Der Schnipselfriedhof wird noch nicht ausverkauft, macht aber Pause bis nächste Woche.
Kategorie: Weltuntergang
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Traurige, drahtlose Zukunft
Gestern die letzte Folge der letzten Staffel von The Wire gesehen. Und jetzt?
Die überaus begeisterten Empfehlungen und Kritiken hatten mich skeptisch gemacht: So gut konnte diese Serie doch nun wirklich nicht sein, oder? Doch konnte sie. The Wire war das beste, was ich seit Ewigkeiten gesehen habe.
Mit Dr. House bin ich auch fast durch (die fünfte Staffel ist bis jetzt aber nicht so gut), danach sind die beiden letzten Staffeln von Lost dran und dann beginnt die Suche nach der zweitbesten Serie der Welt.
The Wire Quotes (Achtung, Spoiler! Ist aber eh nur schön, wenn man die Serie schon gesehen hat):
[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=-Sgj78QG9Bg]
[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=TFh2f7rNAEI]
(VS)
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Die unsichtbare Hand am Strand
Durch eine Diskussion in einer Mailingliste bin ich auf Hotellings Gesetz und das „Eisverkäufer am Strand“-Problem gestoßen: Stellt euch einen hundert Meter langen Strand vor, der an beiden Seiten von Felsen begrenzt ist. Der Strand ist gut besucht und überall gleich schön, so dass Menschen ziemlich gleichmäßig über den gesamten Strand verteilt rumlümmeln. Alle freuen sich, die Sonne scheint, das Baden macht Spaß, das Sandburgenbauen macht Spaß – herrjeh, und das Sandburgenkaputtmachen erst! Um das Glück am Strand komplett zu machen, vergibt der Bürgermeister des Kurörtchens zwei Lizenzen an Eisverkäufer. „Teilt den Strand unter euch auf, ihr werdet euch schon einig!“, sagt er, dann schmeißt er sie aus seinem Büro, legt den Schlips ab und alles andere bis auf die Badehose und geht hinunter zum Strand, denn für heute hat er wirklich genug gearbeitet.
Die beiden Eisverkäufer werden sich bei einem Kräuterschnäppschen in der Currywurstbude am Bahnhof tatsächlich schnell einig: Jeder soll seinen Stand 25 Meter von den Felsen entfernt aufbauen – der eine rechts, der andere links. So hätte jeder genau 50 Meter Einzugsgebiet, für die Hälfte der Strandbesucher wäre es näher zum linken, für die andere Hälfte näher zum rechten Stand. Da sowieso beide dasselbe Eis zum selben Preis anbieten (sie sind Cousins, das Rezept haben sie von Oma und die Milch von Omas Kuh), sollten beide ihr Auskommen haben; für Neid und Zwist bestünde kein Anlass. (mehr …) -
Willkommen bei den Lumen
Um die Profite zu steigern oder zumindest auf gleichem Niveau zu halten, sind ständig wachsende Absatzmengen notwendig. Nicht die Nachfragen und Wünsche der Kunden treiben also das System an, sondern die Marketingabteilungen.
Gorz zitiert den Leiter einer US-Agentur: „Ich betrachte die Werbung als Erziehungs- und Aktivierungskraft, die in der Lage ist, die für uns notwendigen Nachfrageveränderungen einzuleiten.“
Der Kunde steht im Dienst einer Produktion, die ein Maximum an Überflüssigem hervorbringt, das schnellstmöglich kaputtgehen muss, um Platz für neue Waren zu schaffen.Annette Jensen in der Taz vom 13./14.6.
über das Buch „Auswege aus dem Kapitalismus“ von André GorzSehr schön zusammengefasst. Ein wirklich zufriedener Kunde ist das letzte, was sich irgendein Hersteller wünschen kann. Zufrieden darf er nur mit dem kurzen Kick des Neukaufs sein, damit er sich den auch in Zukunft mit Produkten desselben Herstellers holt. Und die erste und wichtigste Aufgabe der Werbung ist es, die Menschen unzufrieden zu machen.
Lesetip: „Unheimliche Erscheinungsformen auf Omega XI“ von Johanna und Günther Braun.
