Kategorie: Literatur / Lesebühne / Poetry Slam

  • SLAM2012 – Ab jetzt ist wieder vor der nächsten Meisterschaft

    Vorbei. Plötzlich wieder in Berlin und man läuft nicht ständig auf der Straße in Leute, die man umarmen kann. Überraschenderweise bin ich schon wieder halbwegs hergestellt, ich hatte eigentlich mit mindestens drei Tagen Rekonvaleszenz gerechnet.

    Aber erst mal das Wichtigste: Herzlichen Glückwunsch an die U20-Meisterin Jule Weber, Pierre Jarawan, den neuen amtierenden SLAM-Champion sowie an die beiden Zweitplatzierten Fatima Moumouni und Jan Philipp Zymny! Leider habe ich vom Finale selber kaum etwas mitbekommen, aber immerhin habe ich das U20-Stechen gesehen und Pierre Jan Philipp kenne ich gut genug, um zu wissen, dass das sehr verdient ist und mich für alle vier zu freuen. Vielen Dank an alle Organisatoren und die vielen ehrenamtlichen Helfer, ganz besonders an Kathrin und Frank, an die Sponsoren, an die Stadt Heidelberg und an das schöne Wetter. Und liebe Grüße nochmal an alle Poeten und Slammaster, die da waren. Ach, und an die, die leider nicht da waren, erst recht. Herzlichen Dank natürlich auch an das super Publikum … und an die Losfeen, die mich durchweg mit guten Startplätzen versorgt haben.

    Ich beiße mir ein bisschen in den Arsch, weil der Finalauftritt nicht so lief, wie ich gehofft hatte. War wahrscheinlich einfach kein Text fürs Finale, dann habe ich ihn auch noch beim Kürzen verstümmelt und bin hastig durchgestolpert, naja, schade. Vorrunde und Halbfinale liefen fantastisch, und ich hatte das Vergnügen und die Ehre, auch bei der Eröffnungsveranstaltung mitzumachen und (wenn auch aus unschönem Anlass) bei der ersten Teamvorrunde als Opferlamm aufzutreten. Es gibt also eigentlich keinen Grund zur Klage – obwohl es schon bitter ist, im Finale mit mehr Applaus auf die Bühne zu kommen, als von ihr runterzugehen.

    So Schluss damit, es waren sehr, sehr tolle Tage. Texte, Liebe, Alkohol, Adrenalin, was will man mehr? Ich war vor meinen Auftritten unglaublich aufgeregt, und das war schön. Ein paar fragten: „Wieso bist du denn so aufgeregt, du kennst das doch schon?“, aber ich hoffe, dass das Auftreten nie zur reinen emotionslosen Routine wird, und beim „National“ besteht diese Gefahr ohnehin nicht. Ich werde mir auch den nächsten nicht entgehen lassen, sei es, dass ich wieder teilnehmen kann oder einfach nur so hinfahre, um mitzufeiern.

    (Kurz vor dem Finale: Da es beim Slam zum Glück kein Dopingverbot gibt habe ich vorher noch einen ordentlichen Schluck  Mondquelle (Vollmondabfüllung) getrunken. Danke für das Foto und das Mondwasser an Hazel. Die Flache ist eine Erinnerung an einen Video-Abend mit der „Mondverschwörung„, einem Film, den ich hiermit jedem ans Herz lege.)

    Hab ich noch irgendwas vergessen? Bestimmt. Zum Beispiel muss ich unbedingt noch berichten, warum ich demnächst für fünf Monate nach Oberfanken ziehe. Aber jetzt will ich in die Badewanne, das ist doch auch mal wichtig.

