… ist freilich eine ganz andere Frage:

🙁
😉
(Dieser Artikel ist ein Nachtrag zu: Wie man ein erfolgreicher Autor wird)
(Volker Strübing)
… ist freilich eine ganz andere Frage:

🙁
😉
(Dieser Artikel ist ein Nachtrag zu: Wie man ein erfolgreicher Autor wird)
(Volker Strübing)
(geschrieben: 21.2.2007, 18.00 Uhr im Zug nach Marburg)
Umsteigen ist lästig. Besonders, wenn einen ein grausamer Fahrplan dazu verurteilt, dies in Kassel-Wilhelmshöhe (in Zukunft nur noch Wilhelmshölle) zu tun. Wie scheiße dieser Bahnhof ist, sieht man schon daran, dass sich weder McDonalds noch Burger King hier angesiedelt haben. Gibt es sonst noch einen großen ICE-Bahnhof ohne mindestens eins von beidem? Bevor mich jemand missversteht: Ich will nicht sagen, dass man schöne Orte durch die Anwesenheit von Fastfood-Restaurants identifizieren kann. Im Gegenteil: So ein Ding macht jeden Ort, an dem es sich ansiedelt, hässlich und billig. Aber Kassel Wilhelmshölle ist so hässlich, dass es sogar MD und BK zu weit geht.
Stattdessen gibt es einen „Brezel-Point“, der mit einem Foto, auf dem augenscheinlich Erbrochenes abgebildet ist, sowie der Frage „Käse-Lust?“ für überbackene Irgendwasse wirbt.
Ich habe mir stattdessen einen Hot-Dog geholt. Einen ekligen Hot-Dog leider – ach, was hätte ich für einen Royal TS gegeben …
Aschenbecherfreunde kommen im Bahnhof allerdings voll auf ihre Kosten:

(Volker Strübing)
Bevor jemand sich falsche Hoffnungen auf ein Geheimrezept zum Schreiben eines Bestsellers macht: Wie man ein erfolgreicher Belletristikautor wird, habe ich noch nicht herausgefunden (obwohl ich da eine Idee habe – dazu weiter unten mehr). Es geht hier nur um den Erfolg als Weblogautor, welcher sich natürlich an der Zahl der Besucher zeigt:

Man beachte den Sprung am Ende. Das sind Zuwachsraten, von denen selbst die chinesische Wirtschaft, die globale Durchschnittstemperatur und die Dummheit der Menschen nur träumen können. Der Trick ist ganz einfach: Statt mühselig eigene Texte zu schreiben, habe ich in meinem letzten Posting lediglich auf einen schönen Text von Malte auf dem sehr berühmten und gut besuchten Spreeblick.com hingewiesen und diesen verlinkt. Mein Link tauchte dann als Trackback samt Link zum Schnipselfriedhof in den Kommentaren zu diesem Text auf. Ich hatte Glück, dass ich den Artikel kurz nach dem Upload gelesen und ihn nach dem Lesen gleich verlinkt habe, so dass mein Trackback der zehnte von mittlerweile 117 Kommentaren ist. (Und wenn ich den Beitrag in diesem Posting nochmal verlinken würde, könnte ich auch noch die Nr.118 werden 😉
Die Strategie zur Erlangung der Weltherrschaft (zumindest die Weltherrschaft über die deutsche Blogosphäre) steht damit fest: Ich erstelle eine Reihe von Vorlagen des Typs: „Gerade beim Surfen über einen ganz hervorragenden Beitrag auf XY gestoßen …“ und dann verfolge ich in zig Browsertabs, die ich den ganzen Tag lang immer nacheinander aktiviere und aktualisiere, das Geschehen auf allen großen Blogs. Sobald es irgendwo ein neues Posting gibt … na, ihr ahnt es schon …
Mag sein, dass ich mir damit Feinde mache, aber ich sag immer: Weltherrschaft ohne Feinde, das gibt’s nicht.
Na gut, ehrlich gesagt wäre der oben gezeigte Anstieg um einiges flacher verlaufen, wenn nicht ix von wirres.net so freundlich gewesen wäre, statt Maltes Beitrag auf Spreeblick meine Verlinkung des selben zu verlinken. (Danke! Schön auch, dass mir Qualität zugestanden wird, die man zerstören kann 😉 Merkt man eigentlich schon was?)
Insgesamt hat mir meine Empfehlung des Spreeblickartikels schätzungsweise fünfzehnmal soviele zusätzliche Leser eingebracht wie dem Artikel.
Web 2.0 ist lustig 🙂
Was nun meine Karriere als Schriftsteller angeht, spiele ich mit dem Gedanken, ein Buch herauszubringen, das nur aus Hinweisen und Empfehlungen für andere, sehr erfolgreiche Bücher besteht.
(Volker Strübing)
PS: Wehe, das macht jetzt jemand anders!
Na gut, Spreeblick liest wahrscheinlich sowieso jeder, der überhaupt Blogs liest, aber für den Fall, dass doch nicht:
Als der Volksblutschauspieler Til Schweiger sich vor kurzem bei der Investigativ-Attrappe Reinhold Beckmann darauf versteifte, man müsse die Daten von Sexualstraftätern im Internet abrufen können, sie aber auch für immer ins Gefängnis stecken, widersprach Petra Gerster schüchtern, man müsse auch die Menschendingens noch würdigen. Er wich dann auf die Forderung nach elektronischen Fußfesseln aus.
Den ganzen Text gibt’s hier: http://www.spreeblick.com/2007/02/19/die-mehrheit-der-schweiger/
Mein gestriges Posting über unangenehme Begegnungen mit flegelhaften Zeitgenossen (Böse Menschen, böse, böse Menschen …) kommentierte Stralau:
Oh. Ich behaupte ja immer standhaft, daß der Berliner netter sei, als sein Ruf. Scheint nicht zu stimmen.
Doch, es stimmt! Aber leider kommt man viel zu selten auf die Idee, was über die netten Berliner zu schreiben. Im Sinne der Aufmerksamkeitsökonomie zahlt sich Unhöflichkeit aus. Wenn Du Dich wie ein Arschloch benimmst, sind die Chancen, dass Dir ein Unbekannter einen Weblogeintrag widmet, viel größer, als wenn Du freundlich bist. Über die vielen netten Kellnerinnen, Kellner, Fahrradfahrer und Slam-Besucher habe ich noch nie geschrieben …
Als kleinen Schritt in die richtige Richtung widme ich diesen Weblogeintrag der gestressten, aber dennoch freundlichen Sprechstundenhilfe, die mir am Donnerstag die insgesamt vierstündige Wartezeit beim Arzt mit Mon Chéri versüßt hat.
(Volker Strübing)
Am Freitag war ich wieder in Hamburg. Pauline Füg und ich waren als Featured Poets zum Pony-Slam im Haus 73 eingeladen. Es war sehr schön. Nachdem ich letzte Woche mit Micha beim Slam in den Zeise-Hallen war und nun diesen völlig anderen, aber ebenso großen und guten Slam erlebt habe, kann ich die Hamburger nur zu ihrer Slam-Szene beglückwünschen.
Während der Show stand ich – wenn ich nicht gerade auf der Bühne war – meist an der Seite und lehnte mich an die Wand. Ich sitze nicht gerne mittendrin. Irgendwann kam ein Grüppchen verspäteter Zuschauer. Sie schauten sich ein bisschen um, dann kamen sie in meine Richtung und stellten sich direkt vor mich. Sie sahen mich nicht einmal kurz an, ich existierte nicht, zumindest nicht als Mensch, wahrscheinlich musste ich schon froh sein, dass sie zumindest akzeptiert haben, dass dort irgendein längliches Ding an die Wand gelehnt war, und sie mich nicht einfach beiseite geschoben haben. Ein Mädchen stand keine 30 Zentimeter vor mir. (mehr …)
Ich habe für 1 Monat, 2 Wochen und 4 Tage nicht geraucht. Dies hat mir 1.732,54 Zigaretten und 381,15 Euro erspart.
Diesen Satz musste ich nicht selber schreiben. Das hat die Funktion „Text einfügen“ von Quitomzilla, einem fantastischen Plug-In für Firefox, für mich erledigt. Vielen Dank an dieser Stelle an Lars vom Spitblog, der mich auf dieses Programm aufmerksam gemacht hat. „Text einfügen“ ist nur ein kleiner Gag, die Hauptfunktion besteht in einem kleinen Grinsemund, den das Plugin in die rechte untere Browserecke zaubert. Geht man da mit dem Mauszeiger drauf, öffnet sich ein kleines Fenster, das einem dieselben Informationen wie in obigem Satz in einer kleinen übersichtlichen Tabelle liefert.

