Kategorie: Literatur / Lesebühne / Poetry Slam

  • Premiere

    An einem meiner allerliebsten Lieblingsauftrittsorte, dem Horns Erben in Leipzig, feiern Voland & Quist und ich AM FREITAG, 20.00 UHR (danke an Leipziger für den Hinweis) die Fertigstellung der Kloß-und-Spinne DVD. Der Clou: Die DVD ist noch gar nicht fertiggestellt. Dieses Premierenkonzept hat sich bereits im Frühjahr bewährt, als wir das noch ungedruckte Mississippibuch feierten.
    Ich werde neue Geschichten vorlesen, Seemannslieder singen, es gibt hoffentlich einen ganz neuen Kloß-und-Spinne-Film. Es wird sehr schön.

    (VS)

  • The Empire strikes Bäck

    Ich finde ja gute Witze gut. Aber richtig gut werden sie erst, wenn dann nochmal nachgelegt und eins draufgesetzt wird. Um das an meiner Lieblingsszene aus „Das Leben des Brian“ zu erklären: Brian ruft den ihn verehrenden Massen zu, sie sollten für sich selbst denken. „Ihr seid doch alle Individuen!“ Und die Massen antworten im Chor: „Ja, wir sind alle Individuen!“ – für sich genommen ein prima Gag, eine auf wenige Sekunden komprimierte Abrechnung mit der Popkultur und ein visionärer Ausblick auf unsere heutige Zeit, in der Banker nach Feierabend im Che-Guevara-T-Shirt in Szenekneipen abhägen und verpickelte Jugendliche im Pro7-Nachmittagsprogramm erklären, dass sie Spießer hassten, selbst etwas ganz Besonderes seien und sich deshalb exakt wie Bill Kautlitz stylten. Kurz: Eine ganz nette Szene. Richtig genial wird sie erst durch den einen Typen, der, als das „Ja, wir sind alle Individuen“ verklungen ist, ruft: „Ich nicht!“
    Ein Imbiss mit dem Namen „Empire of Döner und Bäckerei“ hätte mir vielleicht ein Lächeln auf’s Gesicht gezaubert. Aber richtig gut ist erst das „Empire of Döner und Bäckerei II , das mir am Sonnabend auffiel.
    Manch einer wird jetzt wissend nicken und „Lange Reihe“ murmeln – ja, ich war schon wieder in Hamburg. Beim Bunkerslam und es war sehr schön (wenn ich auch das Stroboskopgewitter und Sirenengeheul als Intro etwas … ähm … naja, „unpassend“ kann man angesichts der Location nicht sagen … etwas gewöhnungsbedürftig, möglicherweise aber nicht gewöhnungsfähig fand).

    Dass ich in Hamburg und überhaupt ziemlich viel unterwegs war und außerdem allen möglichen Krempel zu tun hatte, entschuldigt hoffentlich auch, dass ich den versprochenen Gutmenschen-Beitrag noch nicht geschrieben habe und überhaupt das ganze Projekt „Strübing liest Sarrazin“ ersteinmal eingeschlafen ist. Vielleicht passiert das ja noch, aber versprechen möchte ich lieber nichts mehr …

    Hier sind ein paar Backstagefotos aus dem Bunker:


    Dalibor und Sebastian



    Tillman Birr


    Julius Fischer


    Und hier noch ein Beleg für meine These, dass alle Städte hässlich sind und immer hässlicher werden, weil die Leute es gern hässlich haben wollen bzw. es gar nicht bemerken:


    (VS)

  • Fuck Hornisschen Shanty Chor

    Jetzt ist es schon wieder 4 Tage her, aber die Erinnerung an den Dreikampf im Schauspielhaus Hamburg stimmt mich immer noch ganz froh. Julius Fischer und ich sind unter der wunderbaren Moderation von Michel Abdollahi gegeneinander angetreten – obwohl ich eher sagen würde miteinander angetreten, um gemeinsam eine gute Show zu machen (als „zweiter Sieger“ des Abends möchte ich den Wettbewerbscharakter nicht zu sehr in den Vordergrund stellen ;).
    Ich habe unter anderem das schönste Lied gesungen, das jemals geschrieben wurde (zufälligerweise von mir selbst), aber das Problem war natürlich, dass ich es gesungen habe. Julius hat ebenfalls das schönste Lied gesungen, dass je gesschrieben wurde (und wie es der Zufall will: Es wurde von ihm geschrieben.) und zwar gleich mehrere davon und Julius kann singen. Am allerschönsten von allen schönsten Liedern, die je geschrieben wurden, fand ich Juliussens Rap, da er mich thematisch sehr angesprochen hat: Es ging um mich – Mothervolker! Ach, da hätte ich gern eine Aufnahme von …
    Vielen Dank jedenfalls Julius!
    Natürlich auch für die Ukulele (die er gewann, aber angesichts einer bereits in seinem Besitz befindlichen Ukulele und meiner neidischen Augen mir schenkte) und an Christian und Dich für den Fuck HornisschenShanty Chor am Schluss!
    Vielen Dank an alle vom Schauspielhaus und vom Kampf-der-Künste-Team und ganz besonders an Jan-Oliver. Vielen Dank, liebes Publikum! Vielen Dank, Welt – schön, dass es Dich gibt.

