Kategorie: Zumutungen

  • Endlich bewiesen: Nichtexistenz Gottes und Existenz des Weihnachtsmannes

    Und es begab sich aber um die Weihnachtszeit des Jahres 2008, das Volker sich durch das Fernsehprogramm zappte. Und mit fassunglosem Gesicht bei NTV hängenblieb. „Ben Becker liest die Bibel“. Sicher – ich hatte schon davon gehört und mir gedacht, dass es Mist ist, aber das war doch noch ein ganzes Stück schlimmer als erwartet. Mit tiefer, voll bedeutungsscheinschwangerer Stimme trug Ben Becker vor, wer wen gezeugt hatte und was dieser oder jener Prophet oder Gott „aber“ gesagt habe.* Dazu lief schlimme Musik. Und am unteren Bildschirmrand informierten ununterbrochen zwei Scrollbalken über die aktuellen Börsenkurse und die neuesten schlechten Nachrichten aus aller Welt.
    War das ernstgemeint oder ironisch? Hm. Auf alle Fälle Blasphemie. Und wenn es einen Gott gäbe, so mag er zwar bei Kriegen und Hungersnöten desinteressiert wegschauen, hier aber hätte er zürnen und einschreiten müssen, also ich hätte das gemacht, wenn ich Gott wäre!

    Apropos Gott: In der Sueddeutschen Zeitung hat der Erzbischof von Freiburg auf die Frage, was wäre, wenn es keinen Gott gäbe, so geantwortet:

    Die menschliche Existenz würde sich einem in höchstem Maß unwahrscheinlichen Zufall verdanken. Es gäbe keine Gerechtigkeit nach dem Tod für die ungezählten Geschundenen der Geschichte. Der Mörder triumphierte endgültig über sein Opfer. Die Liebe wäre nicht ewig, sondern vergänglich, der verweste Leichnam wäre, nach dem Verlöschen der Erinnerung, alles, was vom Menschen bliebe.

    (www.sueddeutsche.de)

    Er schließt jedoch, dass es ja zum Glück nicht so sei. Ein Glaubensbekenntnis nach dem Motto „Weil nicht sein kann, was nicht sein darf“.

    Und Dr. Manfred Lütz haut in dieselbe Kerbe:

    Wenn es Gott nicht gäbe, gäbe es zwar auch weiterhin Menschen, die sich bemühen würden, moralisch zu handeln. Doch Moralität wäre dann mit dem Stigma der Unvernünftigkeit belastet.

    Ganz davon abgesehen, dass ich es ziemlich unmoralisch finde, dem Menschen jegliche eigene und „vernünftige“ Moral abzusprechen, könnte man genauso natürlich auch für die Existenz des Weihnachtsmannes argumentieren. Wenn es den Weihnachtsmann nicht gäbe, würde es zwar immer Kinder geben, die sich bemühen, brav zu sein, aber da sie ja wissen, dass die Eltern die Geschenke sowieso selbst kaufen und ihnen geben, wäre das dann mit dem Stigma der Unvernünftigkeit behaftet. Weihnachten wäre nur noch leeres Ritual und Konsumwahnsinn. Weil dies aber nicht sein kann, darf es auch nicht sein, der Weihnachtsmann MUSS folglich existieren. Wie schön.

    (Volker Strübing)

    * Neulich aber tauchte die Frage auf, was dieses dauernde rumgeabere in Bibeltexten soll. War es vor ein paar Jahrhunderten modern überflüssige Abers in Texte einzubauen, um ihnen mehr Dramatik zu verleihen? Oder hatte es damals noch eine weitere, heute verlorengegangene Bedeutung?

