Kategorie: Weltuntergang

  • Rettung der Menschheit wegen mangelnder Nachfrage abgeblasen

    Ivo hat für Watch Berlin drei Sachen aus der Liste der 500 Dinge, die besser sind als Fußballgucken verfilmt. Eigentlich freut mich das sehr und schön ist es auch geworden, aber ich kriege immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich daran denke, weil ich das Projekt seit Ewigkeiten nicht fortgesetzt habe. Ich sollte es enlich von den unteren Rängen der „Muss ich mich mal drum kümmern“-Liste streichen und es ganz beerdigen, damit ich das nicht immerzu mit mir rumschleppe. Es gibt 500 Dinge, die mir gerade wichtiger sind. Und funktioniert hat es sowieso nicht: Die Menschheit hat mein großzügiges Angebot, sie vom Fußballwahn zu heilen abgelehnt. Oft hatte ich das Gefühl, die Leute dachten, das sei alles gar nicht ernst gemeint gewesen. Gelacht haben sie, gelacht! Da kannste nix machen.

    (Volker Strübing)

  • Ein richtig schlechter Sonntagmorgen

    Vor einer Stunde wollte ich endlich mit Teil 14 von Kloss und Spinne anfangen. Und musste feststellen, dass alle, alle, alle Animationsdateien nicht mehr funktionieren. Das Animationsprogramm findet die mühsam eingebetteten Einzelbilder nicht mehr, obwohl ich keine Verzeichnisse umbenannt oder verschoben habe. Oh nein. Wenn sich das nicht noch als doofer Traum erweist oder sich mithilfe der Sicherungsfestplatte, die ich bei Spider deponiert habe, beheben lässt, dann bedeutet das mindestens einen, eher zwei Tage zusätliche Arbeit. Und zwar richtig langweilige, blöde, frickelige Arbeit. Und diese Zeit habe ich gerade nicht.

    Grr….

    (Volker Strübing)

  • Schnipsel vom 25.1.2008

    • Schön ist es im Zug Richtung Konstanz am Freitag Nachmittag – zumindest, wenn man seine Bahn-Bonus-Punkte gegen ein 1. Klasse Upgrade eingetauscht hat und sich nicht in den hinteren Abteilen mit dem Pöbel, zu dem man ja eigentlich auch gehört, um die Plätze balgen muss. Hier ist es bequem, man hat Platz, das Selbstwertgefühl steigt und ich bin sicher, dass der Mann schräg gegenüber bei seinen ununterbrochenen Nasengrabungen sehr wohlschmeckende und ebenmäßige Popel zutage fördert. First Class Popel eben. Schön, dass ich einmal in diese Welt hineinschnuppern darf. Außerdem bekommt man Pralinen geschenkt und Zeitungen und Letzeres erlaubt es mir, mal wieder ein Blatt zu lesen, für das ich auf keinen Fall Geld ausgeben möchte: Die BILD-Zeitung. Ich fand einen Artikel über einen Intensivtäter, der schon 140 Straftaten begangen hat, Diebstahl zumeist. Dann kommt ein denkwürdiges Zitat:

      In seiner Akte steht: „Seine Lebenseinstellung ist: ‚Arbeiten ist scheiße, ich komm auch so durch.`“ Trotzdem läuft er frei herum.

      Da hätt‘ ich mich fast an der leckeren Praline verschluckt.

    • Bei Kaiser’s in den Schönhauser Allee Arcaden haben sie jetzt über den Kassen große Bildschirme aufgehängt, auf denen Werbung läuft. Sicher haben sie dabei nur an das Wohl der Kunden gedacht, die sich in den häufig sehr langen Warteschlangen langweilen. Danke dafür. Ist bestimmt auch viel blliger, als noch ne Kasse zu öffnen.
    • Seit langem frage ich mich – und andere – ob mein Eindruck, dass des Abend immer mehr junge und jungtuende Leute mit offenen Bieren (manche auch mit Beck’s) durch die Gegend laufen oder fahren. Einige Bekannte haben diesen Eindruck bestätigt, andere haben den Kopf geschüttelt und darauf hingewiesen, dass es das auch früher schon gab. Klar gab’s das auch schon früher. Herrjeh, ich hab das auch gemacht. Jugend muss Scheiße sein und die Alten ärgern. Aber das isses ja grade: Ich habe nicht den Eindruck, dass die das machen, um Scheiße zu sein oder die Alten zu ärgern, sondern weil’s für sie einfach die normalste Sache der Welt ist. Sodom und Gomorrha!

