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  • Der Tag, an dem es Broiler regnete

    junge.jpg Ivo hat ein Video zu Konrads Lied „Hässlichster Junge der Stadt“ gemacht! Komplett mit Broilerregen, Klopperei und tollen Tanzszenen. Die Surfpoeten brüllen an der Bar den Refrain mit und das Publikum bei LSD hebt die Arme. Toll, toll. Wer keine Angst vor Flash-Websites hat und feinfühlig über die Ankündigung als „Kult-Song“ hinwegzulesen vermag, kann es sich direkt bei WatchBerlin angucken und -hören. Lohnt sich!http://www.watchberlin.de/watchberlin/#watchberlin-content-8314-1-V (Volker Strübing)

    Nachtrag: Herrjeh, wie dumm ich bin! Man kann das Video natürlich auch auf Ivos Blog angucken. In den Schnipselfriedhof kriege ich den WatchBerlin-Player aber leider nicht eingebaut.

  • Schnipsel vom 25.1.2008

    • Schön ist es im Zug Richtung Konstanz am Freitag Nachmittag – zumindest, wenn man seine Bahn-Bonus-Punkte gegen ein 1. Klasse Upgrade eingetauscht hat und sich nicht in den hinteren Abteilen mit dem Pöbel, zu dem man ja eigentlich auch gehört, um die Plätze balgen muss. Hier ist es bequem, man hat Platz, das Selbstwertgefühl steigt und ich bin sicher, dass der Mann schräg gegenüber bei seinen ununterbrochenen Nasengrabungen sehr wohlschmeckende und ebenmäßige Popel zutage fördert. First Class Popel eben. Schön, dass ich einmal in diese Welt hineinschnuppern darf. Außerdem bekommt man Pralinen geschenkt und Zeitungen und Letzeres erlaubt es mir, mal wieder ein Blatt zu lesen, für das ich auf keinen Fall Geld ausgeben möchte: Die BILD-Zeitung. Ich fand einen Artikel über einen Intensivtäter, der schon 140 Straftaten begangen hat, Diebstahl zumeist. Dann kommt ein denkwürdiges Zitat:

      In seiner Akte steht: „Seine Lebenseinstellung ist: ‚Arbeiten ist scheiße, ich komm auch so durch.`“ Trotzdem läuft er frei herum.

      Da hätt‘ ich mich fast an der leckeren Praline verschluckt.

    • Bei Kaiser’s in den Schönhauser Allee Arcaden haben sie jetzt über den Kassen große Bildschirme aufgehängt, auf denen Werbung läuft. Sicher haben sie dabei nur an das Wohl der Kunden gedacht, die sich in den häufig sehr langen Warteschlangen langweilen. Danke dafür. Ist bestimmt auch viel blliger, als noch ne Kasse zu öffnen.
    • Seit langem frage ich mich – und andere – ob mein Eindruck, dass des Abend immer mehr junge und jungtuende Leute mit offenen Bieren (manche auch mit Beck’s) durch die Gegend laufen oder fahren. Einige Bekannte haben diesen Eindruck bestätigt, andere haben den Kopf geschüttelt und darauf hingewiesen, dass es das auch früher schon gab. Klar gab’s das auch schon früher. Herrjeh, ich hab das auch gemacht. Jugend muss Scheiße sein und die Alten ärgern. Aber das isses ja grade: Ich habe nicht den Eindruck, dass die das machen, um Scheiße zu sein oder die Alten zu ärgern, sondern weil’s für sie einfach die normalste Sache der Welt ist. Sodom und Gomorrha!

    (Volker Strübing)

     

     

  • The most beautiful thing in the world

    Ach, Rauchen ist schon ’ne feine Sache. Deshalb ist es auch so schwer, damit aufzuhören. Das einzige, was da rankommt, ist, sich eine Drahtbürste ganz tief in den Rachen zu stecken und diese ganz langsam rauf- und runterzuschieben. Naja, und mit Gülle gurgeln, das ist auch fast so gut. Ich geh mal noch eine rauchen.

    (Volker Strübing) 

  • Daten brauchen keinen Schutz. Die können auf sich selbst aufpassen.

    Eigentlich bin ich ja für Datenschutz und so. Aber manchmal denke ich auch: Scheiß drauf. Da kann man auch gleich gegen die Kontinentaldrift demonstrieren. Daten und Informationen sind einfach da und es werden immer mehr und der Versuch, ihre Erfassung und Verbreitung zu begrenzen ist etwa so sinnvoll, wie es die Versuche waren, die Verbreitung von Büchern zu behindern, nachdem olle Gutenberg erstmal den Teufel aus der Flasche gelassen hatte.

    Viele Menschen machen sich wenig Gedanken um ihre Privatsphäre. Wenn erst entsprechende Geräte verfügbar sind – und das sind sie sicher bald – werden wir erleben, dass einige Leute ihr ganzes Leben als Stream online stellen. (Und damit auch Teile des Lebens aller Leute, denen sie begegnen.) Vielleicht schalten sie die kleine Kamera ab, wenn sie auf Klo gehen oder Straftaten bestellen; einige werden aber nicht einmal das tun. Wem die eigene Privatspähre egal ist, der wird sich auch schwer damit tun, die Privatspähre anderer zu respektieren. Vielleicht wird diese Entwicklung zu einem größeren Problem für den Datenschutz als die Überwachung durch den Staat oder die Datensammelwut der Marketingabteilungen.

