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  • Auwacka! Muslime reagieren nicht mit Demut auf Bedrohung!

    (Sorry an alle, die das eben schonmal per Feedreader gekriegt haben)

    Laut einer vor kurzem veröffentlichten Studie und ihrer populären Auslegung durch Boulevardblätter und Boulevardpolitiker sind fast 40% der in Deutschland lebenden Ausländer fundamental orientiert und/oder gewaltbereit. In der Studie steht freilich etwas ganz anderes drin:

    Eine kleine Gruppe von sechs Prozent werde als „gewaltaffin“ eingestuft. Immerhin 14 Prozent der Befragten, von denen knapp 40 Prozent einen deutschen Pass hatten, stünden mit der Rechtsstaatlichkeit auf Kriegsfuß und zeigten eine problematische Distanz zur Demokratie, schreibt die [Frankfurter Rundschau].

    Die Welt, 20.12.2007

    Dies hindert die Welt nicht, den Artikel unter die Überschrift „Große Gewaltbereitschaft unter jungen Muslime“ zu stellen.

    Aber was stimmt denn nun? Sind nur 6% Prozent gewaltaffin oder sind tatsächlich 40% zur Gewalt gegen Andersdenkende bereit? Es stimmt wahrscheinlich beides. Die 6% sind wohl die, vor denen man wirklich Angst haben muss. Die 40% haben auf die Frage ob bei einer Bedrohung des Islam durch den Westen die Anwendung von Gewalt gerechtfertigt sei, mit „Ja“ beantwortet. Es ging mithin (hach, dass ich dieses Wort mal irgendwo einbauen kann!) um die Frage nach der Rechtmäßigkeit von Selbstverteidigung. Wieviele Deutsche würden die umgedrehte Frage mit „Ja“ beantworten? 80 Prozent?

    Ach egal, eigentlich wollte ich gar nicht darüber schreiben, sondern über diesen putzigen Lausbub, diesen Schelm von der CSU, olle Herrmann, seines Zeichens bayrischer Innenminister. Der hat sich (sicher betrunken oder in satirischer Absicht) dafür ausgesprochen, von Muslimen eine amtliche Gewaltsverzichtserklärung einzufordern. Nee, ernst hat der das nicht gemeint, keine Sorge, das kann ich mir nicht vorstellen. Das wäre so beleidigend und disriminierend, dass ich es höchstens einem NPD-Abgeordneten zutrauen würde. Außerdem glaube ich nicht, dass man in Deutschland Minister werden kann, wenn man so dumm ist zu glauben, eine „Gewaltverzichtserklärung“ würde irgendeinen Schläger oder Terroristen von seinem Tun abhalten.

    Aber tuen wir doch mal so, als hätte er es ernst gemeint. Sollte man dann nicht auch uns Ostdeutschen so eine Erklärung und obendrauf noch einen Eid auf das Grundgesetz abverlangen? Auf 14% mit „problematischer Distanz zur Demokratie“ kommen wir locker auch. Und laut einer anderen vieldiskutierten Studie finden zahlreiche Jugendliche im Osten ja sogar die DDR ganz okay oder richtig toll. (Angeblich ist das die Schuld der Lehrer, aber ich schätze eher, dass sie das zuhause von ihren arbeitslosen Eltern erzählt bekommen – egal, Abschweifung Ende, ich hab mir ja für 2008 vorgenommen, nicht mehr soviel abzuschweifen und früher aufzustehen und … aber ich schweife ab … wo war ich stehengeblieben?)

    Jedenfalls: Muslime und Ostler sollten unbedingt aufs Grundgesetz schwören. Vielleicht können wir ehemaligen DDR-Bürger unseren muslimischen Mitmenschen die Hand reichen, ihnen Mut machen und ihnen zurufen: „Keine Sorge, alles halb so schlimm!“, denn schließlich haben die meisten von uns Erfahrung mit Schwüren und Eiden und Gelöbnissen. 90% von uns dürften mindestens einmal auf die Verfassung und den Staat und den Sozialismus und überhaupt geschworen haben.

