Kategorie: Privates

  • Alles geht kaputt

    – WordPress zeigt die Bilder nicht mehr an

    – Mein Computer erkennt den Mp3-Player nicht mehr, mit dem ich Daten hin- und hertrage

    – Mein kleiner Zeh gibt seit der Kollision mit einem großen Pfosten gestern Nachmittag kontinuierlich Warnsignale (sog. Schmerzen) von sich. Und man kann nicht einfach auf „Diese Warnung in Zukunft nicht mehr anzeigen“ drücken – im Vergleich zum menschlichen Körper ist Windows schon ziemlich komfortabel.

    Punkt 2 versuche ich jetzt erstmal durch aus- und wiedereinschalten zu beheben. Bzgl. Punkt 1 würde ich dieselbe Vorgehensweise dem Team von WordPress mit ihren Servern empfehlen (ich will nämlich nachher ein Bild malen und hier reinstellen) . Die Sache mit dem Zeh gehe ich erstmal mit Ignoranz an.

    (Volker Strübing)

    Nachtrag 10 Minuten später:

    Alles wird gut. Oder, um es etwas vorsichtiger zu formulieren: Nicht allem gelingt es, ein gleichbleibendes Level an Ungutheit zu halten. Nachdem ich feststellen musste, dass nicht nur der Schnipselfriedhof, sondern das halbe Internet plötzlich ohne Bilder war, habe ich es an meinem anderen Computer ausprobiert, und alles funktionierte. Jetzt habe ich einen Computer, der für mich entscheidet, was ich sehen darf und was nicht, und einen, der sich weigert, die auf dem MP3-Player gespeicherten aktuellen Daten anzunehmen, und bei dem ich das eine Betriebssystem zum Schreiben, das andere zum Drucken verwenden muss … ich distanziere mich hiermit von meiner weiter oben gemachten Aussage über die Komfortabilität von Computern und menschlichen Körpern.

  • Ätsch! Nach diesem Posting brat ich Schnitzel!

    Wenn man viel auf der Bühne steht, hängt das Selbstvertrauen schon sehr am Erfolg beim Publikum. Bei mir zumindest, und ich denke, es geht vielen Lesebühnenkollegen ähnlich. Manchmal wird uns das indirekt vorgeworfen – dann heißt es, wir würden uns beim Schreiben nach dem Geschmack des Publikums richten, anstatt reine, wahre Kunst (was immer das sein mag) zu fabrizieren. Ich kann über diesen Vorwurf nur – je nach Laune – lachen oder den Kopf schütteln. Bevor ich angefangen habe, auf Lesebühnen aufzutreten, war ich selbst Publikum, und was die da oben am Mikro machten, hat mich begeistert. So sehr, dass ich irgendwann nicht mehr nur zuhören, sondern es selbst probieren wollte. Ich richte mich nach meinem Geschmack und bin froh, dass dieser anscheinend nicht besonders extravagant ist 😉 Bis auf ein paar Ausnahmen sind die Texte, die ich selbst für die besten halte, auch die, die beim Publikum am besten ankommen.

    Ich habe – ein dunkles Kapitel meiner Vergangenheit – mal 2 Jahre als Werbetexter gearbeitet, und ich hab’s ganz gut gemacht. Wenn ich dort für meine Arbeit gelobt wurde, dann hieß das, dass ich dem Kunden „nach dem Mund geschrieben habe“. Ich weiß, wie das ist. Und ich merke den Unterschied, wenn ich eine Geschichte schreibe.

    Bleibt natürlich die bange Frage: Was wird, wenn es eines Tages nicht mehr so funktioniert? Wenn meine Sachen keinen mehr interessieren?

    Egal, soweit ist es ja noch nicht. Obwohl ich gestern bei der Chaussee und Dienstag bei LSD mal wieder einen kleinen Vorgeschmack darauf bekommen habe, wie man sich dabei fühlt. Ab und zu schreibt man eben schlechte Geschichten, oder Geschichten, die nicht zum Vorlesen geeignet sind, oder gute Vorlesegeschichten, die man aber schlecht vorliest. Diese Woche habe ich mir wahrscheinlich einfach zuviel vorgenommen: Eine 15-Minuten-Geschichte mit mehreren Handlungssträngen und (am Donnerstag) mit projizierten Illustrationen. Habe zwar drei komplette Tage daran gesessen, aber trotzdem war das alles nicht ganz rund, der Text ist überarbeitungswürdig und die Bilder haben vom Stil her schlicht und einfach nicht dazu gepasst. Vielleicht war auch die ganze Geschichte doof, das kann ich aber erst sagen, wenn ich sie nochmal überarbeitet habe.

