Kategorie: Schnipselfriedhof

  • Der gute Mensch vom Schnipselfriedhof

    Wenn ich mir anschaue, was ich in diesem Weblog schon so geschrieben habe, bin ich manchmal ganz ergriffen von mir. Da sind soviele Beiträge, die von hohen moralischen Standards zeugen, Beiträge, die die Ungerechtigkeit der Welt oder die Bosheit bestimmter Leute geißeln, soviele Beiträge, die jeder Mensch, der ein Mensch ist und kein Arsch, gut finden muss, soviele Beiträge, die den Eindruck erwecken müssen, ich sei ein furchtbar guter Mensch.
    Alles Quatsch. Ich bin bestimmt kein schlechterer Mensch als mancher andere, aber wenn jemand in mich reingucken könnte – und ich kann das leider – dann … naja, was bin ich froh, dass ihr das nicht könnt!
    Hm.
    Indem ich das schreibe, arbeite ich auch schon wieder am Bild von mir als gutem Menschen.

    Manchmal fallen mir Episoden aus meiner Kindheit oder Jugend ein, für die ich mich unglaublich schäme. Das passiert nicht allzu häufig und ich kann mir verzeihen, das ist lange her, der Volker von vor 20 Jahren ist nicht der Volker von heute. Die alten Fehler tun mir leid, aber sie sind verjährt – teilweise habe ich sogar schon Kapital aus ihnen geschlagen und lustige Geschichten darüber geschrieben (zum Beispiel diese hier – 10 Jahre alt, der zweite Vorlesetext, den ich überhaupt je geschrieben habe).
    In 20 Jahren hat mich längst die Raucherei hinweggerafft werde ich lustige Geschichten über die Scheiße, die ich jetzt baue oder denke schreiben. Versprochen.

    Einen sehr schönen und gar nicht lustigen Text über Jugendsünden gab es neulich im Spitblog: Weil’s ging

    (Volker Strübing)

  • Urlaub

    Nach über 150 Postings brauche ich ein paar Tage Urlaub vom Bloggen. Bin zu sehr mit Dingen beschäftigt, die hier nicht reingehören. Vielleicht kriegt Spider ja einen Schreibanfall, ansonsten geht es vielleicht am Wochenende oder nächste Woche hier weiter. Bei LSD setze ich etwas länger aus – bis Ende des Jahres.

    (Volker Strübing)

    urlaub.jpg

  • Ironie

    (Zürich, Internetcafé)

    Es ist aber auch verdammt schwer, es mir Recht zu machen! Der Sinn eines Weblogs, na, sagen wir der Sinn der meisten Weblogs ist es, gelesen zu werden. Eigentlich sollte ich mich also sehr darüber freuen, dass in den letzten Tagen die Leserzahlen des Schnipselfriedhofs einen Satz nach oben gemacht haben, nachdem eins meiner Postings vom Handelsblatt-Blog und von Spreeblick erwähnt und verlinkt wurde (vielen Dank dafür übrigens an dieser Stelle und herzliche Grüße!), nur … so ganz glücklich bin ich damit jetzt auch nicht. Wäre mir wahrscheinlich lieber gewesen, das wäre zum Beispiel diesem Beitrag so ergangen.

    Im besagten Posting ging es um ein unangenehmes Zusammentreffen mit einer Journalistin und seit die Besucherzahlen so hoch gingen (für Schnipselfriedhofverhältnisse), nehme ich an, dass die Frau es auch irgendwann lesen wird, zumal das Handelsblatt-Blog seiner Thematik wegen (es geht um Journalismus) sicher von vielen ihrer Kolleginnen und Kollegen gelesen wird. Wenn sie selbst das liest, wird sie entweder wütend sein oder verletzt oder es ist ihr peinlich. Und da mein eigener Ärger inzwischen längst verraucht ist und ich die Sache für mich in die Schublade „Kann man mal erzählen, wenn am Kneipentisch lustige Anekdoten mit Journalisten zum Besten gegeben werden“ einsortiert habe, wäre es mir beinahe lieber, wenn sie wütend wäre.

