Kategorie: Unterwegs

  • Wir haben Alkoholverbot

    Ich bin ein bisschen blogfaul gewesen in den letzten Tagen. Wobei es mit Faulheit eigentlich garnichts zu tun hat. Es drehen sich nur alle Gedanken um Nicht der Süden, ich komme zu nichts anderem. Vanessa, die Cutterin von monstamovies, und ich bauen jetzt den eigentlichen Film, bzw. die Filme zusammen. Das macht sehr, sehr viel Spaß, ist aber auch sehr viel Arbeit. Ich bin zur Zeit vor allem damit beschäftigt, alle Interviess und Gespräche, die wir geführt haben, durchzugucken und aus ewigem Gerede und Gestammel etwas sinnvolles und interessantes und unterhaltsames zu puzzeln. In einigen Fällen ist es einfach, manchmal aber auch eine echte Herausforderung. Wenn wir mit unserem Englisch, das eigentlich nur für einfache Gespräche reicht, bei denen sich niemand um solche Feinheiten wie Grammatik oder das richtige Wort kümmert, auf einen Technokraten trafen, der uns mit langweiligen Zahlen und Worthülsen wie aus einer Imagebroschüre abspeiste zum Beispiel. Aber es wird alles gut, glaube ich. Man kann eine Menge machen und basteln – ohne den eigentlichen Inhalt zu verfälschen. Zudem wird es ohnehin eine Art bebilderte Reiseerzählung, Kirsten und ich können alles mit drübergesprochenen Kommentaren … äh … kommentieren.

    Ich weiß noch, wieviele Gedanken ich mir vor allem in den ersten Wochen der Reise und des Drehs über Anschlussfehler gemacht habe. Ständig dachte ich: „Verdammt, eben hatte ich doch die Jacke zu und in der nächsten Einstellung war sie offen“ oder „Oh nein, das passt doch nicht, vorhin war doch viel mehr Kaffee in der Tasse und sie stand ein Stückchen weiter links!“ Die Standardantwort war: „Das merkt kein Mensch!“ – und was soll ich sagen: Es stimmt! Ich gucke mir jetzt das ganze Material an und zwar ziemlich genau und ich erinnere mich, wann und wo ich mir wegen soetwas schlimme Sorgen gemacht habe, und trotzdem fällt mir sogut wie nichts auf. Verblüffend. Und ich bin den anderen so auf den Sack gegangen damit!

    Als unsere Biervorräte im Hafen weggeschlossen waren, haben wir ein Quatschlied geschrieben – „Wir haben Alkoholverbot“ – , in dem jedem aus der Filmcrew und von der Schiffsmannschaft eine Strophe gewidmet war. Meine ging so:

    Der Volker ist ein Erbsenzähler
    Er schreit ständig „Anschlussfehler“
    Das passt doch alles nicht zusamm‘
    am Anfang warn wir ständig stramm

    Wir haben Alkoholverbot, wir haben Alkoholverbot!

    (Nein, wir waren nicht ständig stramm. Das war ein Quatschlied!)

    Jedenfalls, was ich eigentlich schreiben wollte: Ich mache sozusagen gerade zum zweitenmal die ganze Reise und habe wenig Zeit und Gedanken für anderes übrig, weswegen ich auch nichts sinnvolles hierzu schreiben kann, obwohl ich das eigentlich gerne getan hätte. Aber vielleicht ist es auch ganz normal, dass einem  nichts mehr einfällt, wenn Wirtschaftswissenschaftler 1 Euro im Monat für Kultur und Freizeitaktivitäten als ausreichend für ein menschenwürdiges Leben  erachten.

    (Volker Strübing)

    PS: Die oben verlinkte Studie ist ein bisschen dröge. Lest lieber den Artikel von Florian Rötzer bei telepolis.

  • The Janus Diaries

    www.nichtdersueden.de ist wieder online. Und endlich gibt es da eine Menge zu lesen und und über 400 Fotos zu sehen.

    Hier gibt es eine Karte, auf der wichtige Stationen der Reise kurz vorgestellt werden, hier findet man einen Batzen Tagebuchschnipsel von Kirsten und mir und hier erklärt Kirsten in einem längeren Text, welche Auswirkungen 7 Wochen Filmdreh auf zwei harmlose Autoren haben.

    Die Seite ist immer noch eine Baustelle. Es fehlen noch die Bildunterschriften zu den Fotos, weitere Tagebucheinträge, Zeichnungen von Kirsten, Videos und Musik. Ich schreibe hier rein, wenn es was neues gibt!

