Kategorie: Literatur / Lesebühne / Poetry Slam

  • Superquiz – gewinne alles oder nichts!

    Naja, alles wäre ein bisschen viel. Das steht doch dann bloß wieder im Weg rum und staubt ein. Um mich an das in der Überschrift gegebene Versprechen zu halten, gewinnt der Gewinner daher nichts. Nur Punkte. Die nehmen keinen Platz weg und halten sich ewig. Und wer weiß, vielleicht kann man sie eines Tages gegen irgendwas eintauschen. Zum Beispiel gegen Geld, das letztlich ja auch nichts anderes ist. Man kann sie stolz auf den eigenen Grabstein meißeln lassen. Oder sie am Jüngsten Tage, bei der Endabrechnung, in die Wagschale werfen.

    Um Punkte zu kriegen, müsst ihr einen Kommentar schreiben, in dem drin steht, welcher Lesebühnenautor auf welchem der untenstehenden Fotos abgebildet ist. Für jede richtige Antwort gibt es einen, ach was sage ich! 1000 Punkte! Und wer alles richtig beantwortet, kriegt noch einmal 10.000 Supersonderpunkte. Ihr könnt auch voneinander abschreiben! Ihr könnt sogar mehrmals die richtige Antwort posten und so NOCH MEHR Punkte hamstern. Mitmachen und gewinnen! So eine Chance kommt so bald nicht wieder!

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    Von der Teilnahme befreit sind Lesebühnenautoren und ihre Angehörigen. Alle müssen mitmachen!

    (Volker Strübing)

  • Horst in einer Nebenrolle

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    (Idee: Spider, Bilder: Volker)

    Diese Situation ist uns gestern in der Thalia-Buchhandlung bei unserer Lesung zum Glück erspart geblieben. Unsere Eltern haben sich damit abgefunden, dass aus uns nichts „Vernünftiges“ mehr wird. Sie sind inzwischen sogar ein bisschen stolz.

    Die Lesung in einem Buchladen vor dem Hintergrund eines gutbesuchten Fitnessstudios war mal eine neue und überwiegend schöne Erfahrung. Vielleicht war es blöd von uns, dass wirram Nachmittag (Edit: Wir waren zwar etwas wirr am Nachmittag, aber es sollte eigntlich „wir am Nachmitag“ heißen) bei einem Kaffee die Idee des gegenseitigen Interviewens wieder verworfen haben. Und vielleicht hätte ich doch (wie eigentlich geplant) einen längeren Abschnitt aus meinem Roman lesen sollen, anstatt auf „bewährte“ Kurzgeschichten zu setzen.

    Nächstes mal …

  • Nine Eleven und die Beuys-Boys

    Erst dachte ich: Nun schreib ich doch mal darüber, wie ich den Anschlag auf das World Trade Center erlebt habe. Dann dachte ich: Och nö, langweilig, das haben doch alle schon gemacht. Dann fiel mir ein: Stümpt ja gar nicht! Die anderen haben immer nur darüber schwadroniert, wie sie 9-11 erlebt haben – verfluchte Egozentriker.

    Habe jetzt trotzdem keine Lust mehr, meine Geschichte des 11.Septembers zu erzählen, und warum die Zwillingstürme immer etwas besonderes für mich waren, vielleicht das Stückchen Amerika, dem ich mich am stärksten verbunden fühlte.

    Mir ist einfach gerade nicht nach Gedenken und besinnlichem Erinnern zu Mute, Jahrestag hin und her. Heute Abend oder morgen Nachmittag will ich aber auf jeden Fall eine Geschichte mit dem Titel „11.9.3001“ schreiben. Mal gucken, ob sich die Idee als tragfähig erweist und ich das morgen im Zosch vorlesen kann.