    Vorhin – ich saß in einem Café in Schaffhausen, hatte eine dreiviertel Stunde Aufenthalt und freute mich gerade, dass ich mal wieder ohne Ausweis über die Grenze gekommen war – bekam ich einen Anruf von einer Frau vom WDR. Ich war sehr froh, ihn unter Hinweis auf mein ausländisches Netz schnell abwürgen zu können. Ich weiß es nicht (ich hab damals den Namen nicht mitbekommen), aber es kann natürlich sein, dass das sie war. Sie will mich Mittwoch noch mal anrufen. Jetzt grusele ich mich davor, dass sich heraustellt, dass sie eigentlich total nett ist, nur an dem Abend … naja, komisch drauf und wirklich von dem Wunsch erfüllt, etwas für mich zu tun (und natürlich hat sie auch vollkommen Recht: Beiträge im Radio oder Fernsehen SIND für jeden freischaffenden Künstler wichtig – und wenn ich Zeit gehabt hätte, hätte ich ihr auch sofort zugesagt).

    Jedenfalls hat dieses Zusammentreffen mit dem Umweg über mein Posting nun doch noch zu mehr „Reichweite“geführt, wenn auch nicht so, wie sie sich das gedacht hat und auf eine Art, die mich nicht unbedingt Luftsprünge vollführen lässt. Vielleicht hätte ich die Warnungen vor der Bloggerei nicht ignorieren und glauben sollen, ich könne damit umgehen …

    Na, mal sehen.

  • Schlimm, schlimm, schlimm …

    So weit ist es nun also schon gekommen: Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich ein paar Tage hier nichts reingeschrieben habe , weil ich meine Weblog- und Webseitenverpflichtungen zugunsten von Offlineaktivitäten wie einer Lesetour, einer Science-Fiction-Geschichte und Slamvorbereitungen vernachlässige … schlimm, schlimm, schlimm. Gestern bei der Münchener Lesebühne Westend ist Kiez hat Felix Bonke eine großartige Geschichte über das Internet vorgelesen, das böse, sich selbst bewusste Internet, das uns konditioniert und versklavt („Woher das Internet weiß, wie das funktioniert? Es braucht ja nur in sich selbst nachzugucken!“ – Gedächtniszitat), indem es uns zwingt, ständig nach Updates in Blogs und auf News-Seiten (und bei Amazon – siehe hier) zu gucken. Wenn’s das nur wäre! Es zwingt uns ja sogar, es mit dem Stoff zu füttern, den es braucht, um uns zu versklaven!

    (Volker Strübing – mit schönen Grüßen aus München!) 

  • Alles geht kaputt

    – WordPress zeigt die Bilder nicht mehr an

    – Mein Computer erkennt den Mp3-Player nicht mehr, mit dem ich Daten hin- und hertrage

    – Mein kleiner Zeh gibt seit der Kollision mit einem großen Pfosten gestern Nachmittag kontinuierlich Warnsignale (sog. Schmerzen) von sich. Und man kann nicht einfach auf „Diese Warnung in Zukunft nicht mehr anzeigen“ drücken – im Vergleich zum menschlichen Körper ist Windows schon ziemlich komfortabel.

    Punkt 2 versuche ich jetzt erstmal durch aus- und wiedereinschalten zu beheben. Bzgl. Punkt 1 würde ich dieselbe Vorgehensweise dem Team von WordPress mit ihren Servern empfehlen (ich will nämlich nachher ein Bild malen und hier reinstellen) . Die Sache mit dem Zeh gehe ich erstmal mit Ignoranz an.

    (Volker Strübing)

    Nachtrag 10 Minuten später:

    Alles wird gut. Oder, um es etwas vorsichtiger zu formulieren: Nicht allem gelingt es, ein gleichbleibendes Level an Ungutheit zu halten. Nachdem ich feststellen musste, dass nicht nur der Schnipselfriedhof, sondern das halbe Internet plötzlich ohne Bilder war, habe ich es an meinem anderen Computer ausprobiert, und alles funktionierte. Jetzt habe ich einen Computer, der für mich entscheidet, was ich sehen darf und was nicht, und einen, der sich weigert, die auf dem MP3-Player gespeicherten aktuellen Daten anzunehmen, und bei dem ich das eine Betriebssystem zum Schreiben, das andere zum Drucken verwenden muss … ich distanziere mich hiermit von meiner weiter oben gemachten Aussage über die Komfortabilität von Computern und menschlichen Körpern.