    (Volker Strübing)

  • Ferien an der Havel (2): Eichenblüte?

    Ich habe in der vergangenen Woche beim Urlaub an der Havel in Brandenburg, wie es sich geziemt, Eicheln gesammelt, mit den Kindern, und Kastanien. Dabei fiel mir auf, dass ich zwar Kastanienblüten kenne, aber keine blasse Ahnung habe, wie eigentlich Eichen blühen. Schicksal eines Städters?

    (Andreas Krenzke)

  • Ferien an der Havel (1): FKK?

    Ich habe in der vergangenen Woche beim Urlaub an der Havel in Brandenburg festgestellt, dass die FKK nun wohl völlig unüblich geworden ist. War die nicht mal normal? War die nicht mal Norm? Zum Glück hatte ich eine Badehose dabei. So konnte ich dem albernen Textilbaden ganz opportunistisch dabei helfen, sich zu etablieren.

    (Andreas Krenzke)

  • Grüße aus Ueckermünde

     

     

     

    Wenn ich mal alt bin, möchte ich ein Häuschen haben. Mit einem Garten, in dem eine Regentonne steht. Und in der Regentonne soll eine Melone schwimmen. Tagelang werde ich nichts anderes tun, als die Melone anzustupsen und zuzusehen, wie sie langam versinkt und dann gemächlich wieder nach oben steigt. Das wird schön.

    Spinnen sind nützliche Tiere, weil sie Wespen essen. Aber schön sind sie nicht.

     

     

    Zu diesem Bild fällt mir kein Kommentar ein:

     

     

    (Volker Strübing)

  • Irgendwie auch „Nicht Der Süden“: Pasewalk

    80 Minuten Aufenthalt in Pasewalk. Das wünscht man auch niemandem. Vor dem Bahnhof steht ein Soldat im Nieselregen und raucht Kette. Irgendwann kommt ein alter Golf, am Steuer sitzt eine rauchende Frau. Der Soldat steigt rauchend ein. Endlich zuhause.

    Im Bahnhofs-„Imbiß & Reisemarkt“ liegen die Jüdische Allgemeine und die Nationalzeitung nebeneinander. Ein Mann mit Nylonbeutel prüft das Angebot an billigen Sexheftchen. Die „Jung und sexverrückt“ erscheint ab sofort monatlich, wie ein greller Stempel auf der Titelseite stolz verkündet. Ich kaufe einen Kaffee. Die Verkäuferin reicht mir mein Wechselgeld, dann polkt sie an einem großen, ungut aussehenden Pflaster an der Innenseite ihres Oberarms herum.

     

     

    Bestümpt tue ich Pasewalk Unrecht. Ich weiß gar nicht, wieso ich dauernd auf Pasewalk rumhacke! Ich kenne doch nur den Bahnhof. Pasewalk hat auch seine schönen Seiten. Sonst würde dort doch niemand wohnen. Und: Nein, dem Umstand, dass der Ortsname das Wort „Alk“ enthält, darf man keine Bedeutung beimessen!

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     (Volker Strübing)

  • (Hier könnte ihre Werbung stehen)

    Ich hab doch jetzt keine Zeit mir auch noch eine Überschrift auszudenken! 8 Tage nach der Rückkehr muss man ja auch langsam mal die Sachen aus dem Rucksack sortieren und verstauen. Habe gerade ein Bild gefunden, das ich auf dem Schiff gemalt habe:

    Eigentlich wollten Kirsten und ich ganz viel malen, hatten extra alles dafür mitgeschleppt. Aber (mehr …)

  • Schnipsel vom 7.8.2008 und Kalenderblatt August 2008

    • Die letzten beiden ulkigen Polarsportplätze für Steffi:

    (Ny-Ålesund)

    (Pyramiden, nein, nicht die sondern das. Eigentlich: Пирамида)

    • Puh, viel zu warm. Dabei verzichte ich jetzt sogar schon auf die Thermounterhose und komme mir deshalb ganz nackt vor.
    • Das erste Gespräch, das ich in Berlin geführt habe, drehte sich um die Frage, wie man von einem C64-Programm den Datasettenton aufnehmen kann, um ihn im Radio zu senden. Wo bin ich hier reingeraten?
    • Apropos Radio: Morgen machen Spider und ich ab 21 Uhr eine zweistündige Radiosendung auf dem freien Radiosender Funkwelle FM. Man kann Funkwelle FM in Berlin auf 95,2 Megahertz oder Kilogramm oder so hören oder aber überall in der Welt unter www.funkwelle.org. Wir werden über Sachen reden, Musik abspielen und Wein trinken.
    • Auch mein Rucksack hat es nach Hause geschafft! Dann kann ich ja jetzt mit der Buchschreiberei anfangen …
    • Und zum Schluss: Das Kloß-und-Spinne-Kalenderblatt für den August:

    (Volker Strübing)

  • 24 Stunden Berlin – Ein Fazit

    Alles beim Alten. Als sei ich nicht ein oder zwei Jahre weggewesen. Ulkig das. Ob ich noch ganz der Alte bin, wird sich zeigen. Ich habe auf der Reise viel gelernt. Über Gletscher, Sonnenfinsternisse, Walrösser und solchen Schnulli; vor allem aber über mich. Mal gucken, was ich daraus mache.
    Am besten an Berlin gefallen mir bis jetzt das eigene Klo, die eigene Dusche, das eigene Zimmer und dass heute niemand kam, um mich zu wecken, weil irgendwas gedreht oder besprochen werden muss. Am schlimmsten finde ich bis jetzt das Wetter. Es wird wohl Oktober, ehe ich mal wieder Lust bekomme, baden zu gehen. Es ist doch viel zu warm dafür 😉

    +++ Einschub und Nachtrag zum letzten Artikel +++ Ich war natürlich nicht der einzige, der am Gletscher baden gegangen ist. Es gibt ein sehr schönes Foto mit 9 oder 10 Nackten, die ins Wasser rennen, aber ich kann doch nicht einfach andere Leute nackig ins Internet stellen +++ Einschub Ende +++

    Am letzten Abend, auf unserer improvisierten Drehschlusspanikparty war ich sehr, sehr glücklick. Zum einen, weil wir es hinter uns hatten – einige Tage der Reise würde ich zu den schlimmsten meines Lebens zählen – vor allem aber, weil ich froh war, dieses Erlebnis, diese Erfahrung gemacht zu haben. Und weil ich wusste, dass wir tatsächlich alles gedreht haben, was wir brauchen und dass wir bestimmt einen schönen Film daraus basteln werden.

    (Whisky auf frisch gefangenem Gletschereis)

    Mir steht dieselbe Reise noch zweimal bevor, allerdings muss ich dafür nicht aus Berlin weg. Kirsten und ich schreiben zusammen „Das Buch zur Fernsehserie“, das wahrscheinlich mit dem, was man im Fernsehen nächstes Jahr zu sehen bekommt, nicht allzuviel zu tun haben wird, und ich werde ab Ende August einige Wochen im Schnittraum sitzen, alles durchgucken und gemeinsam mit der Cutterin und später mit der Redaktion von 3Sat den eigentlichen Film zusamenbasteln, der wahrscheinlich mit dem, was man nächstes Jahr im Buch zu lesen bekommt, nicht allzuviel zu tun haben wird.

    Die Rückreise nach Berlin war übrigens eins der größten Abenteuer, die wir zu bestehen hatten, zwischenzeitlich wurden wir sogar äußerst stümperhaft als Geiseln genommen (lange Geschichte, muss ich mal bei nem Bier erzählen …), wir brauchten 2 Tage und sind mit 4 Flügen nach Berlin gehüpft und irgendwo zwischendrin ging mein kleiner Rucksack, der in dem die Restbestände an frischen Schlüpfern und die 4 Hefte, die ich auf der Reise vollgeschrieben habe dirn sind, eigener Wege und ich hoffe sehr, dass er seinen Weg zurück zu mir findet. Nicht so sehr wegen der Schlüpfer – inzwischen habe ich selbst wieder frische hergestellt. Aber wenn die Hefte wegkommen, bin ich ziemlich aufgeschmissen, wenn es daran geht, das Buch zu schreiben. (Noch aufgeschmissener als ohnehin schon.)

    Boh, ist das warm …

    (Volker Strübing)

  • Drehschluss!

    (Foto: Torsten Schäfer, www.t1t-trebur.de)

    Alles geschafft. Abgedreht. Abgefahren. Wenn wir jetzt noch abfliegen würden … wir hängen in Longyearbean/Spitzbergen fest, weil alle Flüge wegen Nebels gecancelt sind. Sieht so aus, als würde ich nach dem Gletscherbad auch noch in der Arktis zelten 🙂 Hoffentlich schaffe ich es Dienstag auf ein Bier zu LSD.

    (Volker Strübing)