    (Volker Strübing)

  • SLAM2012 – Vor dem Finale

    Okay, ich bin wie das kleine Strebermädchen, das vor jeder Klassenarbeit rumheult, dass es nicht gelernt habe und dann selbstverständlich eine 1+ schreibt. Hab meine Halbfinalrunde gewonnen und bin heute Abend im Finale der 16.deutschprachigen Poetry Slam Meisterschaften in Heidelberg. Ich muss zu meiner Verteidigung anführen, dass das Halbfinale voll war mit großartigen Leuten und ich das letzte Mal vor 5 Jahren im Einzelfinale der Meisterschaften war – also nüscht von wegen: „war doch eh klar“. Aber die Jury hatte vorgestern in Mannheim ein Herz für ältere, ordentlich angezogene Herren – unter 30 und mit T-Shirt oder Kapuzenpulli hatte man keine Chance 😉

    Man kann sich das U20-Finale und das Einzelfinale heute ab 17.00 Uhr als Livestream bei arte.tv angucken:

    http://liveweb.arte.tv/de/video/Poetry_Slam_Meisterschaften_in_Heidelberg/

    Herzlichen Glückwunsch an das Team Totale Zerstörung, die gestern zum zweiten Mal den Teamwettbewerb gewonnen und damit Team LSD eingeholt haben. Herzlichen Dank an alle Teams dafür, dass ihr die etwas kühle Halle 02 ordentlich aufgeheizt  habt!

    Ich muss jetzt noch einen Text für heute Abend kürzen und einen neuen Anfang schreiben, mich außerdem auf heute Abend vorfreuen und richtig aufgeregt werden. Das schöne ist: Ich hab im Prinzip schon gewonnen, denn wie alle Finalisten bekomme ich heute Abend nochmal Getränkemarken!!! Hey!

    (VS)

  • Lens Baby Belle und kommende Auftritte

    Irgendwann wird es mal wieder eine richtige Seite mit Auftrittsterminen geben, die dann auch regelmäßig aktualisiert werden, aber irgendwann wird schließlich auch die Sonne erkalten, weil ihr der Brennstoff ausgeht, und deshalb kommen hier jetzt meine nächsten Auftrittstermine für alle, die mich vorlesen hören oder eben gerade auf garkeinen Fall vorlesen hören möchten. Die Fotos haben Hazel Brugger und ich gemacht und zwar mit ihrem Lens Baby, einem tollen Objektiv, mit dem man qualitativ minderwertige aber schöne Fotos machen kann ohne eine Fotoqualitätsverschlechterungsapp zu benutzen.

    (Das schönste Foto von einer der merkwürdigsten Statuen der Welt – dem ulkigen Mann im U-Bhf. Vinetastraße. Foto: Hazel Brugger)

    Sonnabend, 6.10., Heidelberg, Zirkuszelt auf der Neckarwiese,  Champions Potry Slam mit Patrick Salmen (Wuppertal, Sieger SLAM 2010), Yasmin Hafedh (Wien, U20-Siegerin SLAM 2009), Julian Heun (Berlin, U20-Sieger SLAM 2007), Nektarios Vlachopoulos (Mannheim, Sieger SLAM 2011), Bleu Broode (Marburg, U20-Sieger SLAM 2008) und mir.

    Sonntag, 7.10., Ilmenau, BD Club, Solo

    Donnerstag, 11.10., Zürich, Slam im Zelt mit Laurin Buser und mir.

    Dienstag, 16.10., Hamburg, Knust, NDR Comedy Contest, Aufzeichnung, Ausstrahlung Anfang November

    Mitttwoch, 17.10., Hamburg, Ernst Deutsch Theater, Best Of Poetry Slam

    Donnerstag, 18.10., Greifswald,  Kaisersaal der Stadthalle Greifswald, Best Of Poetry Slam

    So. Reicht erstmal. Jetzt noch ein paar Bilder.

    (Essen instagrammen ist so 2011. Jetzt wird lensgebabed!)

    (Icke. Foto von Hazel. Das nächste Bild: Auch icke. Auch von Hazel.)

    (Kastanien, Zahnbürste und Tomate – so verschieden, und doch in Harmonie und Frieden vereint. Warum können wir Menschen nicht von ihnen lernen?)

    (Dieses Bild trägt den Titel: Verblühende Tomatenpflanze, in Sauerkirschtee sich spiegelnd.)

    (Symbolbild „Herbst“)

    (Volker Strübing)

  • Die gefährlichsten Jobs der Welt – Heute: Autor

    Ich suche Menschen, die mit mir eine Selbsthilfegruppe für Leute gründen, die sich ebenfalls den Meniskus verletzt haben, als sie nachts durch ein Fenster in eine medizinische Fußpflegepraxis eingestiegen sind. Bitte meldet euch, ich kann doch unmöglich der einzige sein, dem das passiert ist!

