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  • „N**kt staubwischen“ – häh?

     (Edit am 29.7.06: Mit dem Posting habe ich mir ja einen Bärendienst erwiesen. Seitdem kommen ständig Leute über die nun mit Sternchen verstümmelten Suchbegriffe auf mein Blog. Ich hoffe, diese Änderung hilft. )

    Kann sich mal bitte derjenige melden, der über diesen Suchbegriff auf mein Weblog gekommen ist? Ich hab den Begriff gleich selbst mal bei Google eingegeben, konnte meinen Schnipselfriedhof aber nicht finden.

    Naja, dank der Überschrift zu diesem Posting wird das in Zukunft kein Problem mehr sein …

    Logfiles sind interessant … und beunruhigend. Auf die LSD-Website kommen die Leute mit Suchanfragen von „Satansmesse“ bis „Großer Gott wir lieben dich“ (sic!)*. Sie suchen nach „Gummistiefel+Kuhfladen“, nach „lustigen videos von erni und bert“, „Hundep***s Aufbau“ und „Wikipedia englische Nationalhymne“ oder wollen wissen „Wie kotze ich richtig“ und wie kann ich „mein Geld für mich arbeiten lassen“. Dazwischen wird nach der gesamten Bandbreite der menschlichen Sexualität gesucht (gern auch unter Beteiligung anderer Spezies), wobei die gesuchten Praktiken mit sehr drastischen Begriffen beschrieben werden. Wer nur vom Lesen der Suchanfragen auf den Inhalt der Seite schließen wollte, bekäme ein ziemlich finsteres Bild von uns.

    Von der Zahl der Zugriffe ist allerdings „LSD“ der erfolgreichste Suchbegriff. Wir hatten schon oft Nachrichten von Freunden psychedelischer Drogen in unserem Gästebuch, die uns wegen unseres Titels „Liebe Statt Drogen“ die Leviten lasen (und mit ihrem wirren Geschreibe nicht unbedingt ein Pro-Drogen-Argument lieferten).

    * Dieses „(sic!)“ wollte ich schon immer mal irgendwo verwenden. Jetzt komme ich mir fast wie ein richtiger Journalist vor!

  • Ups!

    Das ist ja unangenehm: Hab gestern im Zosch bei LSD mal wieder ein altes Lied rausgekramt und gesungen – was okay ist, wie ich finde – und dann hinterher festgestellt, bzw. mir sagen lassen, dass ich es schon vor drei Wochen gesungen habe – was doof ist. Wenn ich Geschichten oder Lieder bei der selben Veranstaltung wiederhole, versuche ich, ein Jahr vergehen zu lassen. Habe deshalb seit Ende 1999 eine Datei mit dem Titel „Schon gelesen“, in der alle meine Texte und alle Orte und Tage, an denen ich sie vorgetragen habe, drinstehen – eine ziemliche Monsterdatei ist das! Schade, dass ich gestern nicht noch mal reingeguckt habe. Hoffentlich war anderes Publikum im Zosch – ansonsten: Entschuldigung!

    Zum Glück hatte ich auch noch einen ganz neuen Text dabei – den ersten brauchbaren seit mehreren Wochen. Im Sommer kriege ich traditionell meine Schreib- und Sinnkrise.

  • Die FAZ erklärt die Welt

    Am Sontag habe ich mir für die 8,5h Bahnfahrt von Konstanz seit langem mal wieder eine Sonntags-FAZ gekauft. Das Weltbild ist wegen seiner Schizophrenie sehr interessant. Einerseits wird die Freiheit des Menschen beschrieen, wo sie für die Freiheit des Marktes wichtig ist, oder, als „Selbstverantwortung“ verklärt, die Gesellschaft von der Verantwortung für den Einzelnen entbindet. Schönes Beispiel war ein Artikel, der sich gegen gesetzliche Rauchverbote wandte („Heute entscheiden die Menschen selbst, ob sie im Restaurant rauchen, passivrauchen oder nicht rauchen wollen.“ – oh Mann, der Autor war noch nie im Zosch!)

    Andererseits wird der Mensch als Sklave der naturgesetzlichen Marktgesetze betrachtet, und man scheut sich nicht, ihm die persönlichen Freiheiten zu nehmen, die der freien Entfaltung des Marktes oder den Interessen der Unternehmen entgegenstehen.