    Hier noch eine – ja, eine geht noch! – Theorie zu den Hintergründen des Anschlags: Eingefädelt wurde das Ganze von fanatischen Joseph-Beuys-Verehrern, die einem Kunstwerk ihres Meisters ein Denkmal setzen und ihm eine prophetische Aura verleihen wollten: Beuys hatte 1974 die damals noch recht neuen Twin Towers aus Talg nachgebildet – zwei „Fett-Türme“ als Symbol der Geldmacht. Beschriftet hatte er sie mit „Cosmos“ und „Damian“. Dies aber (und jetzt kommts!) sind die Namen zweier Zwillingsbrüder und christlicher Märtyrer, die von den Feinden der Christenheit enthauptet und verbrannt wurden …

    (Quelle: Tagesspiegel, 11.9.2006 – dort wurde allerdings nur über das Kunstwerk geschrieben, ohne dass man die Zusammenhänge erkannt hätte)

    (geschrieben heute Nachmittag im Zug)

  • Stuttgart in Schnipseln

    1) Gut zu wissen
    Als ich am Sonnabend einem Bekannten erzählte, dass ich Sonntag nach Stuttgart fahren wolle, sagte er, dass er dort nicht tot über Zaun hängen möchte. Wenn ich ihn das nächstemal begegne, werde ich ihn beruhigen: Er würde dort auf keinen Fall lange hängen. Tot-übern-Zaun-hängen wird dort nicht geduldet. Ich habe in Stuttgart nicht einen Menschen tot übern Zaun hängen sehen. In Stuttgart achtet man noch auf gepflegte Zäune.

    2) Auch Stuttgart hat kleine Fehler

    In Stuttgart gibt es eine Mercedes-Konzern-Zentrale, Weinberge, kleine Biere für 3 Euro, einen wunderbaren Slam in der Rosenau, demnächst einen asynchronen Brauseboy, aber es gibt auf dem ganzen Hauptbahnhof kein Geschäft, in dem ein herumreisender Slammer einen Ersatz für seine in Berlin vergessene Zahnbürste erwerben kann. Das ist nicht schön.

    3) Goethe geschändet! Mercedes in Gefahr!

    Die oben erwähnte Mercedes-Konzern-Zentrale hätte ich heute morgen beinahe abgerissen, nur so, aus Jux und Dollerei – ich fühlte mich ausgeschlafen und nach einem Besuch bei dm („Hier bin ich Mensch, hier kauf ich ein“), auch wieder wie ein Mensch, was aber nicht an deren zutiefst verabscheuungswürdigen Werbeslogan, sondern schlicht an der dort gekauftenZahnbürste lag – kurz: Ich fühlte mich zum Konzernzentralenabreißen! Und weil ich auf der Fahrkarte Reisedatum (11.09) und Abfahrtszeit (11.32) verwechselt hatte, blieb auch noch genug Zeit. Aber dann ist mir eingefallen, dass ich erst am Sonnabend noch einem zweiten Mann von meiner bevorstehenden Stuttgartfahrt erzählt habe, und ihm versprechen musste, die Mercedes-Konzern-Zentrale stehen zu lassen, weil dessen Arbeitsplatz da dran hinge. Da hab ich eben Kaffee im Wiener Wald am Hauptbahnhof getrunken.

    4) Kofferbombenkoffer ächten!

    Statt dem ganzen Rail-Marshall– und Hartz-IV-Patrouillen-Blödsinn hätte man als Reaktion auf die fehlgeschlagenen Kofferbombenattentate die Mitnahme von Kofferbombenkoffern verbieten können. Damit wäre allen gedient, außer natürlich den Kofferbombenkofferbesitzern, aber die sind so sowieso doof (sorry Nils :-)). Wie ich das Geräusch der kleinen Plasteräder hasse, mit denen sie mühelos den Zugverkehr und alle Bahnhofsansagen übertönen, wie ich ihre aufgerissenen Augen und aufgepusteten Backen hasse, wenn sie diese Dinger in den Zug wuchten, ohne auf Kollateralschäden zu achten, wie es mich ankotzt, wenn sie vor und nach jedem Zughalt minutenlang den Gang blockieren, übereinander und über die Koffer der schon oder noch sitzenden Trolley-Trottel fallen oder wie sie mir beinahe die Knie zertrümmern, wenn sie ihre mobile Wackersteinsammlung unter den Tisch zu schieben versuchen, weil sie nicht auf die Gepäckablage passt … Also ich würde die alle auf dem Bahnhofsvorplatz prophylaktisch sprengen.