(VS)
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Gedanke beim Kaffeetrinken
Vielleicht sollte man einfach nicht zuviel erwarten von der Menschheit. Ich meine, Atombomben bauen und zum Mond fliegen und das Internet erfinden und so Krimskrams, das klappt ja ganz gut, aber solange das Problem der spritzenden Kaffeesahnedöschen nicht gelöst ist, sollten wir uns an die großen Brocken (Hunger, Gewalt, Umweltzerstörung, Telefonhotlines, um nur die schlimmsten zu nennen) vielleicht gar nicht erst heranwagen.

Probleme zu schaffen ist halt einfacher als sie aus der Welt zu schaffen. Die Klimakatastrophe ist ein Beispiel dafür, die Kaffeesahnedöschen sind ein anderes. Auf die Gefahr hin, als Ostalgiker abgestempelt zu werden: 20 Jahre Mauerfall, das heißt für mich – sicher nicht in erster Linie, aber eben auch – : 20 Jahre spritzende Kaffeesahnedöschen, 20 Jahre, in denen sich nichts daran geändert hat. In Anlehnung an die (und in tiefer Abscheu vor der) „Aber immerhin hat er die Autobahnen gebaut“-Fraktion, möchte ich dem pathetischen Wendegejubel ein grantiges „Aber immerhin hatten wir Blechkaffeesahnekännchen!“ entgegenschleudern.
(V.S.)
(V.S.)
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KLoß und Spinne in Gefahr!
„loaded: /windows/system32/drivers/crcdisk“ – das war das letzte was mein Rechner heute Morgen beim Starten im abgesicherten Modus von sich gab. Immer wieder habe ich ihn neu gestartet, habe geschümpft und gedroht und ihm auch einen kleinen Klaps gegeben, aber das blieb sein letztes Wort. Die in Arbeit befindliche Kloß-und-Spinne-Folge ist natürlich noch nicht gesichert 🙁 Dabei war sie fast fertig, inklusive einer aufsehenerregenden Szene im Wohnzimmer von Kloßens Mutter (naja, so aufsehenerregend nun auch wieder nicht). Morgen kann ich den Computer beim Computerheilemachdienst um die Ecke abgeben. Vielleicht, vielleicht, vielleicht, kann ich ihn abends wieder abholen – dann bleibts bei der Premiere am Donnerstag bei der Chaussee – vielleicht ohne solchen Schnickschnack wie Vor- und Abspann, aber immerhin.
Aber versprechen kann ich nichts …(V.S.)
UPDATE, 16.30 Uhr: Alles ist gut. Naja, nicht alles, aber zumindest, was meinen Computer angeht. Ich habe ihn dazu gezwungen, sich selbst zu reparieren. Der Trick ging so: Ich habe ihn nochmal gestartet, und dann, als er wieder bei „loaded: /windows/system32/drivers/crcdisk“ hängenblieb, habe ich ihn urst fies angeguckt und leise und drohend „Linux“ gesagt und „Denk drüber nach!“ Und dann habe ich eine Viertelstunde geduscht und siehe da, als ich zurückkam, lief er, hatte zwar ein schmollendes „abgesicherter Modus“ in allen vier Ecken des Bildschirms stehen, aber immerhin. Dann habe ich erstmal ein paar Daten gesichert, ihn dann neugestartet, woraufhin er ewig irgendwelche Dateisystemüberprüfungen vornahm und irgendwelchen Krempel löschte oder reparierte und jetze geht wieder alles.
So einen Linux-Bootstick werde ich mir trotzdem mal machen – und wenn er nur als Drohung in der Schreibtischschublade steckt. Danke nochmal für die Tips! -
Auwacka
Auf einen alten Eintrag kam heute ein Kommentar, von dem ich sehr hoffe kann, dass er ein Spaß ist. Unter der Überschrift „Hitler? Was hat der gleich nochmal angestellt?“ habe ich mich darüber aufgeregt, dass Spiegel Online einen Artikel, der davon handelte, dass die G8-Metropole Heiligendamm wegen Schlamperei bis vor kurzem noch Andolf Hitler als Ehrenbürger führte, mit einer Fotostrecke über das dritte Reich und den zweiten Weltkrieg bebilderte – inklusive Stauffenberg-Attentat und Atombombenabwurf auf Hiroshima. Ich fragte mich, ob die mir nicht zutrauen, zu wissen, warum das ein eher zweifelhafter Ehrenbürger ist und was die Atombombe mit Heiligendamm zu tun hat. (Die richtige Antwort kam vom Stralau-Blog: Es geht bei den Bilderstrecken oft nicht um Information oder so, sondern einfach nur um das Generieren von Klicks, damit man die Werbung teuer verkaufen kann …)
Und nun schrieb keineahnunglady:
was hat der hitler jezta in kurzen und eigenen wörtern erklärt gmacht???
