Kategorie: Schnipselfriedhof

  • So schreibt kein Terrorist! (Hoffe ich.)

    Am liebsten würde ich über meinen Mixer schreiben. Ja, über den aus den Filmen Bockwurstjoghurt und 7-Kräuterquark bekannten Mixer. Bei dem habe ich nämlich den Messereinsatz falsch in das Mixbehältnis eingesetzt und jetzt kriege ich ihn nicht mehr raus und ich konnte meinen Morgenmurx nicht zubereiten und das ist doof. Über meinen neuen Computer würde ich auch gerne schreiben. Der funktioniert nämlich und fetzt urst und ich kann Half Life 2 jetzt mit vollen Details und hoher Auflösung spielen und vielleicht auch mal neuere Spiele ausprobieren und das Musikprogramm kommt nicht mehr ins Stottern und überhaupt. Kaputte Mixer und funktionierende Computer sind tolle Sachen, um sich von dem abzulenken, was da draußen an Gruseligem vor sich geht. Ich will jetzt weder an Terroristen noch den War on Democracy Terror denken; nicht an Nazis oder russiche Fahnen auf dem Meeresgrund unter dem Nordpol; nicht an „Freiheit“, die nur noch die Freiheit zum Geschäftemachen meint; nicht an Kampfroboter mit praktischer Point-And-Kill-Funktion oder „weniger tödliche“ Waffen, die „Vernichtungsschmerzen“ auslösen, ohne Spuren zu hinterlassen; nicht an Afrika oder China oder den traurigen Mann in meinem Haus oder oder oder eins von den tausend anderen Dingen, die auf einen niederpurzeln, wenn man einmal anfängt, über die Welt nachzudenken.

    Und ich würde gerne dieses schlechte Gewissen loswerden, dass mich manchmal beschleicht, wenn ich meine oder eure Zeit mit vermeintlichen Banalitäten vertrödele, wo es doch soviele vermeintlich wichtige Themen gäbe.

    Außerdem finde ich,  dass die Bundesregierung alle verfügbaren  Manifeste aller Terrorgruppen veröffentlichen sollte, damit man nicht versehentlich die selben Formulierungen verwendet und am Ende gezielt getötet wird. Aber das ist natürlich auch schon wieder so ein gruseliges Thema.

    Inzwischen wurde wegen des Verdachts auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung Haftbefehl erlassen. Zur Begründung heißt es, eine von H. „veröffentlichte wissenschaftliche Abhandlung enthält Schlagwörter und Phrasen, die in Texten der ‚militanten gruppe‘ ebenfalls verwendet werden. Die Häufigkeit der Übereinstimmung ist auffallend und nicht durch thematische Überschneidungen erklärlich.“

    (taz, via Stralau)

    (Volker Strübing) 

  • Ich wär‘ gern viele Leute

    Ach, eigentlich gäbe es soviel zu schreiben. Zum Beispiel darüber, das ich vorgestern mein erstes graues Nasenhaar gefunden habe und danach wie zum Hohn in Dresden in der „Jungen Garde“ auftreten musste (ein Auftritt, der mich wieder mit der Welt versöhnt hat, weil es so eine tolle Show war – herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle noch mal an Julius Fischer, den neuen sächsischen Poetry-Slam-Champion! [oh je eine Einfügung mit Gedankenstrichen in einer Aufzählung, die ein Nebensatz einer eingeklammerten Einfügung ist, welche wiederum innerhalb einer Aufzählung steht – ob ich diesen Beitrag vernünftig zu Ende kriege?]- und weil mir hinterher jemand erzählte, beim Zelten mit Freunden würden sie gerne mein Kellerlied auf der Gitarre spielen und singen) oder über den Simpsonsfilm, bzw. die Rezeption desselben (für die einen ist es Satire – für die anderen eher Rollenvorbild) und das ganze Drumherum, das „Philosophie bei den Simpsons“-Buch, die Burger-King-Werbung, und dass der Burger-King-Simpsonizer sich beharrlich weigert, Horst zu simpsonizen (was freilich irgendwie zu Horst passt), und wo wir gerade bei Horst und Trickfilmen sind: Ein „Making of Kloß und Spinne“ wollte ich auch noch machen, bevor ich für den 5.Teil auf eine neue Software umsteige, und apropos neue Software: Vorgestern habe ich endlich einen Softwaresynthesizer entdeckt, der den C64-Soundchip emuliert und per Midiangesteuert werden kann, und ich habe gar keine Zeit ihn richtig auszuprobieren, genausowenig wie für das Weblog und hundert andere Dinge. (Na gut: achtzig. Aber nur, weil ich „Welt verbessern“ und so vorerst von der To-Do-Liste gestrichen habe.)

    Der Grund für den Stress ist allerdings sehr erfreulich und wird demnächst enthüllt.