    5) Apropos Mobil

    An die Ansage „In Frankfurt ist unsere mobile Eisverkäuferin zugestiegen“ hat man sich ja gewöhnt, aber heute gab es einen hübschen Zusatz: „Ferner ist eine Minibar zugestiegen.“

    (geschrieben heute Nachmittag im Zug nach Berlin)

  • Ätsch! Nach diesem Posting brat ich Schnitzel!

    Wenn man viel auf der Bühne steht, hängt das Selbstvertrauen schon sehr am Erfolg beim Publikum. Bei mir zumindest, und ich denke, es geht vielen Lesebühnenkollegen ähnlich. Manchmal wird uns das indirekt vorgeworfen – dann heißt es, wir würden uns beim Schreiben nach dem Geschmack des Publikums richten, anstatt reine, wahre Kunst (was immer das sein mag) zu fabrizieren. Ich kann über diesen Vorwurf nur – je nach Laune – lachen oder den Kopf schütteln. Bevor ich angefangen habe, auf Lesebühnen aufzutreten, war ich selbst Publikum, und was die da oben am Mikro machten, hat mich begeistert. So sehr, dass ich irgendwann nicht mehr nur zuhören, sondern es selbst probieren wollte. Ich richte mich nach meinem Geschmack und bin froh, dass dieser anscheinend nicht besonders extravagant ist 😉 Bis auf ein paar Ausnahmen sind die Texte, die ich selbst für die besten halte, auch die, die beim Publikum am besten ankommen.

    Ich habe – ein dunkles Kapitel meiner Vergangenheit – mal 2 Jahre als Werbetexter gearbeitet, und ich hab’s ganz gut gemacht. Wenn ich dort für meine Arbeit gelobt wurde, dann hieß das, dass ich dem Kunden „nach dem Mund geschrieben habe“. Ich weiß, wie das ist. Und ich merke den Unterschied, wenn ich eine Geschichte schreibe.

    Bleibt natürlich die bange Frage: Was wird, wenn es eines Tages nicht mehr so funktioniert? Wenn meine Sachen keinen mehr interessieren?

    Egal, soweit ist es ja noch nicht. Obwohl ich gestern bei der Chaussee und Dienstag bei LSD mal wieder einen kleinen Vorgeschmack darauf bekommen habe, wie man sich dabei fühlt. Ab und zu schreibt man eben schlechte Geschichten, oder Geschichten, die nicht zum Vorlesen geeignet sind, oder gute Vorlesegeschichten, die man aber schlecht vorliest. Diese Woche habe ich mir wahrscheinlich einfach zuviel vorgenommen: Eine 15-Minuten-Geschichte mit mehreren Handlungssträngen und (am Donnerstag) mit projizierten Illustrationen. Habe zwar drei komplette Tage daran gesessen, aber trotzdem war das alles nicht ganz rund, der Text ist überarbeitungswürdig und die Bilder haben vom Stil her schlicht und einfach nicht dazu gepasst. Vielleicht war auch die ganze Geschichte doof, das kann ich aber erst sagen, wenn ich sie nochmal überarbeitet habe.

    So. Was wollte ich jetzt eigentlich schreiben? Wahrscheinlich wollte ich mich einfach nur entschuldigen und rechtfertigen.

    Um dem Text ein Happy-End zu verpassen, möchte ich an dieser Stelle deshalb stolz berichten, dass mein Roman in den Thalia-Buchhandlungen in den Schönhauser Allee Arcaden und im Ringcenter aufgetaucht ist. Bisher war er – soweit ich weiß – in Berlin nur bei Dussman zu haben. Eine tolle Sache, mit einem kleinen Haken: Jetzt muss ich jeden Tag in drei Geschäften verkleidet und mit falschem Bart herumlungern, mein Buch in der Hand halten und immer, wenn jemand vorbeikommt, Sachen murmeln wie: „Das klingt ja wirklich vielversprechend“, „Mir scheint, ich habe eine scharfe Nadel im durchgeweichten Heuhaufen der aktuellen deutschen Literatur gefunden“ oder „Was?! Nur 12,90 €? Dieses Buch ist sein Gewicht in Gold wert!“

    Was das an Zeit kostet!

