Blog

  • Wo Douglas Adams irrte (Nachtrag)

    Gestern mit Tube geredet. Er hat mein Douglas-Adams-Posting gesehen(wobei eine ordentliche Portion Unwahrscheinlichkeit im Spiel war, denn Tube liest eigentlich keine Weblogs). Er meinte, er hätte nicht verstanden, was ich meine – was mich wiederum wunderte und nur dadurch zu erklären ist, dass er – vor Schreck darüber, auf einem Weblog gelandet zu sein – sofort den Browser geschlossen, den Cache gelöscht und vielleicht vorsichtshalber noch die Festplatte forrmatiert hat.

    Tube selbst ist in der wunderbaren Geschichte „Das verflixte Hexenspiel“ schon mal auf das Problem unnütz vergeudeten Glücks (Glück = hoher Unwahrscheinlichkeitslevel) eingegangen. Die Geschichte ist sehr lesenswert. Außerdem kann man auf der Seite auch noch den von Tube programmierten Hexenspielsimulator samt Lösungsprogramm runterladen.

    Draußen scheint vermutlich die Sonne. Die Jalousien sind runtergelassen. Habe seit drei Tagen keinen Kontakt mehr zur Außenwelt. Ich sitze am Tisch, vor mir liegen 9 bunt bedruckte Pappkarten. Jede so groß wie ein Fahrschein. Daneben ein paar Zettel, vornehmlich mit Notizen folgender Art: Rotarsch, Rotkopf, Gelbarsch, Gelbkopf. Dazu einige Pfeile, die Rotationen andeuten und Skizzen und diverse Zahlen.


    tubehexenscreen1th.jpgtubehexenscreen2th.jpg

  • Verlorene Zeit

    Jochen Schmidt hat ein zeitlich limitiertes Weblog gestartet: „Schmidt liest Proust„. In 180 Tagen will er Marcel Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ durchackern (und NUR DESHALB heißt dieses Posting so!) und uns an der Lektüre teilhaben lassen bzw. sie uns ersparen.

    Jedenfalls ist der Sommer schon halb vorbei und man hat noch kein Erlebnis gehabt, mit dem man ihn später verbinden wird, höchstens mit meinen den ganzen Tag zugezogenen IKEA-Vorhängen, die ein Fehlkauf waren, weil die graue Farbe unschön ist und weil sie auf dem Draht nicht richtig gleiten. Man kann sie nicht optimistisch aufziehen, oder befriedigt von den am Tag erbrachten Leistungen zuziehen, man zerrt immer daran herum.
    Ideale Voraussetzungen, um endlich „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ anzufangen, vorher kann man ja gar nicht mitreden, danach allerdings auch nicht, weil man keinen mehr finden wird, der einen noch versteht. Man wird dann bei jedem Thema sagen: „Lies mal Proust“, weil man es nicht besser sagen kann, als er. Man hat ja schon manche dicke Bücher geschafft, aber Prousts Roman hat in 7 Bänden mehr als 3500 Seiten. Wenn ich täglich 20 Seiten lese, bin ich in 180 Tagen durch, also Mitte Januar. Lohnt sich das? Vielleicht wird am Ende gar nicht verraten, wer der Mörder war?

    (19.7.06 / Seite 1-21)

  • Die Top 3 der Beschriftungen von Gegenständen in Filmen …

    … soweit sie mir im Moment einfallen.

    3) „Press here to explode yourself “ – American Dreamz


    2) „Kann Spuren von Nüssen enthalten“ – Wallace and Gromit auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen
    (Aufschrift auf einem Lebensmittelkarton, den sich der nackte Wallace schamhaft vor den Schritt hält / Danke Tina – das hatte ich schon wieder ganz vergessen!)