    Vor einiger Zeit habe ich mal eine längere SF-Geschichte zu dem Thema geschrieben. Hier ist ein kurzer Ausschnitt, eine Art Hintergrundtext zur eigentlichen Geschichte: Little Big Brothers

    Die Daten sind da. Es gibt kein Zurück. Wir müssen uns entscheiden, wem sie gehören sollen – einer kleinen Elite oder allen.

    (F.L., 2016)

    Vielleicht ist es ja wichtiger, für die Freiheit von Information zu kämpfen, als zu versuchen sie zu „schützen“ und zu verhindern? Das gruslige an der Vorstellung einer Orwell’schen Zukunft ist doch vor allem die Tatsache, dass man der Beobachtung durch ein repressives System ausgesetzt ist, oder? Klar, uns wird es schwer fallen, auf die Privatsphäre zu verzichten, weil wir mit dem Glauben aufgewachsen sind, sie sei ein grundlegendes Menschenrecht. Weil wir daran gewöhnt sind. Aber vielleicht werden unsere Enkel einmal den Kopf darüber schütteln.

    Ich denke oft über dieses Thema nach. Heute bin ich wegen einer Nachricht aus Amerika darauf gekommen:

    Für 999 Dollar und jede Menge Speichel: Künftig kann sich jeder seine Gene via Internet analysieren lassen – und Auskunft über Erbkrankheiten erhalten.

    Hanno Charisius / Süddeutsche Zeitung

    Im ganzen Artikel findet sich kein Hinweis darauf, dass man nachweisen muss, dass das eingesandte Material von einem selbst stammt. Der Umstand, dass man einen ziemlich fetten Spuckeflatsch einschicken muss, bringt immerhin eine gewisse Sicherheit vor Gendatenpiraten mit sich. Aber schon bald ist das vielleicht schon mit einem eingesandten Haar möglich.
    Mit etwas Geschick sollte es immerhin möglich sein, der Freundin oder dem Freund das benötigte Material abzuluchsen. Dann kann man sie oder ihn zum Geburtstag überraschen mit einer Analyse ihrer oder seiner Wahrscheinlichkeit an Brust- oder Postatakrebs zu erkranken. Das gibt ein Hallo!

    (Volker Strübing)

  • Schnappschüsse vom 21.1.2008 / Dessau

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    Den Stadtvätern ist es wahrscheinlich lieber, wenn man sich stärker auf die schönen Ecken Dessaus und das großartige Umland konzentriert, aber da sollen sie sich mal schön an die eigene Nase fassen: Wenn sie für besseres Wetter gesorgt hätten, hätte ich vielleicht auch Lust auf idyllische Fotos gehabt! Außerdem sollen sie sich lieber darum kümmern, dass der Dessauer Wasserturm gerettet wird, statt hier an meinen Fotos rumzukritteln. (Was sie ja nicht tun, aber wenn …)

    [youtube=http://www.youtube.com/watch?v=GotJC8WmNe4]

    (Volker Strübing)

  • Gut, dass ich nicht nach dem Sinn des Lebens gefragt habe …

    Neulich am Hauptbahnhof Potsdam. Ich suche die „Lange Brücke“ und frage einen älteren Mann, der irgendwie einheimisch aussieht, nach dem Weg. (Fragt mich jetzt nicht, woran ich das festgemacht habe. Er sah nicht direkt „potsdamerisch“ aus, waas immer das heißen soll, sondern einfach … eingeboren. Den selben Opa am Hauptbahnhof Essen, hätte man sofort als Essener erkannt. Hm. Sah halt nicht aus, wie ein reisender, sondern eher wie jemand, der Abends noch mal schick essen geht. falls man eine Bratwurst an der Imbissbude schick nennen will.)

    Er: Zu Fuß? Das ist ganz einfach. Dort vorne rechts, dann immer geradeaus. Vielleicht 5 Minuten. 500 Meter, weiter ist das nicht.

    Ich: Vielen Dank! Schönen Abend noch!

    Er: Ja. Also einfach da vorne rechts.

    Ich: Hm. Auf Wiedersehen.

    Er: Können Sie gar nicht verfehlen.

    Ich: Ja, danke!

    Er:   500 Meter.

    Ich: Na dann.

    Er: Dort vorne rechts. Also nicht links in die Dingsbumsstraße, sondern rechts.

    Ich: Okay, verstanden, danke.

    Er: Können Sie gar nicht verfehlen.

    Ich: Äh. Ich muss dann mal los, bin ein bisschen in Eile.

    Er: Na, das sind bloß 5 Minuten. 500 Meter ungefähr.

    Ich: Tschühüß …

    Er: Maximal. Eher 400.