    So. Was wollte ich jetzt eigentlich schreiben? Wahrscheinlich wollte ich mich einfach nur entschuldigen und rechtfertigen.

    Um dem Text ein Happy-End zu verpassen, möchte ich an dieser Stelle deshalb stolz berichten, dass mein Roman in den Thalia-Buchhandlungen in den Schönhauser Allee Arcaden und im Ringcenter aufgetaucht ist. Bisher war er – soweit ich weiß – in Berlin nur bei Dussman zu haben. Eine tolle Sache, mit einem kleinen Haken: Jetzt muss ich jeden Tag in drei Geschäften verkleidet und mit falschem Bart herumlungern, mein Buch in der Hand halten und immer, wenn jemand vorbeikommt, Sachen murmeln wie: „Das klingt ja wirklich vielversprechend“, „Mir scheint, ich habe eine scharfe Nadel im durchgeweichten Heuhaufen der aktuellen deutschen Literatur gefunden“ oder „Was?! Nur 12,90 €? Dieses Buch ist sein Gewicht in Gold wert!“

    Was das an Zeit kostet!

    Apropos: Am 25.9. lesen Spider und ich im Café der Thalia Buchhandlung in den Schön-Schöner-Schönhauser-Allee-Arcaden aus unseren Büchern, Zettelmappen und vielleicht auch ein bisschen aus dem Schnipselfriedhof vor.

     

  • Kuck mal, ein Irrer! Da, ein Plemplem!

    Schlafentzug statt Schlafanzug, dazu das Leben in einer kulleräugigen Zeichentrickwelt. Kinder zu haben, verändert einen ganz schön – auch psychisch. Ich erwische mich dabei, Sachen zu sagen wie: „Kuck mal, ein Hund! Da, ein Wauwau!“ und zwar, auch dann, wenn ich gar kein Kind dabei habe. Frauchen zerrt misstrauisch an der Leine. Ich sehe die anderen Verrückten auf der Schönhauser Allee jetzt mit ganz anderen Augen.

    (Andreas Krenzke)

  • Unzuverlässig

    Habe mich gerade gefreut, dass das Wetter Rücksicht auf meine Stimmung nimmt, da hört es auch schon wieder auf zu regnen …

  • Braunlage (VII) – Natur-Nintendo im Harzer Schilderwald

     

    totholz.jpg

     

    Eine Wanderung durch den Harz ist ein bisschen wie ein live Jump’n-Run-Spiel mit nur einem Leben. Einen Moment nicht auf der Hut und es ist aus. Ich bin durchgekommen. Es gab keine Highscore-Liste zum Eintragen, aber dafür habe ich ein schönes neues Wort kennengelernt: „Totholzanteil“.

    Unterhalten sich zwei Waldräuber nach gelungenem Waldraub:

    Waldräuber 1: „Ich mach mich aus dem Staub. Gib mir meinen Totholzanteil!“

    Waldräuber 2: „Da hast du!“ (Haut Waldräuber 1 einen morschen Ast über die Rübe)

     

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    Was kümmern mich Schilder, die offensichtlich nicht für mich aufgestellt wurden?

     

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    Links oder rechts? Die Entscheidung fiel leicht.

     

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    Irgendwie … befremdlich. Kann man auch die ganze Oma abgeben? Und sie (ohne den Umweg über das Bargeld) direkt gegen den Sonderangebots-Schnickschnack tauschen?