    Apropos: Am 25.9. lesen Spider und ich im Café der Thalia Buchhandlung in den Schön-Schöner-Schönhauser-Allee-Arcaden aus unseren Büchern, Zettelmappen und vielleicht auch ein bisschen aus dem Schnipselfriedhof vor.

     

  • Google kills Goethe

    Hab ich gestern Abend in der Kneipe doch in meinen Muscote-Blättchen einen Spruch von Hanz Werfel gelesen: „Müßiggang ist allen Geistes Anfang“. Hab ich gedacht: Stimmt ja gar nicht!

    Hab ich weiter gedacht: Außerdem heißt das doch eigentlich: „Müßiggang ist aller LASTER Anfang“! Hab ich gedacht: Na, das ist ja nun auch Humbug.

    Hab ich mich gefragt: Ist nicht die Stoßstange aller Laster Anfang? Hab ich beschlossen, diese Frage unter der Überschrift „Versuch einer Rehabilitierung des Müßigganges“ ins Weblog zu stellen.

    Hab ich gedacht: Aber wem ist eigentlich damit gedient, wenn ich diesen Murks ins Internet stelle? Ist mir eingefallen, dass der Werber Jean Remy von Matt gesagt hat, dass Weblogs die Klowände des Internets sind. Hab ich gedacht: Auf Klowände kann man ja wohl auch mal blöde Sachen schreiben. Das ist immerhin besser, als blöde Sachen auf riesige Plakatwände zu schreiben, wie J.R. „Geiz ist geil“ von Matt das macht.

    Hab ich das also geschrieben. Hab ich dann gedacht: Hm. Guckste doch mal bei Google – bloß um sicher zu gehen -, ob diesen genialen Gedanken (also den mit der Stoßstange und dem Laster) schon mal jemand vor dir hatte …

    528 Treffer.

    Google ist aller Gedanken Ende. Alles schon mal dagewesen. Nicht nur alles schon mal gedacht. Auch schon alles fleißig ins Internet reingeschrieben.

    Hab ich gedacht: Goethe hatte es gut. Der hatte noch kein Google. Hat einfach frei von der Leber weg geschrieben. So Sachen wie „Das also war des Pudels Kern“. Hätte er’s bei Google eingegeben, hätte er 155.000 Treffer gefunden, mit Schreiben aufgehört und aus.

    Ich hab ja leider Google. Kann ich also meinen Kopf zu machen und alle Gedanken als Gebrauchtwaren bei Ebay versteigern. Werd ich wahrscheinlich feststellen, dass diese Idee auch schon andere hatten und dass der Gebrauchtgedankenmarkt total gesättigt ist.

    Hab ich gedacht (wahrscheinlich nicht als erster): Halt! Gib nicht auf! Du kannst das schaffen! Du denkst Dir jetzt einen Satz aus, den es noch nicht gibt! Hab ich drei Stunden oder so unter der kalten Dusche überlegt (Warmwasser gibts grad nicht) und präsentiere hiermit Stolz das Ergebnis:

    „Benutzte Gedanken hüpfen in meinem Kopf herum wie aufgescheuchte Hühner und kacken alles zu.“

    Naja. Wie sagte der Kellner, als er mir gestern in der Kneipe eine neue Kerze brachte? „Hier hast Du noch ein kleines Licht.“ Hab ich mir „das kleine Licht“ angeguckt und gedacht: Na super. Gleich und gleich gesellt sich gern …

     

  • 500 Dinge, die besser sind als Fußballgucken

    Zum Beginn der Bundesligasaison und präventiv in Vorbereitung auf die WM 2010 erschien es mir wichtig, das Projekt „Die Top 500 der Dinge, die besser sind als Fußballgucken“ wieder aufzunehmen.