etwas peiinlich zu fragen aba egal ihr kennts mich eh nicht persönlich !!
meine geschichteleherin boah bei der checkt man voll niix!!!Nee, nee, das muss ein Witz sein …
(Volker Strübing)
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Ferien an der Havel (1): FKK?
Ich habe in der vergangenen Woche beim Urlaub an der Havel in Brandenburg festgestellt, dass die FKK nun wohl völlig unüblich geworden ist. War die nicht mal normal? War die nicht mal Norm? Zum Glück hatte ich eine Badehose dabei. So konnte ich dem albernen Textilbaden ganz opportunistisch dabei helfen, sich zu etablieren.
(Andreas Krenzke)
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Da fällt auch Spinne nüscht Positives mehr zu ein …
Kurz vor der Abreise in den Norden wollte ich noch einen Kloß und Spinne Film machen. Ich hatte den Ton für die Episode längst aufgenommen; sie war auch schon im Radio gelaufen. Es hätte (je nach nachdem wieviele Kleinigkeiten und neue Animationen ich eingebaut hätte) 2 Tage bis eine Woche gebraucht. Als ich Anime Studio Pro 5, mit dem ich die Animationen mache, startete, sah ich folgendes:
Das Programm schien die einzelnen Bilder, die ich für die Trickfilme verwende, nicht mehr zu finden. Ich dachte, ich hätte vielleicht versehntlich den Ordner mit den Einzelbildern verschoben, aber das war nicht der Fall. Zumal er einige Bilder doch noch korrekt anzeigte. Ein System war nicht zu erkennen.
Ich habe den ganzen Ärger auf die Zeit nach der Reise verschoben.
Gestern habe ich mich nun an die Reparatur gemacht. Als erstes habe ich alles aus einem Backup wiederhergestellt, dann ein älters Backup ausprobiert, dann ein noch älteres … kein Erfolg. Dann habe ich das Programm neu installiert. Auch ohne Ergebnis. Und dann habe ich gestern Nachmittag jedes Bild einzeln wieder eingebunden. Zum Glück zeigte er mir die Namen noch richtig an, so dass ich die passenden Bilder schnell fand. Auch die Parameter waren größtenteils erhalten geblieben, so dass ich nicht viel hin- und herrücken musste, sondern meist nur die Quelle neu angeben musste. Ein paar Stunden war ich dennoch beschäftigt.
Danach fing ich endlich mit der 14.Folge an, um sie morgen, wenn ich als Gast bei LSD bin, vorführen zu können.
Vor einer halben Stunde habe ich mich wieder daran gesetzt um weiterzuarbeiten und starrte wieder auf einen Bildschirm voller kaputter Bilder.
Ich weiß nicht, was ich jetzt machen soll. Vielleicht ziehe ich die ganze Prozedur morgen früh stoisch nocheinmal durch und hoffe, in ein paar Stunden eine Notversion zusammenzustoppeln, die ich zeigen kann. Und dann schreibe ich eine Anfrage in irgendwelche Foren. Ich habe keine Ahnung woran sowas liegen kann, wie sowas von einem Tag auf den anderen passiert, wenn man nichts am Computer ändert.
Computer und Software sind einfach noch nicht ausgereift, man sollte sie nicht auf die Menschheit loslassen. Was die Hersteller mit uns machen erinnert mich doch stark an die 50er Jahre, als man Soldaten in die Atomtestgelände schickte um mal zu gucken, was mit denen so passiert.
Hör mir uff.
(Volker Strübing)