    Manchmal wär‘ ich gern viele Leute. Wir würden uns die Arbeit teilen. Ich wäre am liebsten dafür zuständig, mich ins Bett zu verkriechen, die Decke über den Kopf zu ziehen und ein bisschen nachzudenken und traurig zu sein. Die anderen Iche würden sich um den Rest kümmern.

    (Volker Strübing)

  • Urlaub für den (Schnipsel)friedhofswärter

    Vielleicht schreibt Spider ja den einen oder anderen Artikel, aber ich mache jetzt erstmal mindestens eine Woche Blogurlaub, vielleicht wird es sogar ein bisschen mehr.

    urlaub07.gif

    (Volker Strübing)

    PS: Seit ein paar Tagen kriegt mein Beitrag „Urlaub“ vom letzten November überraschend viel Besuch. Offenbar über die Suchanfrage „Urlaub“. Leider ist über die WordPress-Statistikseite nichts Genaueres rauszukriegen. Aber wenn man zum Beispiel bei Google „Urlaub“ eingibt, findet man 68,2 Millionen Seiten und mein Blog ist weiß Gott nicht unter den Toptreffern (ich hab mir nur die ersten 50 angeguckt – aber wer sucht schon auf Seite 6 der Google-Trefferliste?). Seltsam. Eine andere Suchmaschine?

    PPS: Jetzt gibt’s auch wieder eine Blogroll. Immer noch unvollständig, aber das wird noch …)

  • Autorenschlussverkauf?

    Letzten Freitag erschien im Feuilleton der Berliner Zeitung ein Beitrag von Jörg Sundermeier über Schriftsteller, die zu Selbstvermarktern würden und mit ihren Ideen meist zu spät kämen. (mehr …)

  • Wie man die Scheiße, die man baut, zu Geld macht

    Hach, die Blogroll ist immer noch nicht fertig, und ich habe diese Woche keine Zeit für Weblogbasteleien, weil ich mich auf das ABC-Festival in Augsburg vorbereite und in eine neue Grafiksoftware einfuchse.

    Ganz kann ich das Bloggen aber dann doch nicht lassen.

    Gerade war ich Kaffeetrinken und habe dabei eine GEO durchgeblättert. Nee, stimmt gar nicht. Zwei warn’s. In einer stieß ich auf eine kleine Notiz über einen Künstler namens Wil Delroye und sein Werk „Cloaca“ – eine Installation, die den menschlichen Verdauungsprozess korrekt simuliert: Vorne gibt man Lebensmittel hinein, die erst zerkleinert und in verschiedene Glasgefäße transportiert und dort mittels Enzymen und Bakterienkulturen verdaut werden, bis am Ende etwas heraus kommt, dass „biochemisch identisch mit den menschlichen Verdauungsprodukten“ ist, wie es die GEO etwas etepetete ausdrückt (Gedächtniszitat). Sie meinen natürlich Kacke.

    Interessant war der Hinweis, dass er diese Kacke vakuumverschweißt für 3.000 Euro pro Stück verkauft.

    Zuhause betrieb ich dann intensive Recherche zum Thema, indem ich Cloaca und Delroye in’s Googlesuchfeld eingab und auf „Suche“ klickte, und fand so heraus, dass er die erste Cloaca-Maschine schon im Jahr 2000 baute. Inzwischen sind weitere dazugekommen. Und trotzdem ist die Kunstkacke ausverkauft! Bis auf einen kleinen rest, den der Künstler zu Kapitalbildungszwecken selbst behalten hat …

    Kein besonders appetitliches Kunstwerk, aber aus mir selbst unklaren Gründen find ich das klasse. Es wäre freilich schwer, dieses Kunstwerk den Hungernden in Darfur zu erklären, über die in einer der beiden GEOse ein großer Bericht mit doppelseitigen und sehr geschmackvoll komponierten Schwarzweißbildern drin war, aber auf solche Gedanken lass ich mich gar nicht erst ein.

    Hier gehts zur Website von Cloaca.

    (Volker Strübing)

  • Zurückgerudert

    Tja, außer Anika und mir schien das neue Klopapiertitelbild niemandem zu gefallen. Jetzt hätte ich natürlich sagen können: scheiß drauf, ich hab mit dem Weblog am meisten zu tun, deshalb musses vor allem mir gefallen. Aber dummerweise hat’s mir auch nicht mehr so recht gefallen. Vor allem, nachdem mich Ko-Autor Spider darauf hingewiesen hat, dass das Bild in Zusammenhang mit dem Titel den Schluss nahelegen könne, dass man sich mit den hier versammelten Gedanken den Hintern abwischen und sie im Klo herunterspülen könne …

    Eigentlich ging es mir sowieso hauptsächlich darum, mehr Seitenleisten zu haben. Jetzt probiere ich es halt mal so. Ich musste das Headerbild neu fotografieren. Die Farben sind ein bisschen krass geworden, da ist wohl noch ein bisschen Tuning nötig.