    Soundcheck Julius

    (VS)

  • Betreutes Lesen

    Vor ein paar Tagen erreichte mich das Belegexemplar der Anthologie „Poetry Slam – Das Buch„, erschienen im Carlsen Verlag – ein Werk, das ich hiermit wärmstens empfehlen will. Schon wegen der schönen Anmoderationen der beiden Herausgeber Sebastian 23 und Mischa-Sarim Vérollet zu jedem der 40 Texte, vor allem aber selbstverständlich wegen dieser 40 Texte von 40 Slammerinnen und Slammern. Das Buch trägt den Untertitel „Die 40 besten Bühnen-Texte“ und ich muss leider selbstkritisch anmerken, dass mein Beitrag als einer dieser 40 dem nicht ganz gerecht wird – ich hatte Mischa und Sebastian nicht meinen besten Text geschickt, sondern den, den ich seit Jahren am allerliebsten vorlese („Wie ich mal mit dem Tod Brüderschaft getrunken habe“). Aber mit solchen Superlativen muss man sowieso vorsicchtig sein. „40 der besten Bühnen-Texte“ wäre sicher passender gewesen. Oder „39 tolle Texte zum Lesen plus einer von Volker, der gedruckt nicht ganz so gut rüberkommt“ oder so. Auf jeden Fall: Ein sehr, sehr gutes und wunderschönes Buch. Geschichten zum Lachen, Träumen, Weinen, Tanzen. Fetzt urst!

    (VS)

  • Dreikampf

    Wer in Hamburg wohnt, der hat’s gut: Der muss nicht extra anreisen, um am Freitag Abend im Schauspielhaus zu erleben, wie der wunderbare Julius Fischer und ich im Kampf der Künste Dreikampf gegeneinander antreten. Dreikampf heißt es, weil zwei Leute in vier Disziplinen – und zwar: Text, Lied, Kurzfilm und „macht doch was ihr wollt“ – gegeneinander antreten, logisch. Gut, dass es keine Disziplin namens „Brillen“ gibt, sonst hätte Julius schon gewonnen:

    [youtube=http://www.youtube.com/watch?v=a2ME3Tg0oS0]

    Ich nutze den Abend für die Weltpremiere eines ganz neuen Kloß-und-Spinne-Filmes – das ist mal ein würdiges Ambiente dafür … (Nüscht gegen das RAW, aber trotzdem …)

    Jetzt ist es 14.00 Uhr – die perfekte Zeit, um einen Kaffee trinken zu gehen und dabei das Hintergrundvideo für den Trickfilm aufzunehmen.

    (VS)

  • Eine bessere Welt ist möglich

    Trotz Zeitmangels und Hitzeblödheit ist es mir in den letzten Tagen gelungen, einen ziemlich einfachen 3-Punkte-Plan zur nachhaltigen Verbesserung der Welt auszuarbeiten:

    – Krieg, Armut, Folter, Terror, Umweltzerstörung und Volksmusiksendungen abschaffen

    – Mehr Hüte tragen

    – Autofahrern das Rechtsabbiegen strikt untersagen (ausnahme: Länder mit Linksverkehr)

    Punkt 1 und 2 sind ziemlich klar, zu Punkt 3 muss ich vielleicht ein paar Worte verlieren: Es ist ja nun ganz eindeutig so, dass eine große Anzahl von Autofahrern zu blöd ist, rechts abzubiegen, ohne einen Fahrradfahrer beinahe umzufahren, was zu hässlichen Kratzern im Lack führen kann. Verhindert werden die Zusammenstöße in der Regel nur durch die Fahrradfahrer, die daraufhin gerne auf die Autofahrer einschimpfen und unschön rumbrüllen, was kein Mensch gutheißen kann und den sozialen Frieden gefährdet. Natürlich könnte man auch einfach das Fahrradfahren verbieten, aber das würde ich persönlich doch als zu drastischen Eingriff in die persönliche Freiheit empfinden. Auf das Rechtsabbiegen dagegen kann Problem verzichtet werden, da sich jedes rechts liegende Ziel auch durch dreimaliges Linksabbiegen erreichen lässt.