    Sehr interessant auch die Serie „Erklär mir die Welt“. Diesmal zum Thema „Warum gibt es eigentlich Zinsen?“ Als Kritiker der Zinswirtschaft kommen Luther und Aristoteles zu Wort, als gäbe es seit 450 Jahren niemanden mehr, der ernsthaft etwas dagegen haben könnte. Die Segnungen des Zinses werden an folgendem Beispiel erläutert: Eine junge Familie kauft auf Kredit ein Haus. Die Familie muss zwar im Laufe der Zeit durch Zins und Zinseszins das Doppelte oder mehr zahlen, dafür steht ihnen das Haus aber auch jetzt, wo sie es brauchen, zur Verfügung und nicht irgendwann, wenn sie alt und die Kinder längst aus dem Haus sind. Der Kreditgeber verdient mit seiner guten Tat Geld, die Bauwirtschaft freut sich und alle sind zufrieden. Tatsächlich ist gegen dieses Beispiel auch nichts einzuwenden. Aber: Ist eine solche Situation, in der alle profitieren, wirklich die Regel, oder nur ein glücklicher Sonderfall?

    Auf das Argument, Zins ermögliche es Leuten, die über Geld verfügen, ohne eigene Leistung immer mehr Geld zu verdienen, wird nicht eingegangen.

    Aber was erwarte ich? Die FAZ ist nunmal so einseitig wie jede Zeitschrift … und wie dieses Weblog. Auf alle Fälle tut es gut, da ab und zu drin zu schmökern, anstatt immer nur Sachen zu lesen, die die eigene Meinung bestätigen.

    Bin schon gespannt auf den nächsten „Erklär mir die Welt“-Artikel. Nächsten Sonntag. Zum Thema: „Warum Vollbeschäftigung möglich ist“. Ich hoffe, sie erklären dann auch, warum Vollbeschäftigung überhaupt nötig sein sollte. Bis dahin halte ich mich an die Surfpoeten und ihren Geldberg.

    (Die FAZ erklärt die Welt II: „Warum Vollbeschäftigung möglich ist“)

    (Die FAZ erklärt die Welt III: „Warum ist Reichtum keine Sünde?“ )

  • Tsunamis find ich doof

    Als ich gestern Nachmittag nach Hause kam, lag eine Urlaubspostkarte von Stephan im Briefkasten. Sie kam aus Pangandaran auf Java in Indonesien. Als ich in der Wohnung gewohnheitsmäßig den Computer anschaltete und online ging, fand ich die Nachricht vom Tsunami, der denselben Ort eine Stunde zuvor getroffen hatte. Und ich hatte Stephan einen Ausflug dorthin empfohlen …

    Zum Glück braucht so eine Postkarte lange – ich war also ziemlich sicher, dass er nicht mehr dort gewesen ist, als die Welle kam. Der Schreck war trotzdem groß! Inzwischen hat er auf meine besorgte Email geantwortet: Er ist vor zwei Wochen dort aufgebrochen und inzwischen in Jakarta, von wo aus er am Donnerstag zurück nach Berlin kommt.

    Ich versuche, meine Erinnerungen an die schöne Zeit in Pangandaran und an die Menschen dort mit den Bildern aus den Nachrichten zusammenzubringen, aber das will mir nicht gelingen.

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    (Bandprobe und Session in einem Restaurant in Pangandaran. Ramona, Ralf und ich wollten eigentlich nur in Ruhe essen und Postkarten schreiben, aber es wurde ein sehr besonderer und unvergesslicher Abend. Das Restaurant stand in Strandnähe.)

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    (Am Fischerhafen von Pangandaran)

  • (Konstanz III) Ich mache mir Sorgen um: Die Schweizer

    Eigentlich sind die Schweizer ja ganz putzige Gesellen. Ich bin zwar froh, nicht so wie sie zu reden, aber zuhören macht ab und zu schon Spaß – auch wenn es in Kreuzlingen am Bodensee doch sehr nach Schwäbisch klingt. Sehr erfreut hat mich ein Haustiergeschäft („Zoohüsli“), das im Schaufenster „Terrarien / Landschildkrötli / Zwerghäsli“ anpries.

    Ins Grübeln brachte mich allerdings die „Bildungsanstalt Bau Mode“. Hier wächst zusammen, was nicht zusammengehört, wie man unschwer schon an den so gar nicht zusammenpassenden Schriftarten erkennt (siehe Foto unten). Ich würde da gerne mal hospitieren. So eine Klasse aus Bauprolls und angehenden schwulen Modegestaltern stelle ich mir lustig vor. Ich befürchte allerdings, dass Absolventen einer solche Schule später zu Verhaltensauffälligkeiten und Psychotherapien neigen. Möglicherweise werden sie eines Tages so wie der komische Mann im Bodensee: Beim Baden haben wir einen unnatürlich gebräunten Mann um die 50 beobachtet, der einen Stock ins Wasser geworfen hat. Dann ist er dem Stock nach, hat ihn in die Luft gehoben und ein Stück weiter geworfen. Dann ist er zum Stock gewatet, um ihn wieder zu werfen und selbst zu apportieren und immer so weiter. Er hat dabei eine bemerkenswerte Ausdauer an den Tag gelegt. War sein Hund gestorben und er hat sich gedacht: „Fiffi ist tot, doch ich werde sein Werk weiterführen“? Wollte er wissen, wie man sich als Tier fühlt und konnte sich nicht zu einem Selbstversuch als Zwerghäsli oder Landschildkrötli durchringen? Oder war er einer der zweifellos merkwürdigen Dozenten an der „Bildungsanstalt Bau Mode“?

