Autor: vstr@gmx.de

  • Abschied von LSD

    Heute also auch das letzte mal LSD – Liebe Statt Drogen im Bassy Cowboy Club. Fast 12 Jahre war ich der Veranstaltung (halbwegs) treu. Angefangen haben wir am 4.7.1996, damals noch in einem Café namens Nova, bevor wir 9 Wochen später ins Zosch und schließlich letzten März ins Bassy umgezogen sind. Das macht fast 600 Veranstaltungen und bei weit mehr als 500 dürfte ich dabei gewesen sein.

    Und jetzt stellt sich mir ab nächste Woche die bange Frage: Was macht man eigentlich an Dienstag- (und Donnerstag-)Abenden? Weiß das jemand? Eine erfreulich hohe Zahl von Menschen besucht ja LSD und die Chaussee der Enthusiasten, aber selbst an den besten Abenden kamen wir nicht umhin, enttäuscht festzustellen, dass es noch Leute geben muss, die nicht anwesend sind. Was machen die also? Was werde ich machen? Das ist die große Frage, die große Herausforderung vor der ich nun erst einmal stehe, bevor ich mich damit beschäftigen kann, wie es überhaupt weitergehen soll. Mit dem Schreiben und dem Leben und dem Rest.

    Auch bei LSD wird es ein neues Mitglied geben: Elis – Musiker, Geschichtenerzähler, Performer und sehr sympathischer Mensch in einer Person. Und wie Kirsten bei der Chaussee soll auch er kein Ersatz sein oder irgendeine Lücke füllen, sondern etwas ganz eigenes in die Veranstaltung bringen. Frischen Wind und neue, bisher bei uns ungehörte Töne. Es ist ja bei Lesebühnen (im Gegensatz zu Slams etc.) so, dass ein neues Mitglied nur aufgenommen werden kann, wenn ein altes aussteigt. Das sorgt einerseits für Stabilität und dafür, dass das Publikum immer ungefähr weiß, was es erwartet, andererseits sorgt es für Stabilität und dafür, dass das Publikum immer ungefähr weiß, was es erwartet.

    Hm. Vielleicht geh ich ab jetzt einfach immer als Zuschauer ins Bassy und gucke mir an, wie sich die Kollegen an unserem Schlusslied vergehen … (Nein, nein, nein – wie doof wär das denn? Ab und zu bestümpt, aber ganz sicher nicht jeden Dienstag.)

    (Volker Strübing)

  • Email-Prokrastination

    Hab mich neulich mit Spider darüber unterhalten, dass man oft ausgerechnet die Emails, die einem am wichtigsten sind oder über die man sich besonders gefreut hat, erst sehr spät beantwortet.

    Bei mir ist es normalerweise so, dass ich morgens Emails abrufe, dann alle durchlese und die markiere, die ich beantworten muss. Dann beantworte ich die, die keinerlei Mühe erfordern (es sei denn, es ist einer von diesen Tagen). Alle paar Tage nehme ich mir dann Zeit, um die etwas komplizierteren Mails abzuarbeiten. So Sachen, wo man in den Kalender gucken muss oder so.
    Und die Emails, auf die man ausführlicher oder persönlicher antworten will, bleiben wieder liegen, weil man dafür in der richtigen Stimmung sein und sich richtig Mühe geben will. Und selbstverständlich ist dann immer irgendwas anderes zu tun, und man lässt sie lieber noch einen Tag liegen und noch einen und noch einen, weil sie ja etwas besseres verdient haben, als zwischen Tür und Angel bzw. zwischen zwei relativ banalen Mailinglistenmails beantwortet zu werden. Und derjenige, dem man auf diese Weise etwas Gutes tun will, fragt sich, ob er irgendwas falsch gemacht hat, weil er auf seine doch nett gemeinte Email keine Antwort erhält. Zum Kompott wird es auch noch mit jedem Tag schwieriger in die „richtige Stimmung“ zu kommen, weil man weiß, dass man den Bief mit einer Entschuldigung beginnen muss.