    So, der Plan ist klar, in welcher Reihenfolge die Punkte umgesetzt werden ist mir egal, Hauptsache es passiert mal was. Jetzt kann sich zumindest niemand, der diesen Artikel gelesen hat, später vor seinen Enkeln mit den Worten: „Was hätte ich denn tuen sollen?“ herausreden.

    Heute Abend bin ich zu Gast bei LSD- Liebe Statt Drogen im Schokoladen.

    (VS)

  • Demnächst: Tschüß!

    Der Titel soll nicht etwa die baldige Einstellung von Schnipselfriedhof ankündigen, ich habe ihn einfach von diesem Foto übernommen:

    Es gäbe soviel zu erzählen, aber die Zeit ist knapp, außerdem möchte ich es mir für morgen aufheben. Da bin ich zu Gast bei Read on, my dear – der Lesebühne mit Spreeblick in der Yuma-Bar in der Reuterstr. 63 und werde sicher ein bisschen vom Mississippi erzählen und vorlesen, ganz sicher aber von Oldenburg und Marzahn. In Marzahn ist auch das Foto oben aufgenommen, im Foyer des Kinos Sojus, um genau zu sein. Das Kino meiner Kindheit und Jugend. Ich selbst habe mich etwas besser gehalten.

    Noch mehr Marzahnfotos gibts nach dem Klick. (mehr …)

  • Schnipsel vom 24.3.2010 – Buchmesse

    Als ich am Donnerstag Abend nach Leipzig zur Buchmesse fuhr, konnte ich mehrere Minuten etwas Ulkiges am Himmel beobachten. Leider bin ich erst am Ende, als es nicht mehr allzu deutlich war, auf die Idee gekommen, es zu fotografieren. Rechts von der Sonne sah ich einen anfangs kreisrunden, später strahlenförmigen regenbogenfarbenen Fleck. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Ich wusste, dass es in der Arktis „Nebensonnen“ gibt, hatte sie aber bisher für ein arktisches Phänomen gehalten.


    (Klick auf die kleinen Bilder zum Vergrößern. Bei den Bildern habe ich arg an der Tonwertkurve geschraubt.)

    Der Ausflug nach Leipzig war wunderschön. Am Donnerstag habe ich im Horns Erben ein Buch, das noch nicht erschienen ist vorgestellt und eine DVD, die es noch nicht gibt. Und ich habe Kloß und Spinne 17 das erste Mal gezeigt. Es war meine erste Lesung seit langem und sie hat mich glücklich gemacht. Es gibt kaum etwas Schöneres, als Geschichten zu erzählen, zu hören, wie Leute lachen oder zu spüren, wie sie zuhören.

    Nichts gegen Fernsehserien … aber auch bei Mister und Missis.Sippi war für mich der Höhepunkt unsere Premierenfeier, die Aufführung der Serie vor Publikum. Die Ausstrahlung im Fernsehen fühlt sich für mich eher wie eine Zugabe an, das ist etwas abstraktes.
    Am Freitag las ich auf der Magazin Lesenacht. In einem großen Saal in der Schaubühne Lindenfels, zusammen mit Kirsten Fuchs, Ahne, Jochen Schmidt, Stefan Schwarz und … verdammt, jetzt habe ich den Namen einer Autorin vergessen.

    Technikprobe für Kloß und Spinne


    Kirsten Fuchs, Steffen Schwarz und ein Mann mit Fotoapparat im Backstageraum der Schaubühne

    An der Buchmesse selbst gefällt mir vor allem, dass ich dort so viele Kollegen und Freunde treffe. Trotzdem denke ich jedesmal, dass ich auf einer Spielzeugmesse wahrscheinlich mehr Spaß hätte.

    Sonntag war Zeit für einen langen Leipzigspaziergang. In Leipzig gibt es einiges zu entdecken, zum Beispiel einen Fahrradladen, der mir auf Anhieb sympathisch war. Ich habe aber auch gut reden, ich muss mein Fahrrad ja dort nicht abgeben.