  • Damen ohne Gummi

    Ein paar Suchbegriffe der letzten Tage :

    „Restverkauf Damenunterwäsche“ – da fällt mir doch glatt dieser schöne Schnappschuss wieder ein:

    ohnegummi.jpg

    „Volker ist doof“ – Stimmt ja gar nicht!

    „Ich nackt“ – Wer? Du?

    Jeden Tag landen zudem ein oder zwei Leute über die Suchanfrage „Blöde Fragen“ hier und fast täglich jemand via „Äpfel und Birnen vergleichen“. Insgesamt sind es aber wenige Leute, die über Google oder so auf das Weblog kommen. Sehr viel Traffic hat dem Schnipselfriedhof dagegen ein Kommentar von Stralau zu einem Artikel über Lose Change II auf Spreeblick.de gebracht, in dem er auf meinen Beitrag zum Film hinwies, sowie ein Link zum selben Beitrag in einem Artikel auf FACTorFake.de. Vielen Dank an die beiden.

    Faszinierend, das alles. Aber irgendwie auch ein bisschen … ulkig.

  • Google kills Goethe

    Hab ich gestern Abend in der Kneipe doch in meinen Muscote-Blättchen einen Spruch von Hanz Werfel gelesen: „Müßiggang ist allen Geistes Anfang“. Hab ich gedacht: Stimmt ja gar nicht!

    Hab ich weiter gedacht: Außerdem heißt das doch eigentlich: „Müßiggang ist aller LASTER Anfang“! Hab ich gedacht: Na, das ist ja nun auch Humbug.

    Hab ich mich gefragt: Ist nicht die Stoßstange aller Laster Anfang? Hab ich beschlossen, diese Frage unter der Überschrift „Versuch einer Rehabilitierung des Müßigganges“ ins Weblog zu stellen.

    Hab ich gedacht: Aber wem ist eigentlich damit gedient, wenn ich diesen Murks ins Internet stelle? Ist mir eingefallen, dass der Werber Jean Remy von Matt gesagt hat, dass Weblogs die Klowände des Internets sind. Hab ich gedacht: Auf Klowände kann man ja wohl auch mal blöde Sachen schreiben. Das ist immerhin besser, als blöde Sachen auf riesige Plakatwände zu schreiben, wie J.R. „Geiz ist geil“ von Matt das macht.

    Hab ich das also geschrieben. Hab ich dann gedacht: Hm. Guckste doch mal bei Google – bloß um sicher zu gehen -, ob diesen genialen Gedanken (also den mit der Stoßstange und dem Laster) schon mal jemand vor dir hatte …

    528 Treffer.

    Google ist aller Gedanken Ende. Alles schon mal dagewesen. Nicht nur alles schon mal gedacht. Auch schon alles fleißig ins Internet reingeschrieben.

    Hab ich gedacht: Goethe hatte es gut. Der hatte noch kein Google. Hat einfach frei von der Leber weg geschrieben. So Sachen wie „Das also war des Pudels Kern“. Hätte er’s bei Google eingegeben, hätte er 155.000 Treffer gefunden, mit Schreiben aufgehört und aus.

    Ich hab ja leider Google. Kann ich also meinen Kopf zu machen und alle Gedanken als Gebrauchtwaren bei Ebay versteigern. Werd ich wahrscheinlich feststellen, dass diese Idee auch schon andere hatten und dass der Gebrauchtgedankenmarkt total gesättigt ist.