  • Hoffentlich kriegt jetzt niemand Alpträume …

    Weihnachtseinkäufe sind einer der Schrecken der modernen Zivilisation. In Berlin hat es sich der Kaufhof am Alex ganz uneigennützig zum Ziel gesetzt, die Verbraucher zu warnen:

    horror-01

    Ist diese Frau komplett am Computer gemacht oder ist das nur ein Photoshop-Overkill? Das Ergebnis ist jedenfalls mindestens so gruselig wie das Filmposter zu Saw IV, allerdings nur halb so schön wie mein Lieblingsreklameplakat der letzten Jahre:

    horror-02

    Nein, der Bauzaun im Vordergrund stört nicht, ohne ihn wäre das Bild noch viel beunruhigender und ich hätte mich nicht so nah an diese … ja, was? Wer-erdbeere? … herangetraut. Ist Zörbiger eigentlich nach dieser Plakataktion Pleite gegangen? Bestümpt. Doch, doch ganz sicher, wenn danach noch jemand was von denen gekauft hätte, würde ich meinen Glauben an die Menschheit verlieren.

    (Volker Strübing)

  • Sarah Palin versteht wenigstens Spaß …

    Elis hatte ja vermutet, dass McCain die Wahl gewinnt, vor Freude an einem Herzinfarkt stirbt und Sarah Palin die erste Präsidentin der Vereinigten Staaten wird. Na, das hätte ein Hallo gegeben!

    Bei allem , was man gegen sie vorbringen kann, muss man ihr doch eines zugestehen: Nicht nur, dass sie ein prima Ziel für Spott abgibt – sie wehrt sich auch nicht dagegen, sondern patscht mit einem etwas verkrampft wirkenden Grinsen in jedes Fettnäpfchen, das man ihr hinstellt. Und hinterher lässt sie ihre Sprecherin erklären, wie froh sie sei, nun auch endlich zu den Verarschten zu gehören.

    Palins Sprecherin Tracey Schmitt bestätigte das Telefongespräch. Palin sei «ein bisschen belustigt» gewesen, zu wissen, dass auch sie nun zur langen Liste von Staatsmännern gehöre, die bei ähnlichen Gelegenheiten reingelegt wurden. Auch Sarkozy habe es schon erwischt. «C’est la vie» (so ist das Leben), sagte ihre Sprecherin weltgewandt.

    (Quelle: Netzzeitung.de)

    In Wirklichkeit hat sie wahrscheinlich in ihrem Büro getobt und ein paar Robben geschlachtet, um ihre Wut loszuwerden, aber immerhin hat sie nicht die Anwälte losgeschickt wie Andrea „Wer hat uns verraten“ Ypsilanti oder oben erwähnter Sarkozy, der Stoff-Voodoopuppen von sich verbieten lassen wollte.

    Bedenklich auch, dass man in Großbrittanien mit dem berühmten schwarzen britischen Humor nicht mehr klarkommt:

    Jeremy Clarkson co-moderiert das beliebte Automagazin „Top Gear“ für die BBC. Am vergangenen Sonntag ließ sich Clarkson darin zu folgendem Wortbeitrag hinreißen: „Lkw-Fahrer müssen sich jeden Arbeitstag verdammt anstrengen: Schalten, schalten, schalten, in den Rückspiel gucken, eine Prostituierte ermorden. Schalten, schalten, morden. Echt anstrengend.“

    Am Tag der Ausstrahlung gingen laut Tageszeitung „Times“ 517 Beschwerden bei der BBC ein, auch die Aufsichtsbehörde Ofcom gab an, dass sich wütende Zuschauer gemeldet hätten.

    (Quelle: Spiegel Online)

    Wenn es eine nationale Eigenheit gibt, an der man „auf den Inseln“ arbeiten sollte, dann ist das doch wohl das Essen und nicht der Humor. Aber vielleicht sind die Briten auch bis auf ein paar Ausnahmekomiker genauso humorlos, wie sie es von den Deutschen glauben?!

    Naja, ich habe gut reden. Wenns mal Volkervoodoopuppen gibt oder ein Lesebühnenautor zum LKW-Fahrer-Mörder wird und ich mir dauernd anhören muss, dass das Lesebühnenautorenleben sicher anstrengend ist (schreiben, schreiben, vorlesen, einen LKW-Fahrer ermorden, schreiben …) wird sich zeigen, wieviel Spaß ich wirklich verstehe.

    Auf Spaßanrufe falle ich jedenfalls nicht mehr rein. Neulich erst wollte mich wieder jemand verulken:

    – Guten Tag, ich bin Frau Sowieso von der Deutschen Telekom. Ich habe mir mal ihre Rechnung angeschaut, und wollte wissen, ob sie vielleicht …

    – Nein, will ich nicht.