    Was tun? Das einzig richtige wäre, sich anzugewöhnen, auf jeden Fall erst einmal eine kurze Email zu schreiben. Der lange Sermon kann später folgen, aber der Absender weiß erst einmal woran er ist.

    Ja, das klingt nach einem guten Plan. So mache ich da. Und jetzt setze ich mich erstmal wieder ein Stündchen an mein Emailgebirge und versuche es mit einem Schäufelchen abzutragen.*

    (Volker Strübing)

    * Eine Übertreibung, um mich wichtig zu machen. Es handelt sich höchstens um die Müggelberge.

  • Abschied von der Chaussee (2)

    So. Das war’s nun also. Der letzte Auftritt als Mitglied der Chaussee der Enthusiasten ist vorbei. Und einen schöneren Ausstieg hätte ich mir nicht wünschen können. Es war wohl noch nie so voll; am Ende konnten wir einige Leute nicht mehr hereinlassen (falls ihr das lest: Entschuldigt bitte!). Es waren ja auch Ferien und außerdem gab es neben Kirstens Aufnahme und meinem Abschied auch die neue Ausgabe unseres Heftchens „Brillenschlange“ zu feiern. Jochen und Robert haben die Redaktion und das Layout übernommen und einen heldenhaften Kampf gegen bemackte Software geführt, sind zwischendurch verzweifelt und dann über sich hinausgewachsen und haben eine der schönsten Brillenschlangen aller Zeiten produziert. Und ganz sicher die Brillenschlange mit dem schönsten Coverbild, denn das hat der wunderbare Mawil für uns gemalt (Achtung, große Bilddateien): (mehr …)

  • Frühling

    fruehling.jpg

    (Volker Strübing) 

  • Abschied von der Chaussee

    Morgen ist es soweit. Mein letztes Mal bei der Chaussee der Enthusiasten. (Als festes Mitglied zumindest; ich hoffe sie laden mich hin und wieder als Vertretung ein.)
    Mann, Mann, Mann, das ist doch ganz schön seltsam. Immerhin bin ich seit Januar 2000 dabei. 8 Jahre. Knapp 400 Donnerstage. Eine ganze Menge Leute haben mir gesagt, dass sie es schade finden, dass ich aufhöre und das hat mich sehr gefreut. Noch mehr Leute haben gefragt, warum ich aufhöre, da bin ich ein bisschen ins Stottern gekommen, weil ich das auch gerade nicht mehr so genau weiß … also doch, ich weiß es schon, es ist nur schwer in kurze Sätze zu packen. Der Grund ist jedenfalls nicht, das ich etwas besseres gefunden hätte, wie einige vermuteten. Tatsächlich weiß ich nicht genau, wie es dann weitergeht, hoffe aber genau darauf: Dass es weitergeht. Mit dem Schreiben. Vielleicht mal irgendwo andershin, mal gucken. Erstmal fliege ich nach China und dann kommt der Sommer und ich werde Pläne schmieden.

    Morgen gibt es jedenfalls eine ganz besondere Veranstaltung: Neben meinem Ausstieg gibt es das Erscheinen der neuen, der neunten Brillenschlange zu feiern, diesmal mit einem wunderschönen Cover von Mawil. Vor allem gilt es aber, Kirsten Fuchs, als neues Mitglied zu feiern. Hoffentlich denkt niemand, dass sie als „Ersatz“ für mich da wäre, sonst würde er uns nur miteinander vergleichen, und das wäre für uns beide doof. Wenn die Chaussee der Enthusiasten ein Tuschkasten mit 6 Farben wäre, dann wäre jetzt z.B. das Ockerdöschen leer und an dessen Stelle träte ein Töpfchen mit Magenta. Jetzt nur mal so als Beispiel. Über Jahre haben wir Donnerstag für Donnerstag meist schöne Bilder gemalt und ich habe das Ocker beigesteuert. Schöne Bilder werden weiterhin gemalt, nur dass sich die Farbzusammensetzung ein bisschen ändert und dass nun auch Bilder möglich sind, bei denen Ocker nicht passen würde. So sehe ich das.