    Die schönsten Kloschilder der Welt gibt es im Dingsbumspark:





    Und die freundlichsten Eichhörner auch:

    Diese Bäume habe ich immer wegen ihrer rabommelförmigen Früchte „Rabommelbäume“ genannt:



    Habe jetzt leider erfahen, dass sie „Platanen“ heißen.

    (VS)

  • Neue Überlebende. Mehr Zombies. Bessere Apokalypse.

    Oben zitierter Werbespruch für das Computerspiel Left 4 Dead 2 ist als Motto für 2010 genauso gut wie alles andere. Meine persönliche Variante wäre aber eher: Alte Wiederbelebte (Kloß und Spinne). Mehr Schreiben (aber nicht unbedingt im Blog). Weniger Lesungen (obwohl ich im letzten Jahr mit knapp 50 Auftritten eigentlich schon nahe an der idealen Zahl war).

    Ob das klappt wird sich zeigen, irgendwie muss ich ja Geld verdienen. Verwandte, Bekannte und Freunde haben mich in letzter Zeit immer wieder gefragt ob denn nach der Arktis und dem Mississippi schon das nächste Reiseziel feststeht. Nein, tut es nicht. Ich habe leider kein Abo auf gebührenfinanzierte Abenteuerreisen 😉 Mal gucken, wie es weitergeht. Dieses Jahr möchte ich ohnehin (siehe oben) hauptsächlich am Schreibtisch oder (siehe unten) in Cafés verbringen.

    Aber über all das kann ich mir ab irgendwann im März Gedanken machen. Die Arbeit an der Mississippiserie scheint kein Ende zu nehmen, obwohl dieses schon seit Wochen in Sicht ist, außerdem muss ich noch das Buch dazu schreiben, die Kloß-und-Spinne-DVD und Folge 17 fertig machen. Wenn´s weiter nichts wäre … aber irgendwie kommt ja immer alles auf einen Haufen (zumindest immer genau dann, wenn man sich durch eine Häufung von Sachen zu dieser blödsinnigen, verallgemeinernden und selbstmitleidigen Bemerkung hinreißen lässt). Ich habe mal wieder meine Steuererklärung gründlich verschlampt, weshalb sie das Finanzamt ersteinmal für mich gemacht und mir zum 23.12. zugesendet hat. Natürlich mit großem Vertrauen in meine finanzielle Zukunft. Dabei hatte ich mir für 2009 ganz fest vorgenommen, dass es das erste Jahr werden sollte, in dem ich die Steuererklärung rechtzeitig abgebe!

    Gute Neujahrsvorsätze haben noch nie hingehauen, darum habe ich dieses Jahr eine neue Taktik auspobiert: ich habe mir vorgenommen, die Steuererklärung wieder zu verschlampen und ganz viel zu rauchen. Wenn ich meine Vorsätze wie üblich nicht einhalte, lebe ich steuersorgenfrei und gesund, wenn ich sie einhalte, kann ich sehr stolz auf mich sein. Win-win-situation heißt sowas.

    Einen Tag nach dem Steuerbescheid gab es dann aber auch eine positive Weihnachtsüberraschung. Mein schönstes Weihnachtsgeschenk:

    Die Weihnachtsferien waren sowieso schön, nicht nur wegen dem Hubschrauber.

    Ich wusste gar nicht mehr, wieviel Spaß eine Schneeballschlacht macht. Wenn man die Hände in den Schnee steckt, der so kalt ist, dass es beinahe weh tut. Aber ein paar Augenblicke später scheinen sie zu glühen, ein phantastisches Gefühl. Schade war, dass ich bei meiner größten Schneeballschlacht am 31.12. keine ebenbürtigen Gegner hatte, so dass ich mir schließlich selbst das Gesicht einseifen musste.

    (VS)

  • SLAM 2009

    Und wieder ist eine deutschsprachige Poetry-Slam-Meisterschaft vorbei, die sechste, die ich miterlebt habe, und wie immer war es toll. Obwohl sie in Düsseldorf stattfand, einer unglaublich hässlichen Stadt. Eine Stadt, so hässlich wie die versifften, vollen ICE-1-Züge, die auf der Strecke Berlin – Düsseldorf eingesetzt werden, und die allein Grund genug wären, die Stadt gnädigem Vergessen anheim fallen zu lassen.

    Unter den Slammern machten Gerüchte die Runde, dass es auch schöne Ecken in Düsseldorf gebe (gäbe? Im Zweifel: geben tuen würde!), aber die habe ich mir nicht angeguckt, aus Angst um mein herrlich klares Urteil über die Stadt. Das wollte ich mir nicht vom Rhein verwässern lassen.