    – Sie wollen also nichts sparen?

    – Nein, will ich nicht. Wiederhören … äh … Quatsch! Tschüß, meine ich!

    (Volker Strübing)

  • Kann mal bitte jemand Bescheid sagen …

    … dass es jetzt wirklich langsam reicht mit Bossa-Nova und Easy-Listening-Versionen von New Wave Songs und 80er-Jahre-Hits? Nouvelle Vague waren ja ganz nett, als sie neu waren, auch wenn ihr Schema F schon damals nicht neu war (ich glaube, Prozac For Lovers haben damit angefangen).
    Da hatte jemand ne hübsche Idee – genau EINE hübsche Idee – und jetzt läuft diese Masche und läuft und läuft und nervt gewaltig. Oder wird man nur in Berliner Kneipen und Cafés damit dauerberieselt?

    (Volker Strübing)

  • In jenen finsteren Tagen, als die Kommunisten vor den Kneipen rauchten …

    Gerstern Abend: Neukölln wie man es kennt und liebt. Auf dem U-Bahnhof Alexanderplatz (ja gut, das ist Berlin Mitte, aber nicht zu Unrecht wird  Mitte ja das „Neukölln Venedigs“ genannt oder auch „Neuköllsche Schweiz“ bzw. „Neukölln der Herzen“), auf dem U-Bahnhof Alex, am Bahnsteig der U8 jedenfalls brabbelt und schimpft ein Betrunkener die Leute an: „Wohßn Heinrich Heine? Muss nach Heinrich-Heine-Straße, ey, scheiße, Wohßndis?“ Eine junge Frau auf der Wartebank erklärt ihm, dass er zwei Stationen Richtung Hermannstraße fahren müsse und zeigt ihm das Gleis. „Watt? Will nach Heinrich-Heine-Straße, Alter. Weeßicke wo dis is!“ Sie erklärt es ihm noch einmal. „Watt? Da? Die een saren so, die andern so, ehmt sacht noch jemand, musste da fahrn, jetze kommt die und sagt, musste da fahren. ACH LECKT MICH DOCH ALLE AM ARSCH! Wo mussick jetzt lang?“ Sie erklärt es ihm nochmal, wird wieder nur angeblafft und erklärt es ihm nochmal, steht auf, geht zu ihm und zeigt es ihm, als die Bahn einfährt, damit er auch wirklich die richtige nimmt, wird dafür von ihm angemault. Bewundernswert. Also nicht, dass der Typ sie anmault, sondern die Geduld und Freundlichkeit, die sie diesem Mann schenkt, ein Geschenk, dass so offensichtlich verschwendet ist.

    Ich hätte ihm einmal gesagt, wo er lang muss, er hätte mich vollgenörgelt und ich hätte ihn daraufhin achselzuckend sich selbst überlassen. Soll er doch sehen wie er hinkommt, wo er hin will oder besser noch dahin wo der Pfeffer wächst. Ich gebs nur ungern zu, aber ich habe für sowas nicht mehr viel Geduld und Nerven. Ist das Abstumpfung? Habe ich einfach zuviel davon gesehen? Macht das Leben einen hart? Ich weiß noch, dass mich die ersten Bettler nach der Wende ziemlich schockiert haben – obwohl ich ja durch das Fernsehen darauf vorbereitet war. Heute werfe ich etwas in den Hut und das war’s dann, schnell weiter und bitte, bitte, jetzt keine Musiker oder Obdachlosenzeitungsverkäufer in der Bahn, ich will einfach nur meine Ruhe.

    Dank der Frau nimmt der Betrunkene die richtige Bahn, was freilich kein Anlass für ein „Dankeschön“ ist. Mit uns steigen zwei Wachschutzleute ein, offenbar vom Fahrer oder Fahrgästen alarmiert, um einen Obdachlosen, der mit vollgekackter Hose bewusslos im Gang der U-Bahn liegt, herauszuschleifen. Ich verziehe mich ganz nach hinten, soweit es geht weg vom Gestank und dem die ganze Zeit weiterschimpfenden und brabbelnden Mann. Stelle schaudernd fest, dass mein Ekel mindestens so groß ist wie mein Mitleid und ich unglaublich erleichtert bin, dass sich andere um den Mann mit der vollen Hose kümmern.