    1) „Acid. Do not throw in face!“ – Gremlins 2

  • American Dreamz

    Sommer, Sonne, blauer Himmel! Was gibt’s bei diesem Wetter schöneres als … ins Kino zu gehen? Herrlich kühl ist es dort und herrlich dunkel. Da war es mir fast egal, dass zur Zeit kein Film läuft, der mich wirklich interessiert. Ich habe mich dann, mehr aus Verlegenheit, für „American Dreamz“ entschieden und einen Volltreffer gelandet. Die Satire über Castingsshows, Selbstmordattentäter und amerikanische Politik macht viel, viel Spaß. Nicht mehr und nicht weniger. Man sollte keinen bitterbösen oder gar subversiven Film erwarten oder auf neue Einblicke hoffen – aber „American Dreamz“ lässt einen lachen über Dinge, die eigentlich zum Heulen sind und das macht er gut.
    Ich fand ihn toll.

    Einige Stellen sind zu klamaukig (vor allem die im Terroristencamp spielenden) aber ansonsten stimmt alles.

    Kleines Zitat aus dem Gedächtnis :

    US-Präsident (Ex-Trinker und Sohn des Ex-Präsidenten): „Ich weiß nicht einmal mehr, warum ich eigentlich in die Politik gegangen bin. Ich glaube, Mom wollte es so. Um Daddy zu beweisen, dass jeder Volltrottel Präsident werden kann.“

    PS: Noch zwei Pluspunkte: Der Film hat keine Überlänge und schon 7 Minuten nach offziellem Filmstart war die Werbung vorbei – man musste nur noch ein paar Trailer durchstehen.

  • Blöde Frage, aber …

    … wenn längere Arbeitszeiten gegen die Arbeitslosigkeit helfen, kann man dann auch den Welthunger durch größere Essensportionen bekämpfen?

    Nie wieder Sparmenüs!

  • Why Blog?

    Nach fast 2 Monaten und fast 50 Postings, wird es Zeit, sich mal über diese Frage Gedanken zu machen. Zum Glück liefert WordPress auf seiner Startseite gleich selbst ein paar Antworten:

    • All the cool kids are.
      Naja. Wenn da stehen würde: „All the uncool thirtysomethings are“ … aber so fühle ich mich irgendwie nicht angesprochen …
    • Connect with an audience of dozens to millions.
      Seid gegrüßt, Millionen! Ich hoffe, Ihr seid nett, denn mit Dutzenden Millionen Arschlöchern möchte ich nicht verbunden sein. Ob Ihr das wohl bitte einzeln und persönlich im Kommentarbereich dieses Artikels bestätigen könntet?
    • Stop sending mass emails to everyone.
      Soll ich also in Zukunft meine Penis-Enlargement- und Free-OEM-Software-Angebote einfach ins Weblog setzen? Spammails sind doch aber viel kundenfreundlicher!
    • Archive your thoughts.
      Dafür hat man doch normalerweise einen staubigen, dunklen Keller im Gehirn, oder?
    • Why the heck not?
      Weil es verdammt viel Zeit kostet, auch wenn man sich vornimmt „nur rasch einen Gedanken zu archivieren“? Weil man vielleicht mal versehentlich Sachen veröffentlicht, die nun wirklich in die finsterste Ecke des staubigen, dunklen Hirnkellers gehören? Weil man nicht mehr weiß, wer was über einen weiß? (PS: Gestern einen Mann mit Gips am linken und Verband am echten Arm gesehen. Frage mich seitdem, ob das wohl Ronsens war. Falls ja: Gute Besserung. Falls nein: Allen beiden gute Besserung) Weil man nie weiß, ob man nicht irgendwann in einen dieser grusligen Weblog-Kriege reingezogen wird? Weil es bald als cool gelten könnte, wenn man kein Weblog führt?

    Hm. Und warum mache ich das nun? Ganz einfach: Aus Mitteilungsdrang. Weil ich das gute Gefühl habe, was geschafft zu haben, wenn ich eigentlich nichts geschafft habe, außer einen Weblog-Eintrag zu schreiben. Weil der dunkle, staubige Keller schon voll ist. Weil ich machmal gern ein cooles Kid wäre. Weil ich nicht der letzte sein wollte, der damit anfängt. Weil die anderen angefangen haben. Weil: Einer muss es ja machen. Weil ich keine Modelleisenbahn habe und jeder ein Hobby braucht. Weil niemand in den Urwald zog und die Banane grade bog.

