Er war nicht informiert worden, hatte wohl auch noch nie von Broder gehört, was zu folgendem Dialog führte: (mehr …)

  • Abschied von LSD (2)

    Schön und schwer haben es mir die Kollegen gemacht. Immer, wenn ich dachte, die Abschiedszeremonie sei vorbei, kam noch etwas; es war ein bisschen wie Weihnachten und Geburtstag zusammen, wenn Weihnachten auch mein Geburtstag wäre, weil ich Jesus bin und mir gehuldigt wird. Bei aller Freude wusste ich die ganze Zeit nicht, wie ich gucken und was ich machen soll. Wahrscheinlich hätte ich einfach nur nach jedem Volker-Gedenk-Beitrag aufstehen und denjenigen umarmen müssen. Mir war sehr danach zumute, aber die einzige Sache, mit der ich mich auf einer Bühne wohl fühle, ist, mich hinter einem Blatt zu verstecken und vorzulesen, was auf dem Blatt drauf steht, und darum bin ich einfach im Hintergrund sitzengeblieben und habe gegrinst und mich gefreut. Uli Hannemann hat einen Text vorgelesen, in dem er sich ausdrücklich dafür bedankte, dass ich nicht nur (Buchstabe für Buchstabe) die Schrift erfunden und ihn aus der Gosse gezogen habe (beides hatte ich selbst schon fast vergessen ;), sondern dass ich darüberhinaus auch die Sonne bin. Und der Mond und die Sterne. Ivo und Sascha haben mein „Keinschwein“-Lied nachgesungen und mit neuen Textpassagen versehen, Micha hat die Schöpfungsgeschichte zu meinen Ehren umgeschrieben und richtiggestellt und überdies Elis und mich in einer Art Trauungszeremonie zu Vorgänger und Nachfolger erklärt („Ihr dürft jetzt die Notizbücher tauschen“), Spider hat das erste mal gesungen – selbstgedichtete Schlussliedstrophen nämlich – und sogar Tube ging im Rahmen seiner Möglichkeiten auf das Ereignis ein („Ich weiß gar nicht, was das Brimborium soll“).

    Schließlich überreichte mir Micha auch noch den großen goldenen Pokal, den wir beide als Teamsieger des SLAM2006 in München gewonnen hatten. (Bisher hatte er bei ihm rumgestanden.) Vorher gab er ihn aber noch durch den Raum und bat die Leute, eine Kleinigkeit für mich hineinzupacken. Und da kamen erstaunliche Dinge zusammen. Eine große Volkerüberraschung war das: Süßigkeiten, Batterien, Feuerzeuge, eine Chilischote, Thymiantee, die Visitenkarte eines Hotels auf Jamaica, ein schöner Bleistift (viele Grüße an Bosch :), ein Spielplan der Regionalliga Nord (???), Rabattcoupons, Aspirin, ein Restaurantgutschein, ein Apfel, eine Murmel, ein Nilpferd und, und, und … und die Visitenkarte eines Psychiaters … vielen Dank an euch 🙂

    So. Und heute ist der erste Donnerstag ohne die Chaussee der Enthusiasten. Und ich bin eingeladen zu einer Lesung mitzukommen. Zum Zuhören. Ich weiß noch nicht, ob ich das will. Vielleicht sollte ich lieber den kalten Entzug probieren. Andererseits habe ich gestern auch mal bei den Surfpoeten vorbeigeguckt und morgen gehe ich zum Slam im Rosi’s. Mal sehen.

    (Volker Strübing)

    Nachtrag, 16.25 Uhr: Ich Dussel hab doch vorhin glatt den tollen Präsentkorb der Kollegen vergessen! Vielen Dank für alles!