    Ich zum Beispiel 1985 anlässlich meiner Jugendweihe:

    Seid ihr bereit, als junge Bürger unserer Deutschen Demokratischen Republik mit uns gemeinsam, getreu der Verfassung, für die große und edle Sache des Sozialismus zu arbeiten und zu kämpfen und das revolutionäre Erbe des Volkes in Ehren zu halten, so antwortet:

    Ja, das geloben wir!

    5 Jahre später war’s Essig mit der „edlen Sache des Sozialismus“ und die BRD fing sich ein paar Millionen Eidbrecher ein …

    Egal.

    Ich hatte auch eine lustige Idee: Vielleicht sollte man Minister und Abgeordnete auf das Grundgesetz schwören lassen! Das wär doch mal was … oder tun die das etwa schon? Nein, nein, das kann nicht sein, das glaub ich nicht …

    (Volker Strübing)

  • Frohes Neues und so!

    Nach 5 Tagen Urlaub, richtigem Urlaub, so richtig urlaubsmäßigem Urlaub also:

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    (Volker Strübing) 

    PS: Tolle Puppen, was?! Danke an Muttern!

  • Mittags gemütlich anfangen – und abends ein Ei essen

    Bin beim surfen auf einen Kochblog gestoßen. Ein Beitrag beschäftigt sich mit dem perfekten Frühstücksei – wissenschaftlich. Zitat: Im Experiment habe ich ein Ei von 45 mm Durchmesser 15 Minuten bei 70°C erhitzt. … Als Bedingungen, unter denen ein perfektes Frühstücksei entstehen soll, gibt M. Lersch 6 Stunden bei 65°C an.

    (Andreas Krenzke)

  • Kassandra und der Weihnachtsmann

    Ein Märchen für die ganze Familie. (Und für die kaputte.)

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    Es war einmal eine komische Frau namens Kassandra. Kassandra war oft traurig, weil ihr niemand zuhören wollte. Sie erzählte aber auch immer einen Quatsch! „Wir werden alle sterben!“ oder „Noch ehe euer viertes Kind geboren, werden die Blumen, die dir dein Liebster zum ersten Rendeszvous mitbrachte, verwelkt sein!“ – solches Zeug, niemand wollte das hören!  

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    002.jpg Sie fand eine Arbeit im Comedy-Quatsch-Club, denn nur dort hörten die Leute gerne komischen Frauen zu, die Quatsch erzählten. Aber irgendwie war das auch nicht das richtige.

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    Einmal traf sie auf dem Heimweg von der Arbeit den Weihnachtsmann.
    „Was wünschst du dir?“, fragte er Kassandra.
    „Dass mich wenigstens einmal im Leben jemand ernst nimmt!“, antwortete die Frau.
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    004.jpg „Ho, ho, ho!“, lachte da der Weihnachtsmann und ging schmunzelnd weiter.

    (Volker Strübing)

  • Was würde Churchill dazu sagen?

    Volker kann man, glaube ich, mit drolligen Statistiken immer eine Freude machen, darum will ich das jetzt mal tun – ist ja schließlich Weihnachten: Marathonläufe retten Menschenleben, weil auf den gesperrten Straßen weniger Autofahrer bei Unfällen sterben. Und das, obwohl bei Marathonläufen auch Menschen gestorben sind, und zwar 26 Teilnehmer – das sind 0,8 Tote auf 100 000 Teilnehmer. Weil aber die Straßen zugunsten des Sports gesperrt waren, habe es 46 Verkehrstote weniger gegeben. Damit seien für jeden Toten beim Marathon 1,8 Verkehrstote vermieden worden.

    (Andreas Krenzke)

  • Frohe Weihnacht

    Der Schnipselfriedhof und das Weihnachtsschwein wünschen ein frohes Fest!

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    Für den Fall, dass jemand jetzt noch gar nicht so weihnachtsmäßig unterwegs ist, kommen hier noch ein paar Fotos zur Einstimmung:

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  • Alle Treppen stehen still, obwohl ich gar nicht böses will

    Nun ist mein Leben wohl tatsächlich in seine Rowdyphase eingetreten. Erst löste ich einen Rauchmelder aus. Und gestern stoppte ich die Rolltreppe in den Schön-Schöner-Schönhauser-Allee-Arcaden. Dabei schob ich bloß den Kinderwagen, total unabsichtlich natürlich – die Lenkachse war Schuld, mit dem rechten Vorderrad gegen den roten Ausknopf, den die da eine Handbreit über dem Boden angebracht haben, wo ich ihn jedenfalls nie absichtlich gesucht hätte. War urst peinlich, obwohl es niemand sah, hauptsächlich vor mir selbst. Werde ich schleichend zu einer Art Hooligan?