    Ich musste jedenfalls an Monthy Pythons „Ritter der Kokosnuss“ denken:

    „Bringt mir Eure Toten!“

    „Aber ich bin doch noch gar nicht tot! Ich möchte Spazierengehen!“

    „Jaja, je oller, je doller“

  • Vertane Chance

    Kennt Ihr das? Auf der Rückreise aus dem Urlaub ist man gespannt, was wohl inzwischen in der Heimat passiert ist, was es zu berichten gibt, wie sich die Stadt verändert hat. Jedesmal geht es einem so, obwohl man jedesmal auf’s Neue enttäuscht wird. Egal, ob man 3 Tage wegfährt oder 6 Wochen.
    Gut, wer heute vor 45 Jahren oder am 11.11.89 aus einem fünftägigen  Urlaub zurückgekommen wäre, der hätte sich gewundert, wo die Mauer plötzlich herkommt, bzw. wo sie plötzlich hin ist.

    So etwas Großes erwarte ich ja gar nicht.  Aber die Hiergebliebenen hätten die Woche doch wenigstens nutzen können, um die M1-Trasse fertig zu bauen und den rosanen Aussatz von der Kugel des Fernsehturms zu kratzen.

  • Braunlage (VI) – Mögliche Spätfolgen

    Im Juni, nach einer Woche in Rotterdam, während der ich fast nur Englisch gesprochen hatte, war es schwer, wieder auf Deutsch umzuschalten und nicht ständig „It’s awesome!“ oder „Man, that was hilarious!“ oder „You guys are amazing!“ zu rufen, wie es die Amerikaner praktisch den ganzen Tag lang tun.
    In der letzten Woche habe ich nur so Sachen gesagt wie: „Ich nehme das Holzfällersteak!“, „Einen Schierker Feuerstein bitte!“ oder: „Ja, Sie können das Zimmer jetzt sauber machen.“
    Dies nur zur Erklärung und als vorauseilende Entschuldigung, falls ich in den nächsten Tagen zu jemandem komische Sachen sagen sollte.

  • Braunlage (V) – 1100 Ostschrippen

    Rast in der Rodelbaude. Ich trinke einTässchen Kaffee. Der Kellner bringt mir eine Rechnung über 2,80 Euro. Als ich das lese, bin ich plötzlich sehr, sehr froh, dass der Kaffee so widerlich war. Ansonsten hätte ich womöglich mit noch einer Tasse meine Urlaubskasse ruiniert.
    Dankbar gebe ich 3 Euro.

    PS: Ja, ich weiß. In der Bahn ist der Kaffee fast genauso teuer (siehe: Verrückte Welt: Kaffee teurer als LSD). Aber dort kriegt man 0,2 l, der Kaffee ist erträglich und man wird nicht mit: „Die Gefühle haben Schweigepflicht“ beschallt, einem grässlichen Schlager, den ich in den 20 Minuten, die ich dort mit meinem Flüssiggold zubrachte, 3 mal hören musste.

  • Braunlage (IV) – Problembeeren

    Die Waldblaubeeren sind schon ganz okay. Allerdings – und auch Mutter Natur muss sich ab und zu Kritik gefallen lassen – könnten sie ruhig etwas … naja … blaubeeriger schmecken. Ich finde sie ein bisschen fad. Blaubeerjoghurt zum Beispiel schmeckt viel doller nach Blaubeeren als Blaubeeren. Dazu kommt, dass skoliosegeplagte Menschen wie ich es zu schätzen wissen, dass er ohne langes Bücken mit einem Griff aus dem Kühlregal entnommen werden kann.

  • Braunlage (III) – Das muss wohl Urlaub sein

    Gute Nachrichten: Es gibt nichts zu erzählen. Ich könnte berichten, dass der Kaffee in Königsbrück lecker, aber sehr teuer ist, dass das riesengroße Holzfällersteak im „Alten Forsthaus“ sehr gut schmeckt, dass (wenig überraschend) der Wald noch immer an Ort und Stelle und seit Montag kein bisschen hässlicher geworden ist, dass die neue Regenjacke hervorragende Arbeit als Anti-Regenzauber leistet und dergleichen mehr. Aber trotz der in der Blogosphäre üblichen Publikationshemmschwelle muss das ja nicht sein.

    Es ist so, wie ich es geplant habe: Schön und ziemlich ereignislos. Was hier des Sehens würdig ist, entscheide ich und nicht irgendein Faltblatt der Tourismusinformation oder der „Lonely Planet Harz“. Sehr sehenswert sind zum Beispiel: Mein Balkon, meine Zimmerdecke, die Kneipe am Markt und der Wald hinter dem Hotel.