    Später, vor der Lesung, vor der Kneipe, rauchen wir eine Zigarette (hallo Peter!), als uns ein Hund mit Mann, naja, mit Männchen entgegenkommt. Der Mann trägt schlabberige Stonewashedjeansklamotten und schlabberige Haare – 10 Euro, dass er einen Kamm in der Gesäßtasche hat! – , er hat den tapsigen Gang eines Alkoholikers im Endstadium; alter deutscher Trinkeradel. Er bleibt bei uns stehen, sieht unsere Zigaretten, seine Augen schlackern zwischen uns umher, dann sagt er: „Ja, ja, dis könnter! Hier in der Kälte stehen und rauchen! Aber mal ’n Schild an die Tür machen mit der Aufschrift Raucherkneipe, dis könnter nich! Nee, nee, nee, was is nur aus der deutschen Jugend geworden?“ Und, an seinen Hund gewandt: „Komm Adolf! Lass die doch stehen. Sieg heil!“ Dann tappert das Herrenrassenanschauungsexemplar weiter, dreht sich nach 10 Metern noch einmal um und ruft: „Ihr seid doch Kommunisten! Euch muss man verfolgen! Sieg heil!“

    Die Lesung war übrigens sehr schön und hinterher haben wir noch das seltsamste indische Restaurant der ganzen Welt kennengelernt, aber das ist schon wieder eine ganz andere Geschichte. Vielleicht schreibt sie ja Uli Hannemann in sein Blök, der hat uns schließlich dorthin hingelotst!

    (Volker Strübing)

  • In diesem Artikel geht es um Kacke

    18.45 Pause gemacht. Pizza gegessen. Ferngeguckt. Eine Sendung, in der das Leben eines Menschen in Zahlen zusammengefasst wurde und entsprechend bebildert wurde. Klang interessant, ich steh ja so auf abstruse Statistiken und Vergleiche. Wenn die Sonne so groß wär wie ein Gummiball, wär ein Gummiball so groß wie ein noch viel kleinerer Gummiball. Wieviele Gletscher kann man aus einem Eiswürfel schnitzen. So Zeugs.

    Die Sendung war erstaunlich langweilig und uninformativ. Manches war hübsch anzusehen. Zum Beispiel als sie auf einem Teich, dessen Inhalt der von einem Menschen benutzten Wassermenge entsprach, für jedes Vollbad, dass er im Durchschnitt im Leben nimmt, eine Plasteente schwimmen ließen. Oder als sie ein Klo mit 3,9 t braunem Zeugs (war es Kacke?) bekippten, was der Menge entspricht, die Ottonormalscheißer im Leben kackt. Wichtige Fragen blieben unbeantwortet: Der Mensch isst im Leben ungefähr die 10fache Menge. Was passiert mit dem Rest? So träge wie ich mich manchmal fühle, glaube ich nicht, dass ich 90 Prozent der Nahrungsmaterie in Energie überführe. Gut, man pinkelt und schwitzt auch, aber bei den 40 Tonnen Essen waren ja die Getränke auch nicht mitgezählt und im Kot ist auch Wasser enthalten. Soviele Schuppen und Popel habe ich auch nicht, dass sie die Differenz erklären. Oder habe ich mich bloß verhört? Nee, glaube nicht. Immerhin war von 7 Kühen, 45 Schweinen, mehr als 1000 Hühnern und Tausenden Broten die Rede, die jeder von uns zum Frühstück im Laufe seines Lebens isst.Verliert man 6,3 Kühe, 40 Schweine und einen ganzen LKW voll Hühnern und Broten durch Abrieb?