    Aber immer langsam mit den jungen Pferden, bzw. alten Gelenken, lasst mich meine Geschichte erzählen …  (mehr …)

  • In einem Aufwasch: Comedy, Kabarett, Lesebühnen, Poetry Slam.

    Es passiert gar nicht so selten, dass mich nach einer Lesung jemand leicht verwirrt fragt, was ich da eigentlich mache, weil ihm die passende Schublade fehlt, in die er es stecken kann. Ich würde natürlich gerne behaupten, dass das, was Lesebühnenautoren machen in keine Schublade passt, aber wenn die Schublade groß genug ist und man sich nicht daran stört, dass ein paar Ecken raushängen, passt alles. Meist kommt dann noch ein Zusatz wie: „Also, es ist ja schon Comedy oder Kabarett, aber irgendwie doch nicht, aber irgendwie doch, weil die Leute lachen.“ Comedy und Kabarett scheinen für viele die einzigen Kategorien zu sein, die für lustige Bühnenauftritte zur Verfügung stehen. Ich sage dann meistens: „Nein, Comedy ist es nicht. Wir erzählen Geschichten. Keine Witze. Auch wenn in den Geschichten Witz ist. Und nein, Kabarett ist es auch nicht. Wir versuchen mit unseren Geschichten für uns selbst ein bisschen Sinn in eine absurde Welt zu bringen, statt sie aus einer allwissenden Position zu erklären.“

    Um es kurz zusammenzufassen und grobschlächtig und unfair zu kategorisieren:

    Comedian: „Kennste och, wa?!“

    Kabarettist: „Jetzt sag ich euch mal schonungslos eure Meinung.“

    Lesebühnenautor: „Ich erzähl euch eine Geschichte.“

    Die Grenzen zwischen den Bereichen sind fließend und genauso wie es großartige Comedy gibt, gibt es grauenhafte Lesebühnengeschichten (ich weiß das, ich hab genug geschrieben). Aber im Großen und Ganzen kann man das zur Abgrenzung verwenden, wenn man denn abgrenzen möchte.

    Ganz schwierig wird es, wenn jemand wissen will, was denn nun Poetry Slam eigentlich ist und partout nicht begreift, dass es sich einfach um ein Veranstaltungsformat handelt. Poetry Slam ist offen für alles. Für lustige Geschichten, ernste Lyrik, Prosa, Rap, Aufrufe zur Revolution und Texte über den WG-Abwasch. Ich trete dort mit meinen Geschichten an, und die sind lustig, weil meine Texte eben immer lustig werden. ich kann nicht anders; wenn ich es gelegentlich mit einem ernsten oder traurigen Text versuche, wird das eher peinlich.

    Ich liebe Poetry Slam unter anderem dafür, dass es so vielfältig ist, dass es mich davor bewahrt, nur mit Leuten aufzutreten, die so was Ähnliches wie ich machen. Ich sehe dort Leute, die Worte zu Musik werden lassen, die Wut in Schönheit verwandeln können, ohne ihr ihre Kraft zu nehmen, die Traurigkeit in Schönheit verwandeln können, ohne ihr ihren Schmerz und ihre Tiefe zu nehmen; Leute, die mit ihren Texten wirklich alle Schubladen aufreißen und alte Socken, Reizwäsche, Pullover und Krawatten wild durcheinanderschmeißen.

    Toll. Und wie schön, dass ich da mitspielen darf.

    (Und wie passt das jetzt zusammen? Abstimmungsboxen beim Comedy-Slam in Dresden. Von links nach rechts:  Nektarios Vlachopoulos, Andy Strauß, icke, Jan Philipp Zymny, ein Wasserkocher, Silvester Klement)

    (VS)

  • Nochmal: Schokoladen

    Spider hat es schon geschrieben: Der Schokoladen soll geräumt werden. Im Schokoladen sah ich 1996 das erste mal Leute, die wöchentlich mit selbstgeschriebenen Texten auf eine Bühne gingen und diese einfach vorlasen, eine Lesebühne eben, die „Reformbühne Heim & Welt“; im Schokoladen traute ich mich daraufhin das erste Mal mit eigenen Texten auf eine Bühne. Im Schokoladen hat die von mir mitbegründete Lesebühne LSD ihre jetzige Heimat gefunden. Und soll sie nun wieder verlieren. Von den Menschen, die dort wohnen, die sich ihre eigenen (und sinnvollen) Arbeitsplätze geschaffen haben, von den Theater- und Musikprojekten ganz zu schweigen. Ein toller und wichtiger Ort muss sterben für noch mehr luxussanierte Wohnungen für Berlin Mitte, noch eine Boutique oder eine Edelbar oder was auch immer.