  • Mein Weblog ist nicht die Aktuelle Kamera

    … deshalb heute mal keine Jubelmeldung. Nach dem phantastischen 2. Platz beim Deutschen Science Fiction Preis ist mein Roman beim Kurd-Laßwitz-Preis auf dem 7. Platz in der Kategorie „Bester deutschsprachiger Roman“ gelandet. Über die Vergabe des Preises entscheidet ein Fachpublikum (SF-Autoren, -Verleger, -Illustratoren etc.) per Abstimmung. Gerne wüsste ich, wieviele der Abstimmungsberechtigten mein Buch gelesen haben, bzw. wie es bei denen, die es gelesen haben, abgeschnitten hat.
    Aber egal. Wenn niemand es für nominierungswürdig befunden hätte, wäre es nicht auf der Liste gelandet, und ich hab mich sehr gefreut, dass es dort stand (auch wenn das jetzt wie eine Floskel klingt).

    Jetzt steht noch der Deutsche Phantastik Preis aus (Kategorie „Bestes Roman-Debut“). Ebenfalls ein Abstimmungspreis, allerdings können hier die Leser online über die Gewinner abstimmen.

    PS: Gewonnen hat den Kurd-Laßwitz-Preis wie auch den Deutschen Science Fiction Preis „Das Cusanuns Spiel“ von Wolfgang Jeschke. Bin sehr gespannt darauf – hoffentlich kommt es bald als Taschenbuch …

  • Wo Douglas Adams irrte

    Es wird Zeit für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Werk des Meisters. Nicht in künstlerischer Hinsicht – Sätze zu kritisieren wie „Die Raumschiffe hingen so am Himmel, wie Ziegelsteine es nicht tun“ oder „Wenn es etwas noch deprimierenderes gab als die Sandwiches, dann waren es die Würste: Freudlose Röhren voller Knorpel in einem Meer aus etwas heißem und fettigem“ (* siehe Fußnote 1), das wäre so, als würde man Sonnenaufgänge, die Mona Lisa oder den a-Moll-Akkord benörgeln.

    In technischer und wissenschaftlicher Hinsicht ist der „Anhalter“ jedoch fehlerhaft. Eine Sache fiel mir gestern Abend nach dem Kantinenlesen auf, als Uli Hannemann, Dan Richter, Robert Rescue und ich vor dem Schusterjungen saßen und Schnitzel aßen. Ich erzählte Robert gerade von einem Ausflug an den Flughafensee, den ich am Donnerstag unternommen hatte, als wir von einem betrunkenen Engländer mit einer jungen deutschen Frau im Arm unterbrochen wurden. Er tippte Uli an und erzählte ihm, dass seine Freundin keinen Schlüpfer trage. Er beglückwünschte uns und die deutschen Männer allgemein zu unseren verrückten schlüpferlosen Frauen, lallte noch ein bisschen „no knickers, no knickers“ vor sich hin und zog endlich mit der unbeschlüpferten Frau von dannen. Alle waren etwas verwirrt, ich besonders: Der Typ und das Mädchen hatten am Donnerstag am Flughafensee 2 Meter neben mir auf einer Decke gelegen (das Mädchen wie immer ohne Schlüpfer … allerdings trug sie ein Bikinihöschen).