    Sehr ärgerlich: Die immer wieder zu hörende, auch in dieser Doku häufig verwendete, schlechtes Gewissen erzeugen sollende und vollkommen hirnrissige Behauptung, man würde soundsoviel Wasser „verbrauchen“. Wenn ich mich dusche oder das Klo spüle oder aus Protest gegen diese unsinnige Formulierung daheim den Wasserhahn laufen lasse, wenn ich in den Urlaub fahre, dann verbrauche ich kein Wasser. Dann verschmutze oder benutze ich es. Vorhanden ist es hinterher immer noch. Das Wasser mit dem wir heute die Kacke wegspülen, benutzen wir morgen wieder zum Zähneputzen, herrjeh!

    (Volker Strübing)

  • 129 Jahre verbleibend

    Die 47247 Tage vergingen wie im Fluge. Nur die letzten 7 Stunden wollten einfach kein Ende nehmen …

    Die Anzeige der verbleibenden Zeit ist eine der mysteriösesten Sachen an der ganzen Computerei. Rechner scheinen über die Fähigkeit zu verfügen, die Zeit zu manipulieren, anders ist es nicht zu erklären, dass diese Angabe in keinerlei Beziehung zur realen Zeit steht (wobei ich mich natürlich als hoffnungsloser Anthropozentriker oute, wenn  ich die Menschenzeit für real und objektiver als die des Computers halte). Oder kann es sein, dass sich die Computer da einfach verrechnen? Machinen, die den Menschen im Schach und manchmal sogar bei Siedler 3 besiegen, sollen an so einer einfachen Aufgabe scheitern? Was sagt das dann über Spezies aus, die von diesen grauen Fehlerteufeln im Schach oder sogar bei Siedler 3 besiegt werden?

    Wenn es etwas noch Mysteriöseres als die Anzeige der verbleibenden Zeit gibt, dann das hier:

    Bei Windows Vista sieht man das ständig … und oft dauert diese Berechnung der verbleibenden Kopierzeit länger als das eigentliche Kopieren. Vielleicht weil die Manipulation des Raum-Zeit-Kontinuums, die zur Erzeugung der absurden Zeitangaben nötig ist, einen hohen Rechenaufwand mit sich bringt? Oder nur, um ein bisschen Spannung und Vorfreude zu erzeugen und die Arbeit am Computer angenehmer zugestalten? Ich weeß nich, ich weeß nich … aber ich werde es weiter beobachten … mehrmals täglich … ob ich will oder nicht …

    (Volker Strübing)

  • Olympia hat mein Essen zerstört!

    Letzten Sonnabend war ich in einem griechischen Restaurant. Es gab griechisches Essen. Glaube ich. Ich habs mir nicht angeguckt. Da hing nämlich ein großer Fernseher rum, auf den ich die ganze Zeit starren musste, obwohl da Olympia lief, was niemand sehen will. Ich zumindest nicht. Und schon gar nicht beim Essen. Das Auge isst mit, heißt es. Für mich gab es Läuferwaden an Frauen mit albernen bunten Bändern und Nasenblutensauce. Spider hat ganz recht, wenn er sich über das öffentliche Sportgucken ärgert. Nicht nur Berlin hat es zerstört, sondern auch Dessau (wo sich nämlich der Grieche befindet und Verwandschaft von mir wohnt, die wahrscheinlich auch mit essen war, wenn ich die Sprachfetzen die seitlich an mein Ohr drangen, richtig interpretiert habe).

    Urpsrünglich wurde das Fernsehen ja erfunden, um die Leute ruhigzustellen und von der Straße und den BArs fernzuhalten. Jetzt nehmen sie das Fernsehen einfach mit dahin und der ganze schöne Ansatz verkehrt sich in sein Gegenteil.

    Ich will den (echt) griechischen Restaurantbetreibern aber nicht allzu böse sein und ihnen ihre Olypiabegeisterung noch einmal nachsehen. Immerhin haben sie Olympia erfunden, das ist ihr Baby! Allerdings haben sie auch die Demokratie erfunden. Hätten sie nicht eine schöne, öde Bundestagsdebatte zeigen können? Da wäre sicher Zeit für den einen oder anderen Seitenblick auf den Teller oder den Vater oder so geblieben. Oder werden die inzwischen auch wie Musikvideos geschnitten, mit lauer sinnlosen Computergrafikeffekten und Kamerageschwindigkeitswechseln und dussligen Trailern drin? Das Ende der Welt ist nah!