    (Andreas Krenzke)

  • Auf verlorenem Posten

    Vor einer Stunde in den Schönhauser Allee Arcaden: Menschen drängeln aneinander vorbei, gucken genervt, zicken sich an, stehen Schlange wie im Osten, wenn einmal jährlich Butter verkauft wurde, und schleppen riesige Tüten voll urstem Scheiß aus den Geschäften – den ganzen Mist, der das Jahr über wie Blei im Regal lag, weil kein fühlendes Wesen je auf die Idee käme, so einen Krempel für sich selbst zu kaufen …

    Und im Untergeschoss, zwischen Weltbild, Kaisers, Tschibo und Apollo-Optik: Der Weddinger Kammerchor. Weihnachts- und Winterlieder werden gesungen, eine Frau trägt in arg gekünstleter Berliner Mundart ein humoristisches Gedicht über den Geschenkestress vor und der Chorleiter hält eine kleine Ansprache an die „lieben Kunden der Schönhauser Allee Arcaden“. Dass man doch daran denken solle, dass es bei Weihnachten nicht nur um’s Kaufen und Schenken geht und dass er sie einladen wolle, zusammen mit dem Chor ein wenig zur Besinnung zu kommen, denn Weihnachten sei ja auch ein besinnliches Fest etc.

    Das ganze wirkte wie zarte Liebeslyrik auf der Mainzer Fassenacht.

    Aber eben auch irgendwie rührend. Dem Management scheint die ganze Sache aber nicht ganz geheuer gewesen zu sein – was, wenn es am Ende funktioniert hätte? Darum wurde der Auftritt vorsichtshalber von aggressionsfördernder „weihnachtlicher“ Panflöten-„Musik“ eingerahmt.

    (Volker Strübing)

  • Wo viel Rauch ist, ist auch viel Schatten (hä?)

    Ich war ja ein eher braves Kind. Als Ausbund an Verworfenheit galt ein Junge in meiner Parallelklasse, der mal aus Neugier einen Feuermelder eingeschlagen hatte, um zu sehen, was passiert. Der war als Großer dann auch im Kittchen, glaube ich. Ich bin ja eher so einer geworden, der tut, was man ihm sagt. Ich habe sogar, wie von Landesbranddirektor Broemme gefordert, Rauchmelder in meiner Wohnung installiert. Den in der Küche habe ich gerade bei der Zubereitung einer Restepfanne ausgelöst. So ein Radau! Fühle mich jetzt auch ein bisschen böse. Hihi!

    (Andreas Krenzke)

  • Neues von Kloß und Spinne

    Gleich setze ich mich auf’s Fahrrad und fahre zur Raumstation, um 4 neue Kloß-und-Spinne-Folgen für die Show Royale aufzunehmen (kommt immer sonntags 16 – 18 Uhr auf Radio 1 … oder im Internet als Live-Stream auf radio1.de). Damit sind es dann insgesamt schon 18 Folgen … mit dem Verfilmen komme ich nicht mehr hinterher, weshalb ich jetzt auch angefangen habe, sie bei den Lesebühnen vorzulesen. Das klappt mittlerweile ganz gut. Kann problemlos zwischen den Stimmen wechseln und mache mir langsam Sorgen, dass ich eine multiple Persönlichkeit entwickle … neulich wäre mir fast in einem normalen Gespräch ein „Hihi, du bist lustig“ rausgerutscht …

    Die neuen Folgen handeln von Beziehungsproblemen und dem lieben Geld, von der Willensfreiheit und den Parallelen zwischen Frauenaugen und Emailattachements. Außerdem ist Norbert der mathematische Beweis für etwas gelungen, dass Spinne schon immer vermutet hat: Es gibt kein Leid und keine schlechte Laune. Wem’s scheiße geht, der bildet sich das nur ein. War selbst verblüfft, als ich das geschrieben habe …

    Zwei neue Folgen gibt’s heute Abend bei der Chaussee der Enthusiasten.

    (Volker Strübing)