    Ich: Okay, ich geh jetzt los.

    Er: Ja, dort rechts, bei dem Schild und dann immer …

    Schließlich habe ich ihn einfach stehen lassen. Menschen sind manchmal schon ein seltsames Völkchen. Aber vielleicht hatte er einfach seit Tagen mit niemandem mehr gesprochen und musste die Gelegenheit ergeifen …

    (Volker Strübing) 

  • Kloß und Spinne – Teil 11: Schlecht geträumt

    [youtube=http://de.youtube.com/watch?v=BViox1QhtO0]

    Dies ist der wahrscheinlich aufwendigste Film, der je gemacht wurde. Ich glaube, ich habe allein an der „präsentiert von:“-Szene 3 Stunden gebastelt (obwohl ich die Animationen dafür nur zweitverwertet habe). Ist dafür aber auch schön bombastisch geworden. Überhaupt hat sich die Mühe gelohnt: Noch nie in der Geschichte des Films wurden mutierte Meerschweinchen mit Saugnäpfen so realistisch in Szene gesetzt. Wenn es einen Oscar für mutierte Meerschweinchen mit Saugnäpfen gäbe, wäre er mir sicher. (Gibt es einen?)

    Geduldige Zuschauer erfahren zudem Horsts Namen (er lautet: Horst) und hören erstmals seine Stimme.

    Die nächste Episode kommt bald und wird wieder ganz, ganz einfach. Vermutlich.

    (Volker Strübing)

  • Blog’n Roll

    Puh! Geschafft! Der neue Kloß-und-Spinne-Film ist fertig, und nichts würde ich jetzt lieber tun, als ihn hochzuladen. Aber das muss noch warten, damit er heute Abend bei der Chaussee der Enthusiasten Weltpremiere haben kann! Eigentlich wollte ich ihn schon am Dienstag bei LSD zeigen, allerdings in einer halbfertigen Version, bei der die Schlussszene fehlte. Aber der Beamer war kaputt.

    Stattdessen mache ich endlich meinen guten Vorsatz war, die Blogroll zu aktualisieren und zu erweitern. Aber gaaaaanz langsam. Heute schmeiße ich erstmal zwei Blogs raus: Die beiden englischsprachigen Cartoonseiten, denn die habe ich mir in letzter Zeit gar nicht mehr ansehen wollen.

    Dafür gibt es einen Neuzugang:

    Hortkind, von Konrad Endler – Liedermacher, Midipopper, Geschichtenerzähler, Nachrichtenerfinder, Brillenträger und seit gestern offizielles Mitglied der Surfpoeten – herzlichen Glückwunsch!

    Leider hat er es rechtzeitig zu dieser Verlinkung geschafft, alle alten Blogeinträge zu löschen, aber es wird sich ganz sicher schnell wieder füllen und zumindest hat er seine Songs und ein animiertes Musikvideo retten können:

    [youtube=http://www.youtube.com/watch?v=w779MaDFYq0]

    (Volker Strübing)

    PS: Ich traue mich gar nicht zu googeln, wieviele das Wortspiel aus der Überschrift schon vor mir gemacht haben … Apropos, wenn man ein traurig an der Bar getrunkenes Bier als „Wermutshopfen“ bezeichnet, ist man dann ein schlechter Mensch?

  • Lost in 24

    Ich habe ein neues Hobby: amerikanische Serien auf DVD gucken. Eine prima Sache, weil man immer Zeit findet, eine Episode zwischenzuschieben. Beim Abendessen zum Beispiel oder beim Kaffeetrinken oder wenn man eigentlich was wichtiges erledigen müsste. Angefangen habe ich mit Lost. (mehr …)

  • Werbung / Bockwurst / Sportlehrer

    Gerade hat es an der Tür geklingelt. „Wärrrbung bittä!“ plärrte es mir aus der Gegensprechanlage entgegen. „Oh, ich brauch grad keine, danke!“, habe ich geantwortet und nicht geöffnet. Das ist eine recht pfiffige Antwort, aber gedient ist damit keinem. Der Werbemittelverteiler kriegt ob der tausendsten vermeintlich pfiffigen Antwort, die ihm heute gegeben wurde, noch ein bisschen schlechtere Laune und muss weiterklingeln und noch mehr Leuten auf den Sack gehen. Und am Ende landen die Zettel doch in meinem Briefkasten. Ist es nicht besser sich dem Schicksal zu ergeben? Eventuell sogar moralisch geboten, um den Ärger auf allen Seiten so gering wie möglich zu halten? Ist das nicht eine fürchterliche Banalität, an die man keine Gedanken oder Weblogeinträge verschwenden sollte? Egal. Ich habe gerade eine platzende Bockwurst und einen Sportlehrer in Damenunterwäsche animiert, ich bin jetzt nicht in der Lage, mich mit weltbewegenden Themen auseinanderzusetzen.

    (Volker Strübing)

    PS: Hätte den Beitrag beinahe „Mir platzt gleich die Bockwurst“ genannt. Aber irgendwie … ich weeß nich, ich weeß nich …