    Aber vorher gibts noch LSD am neuen Ort, im „Lokal“, Rosenthaler Ecke Linienstraße. 21.30 Uhr. Mit Livelesung und Livemusik und garantiert ohne Sportübertragung.

    (Volker Strübing)

  • Da fällt auch Spinne nüscht Positives mehr zu ein …

    Kurz vor der Abreise in den Norden wollte ich noch einen Kloß und Spinne Film machen. Ich hatte den Ton für die Episode längst aufgenommen; sie war auch schon im Radio gelaufen. Es hätte (je nach nachdem wieviele Kleinigkeiten und neue Animationen ich eingebaut hätte) 2 Tage bis eine Woche gebraucht. Als ich Anime Studio Pro 5, mit dem ich die Animationen mache, startete, sah ich folgendes:

    Das Programm schien die einzelnen Bilder, die ich für die Trickfilme verwende, nicht mehr zu finden. Ich dachte, ich hätte vielleicht versehntlich den Ordner mit den Einzelbildern verschoben, aber das war nicht der Fall. Zumal er einige Bilder doch noch korrekt anzeigte. Ein System war nicht zu erkennen.

    Ich habe den ganzen Ärger auf die Zeit nach der Reise verschoben.

    Gestern habe ich mich nun an die Reparatur gemacht. Als erstes habe ich alles aus einem Backup wiederhergestellt, dann ein älters Backup ausprobiert, dann ein noch älteres … kein Erfolg. Dann habe ich das Programm neu installiert. Auch ohne Ergebnis. Und dann habe ich gestern Nachmittag jedes Bild einzeln wieder eingebunden. Zum Glück zeigte er mir die Namen noch richtig an, so dass ich die passenden Bilder schnell fand. Auch die Parameter waren größtenteils erhalten geblieben, so dass ich nicht viel hin- und herrücken musste, sondern meist nur die Quelle neu angeben musste. Ein paar Stunden war ich dennoch beschäftigt.

    Danach fing ich endlich mit der 14.Folge an, um sie morgen, wenn ich als Gast bei LSD bin, vorführen zu können.

    Vor einer halben Stunde habe ich mich wieder daran gesetzt um weiterzuarbeiten und starrte wieder auf einen Bildschirm voller kaputter Bilder.

    Ich weiß nicht, was ich jetzt machen soll. Vielleicht ziehe ich die ganze Prozedur morgen früh stoisch nocheinmal durch und hoffe, in ein paar Stunden eine Notversion zusammenzustoppeln, die ich zeigen kann. Und dann schreibe ich eine Anfrage in irgendwelche Foren. Ich habe keine Ahnung woran sowas liegen kann, wie sowas von einem Tag auf den anderen passiert, wenn man nichts am Computer ändert.

    Computer und Software sind einfach noch nicht ausgereift, man sollte sie nicht auf die Menschheit loslassen. Was die Hersteller mit uns machen erinnert mich doch stark an die 50er Jahre, als man Soldaten in die Atomtestgelände schickte um mal zu gucken, was mit denen so passiert.

    Hör mir uff.

    (Volker Strübing)

  • Blubber

    Hoffentlich hat mich niemand missverstanden, als ich im letzten Posting ein Blubberbad erwähnte. Nein, wir haben nicht in Walspeck gebadet, sondern in einem Whirlpool. In Island muss man mit solchen Formulierungen aufpassen. Sowas ähnliches wie ein Walspeckbad hatten wir allerdings vorvorgestern, als wir mit dem dicksten Mann der Welt in einem Jeep zusammengepresst saßen. Der erzählte uns, dass er seit seiner Kindheit Wal äße und man ihn gefälligst nicht deswegen ankacken solle. Wir gingen angesichts seiner Statur davon aus, dass er jeden Morgen ein bis zwei Wale zum Frühstück verspeist. Er hatte wohl auch noch einen halben Wal seit der letzten Woche zwischen den Zähnen hängen, zumindest roch er so. Er hat uns dann noch erklärt, dass er kein Essen mit Genen drin möge, weil er sich gesund ernähren wolle. Schon klar.

    (Volker Strübing)