    Klar, Städte müssen sich verändern – der Schokoladen war schließlich auch eine Veränderung – aber wenn praktisch alle Veränderungen nur dem Wohl der Begüterten dienen, wenn die Sachen, die Berlin interessant und lebenswert machen, konsequent zerstört werden, dann ist Wut angebracht (vorbehaltlich der Möglichkeit, dass es gerade luxussanierte Wohnungen, teure Bars und hochgeklappte Bürgersteige in Investitionsgebieten sind, die Berlin interessant und lebenswert machen).

    Die Berliner Lesebühnen haben einen Aufruf verfasst – Spider hat den hier schon mal verlinkt, ich setze den aber hier nochmal als vollständigen Text ins Blog. Noch ist es nicht zu spät, die Hoffnung stirbt zuletzt. („Aber sie stirbt“, um an dieser Stelle mal – wenn auch kontraproduktiv – den großartigen Nico Semsrott zu zitieren.)

    Mischa-Sarim Vérollet bat mich, seinen Namen und den der Lesebühne Spree vom Weizen noch unter den Aufruf zu setzen, was ich natürlich gerne tue.

    Berliner Lesebühnen fordern:
    Schokoladen schließen!
    Klappt die Bürgersteige hoch!
    Der Letzte macht das Licht aus!

    Seit 1989 sind in Berlin Dutzende von Lesebühnen entstanden: Ensembles von Autorinnen und Autoren, die in Kneipen und Clubs ihre neuen Geschichten vorlesen.

    Berlin schmückt sich gern mit diesen Veranstaltungen, die jedes Jahr von Tausenden von Berlinern und Touristen besucht werden und die inzwischen etliche namhafte Kabarettisten und Schriftsteller hervorgebracht haben.

    Leider interessiert sich die Berliner Politik nicht dafür, was für die Entstehung einer solchen lebendigen Szene notwendig ist: Cafés, in denen die Getränkepreise so niedrig sein können wie der Eintritt. Kneipen, in denen Künstlerinnen und Künstler einfach etwas ausprobieren können, ohne dass es Geld abwerfen muss. Clubs, deren Betreiber sich nicht ständig sorgen müssen, wie sie die grotesken Renditen für die Hausbesitzer erwirtschaften können.
    Nun soll auch der Schokoladen schließen und von der Polizei geräumt werden.

    Ohne Orte wie den Schokoladen wären die Berliner Lesebühnen nie entstanden!

    Bis vor wenigen Jahren konnten wir uns leicht trösten, wenn wieder einer dieser Orte schließen musste. Es gab ja noch andere. Das war einmal. Heute gibt es praktisch keine Orte mehr, an denen noch etwas entstehen könnte.

    Die östliche Innenstadt nähert sich einem Zustand der Stagnation.

    Wir können an dieser Stelle nicht ausführlich auf den Prozess der Gentrifizierung eingehen, den wir ohne es zu wollen selbst mit angestoßen haben. Dazu haben sich andere bereits fundierter geäußert, als wir es könnten. Doch wir sehen mit Wut, wie das allgemeine und für alle Bevölkerungsschichten geltende „Recht auf Stadt“ immer mehr zum Privileg der Gut- und Besser- und Bestverdiener zu werden droht.

    Die Berliner Lesebühnen und ihre Freunde beteiligen sich an den Aktionen zur Rettung des Schokoladens. Und wir bitten alle, die uns kennen, uns dabei zu unterstützen.

    -> Kommt zur Demo gegen die Räumung des Schokoladens:
    Dienstag 21. Februar, 17.30 Uhr
    Klub der Republik, Pappelallee 81
    (U-Bhf. Eberswalder Str.)