    Schönen Sonntag!

    (Volker Strübing)

    Nachtrag: So sah der alte neue Header aus:

    neu-3.jpg

    (Klick macht das Bild groß!)

  • Nicht erschrecken!!!

    Ich weiß selbst noch nicht, ob mir das gefällt …

  • Geburtstag

    Neulich traf ich mich mit A. in der Kneipe. Ich behelligte ihn mit Zeugs aus meinem Leben, er erzählte von seinen Reisen. Irgendwann kam B. dazu, rief: „Alles Gute zum Geburtstag!“ und umarmte A.
    Ich schaltete blitzschnell und sagte geistesgegenwärtig: „Arrrgh … ähm … ups, also, tja, alles, äh, Gute und so, wusstick ja nich, na Mensch, das ist ja ’n Ding“ oder so. Mein Nichtgratulieren war leicht zu verzeihen – ich wusste wirklich nicht, wann A. Geburtstag hat. Ein bisschen unangenehm war die Situation trotzdem.

    Allerdings war das nichts gegen einen dunklen Februarmorgen im Jahre 1990, als mir das selbe mit meiner Mutter passierte …

    Und nun hat’s auch noch dieses Weblog erwischt …

    Am 4.Juni 2006 habe ich es gestartet mit einem Beitrag, der nicht wesentlich aussagekräftiger war, als das von WordPress automatisch generierte „Hello World“:

    Nun also auch noch ein Weblog …

    … ich muss auch alles mitmachen! Bezeichnenderweise immer mit ein paar Jahren Verspätung. So gings mir auch mit Kapuzenpullovern, Handys und Freundinnen.

    Immerhin gab es schon am nächsten Tag einen investigativen Artikel über schludrige Recherche bei Spiegel Online (Schlampiger Journalismus im Dienst der guten Sache).

    Inzwischen gibt es 329 Beiträge und aus dem geplanten „Da kann ich ab und zu mal nicht anders verwertbare Schnipsel aus dem Notizbuch öffentlich beerdigen“ ist eine echte Passion geworden, die viel Zeit verschlingt, aber auch verdammt viel Spaß macht. Das liegt vor allem an euch, liebe Gelegenheits- und Stammleser. Vielen, vielen Dank. Insbesondere für jeden Kommentar, für jeden Trackback oder gar die Aufnahme in die Blogroll!

    danke2.jpg

    Apropos Blogroll: Die wird demnächst endlich aktualisiert. Und überhaupt wird alles neu. Neues Design, bessere Navigation, haufenweise Werbung (aber nur für selbstgemachte Sachen) und ein neues Titelbild. Also bitte nicht erschrecken, wenn demnächst statt der Notizbücher das hier zu sehen sein wird:

    So. Und jetzt fahre ich nach Grünheide. Zu einer Geburtstagsfeier.

    (Volker Strübing)

  • Endlich etabliert

    Vielen Dank für die vielen Kommentare und Lobe zu den „Kloß und Spinne“-Filmen! Besonders gefreut habe ich mich natürlich über Steffi-Hannis „der erste war der beste“ – hey, das klingt fast schon wie „ich mag ja eher die alten Sachen von den Rolling Stones / Steven Spielberg / Günther Grass“. Damit habe ich es nun wohl endgültig „geschafft“, wie man so sagt 😉

    In der nächsten Folge wird es weitere technische Verbesserungen und mindestens einen neuen und ziemlich coolen Spezial-Effekt geben. Nicht, weil dies notwendig wäre oder der Serie auch nur gut tun würde, sondern ganz einfach deshalb,weil ich unglaublich gerne spiele. Und Grafik- und Videosoftware sind phantastische Spielzeuge …

    Außerdem bekommen die beiden Haare:

    ks.gif
    Oder ist das doof? Irgendwie schon zu glatt und professionell vielleicht, die alten Sachen waren … nein, halt, jetzt fang ich selber schon so an. Spinne findet’s jedenfalls toll, Kloß … eher nicht. Ich probiere es einfach aus und dann wird man sehen.

    (Volker Strübing)

    PS: Keine Sorge Steffi, ich war nicht eingeschnappt oder so, weil Dir die erste Folge am besten gefallen hat. Entschuldige, das ich Deinen sehr netten und lobenden Kommentar hier so vorzerre – ich brauchte halt einen Aufhänger für den Artikel 😉

  • Wenn Robben hinter Robben robben, robben Robben Robben nach

    Parental Advisory: Im folgenden blogge ich über Blogs und Blogger. Und über die Bahn. Und über Bielefeld. Wer weiterliest, ist gewarnt und soll hinterher nicht rumheulen.

    (mehr …)