    (Volker Strübing)

     

     

  • Niemand hat die Absicht, einen Überwachungsstaat zu errichten

    Ich gebe es zu: Ich gehörte zu den kleingeistigen Schissern, die sich wegen Vorratsdatenspeicherung & Co. Sorgen gemacht haben. Aber jetzt hat Bundesjustizministerin Zypries zum Glück klargestellt: „Das ist nicht der Weg in den Überwachungsstaat.“ Na dann. Die Frau wird schon wissen, was sie sagt („Browser? Was sind jetzt nochmal Browser?„). Die ist immerhin Ministerin und ich bin nur ein kleiner, dummer Bürger, dessen Telefon- und Internetverbindungsdaten gefälligst gespeichert gehören als „notwendiger Schritt zur Kriminalitätsüberwachung“. Ich bin jetzt zwar gerade gar nicht so kriminalitätsmäßig unterwegs, aber Kontrolle ist besser.

    Spaß beiseite.

    Ein CDU-Abgeordneter namens Kauder sagte: „Wer das Schreckgespenst des Orwell’schen Überwachungsstaates an die Wand malt, der zündelt.“ (Und muss deshalb überwacht werden?)
    Ich sage: Wer das Schreckgespenst des Orwell’schen Überwachungsstaates an die Wand malt, der malt das Schreckgespenst des Orwell’schen Überwachungssaates an die Wand. Wer den Orwell’schen Überwachungsstaat Schritt für Schritt per Gesetz festschreibt, der zündelt. Und außerdem: Selber Schreckgespenst, Herr Kauder!

    (Volker Strübing)

  • Kid Wars

    Gerade habe ich im Radio ein Interview mit einer Soziologin zum Thema „Kinderboom im Prenzlauer Berg“ gehört. Seitdem grübele ich darüber nach, ob es mit dem „Boom“ etwas anderes auf sich hat, als ich bisher dachte. Schließlich habe ich dieses Wort zuallererst in Comics gelesen, wo es üblicherweise das Geräusch einer Explosion beschrieb. Und nun sprach diese Frau im Radio von Leuten, die als Studenten nach Ostberlin gezogen, mittlerweile mit dem Studium fertig und „in der Kinderkriegphase“ seien.

    Stimmt irgendwie mit meiner Beobachtung überein, dass die Kinderwagen immer monströser werden. Inzwischen schieben einige Mütter ja halbe Humvees über die Gehwege. Und man stellt sich ihnen besser nicht in den Weg.

    (Volker Strübing)

  • Woanders hungern die Kinder und Volker Strübing rettet die Wale

    (Dies ist eine ältere Geschichte, die ich schon längst mal hier reinstellen wollte.)
    „Woanders hungern die Kinder und du willst nicht aufessen.“ Wer hat diesen Satz als Kind nicht hören müssen? Von Kindergärtnerinnen, Hortnerinnen, Ferienlager-Aufsehern oder einer ungeliebten Tante.
    Ein blöder Satz. Inhaltlich natürlich völlig korrekt. „Ich habe eine Nase und 1 plus 1 ist gleich zwei.“ Wer würde das bestreiten? Das Schlimme ist der konstruierte Scheinzusammenhang, der mitschwingende Vorwurf, der Versuch, den Kindern die Ungerechtigkeit einer Welt anzulasten, für die doch die Erwachsenen verantwortlich sind. Komisch eigentlich, dass mir meine Unterstufenlehrerin nie an den Kopf geworfen hat: „Du schwatzt im Unterricht und die Amerikaner bauen Atombomben“ oder: „Du hast deinen Turnbeutel vergessen und mein Mann geht fremd“. Vielleicht hatte ich einfach Glück und ihr Mann ist nicht fremdgegangen – obwohl es ihm zu wünschen gewesen wäre. (mehr …)