    Hab ich gedacht (wahrscheinlich nicht als erster): Halt! Gib nicht auf! Du kannst das schaffen! Du denkst Dir jetzt einen Satz aus, den es noch nicht gibt! Hab ich drei Stunden oder so unter der kalten Dusche überlegt (Warmwasser gibts grad nicht) und präsentiere hiermit Stolz das Ergebnis:

    „Benutzte Gedanken hüpfen in meinem Kopf herum wie aufgescheuchte Hühner und kacken alles zu.“

    Naja. Wie sagte der Kellner, als er mir gestern in der Kneipe eine neue Kerze brachte? „Hier hast Du noch ein kleines Licht.“ Hab ich mir „das kleine Licht“ angeguckt und gedacht: Na super. Gleich und gleich gesellt sich gern …

     

  • Eine neue Leiche auf dem Schnipselfriedhof

    Ich weiß, Leiche klingt nicht gut und wird mir auch irgendwie nicht gerecht, finde ich, aber was zieht denn sonst auf Friedhöfen ein? Jedenfalls darf mein Gehirn hier in Zukunft auch einige Gedanken bestatten, damit Volker seine nicht so alleine sind. Danke Volker! Hallo Leser! Hallo Leserin! Hier ist Spider. (Na jut – Andreas Krenzke heiß ick, aba wer weeß det schon?)

    (Andreas Krenzke)

  • Im Kaufrausch

    Heute habe ich schon 3 schöne Dinge gekauft:

    • Einen der hervorragenden Quarkkrapfen der Bäckerei „Smiley“
    • Einen Ratsherrentopf von Minuto – der zweitbeste Fertigsuppenbecher der Welt, gleich nach „Pop Mie“ aus Indonesien (dem einzigen Fertiggericht, von dem ich ein Werbe-T-Shirt anziehen würde ;-))
    • Ein CSS-Upgrade*) für dieses Weblog

    Letzteres wurde nötig, nachdem ich beim Surfen über diverse Blogs mit dem selben Design gestolpert bin, und mich gewundert habe, was ich da nun schon wieder geschrieben habe …

    Das wird hier demnächst also alles ein bisschen anderes aussehen. Die neue Titelzeile ist noch nicht optimal, sie wirkt wie raufgeklatscht (was, nebenbei bemerkt, exakt das ist, was ich mit ihr getan habe), aber ein Anfang ist gemacht!
    So. Neben mir dampft der Ratsherrentopf, eine gute Ausrede, um in den nächsten 20 Minuten nichts sinnvolles zu machen, sondern ein bisschen mit CSS rumzuspielen.

    *) CSS: Cascading Stylesheets. Damit kannste das Aussehen von Websites und so definieren. Bei kostenlosen WordPress-Blogs ist das nicht möglich – man muss das besagte Upgrade für 15 Dollar erwerben.

    Nachtrag, 15 Minuten später. Ich nehme mein Lob für den Ratsherrentopf zurück! Schlechtes Produkt, sehr, sehr schlechtes Produkt! Kippt einfach um! Zum Beispiel, wenn man es halb auf einen Stapel CDs stellt! Kein Gleichgewichtsgefühl … was bin ich froh, dass ich vor meinem Laptop eine externe Tastatur stehen habe, die einen Großteil des Eintopfes geschluckt hat – ich weiß nicht, ob der Computer ratsherrentopffest ist!
    Der Rest hat sich auf Hose und Schreibtisch verteilt. Letzteres ist nicht so schlimm. Nachdem mir heute schon zugetragen wurde, dass Nils Heinrich hinter meinem Rücken fordert, ich solle meinen Schreibtisch mal wieder staubwischen … Hallo Nils, bist Du jetzt zufrieden? Ich hab ihn sogar GESPÜLT! Mit Ratsherrentopf! Aber bitte, wenn Dir das immer noch nicht reicht, wische ich auch gern nochmal mit Flüssigsprengstoff rüber! Herrjeh! Jetzt habe ich mir aber meinen Ersatzratsherrentopf verdient!

  • Anika ist überhaupt nicht doof!

    Dass nach meinem Posting zu Douglas Adams einige Leute über den Searchterm „ohne schlüpfer“ auf mein Weblog gelangen würden, war mir klar. Dass man aber offensichtlich auch über „Warum ist Anika so doof“ hier landet, ja, dass ich sogar Platz 1 bei Google für diese Suchabfrage (ohne die Anführungsstriche) habe, hat mich doch verwundert.