    Robert wird übrigens Linsensuppe kochen. Mir ist noch nicht ganz klar, wie die Verteilung erfolgen soll – es wird also in jedem Fall spannend.

    Am Dienstag bin ich dann noch einmal bei LSD.

    (Volker Strübing)

    UPDATE, 14:00 Uhr: Wird wohl doch nichts mit den Linsen 🙁 Aber die Brillenschlange und Kirsten werden trotzdem da sein.

  • Intelligent Design widerlege ich doch mit der linken Arschbacke!

    Und das meine ich wörtlich. Wie berichtet habe ich mich letzte Woche etwas unsanft auf eine Treppe gesetzt, wobei der Aufprall hauptsächlich von der linken Gesäßhälfte aufgefangen wurde. Diese ist bis heute nicht nur komplett verfärbt, sondern auch eine einzige große, deutlich über ihr rechtes Gegenstück hinausragende Beule. Jedesmal wenn ich mich setze oder in einer überfüllten Bahn gegen die Tür gedrückt werde, ist es also wiederum sie, die den Druck auffangen muss. Welcher intelligente Designer käme auf die Idee, einen geprellten und daher besonders empfindlichen Körperteil noch zusätzlich zu exponieren? Das einzig intelligente wäre doch, ihn ganz klein zu machen und zu verstecken! Hör mir uff!

    (Volker Strübing)

  • BLOGROLL – GROLLBOL – OLLBLOGR

    Es wird Zeit, die Blogroll mal wieder zu erweitern. Vollständig ist sie damit noch lange nicht, aber ich mache das lieber Schritt für Schritt.

    Stilhaeschen – das Weblog mit dem schönsten Header und den besten schlechten Wortspielen, die nämlich gar nicht schlecht sind. Außerdem gibt es immer wieder schöne Fundstücke und Fotos und Geschichten und überhaupt alles, was man zum Blogleseglück so braucht.

    Tristan und das Gürteltier – Tristan war mal Lesebühnenautor. Isser leider nicht mehr. Aber ein schönes Weblog macht er. Und zwar nicht nur, weil er einen Artikel aus dem Schnipselfriedhof – bzw. das was an diesem Artikel dranhängt – als den lustigsten Kommentarspam, den er kennt, verlinkt hat. Leider kapiere ich nicht, ob und wie man einzelne Artikel von ihm verlinken kann. Und am Ende der Seite fehlt der „Ältere Einträge“-Knopf 🙁

    Ahne International – Ich hielt es schon für eine Sensation, als ich vor gar nicht vielen Jahren erfuhr, dass Ahne nun eine Emailadresse habe. Und jetzt auch noch ein Weblog. Und ein gutes noch dazu, in das er dauernd was reinschreibt. Was kommt als nächstes? Ahne in Second Live?

    Wird fortgesetzt …

    (Volker Strübing)

  • Kloß und Spinne – Episode 13: Geld

    [youtube=http://www.youtube.com/watch?v=qsogYQWrzKM]

    Viel Spaß und frohe Ostern!

    UPDATE 20.00 Uhr: Nach dem Upload war das Video problemlos bei YouTube abzurufen, aber dann ist irgendwas komisches passiert. Keine Ahnung was und warum. Jedenfalls ist es „no longer available“. Ich lade es gerade noch mal hoch.

    UPDATE 21.30 Uhr: Geht wieder.

    (Volker Strübing)

  • Dazu hab ick Senf

    „Be Berlin.“ Volker und Ivo haben dazu ja schon geblogt.