    Falls jemand mehr weiß oder eine vernünftige Arbeitshypothese hat, würde ich mich über einen Kommentar freuen.

    (geschrieben gestern im Zug)

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  • (Konstanz II) Noch drei Kleinigkeiten, dann kann mich der Teufel holen

    Vor 2 Jahren sind MichaEbeling und ich schon einmal zum Slam nach Konstanz gefahren und damals haben wir einen großen Fehler gemacht: Wir sind am nächsten Tag schon nach Berlin zurückgefahren – 17 Stunden Zugfahrt für 5 bis 10 Minuten Auftrittszeit, einen (sehr guten) Slam und einen kurzen Blick auf den Bodensee. Diesmal habe ich noch einen Tag in Kreuzlingen, dem schweizer Teil von Konstanz, drangehängt. Zusammen mit Mirco Buchwitz und Frank Kloetgen waren wir zu Gast bei Charlotte und Thomas, die in einer großen WG in einem wunderschönen (und im Winter unbeheizbaren) Haus mit Garten wohnen. Die beiden organisieren Slams und Lesungen in Konstanz und betreiben das CD-Label Sprechstation. Mein Rat: Die CDs von Sebastian 23 und Gabriel Vetter kaufen, anhören und sich anschließend darüber freuen, diesen, meinen Rat beherzigt zu haben!

    Den Sonnabend habe ich zu einem Großteil mit Gartengammeln, Kaffeetrinken und Zeitunglesen verbracht. (Bin ich übrigens krank, weil ich das trotz der grauenvollen Nachrichten in der Zeitung als angenehm empfunden habe? Wahrscheinlich. Und verwende ich eigentlich zuviele Klammern? Wahrscheinlich.)

    Am späten Nachmittag waren wir im Bodensee baden, womit ich den Punkt „Baden im Bodensee“ nun endlich auch auf der „Liste der Dinge, die ich unbedingt noch im Leben machen will“ abhaken kann. Bin inzwischen ziemlich weit mit dem Abarbeiten dieser Liste gekommen. Jetzt muss ich nur noch in den Weltraum fliegen, die Welt retten und auf dem 50. Geburtstag meiner Ururenkelin nackt und betrunken auf dem Tisch tanzen, und dann kann ich zum Sterben auf den Berg gehen.

    (geschrieben gestern im Zug)

  • (Konstanz I) Slam

    Am Sonnabend war ich zum Open Air Slam in Konstanz eingeladen. Die Bühne war ein Garagendach neben einem Club in einem hässlichen Industriegebiet. Der Platz vor und neben der Garage war mit Sand aufgefüllt, es gab Liegestühle und sogar zwei klitzekleine Swimmingpools. Es war großartig! Vielleicht hätte man die Wände der umliegenden Lagergebäude noch mit Wellen, Delphinen und überfüllten Flüchtlingsschiffen (Entschuldigung) bemalen können, aber ansonsten gab’s nichts zu meckern. Es waren 300, vielleicht auch 400 Zuschauer gekommen, und die Stimmung war toll. Leider hat uns gegen Mitternacht die Polizei vom Strandparadies ins Innere des Clubs vertrieben und dort wurde es unangenehm. Vor allem wegen der Leute, mit denen man dann zu tun bekam. Da war ein Arschloch-DJ, der nicht einsehen konnte, dass die blöden Poeten jetzt in seinem Reich rummurksen und ein paar Bilderbuch-Security-Bodybuilder (ich finds immer wieder überraschend, wenn Leute irgendwelche Klischees zu 100 % erfüllen), die wahrscheinlich noch in 5 Jahren am Security-Stammtisch erzählen werden, dass sie mal bei einer Veranstaltung Ordner gemacht haben, bei der – Puhahahaha! – so’n paar Trottel GEDICHTE vorgetragen haben.