    -> Stellt euch der Räumung in den Weg:
    Mittwoch 22. Februar, 8 Uhr
    Schokoladen, Ackerstrasse 169
    (U-Bhf. Rosenthaler Platz)

    Unterzeichner/innen

    Einzelpersonen

    Ahne , Andreas „Spider“ Krenzke, Andreas Gläser, Andreas Jeromin, Andreas Kampa, Andreas Scheffler, Anselm Neft, Bov Bjerg, Clint Lukas, Dan Richter, Daniela Böhle, Elis, Falko Hennig, Felix Jentsch, Frank Sorge, Frédéric Valin, Hans Duschke, Heiko Werning, Hinark Husen, Horst Evers, Ingolf Penderak, Ivo Smolak aka Ivo Lotion, Jacinta Nandi, Jakob Hein, Jochen Schmidt, Judith Hermann, Jürgen Witte, Karsten Krampitz, Kirsten Fuchs, Konrad Endler, Lea Streisand, Lt. Surf, Manfred Maurenbrecher, Martin „Gotti“ Gottschild, Micha Ebeling, Mischa-Sarim Vérollet, Paul Bokowski, Robert Naumann, Robert Rescue, Robert Weber, Sarah Bosetti, Sarah Schmidt, Sebastian Krämer, Sven van Thom, Thilo Bock, Tilman Birr, Tobias „Tube“ Herre, Udo Tiffert, Uli Hannemann, Volker Strübing, Volker Surmann, Wladimir Kaminer

    Lesebühnen

    Brauseboys
    Chaussee der Enthusiasten
    Der Frühschoppen
    Kantinenlesen
    Liebe statt Drogen
    Radio Hochsee
    Rakete2000
    Reformbühne Heim & Welt
    Spree vom Weizen
    Surfpoeten
    Texte im Untergrund
    Tiere streicheln Menschen

     

  • Jemand noch ein kaltes Bier?

     

    Ich verrate lieber nicht, dass ich extra ein Bier für dieses Foto geopfert habe. Vielleicht stelle ich aber auch gleich noch einen Löffel rein und esse es heute nacht als Bier am Stil, wenn ich von der Chaussee der Enthusiasten zurückkomme. Dort mache ich heute mit und führe den neuen Kloß-und-Spinne-Film „Gott, die Welt und keine Brause“ welturauf.

    Bei der Chaussee bin ich den ganzen Februar als Vertretung für Kirsten Fuchs, der ich schon lange versprochen habe, auf ihr ganz hervorragendes Making-of-Kirstens-neues-Buch-Weblog http://www.maedchenmeute.blogspot.com/ hinzuweisen, was ich hiermit voller Freude tue!

    Und jetzt hoffe ich, dass der Rechner nicht noch dreimal abstürzt, damit ich den Film wirklich aufführfertig kriege …

    (VS)