    Ich gehöre nicht zu jenen Sprachchauvinisten, die bei jedem Anglizismus Zeter und Mordio schreien, aber hier habe ich den Eindruck, dass der Slogan deshalb englisch sein musste, weil das die einzige Fremdsprache ist, die seine Erfinder kennen. Jedenfalls erscheint mit die Wahl des Englischen völlig willkürlich und nicht mal durch so etwas wie Wohlklang gerechtfertigt: bi börlin.

    Andererseits ist mir aufgefallen, dass dieses Prinzip, einen Städtenamen anzustottern, durchaus Charme haben kann. Zum Beispiel als frankophil-elegantes „le Leipzig“ oder bürgerlich-seriöses „Dr. Dresden.“ Auch das comedyhafte „Du Duisburg“ ginge noch irgendwie. Aber „Be Berlin“, also wirklich!

    (Andreas Krenzke)

  • Schnipsel vom 22.3.2008

    • Farbspiele

      Die ungünstige Kombination aus großer Eile, glitschigem Beton und schlechtem Sohlenprofil führte Donnerstag Nacht dazu, dass ich die Stufen, die von der Revaler Straße aufs RAW-Gelände führen, einzeln mit dem Hintern durchzählte. Dieser präsentiert sich seither in atemberaubenden psychedelischen Farben (wenn auch etwas blaustichig). Vielleicht sollte ich mir für das Kantinenlesen heute Abend noch so eine Lederschwulenhose besorgen, die die Arschbacken frei lässt. Das würde prima von der Herpes an der Lippe ablenken …

    • Besser Krümel kacken als Verstopfung oder Durchfall

      Mich interessiert alles, was mit Stereoskopie zusammenhängt. Vor Jahren hatte ich eine LCD-Shutter-Brille, mit der 3D-Computerspiele wirklich räumlich wurden. Ganz ausgereift war das noch nicht. Wenn man den dafür nötigen Treiber so einstellte, dass der Raumeffekt richtig gut war, wirkten alle Objekte sehr klein und schienen sich im Inneren des Monitors zu befinden. Aus einem Ego-Shooter wurde da schnell ein Massaker im Puppenstübchen. Ich fand’s toll. Der Traum wäre ein 3D-Beamer mit zwei Linsen, vor denen Polarisationsfilter angebracht sind. Dann noch die entsprechende Brille und schon machen Flugsimulatoren zehnmal soviel Spaß.
      In der Rubrik „einestages“ auf Spiegel Online, gab es jetzt einen Artikel zum Thema. Und in diesem werden Polarisationsfilterbrillen irritierenderweise mehrfach als „Polaroidbrillen“ bezeichnet.

      „Na und? Hat der Strübing keinen Friseur, dem er das erzählen kann?“, wird sich der eine oder andere jetzt völlig zu recht fragen, was mir die Gelegenheit zu einer eleganten Überleitung gibt:

    • Apropos Friseur Ich frage mich schon lange, warum ausgerechnet Friseure derart penetrant zu schlechten Wortspielen neigen. All diese pseudoriginellen Namen und Sprüche: „Haareszeiten“, „Hairzlich Willkommen“, „Haar & Soul“, „Haarmonie“ (was als „Haar-Moni“ noch ganz lustig wäre, wenn die Friseuse Monika hieße) und ganz schlimm, gerade neulich entdeckt: „Sie haben nichts zu verlieren – außer ihr Haar“. Wie traurig muss das Leben eines Menschen sein, der das liest und denkt: „Stimmt. Da gehe ich jetzt mal rein.“
      Ich warte übrigens noch auf „Hairytale – ihr märchenhafter Friseur“, „Haarakiri“ und, in Anspielung auf den berühmten Massenmörder, „Haarmann – the final cut“. Ach, wahrscheinlich gibt’s die auch alle schon. Falls nicht und falls jemand von euch demnächst einen Friseursalon eröffnen möchte, stelle ich diese haarausragenden Kreationen gerne zur Verfügung.

    (Volker Strübing)