    In der Umgebung des Bahnhofs wird man jedenfalls von Hässlichkeit erschlagen, und ich rede nicht nur von den Immobilien. Nun heißt es völlig zu recht „Never judge a city by its Bahnhofsviertel“, aber ich habe schließlich auch das Industriegebiet beim Zakk, einem der Austragungsorte gesehen.

    Das Zakk selbst ist übrigens sehr schön und eigentlich wollte ich ja auch gar nicht meckern, sondern schreiben, dass es großartig war. In Düsseldorf. Trotz Düsseldorf.

    Micha und ich sind im Teamwettbewerb als Titelfertiger angetreten und in der Vorrunde sang- und klanglos rausgeflogen. Dafür durften wir aber das Finale als Opfer(s)lämmer eröffnen. Mit einem Text, den wir extra für diese Gelegenheit geschrieben haben. (Vor zwei Jahren zwar schon, aber damals konnten wir seine wahre Bestimmung noch nicht ahnen). Für mich wurde es einer unserer schönsten Auftritte überhaupt. Zudem konnten wir dem eigentlichen Finale ganz entspannt lauschen, mit großväterlich vor dem Bauch verschränkten Händen, ohne um Punkte zittern oder uns beim Bier zurückhalten zu müssen.

    Hier ist ein Video von unserem Auftritt – vielen Dank, Marvin! Ich bin der Typ, der sich meistens hinter seinen Zetteln versteckt.

    [youtube=http://www.youtube.com/watch?v=TCNj7Dq7fs4]

    Herzlichen Glückwunsch an das Siegerteam PauL – Poesie aus Leidenschaft – das Team von Heiner Lange, Bumillo und Philipp Scharrenberg (Scharri)! Super habt ihr das gemacht und verdient gewonnen (und dass ich dasselbe auch, falls es anders gekommen wäre, bei einigen anderen Teams geschrieben hätte, ändert nichts daran, dass es stimmt und absolut ehrlich gemeint ist).
    Das Einzelfinale habe ich leider verpasst. Scharri hat es gewonnen und damit als erster überhaupt beide Titel im selben Jahr abgeräumt.

    Wie bei jedem National gab es auch diesmal wieder Zähneknirschen über schreckliche Entscheidungen der Publikumsjury. Vor allem die, die an den ersten drei Startpositionen ausgelost werden, haben schlechte Karten, da in den meisten Fällen die Punktwertungen im Laufe des Slams nach oben gehen. Dann ist – bei einem guten Slam – die Stimmung so gut, dass sich kein Juror dem entziehen kann, außerdem müssen sie die Erfahrung machen, dass sie für schlechte Punkte vom Publikum ausgebuht werden – anfangs vielleicht für 6er-Wertungen, gegen Ende kann es passieren, dass sie schon für eine Wertung im 8er-Bereich ein „Buh!“ aus hunderten Kehlen über sich ergehen lassen müssen.

    Ich habe die perfekte Lösung für das Problem. Man braucht nur doppelt soviele, halb so große Räume, doppelt soviele Moderatoren und Juroren und ausdauernde Poeten. Am Anfang wird wie üblich die Reihenfolge ausgelost. In Raum 1 treten bei 10 Teilnehmern die ersten 5 gegeneinander an, in Raum 2 die letzten 5 in umgedrehter Reihenfolge, das heißt der letzte Startplatz eröffnet hier den Slam. Nach 5 Auftretenden tauschen die beiden 5er-Gruppen Raum, Jury, Moderatoren und Reihenfolge. Man müsste natürlich eine kleine Pause einbauen für den Raumwechsel, insbesondere der Leute auf den Startplätzen 5 und 6, die zweimal hintereinander dran sind.

    Andererseits: Halb so große Räume bedeuten nur halb sol laute Begeisterungsrufe für die Slammer und Buh-Rufe für die Jury und überhaupt weiß jeder, der ne Weile Slam macht, dass man die Wertungen besser nicht so ernst nimmt. Slam ist keine exakte Wissenschaft und kein öder 400-Meter-Hindernislauf.

    dusseldorf

    Das AO-Hostel, dass den über hundert Slammern Obdach bot, passte hervorragend ins ästhetische Gesamtkonzept von Düsseldorf. Dafür hatte aber die Bar 24 Stunden offen und das Personal war äußerst freundlich, hilfsbereit und stressresistent.

    (VS)