  • Heute vor 15 Jahren – und morgen

    Ich weiß noch ungefähr, was ich am 4. Juli 1996 gemacht habe: Ein paar, wahrscheinlich recht schlechte, Texte ausgedruckt, die ich extra für diesen Tag geschrieben hatte, also meine ersten Texte überhaupt, und zur aller ersten Show der ganz neuen Lesebühne „LSD – Liebe Statt Drogen“ geradelt. Volker war auch dabei. Damals hieß die Veranstaltung allerdings noch Supernova, fand im Restaurant Nova statt und zwar Donnerstags. Aber damals gab es ja noch nicht mal den Begriff Lesebühne. Kein Wunder, es gab ja auch kaum Lesebühnen. Dr. Seltsams Frühschoppen und das Mittwochsfazit kannte ich nicht. Nur die Reformbühne Heim und Welt. Von der ließen wir uns auch inspirieren. Inspirieren, für die Fremdwortbleppos, bedeutet: wir kopierten das gesamte Konzept. 1:1. Lediglich mit uns anstatt mit denen und unseren anstatt derer Texte. Wir waren ja auch viel besser, nehme ich an. Trotzdem machte die Reformbühne weiter. Nicht nur deshalb blieben sie Vorbilder für uns. Nach uns gründeten sich noch viele neue Lesebühnen. Die bekanntesten sind sicher die Surfpoeten, die Chaussee der Enthusiasten, die Couchpoetoes. Es gibt aber viel mehr, sie fallen mir bloß gerade nicht ein, denn mein Gehirn ist alt. Vor 15 Jahren begannen wir. Und wir haben keine Woche ausfallen lassen. Nur ein einziges mal ist das Publikum weggeblieben, ausgerechnet bei unserem zehnjährigen Jubiläum. Ich sage nur: Scheiß-Fußball! Aber ansonsten war jede Woche ein mal LSD. Selbst am 11.9.2001. Selbst als ich ein Jahr lang als Künstler pausierte, ging ich oft als Zuschauer hin. Weil wir so gut waren. Unsere besten Leute verließen uns. Aber noch bessere stießen neu dazu. Wir hatten eigentlich immer das beste Publikum, dass man sich wünschen kann. Stammpublikum. Gewonnen durch Kontinuität und Mundpropaganda. So wie alle Berliner Lesebühnen. Was wären wir ohne Publikum? So ziemlich jede in Berlin ansässige Zeitung und alle Stadtmagazine haben immer wieder mehrseitige Berichte über uns, unsere Show und unsere Gäste nicht geschrieben sondern über was anderes. Falls wir doch mal in irgend einer Zeitung erwähnt wurden – Praktikanten und Volontäre sollen ja auch Fehler machen, um daraus zu lernen – war das kurz darauf meist einer anderen Zeitung ein Beleg dafür, dass es sich bei den Berliner Lesebühnen um einen Hype handelte, der glücklicherweise aber schon vorbei war. Wir machten weiter, unser bezauberndes Publikum machte weiter. Zusammen wurden wir in der Zeit immer jünger, schöner, klüger und sexyer. Kaum zu glauben aber wahr. Ich weiß schon, was ich morgen machen werde: Ein paar, wahrscheinlich recht schlechte, Texte ausdrucken, die ich extra für diesen Tag schreiben werde, also meine allerneuesten Texte, und zur allerneuesten Show der Berliner Lesebühne „LSD – Liebe Statt Drogen“ radeln. Im Schokoladen. Unser 15. Volker ist auch dabei. Komm doch auch Du!

    (Andreas Krenzke)

  • Und was machst du so?

    (Klick zum Vergrößern.)

    Ich mache Gartenarbeit. Auf dem Balkon. Wie man an den Fotos sieht. Davon abgesehen spiele ich zur Zeit sehr, sehr viel Gitarre. Nach langer Pause habe ich wieder begonnen, Musik zu machen. Und zwar zusammen mit Mischa-Sarim Vérollet. Weil zusammen musizieren viel mehr Spaß macht, als alleine. Und weil wir uns so gut ergänzen, dass wir uns abwechselnd verspielen oder versingen, so dass das Ganze dann immer noch halbwegs gut klingt. Unsere momentan noch sehr kleine Band heißt WIEBKE und ist die beste Band der Welt (Angabe ohne Gewähr). Wir können inzwischen schon fünfeinhalb Lieder spielen, von denen wir drei heute, Donnerstag Abend, bei der Chaussee der Enthusiasten aufführen werden. Kirsten Fuchs hat uns einen herzallerliebsten Ankündigungstext geschrieben, in dem eigentlich alles drinsteht, was man wissen muss, außer, dass wir WIEBKE heißen. Nebenbei erfährt man in ihrem Enthusiastenblogeintrag auch noch, was eigentlich das Gegenteil von Körperklaus ist.

    Außerdem bereite ich zusammen mit den Monstas zusammen ein neues Filmprojekt vor – ist aber leider noch geheim. Ich denke in einem Monat oder so kann ich was darüber schreiben. Wird auf jeden Fall eine spannende Sache.

    Meine Balkonlieblinge sind übrigens die Zwiebeln. Haben gerade zu blühen begonnen. Tolle Typen! Vor zwei Monaten lagen sie noch in der Küche rum und keimten vor sich hin und da dachte ich mir: Warum wegschmeißen, warum nicht einpflanzen? Jetzt kann ich mir kaum noch vorstellen, dass ich jemals Zwiebeln gegessen habe! Was sind das nur für Menschen, die solch interessanten und schönen Geschöpfe häuten, in Würfel schneiden und anbraten?!

    Mit freundlichen Grüßen vom Balkon ….

    (VS)