  • Bombengeschäft

    Gerade habe ich in die dümmliche Trash-SciFi-Serie Primeval auf Pro 7 reingeschaut. In einem britischen Wald hat sich ein Zeitfenster aufgetan, durch das nun allerlei schlecht animierte Viecher aus der Vergangenheit in unsere Zeit spazieren, die Kinderzimmer von zufälligerweise Sauriermodelle sammelnden Kindern verwüsten und – ein bisschen Spaß muss sein – unsympathischen Nebenfiguren auf die Schulter kacken.
    In der Werbepause tat sich dann überraschend ein Fenster in die Zukunft auf. In die Zukunft von Fernsehen und Terrorismus um genau zu sein. Pro 7 bewarb die Ausstrahlung des Blockbusters „Der Anschlag“ am Sonntag. Am Ende folgte der Hinweis: „Der Anschlag wird ihnen präsentiert von Radeberger“.

    (Volker Strübing)

  • Kloß und Spinne – Teil 2: Klimakatastrophe

    Meine Fresse, war ich fleißig …

    [youtube=http://www.youtube.com/watch?v=OB7LqL5sOlg]

    Aber wöchentlich … nee, das wird nichts. Da würde ich vor dem Computer vereinsamen und verhungern. Und ich habe gerade extra nochmal meine guten Vorsätze für 2007 durchgeguckt, und „Vor dem Computer vereinsamen und verhungern“ war nicht dabei 🙁

    Also vielleicht alle 2 Wochen oder alle 11 oder so.
    (Volker Strübing)

  • SpiegelBild

    Keine Zeit! Muss was für heute Abend machen. Darum statt nem eigenen Text nur ein Link zu einem Artikel In Heiko Wernings Reptilien-Blog. Eine schön geschriebene und absolut berechtigte Abrechnung mit der Spiegel-Titel-Story „Die große Klima-Hysterie“

    Die SPIEGEL-Titelgeschichte verbreitet keineswegs falsche Fakten – sie ist nur ein Meisterstück infamer Demagogie. Denn sie zupft sich Dutzende von komplett aus dem Zusammenhang gerissene Einzelinformationen, garniert sie mit ein paar Außenseitermeinungen, wählt von mehreren denkbaren Szenarien immer das Günstigste und macht die Stoßrichtung dann sprachlich klar: So werden aus Wissenschaftlern mit Thesen jenseits der fachlichen Mehrheitsmeinung eben plötzlich jene „kühlen Köpfe“ oder „Besonnene“, während alle, die nicht so recht glauben mögen, dass eine Klimaerwärmung so glimpflich oder gar positiv ausgeht, eben mit abwertenden Hysterie-Vokabeln überzogen werden. Dazu ein kräftiger Schuss Zynismus: „Zweifellos wird es Verlierer des Wandels geben – aber eben auch Gewinner“, und fertig ist das rebellische Anti-Mainstream-Meinungsstück.

    Gibts eigentlich sowas wie Bildblog für den Spiegel?

    Übrigens – Zufall? Synchronizität? Verschwörung? – sitze ich gerade am zweiten Teil von Kloß und Spinne, in welchem die beiden über die Erderwärmung diskutieren … mal gucken, ob ich bis heut Abend eine Rohfassung hinkriege.

    (Volker Strübing)

  • Dann lieber Depressionen

    weltlachtag.jpg

    Ist das nicht unfassbar grauenvoll? Humor- und Spaß-Experten an Infoständen! Klinik-Clowns! Duftige WC-Jonglierkunst!?!?! Bis einer heult!

    (Volker Strübing)