    Ich hatte Glück bei der Auslosung und bin gleich als Zweiter rangekommen. Normalerweise ein doofer Startplatz, aber diesmal waren die zu bemitleiden, die am Ende dran waren und drinnen lesen mussten. Neben dem schlechten Ton und der schlechten Luft mussten sie gegen Gesprächslärm von der Bar ankämpfen und vor allem gegen ein paar Kumpels der Security-Truppe, von denen zwei irgendwann anfingen, die Leute am Mikro durch „Hör doch auf, du Arschloch“-Rufe zu … hm … stören wäre ein zu schwaches Wort …

    Zum Glück sind sie da bei Etrit Hasler an den Falschen geraten. Es war unglaublich: Etrit, selbst eher schmächtig und klein, ist auf den Brüllaffen losgegangen, hat ihn ans Mikro gezerrt und zurückgebrüllt: „Los, jetzt sag, was du zu sagen hast, du Arschloch!“ Cool. Natürlich kam da nicht viel – er hat „Deutschland“ gerufen, die Arme hochgerissen und dann gesagt: „Ich gehe jetzt nach Hause und feiere Klinsmann. Und Euch nicht!“

    Schade, dass es dem Typen wahrscheinlich nicht einmal peinlich war und er der Meinung ist, den blöden Studenten mal richtig die Meinung gesagt zu haben.

    Klarer Sieger des Abends war Gabriel Vetter.

    (geschrieben gestern im Zug)

  • Amazon – Fluch oder Segen?

    Für den Buchhandel dürfte die Antwort klar sein: Fluch. Für mich als Autor sieht das ganz anders aus. Gäbe es Amzon oder etwas vergleichbares nicht, könnte ich meinen Roman ausschließlich auf Lesungen verkaufen. Für einen kleinen Verlag mit entsprechendem Werbebudget und ohne herumreisende Vertreter ist es fast unmöglich, ein Buch in den Buchhandel zu bekommen und deshalb der Internetverkauf sehr wichtig.

    Allerdings hat der Autor auch ein Problem mit Amazon. Na gut, nicht der Autor an sich, sondern ich (und bestimmt auch der eine oder andere Kollege): Ich gucke gerne auf der Amazon-Website nach meinem eigenen Buch. An die 6stelligen Verkaufsränge hab ich mich schnell gewöhnt und über die gelegentlichen Kundenrezensionen riesig gefreut. Einmal pro Woche wurde der Verkaufsrang neu berechnet (nur die Top-1000 oder so wurden häufiger aktualisiert), öfter musste ich nicht nachgucken.

    Aber jetzt haben sie scheinbar für alle Ränge eine stündliche Neuberechnung eingeführt. Seitdem komme ich nicht mehr zum Schreiben oder Schlafen oder Computerspielen, weil ich ständig nachgucken muss – es ist eine Katastrophe! Ich war diesen Sommer noch nicht einmal zum Baden an einem See, weil mir keiner mit WLAN-Hotspot bekannt ist!

    Heute früh hat’s sich’s zumindest mal gelohnt: Ich konnte mein Buch erstmals und immerhin eine gute halbe Stunde lang unter den „oberen 10.000“ bewundern:

    amazon.jpg

    Inzwischen ist es wieder auf Platz … halt, ich gucke lieber nochmal … 15.514. Und jetzt werde ich alle Kraft zusammenehmen und versuchen, die Wohnung zu verlassen, bevor ich den ganzen Nachmittag damit verbringe, den Absturz in die 20.000er zu verfolgen.

  • Und dann gibt’s doch tatsächlich Leute, die bausparen!

    Ein Kanadier hat über das Internet innerhalb von 12 Monaten und mit 14 Zwischenschritten eine rote Büroklammer gegen ein Eigenheim getauscht (siehe zum Beispiel hier).

    Im Forum zum Artikel schreibt Jamok-Sauce: „Wetten, dass jetzt wieder haufenweise bloggende Naivlinge das gleiche versuchen wollen?“

    Ich bin einer davon! Leider besitze ich keine rote Büroklammer, und die Preise dafür dürften jetzt stark steigen. Tja, wenn ich ein Eigenheim dafür hergeben könnte … so kann ich höchstens anbieten, dass derjenige, der mir eine rote Büroklammer schickt, ein Jahr lang meine Miete übernehmen darf.

         
  • Prioritäten

    Gerade „Heute“ im ZDF gesehen. Zu Beginn mehr als 8 Minuten über den Rücktritt Klinsmanns, dann gut eine Minute über den Einmarsch der israelischen Armee in den Südlibanon.

    Aber keine Sorge: 19.20 Uhr gibt’s ein „Heute Spezial“. Über Klinsmann …