Ehrlich: Das macht schon Freude! Außerdem überrascht einen Quitomzilla gelegentlich mit „Etappenzielen“. Gestern zum Beispiel ging kurz ein kleines Fensterchen auf und verkündete, ich hätte nun das Etappenziel „1100 Stunden“ erreicht. Das Programm wählt immer etwas schief wirkende Zahlen (1100 Stunden, 490 Zigaretten, 180 Euro).
Das Plug-In ist auch für Leute interessant, die noch nicht mit dem Rauchen aufgehört haben, es aber irgendwann einmal wollen. Man kann das Fensterchen auch dazu benutzen, um sich immer mal wieder vor Augen zu führen, wieviele Zigaretten man in den letzten Wochen geraucht und wieviel Geld man dafür ausgegeben hat.
Gestern Abend lag ich lange wach und habe gelesen und dem Raucherhusten eines Mannes in irgendeiner Wohnung unseres Hauses zugehört. Vor ein paar Wochen hätten wir noch im Duett husten können, aber inzwischen ist mein Husten fast verschwunden. Das ist großartig. Mit dem Rauchen aufzuhören ist wie von einer schweren Krankheit zu genesen. Letztlich ist es ja auch nichts anderes.
1732 Zigaretten. Krass. Ungefähr 20000 Lungenzüge.
Dass heißt: Übermorgen ist die Valentinstagwerbescheiße überstanden!
Vielleicht bin ich zu konservativ, aber ich mag importierte, von der Werbung aufgedrückte Feiertage nicht. Was kommt nach Halloween und Valentinstag? Der 4.Juli? Das chinesische Neujahrsfest? Kim Il Sungs Geburtstag?
Überhaupt: Valentinstag! Sollte den Liebenden nicht ihre Liebe ein tägliches Fest sein? Wenn sie sich, um sich dieser Liebe zu versichern, am Jahrestag der Enthauptung irgendeines Bischofs Schokoherzen, Diddlmäuse und Kitschkarten schenken müssen, können sie sich eigentlich auch gleich trennen. Sinnvoll hingegen wäre ein Tag, an dem die Glücklichen in Demut der Einsamen, Verlassenen, Ungeliebten gedenken, sie besuchen, ihnen ein bisschen Trost spenden und einen leckeren Loser-Tee kochen … stattdessen werden die unfreiwilligen Singles durch großangelegte Promotionaktionen über Wochen noch zusätzlich gequält.
Mein Lied zum Valentinstag: … wenn Du glücklich bist
In der GEO 2/2007 gibt es neben einem lesenswerten und sehr gut bebilderten Bericht über die skurrillste aktuelle Naturkatastrophe (Wikipediaartikel / Fotostrecke auf spiegel.de) eine Titelgeschichte von Dr. Martin Lindner zum Thema Sexualität. Vor allem geht es darum, welchen Stellenwert sie in der heutigen westlichen Welt hat, was Erotik und Nähe bedeuten, wonach die Menschen suchen und was ihre Ansprüche sind. Natürlich geht es auch um das Internet, zum Beispiel um die scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten, via Chat oder Singlebörse den richtigen Partner zu finden, statt sich nur am Arbeitsplatz oder in der nächsten Disko umschauen zu können:
„Das Internet radikalisiert die Forderung, für sich selbst das beste Geschäft zu machen“, sagt die [Jerusalemer] Soziologin [Eva Illouz]. Stets bleibe der Zweifel, ob es im riesigen Online-Single-Markt nicht einen Besseren oder eine Bessere gebe. Illouz berichtet von einem 27-jährigen Singlebörsen-Nutzer, der paradoxerweise immer dann skeptisch wurde, wenn sich eine Frau für ihn interessierte. Der junge Mann hatte die Erfahrung gemacht, dass man sich im Internet schnell angewöhnt, nach einem Partner zu suchen, „der eine Liga höher spielt“ – weshalb sich die jeweilige Frau logischerweise eine Liga unter ihm befinden musste.
Es gibt Leute, die brauchen dafür nicht einmal das Internet. Aber das Netz macht es natürlich ungleich leichter, sich das Leben noch schwerer zu machen.
(Volker Strübing)
PS: Hmm … irgendwie passt das auch zum letzten Horst-Bild.

In der Hamburger Kneipe „Insbeth“ finden auch erfolglose Menschen ein angemessenes Getränk. Leider hatte ich Freitag Abend keine Gelegenheit, den Loser-Tee zu probieren, da ich kurz zuvor den Poetry-Slam „Kampf der Künste“ in den Zeisehallen gewonnen hatte. Ein Doppelsieg mit gleicher Punktzahl für das Team LSD und mich solo 🙂 (Ich will ja nicht angeben … ach doch, na klar, ich will angeben!)
(Volker Strübing)