    Ich ärgerte mich, dass der für diese Synchronizität nötige Zufall mich nicht in Form eines Lottogewinns (ein Vierer hätte ja schon gereicht) heimgesucht hatte, und dabei fiel mir ein Problem am Unendlichen Unwahrscheinlichkeitsdrive (UWD) auf (*2) :
    Wenn man genau weiß, wie unwahrscheinlich ein Ereignis ist, braucht man den UWD nur mit diesem Wert füttern und das Ereignis geschieht. Wenn ich weiß, wie unwahrscheinlich es ist, dass die Zahlen, die ich auf dem Lottoschein habe, genau den am nächsten Sonnabend gezogenen entsprechen, gebe ich also diesen Wert ein (1:13.983.816 bei 6 aus 49), die Maschine erzeugt das nötige Unwahrscheinlichkeitsfeld und am nächsten Sonnabend … werden vielleicht all meine Zahlen plus 1 gezogen, weil auch dafür eine Wahrscheinlichkeit von 1:13.983.816 gilt, oder mir tritt beim LIDL um die Ecke ausgerechnet ein trauriger Mann namens Marvin auf den Fuß, dessen Mutter vor exakt 42 Tagen in einem Preisauschreiben einen 1,2-Liter-Wasserkocher gewonnen hat.(*3)

    Schrödingers Katze würde mit dem Ziel, das Gedankenexperiment heil zu überstehen, den Wert 1:2 eingeben – und sich damit mit 50%iger Wahrscheinlichkeit umbringen.

    Der UWD bräuchte also noch ein Zusatzmodul, das auswählt, welches der unendlich vielen Ereignisse, die die selbe Wahrscheinlichkeit haben, eintreten soll. (*4) (*5)
    Was passiert aber, wenn zwei mit einem solchen Zusatzmodul ausgestattete UWDs Dinge auslösen, die sich gegenseitig ausschließen?

    Und dann ist da natürlich noch die Sache mit der Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest. Lautet sie wirklich „42„? Oder doch „36“, wie Adams selbst in einem späteren Interview gesagt haben soll? Oder vielleicht „gelb“ oder „Nein“ oder „Tut mir leid, dieser Platz ist besetzt“? Besteht die Antwort vielleicht aus einer Gegenfrage, zum Beispiel: „Alter, hast Du gerade Arschloch zu mir gesagt?“

    Ich werde mich diesem Problem heute Abend noch mal widmen und versuchen, ihm durch intensives Nachdenken und Biertrinken beizukommen.

    PS: Dieser Beitrag wurde nicht mit dem primären Ziel geschrieben, über die Suchanfrage „ohne Schlüpfer“ zusätzlichen Traffic für mein Weblog zu generieren. Trotzdem heiße ich natürlich alle willkommen, die über diese Suchanfrage hierher gefunden haben. Ich hoffe, ihr seid nicht enttäuscht.

    • *1) Gedächtniszitat – Ich finde den vierten Band gerade nicht.
    • *2) Das Problem betrifft natürlich auch Generatoren endlicher Wahrscheinlichkeiten
    • *3) Habs nur kurz im Kopf überschlagen, aber auch hierfür scheint der genannte Wert zu gelten. Falls ich mich verrechnet habe – schreibt mir bitte einen Kommentar!
    • *4) Nein! Alle gleichzeitig können nicht eintreten, höchstens in unendlich vielen Paralleuniversen. Es gibt pro Universum und Sonnabend nur eine gültige Zahlenkombination für das deutsche 6 aus 49 Lotto.
    • *5) Bitte entschuldigen Sie die vielen Fußnoten.
  • Sommer ist scheiße und dies ist kein Posting

    Heute kein Weblog-Eintrag. Habe schon meine Homepage aktualisiert und das Lied „Sommer ist scheiße“ draufgepackt. Muss für heute reichen. Hab schließlich auch noch andere Sachen zu erledigen: schwitzen, über die Hitze stöhnen, nackt staubwischen … das übliche eben.

    (plus: Durchhören von drei mitgeschnittenen LSD-Veranstaltungen für unser Buch mit CD bei Voland & Quist)

    (plus: Überraschender Auftritt beim Kantinenlesen, weil ich mit Tube getauscht habe)

  • Meins auch!

    „Alles so heiß heute. Mein Hirn ist ein Camembert.“

    (Volker Surmann von den Brauseboys)