Oh, wie wir euch lieben, Schweizerinnen und Schweizer, ihr schnuppeligen Pupspüppchen, ihr Ameisennäschen, ihr Gummibärchenpopos, ihr gemütserwärmenden Schokischnütchen, ihr Weltschmerztrösterli. Ach, ihr niedlichen Wuselputze mit euren ricolaschweizerkräuterzuckrsüßen Händchen und Füßchen und Öhrchen und Äugleinschön.
Ihr seid fürwahr die Toblekrone der Schöpfung
(Team LSD)
Vielen, vielen Dank an alle, die phantastischen Tage in Zürich möglich gemacht haben. Es war grandios. Echt jetze, ohne Scheiß!
Neuer Slam Champion ist Sebastian 23, neuer U20-Champ Bleu Broode (den ich leider verpasst habe, aber der bestümpt genauso verdient gewonnen hat wie Sebastian). Herzlichen Glückwunsch! Herzlichen Glückwunsch auch an an dieser Stelle nochmal an Micha, der sich noch zwei ganz besondere Orden an die Brust heften kann: Zum einen ist er der erste Slammer, der jemals 0 Punkte bekommen hat und trotzdem als Slam Championnach Hause ging, zum anderen ist er (soweit ich weiß) der erste Berliner, der je Schweizer Meister geworden ist. Und das kam so:
Im Einzelfinale, das Micha nach einer gewonnenen Vorrunde und einem gewonnenen Halbfinale erreicht hatte, gab es ein spezielles Abstimmungssystem. Die 8 Finalisten traten in Zweiergruppen gegeneinander an. Nach dem Auftritt von jeweils 2 Teilnehmern entschieden 13 Leute aus dem Publikum, wer von beiden einen Schritt weiterkommt, in dem sie entweder ein X für den ersten oder ein O für den zweiten hochhielten.
Micha hatte das Pech gegen Gabriel Vetter anzutreten – immer ein schweres Los, aber Gabriel hatte einen Text auf Schweizerdeutsch im Gepäck und ich muss neidvolllos eingestehen, dass ich noch nie erlebt habe, dass ein Saal so getobt hat. Beim normalen Jurybewertungssystem erklären die Moderatoren vorher gerne, dass eine 1 für einen Text steht, der nie hätte geschrieben werden dürfen, eine 10 für einen, der im Raum einen kollektiven Orgasmus auslöst. Das war ne 10, aber hallo. Schade, dass ich den Text kaum verstanden habe … bei Hochgeschwindigkeitsschweizerdeutsch muss ich kapitulieren. Und da ich Gabriel und seine (hochdeutschen) Texte kenne, gehe ich davon aus, dass ich dadurch etwas wirklich schönes verpasst habe.
Armer Micha. Musste danach auf die Bühne vor das sich immer noch in den wohligen Nachwehen des Orgasmus wiegte (kann man das so sagen? Hm, naja, offensichtlich). Sie haben ihn trotzdem gefeiert, haben gejubelt und gelacht; es war ein klasse Auftritt und trotzdem hat nicht einer sein Schild für Micha gehoben, wo er doch gegen jeden anderen Text im Finale (auch Gabriels zweiten!) zumindest nur knapp verloren hätte. So: Keine Chance. Pech gehabt.Ihm nicht einmal einen Trostpunkt zu geben fand ich trotzdem ziemlich garstig …
Ironischerweise ist er trotzdem offizieller Schweizer Meister geworden, obwohl er von einem Schweizer mit einem Text auf Schweizerdeutsch aus dem Finale geschmissen wurde – denn Micha war für den Slam in Baden nominiert, Gabriel Vetter aber für den Slam in Bochum und damit war Micha der einzige für einen Schweizer Slam angetretene Poet im Finale, ergo der höchstplatzierte Schweizer Slammer.
Ist schon lustig, das alles! Micha, wehe, Du lässt Dir davon länger als 3 Tage die Laune verderben, alter Meisterschweizer!
So. Und hier noch ein Foto von Andy Strauss mit einer Unbekannten Dame vor seinem Auftritt im Halbfinale.
(Volker Strübing)
Update: Hier kann man sich die Beiträge des Einzelfinales angucken!