    Und – „Freude, Bates, große Freude“ (Douglas Adams) – Tube hat ein Programm gebastelt, das auf der Offenen Seite von der Surfpoeten-Website basiert, und das es erlaubt, eigene Vorschläge direkt einzubinden, einen Link zur eigenen Homepage zu setzen oder die Vorschläge der anderen zu bewerten. Auf www.volkerstruebing.de, hatte ich bisher ungefähr 230 eingesandte oder selbstausgedachte Vorschläge veröffentlicht, die ich nun nach und nach auf die neue, zwar noch nicht wunderschöne, aber funktionierende Seite transferieren werde:

     

    Die Top 500 der Dinge, die besser sind als Fußballgucken

    Es ist erschreckend: Immer mehr, vormals ganz normale Menschen beginnen sich für Fußball zu interessieren. Dagegen musste etwas unternommen werden. Diese Website will betroffenen und gefährdeten Personen Alternativen zum Fußballgucken aufzeigen. Das Leben hat so viel mehr zu bieten! Bitte unterstützt die gute Sache durch eigene Vorschläge und indem ihr die Anregungen der anderen bewertet.

    http://500Dinge.surfpoeten.de

    Vielen Dank an Tube!

  • Kann man denn davon leben?

    Kolja Reichert von der Lesedüne hat für die Tagesspiegelserie „Kunst und Geld“ MichaEbeling, Anselm Neft und Spider interviewt:

    Wie Berliner Lesebühnen-Autoren sich über Wasser halten. Drei Selbstauskünfte

    Immer mehr Menschen können sich nicht mehr auf sichere Erwerbsverhältnisse verlassen. Die Soziologie spricht vom „Prekariat“. Sehen Sie sich als Prekarier?

    MICHA EBELING: Das klingt nach römischen Legionären.

    SPIDER: „Hast du einen Prekarier-Nachweis?“ (lacht) […]

    […]

    Sollte der Staat Künstler und Denker finanzieren, damit sie nicht arbeiten müssen?

    EBELING: Nein, alle, die nicht arbeiten wollen. […]

    NEFT: Ich würde noch einen draufsetzen. Einige, die jetzt Arbeit haben, schaden dem Staat mehr als die Arbeitslosen. Ich war zweieinhalb Jahre Unternehmensberater. Da wird man mit Zügen, Autos und Flugzeugen in der Gegend herumgeschickt, um anderen Firmen Beratungsleistungen aufzuschwatzen. Die Firma zahlt am Ende meist wesentlich mehr als ausgemacht, entlässt 20 Prozent der Arbeiter und hat ein neues Softwareprodukt, das auch nicht viel besser ist als das alte. Deine Firma hat was verdient, aber der Gesamtwirtschaft ist damit nicht genutzt. Das ist oft sogar eine schädliche Tätigkeit.

    (Tagesspiegel 18.8.06)

    Ich reite da immer wieder mal drauf rum, warum also nicht auch in meinem Weblog: Es ist doch irgendwie … befremdlich, dass man auf die Aussage „Ich schreibe Geschichten“ (mittlerweile vielleicht auch auf die Aussage „Ich baue Getreide an“) so oft die Frage „Kann man denn davon leben?“ oder „Aha. und wowon lebst du?“ zu hören bekommt.

    Wenn man dagegen sagt: „Ich schreibe Werbung/handle mit Waffen/handle mit Geld/schmeiße Leute raus“ wird verstehend genickt und ein gutes Gehalt für selbstverständlich erachtet.

    Komische Welt. Und kaum jemand wundert sich.

  • Olle Kapielski wieder – ich hätt’s wissen müssen!

    Mein Wort zum Donnerstag:

    Das Sein verstimmt das Bewusstsein.

    Beweis: Die Tatsache (=Sein), dass das (wie ich bei einer kurzen Recherche feststellen musste) schon andere vor mir gesagt haben, hat mich geärgert (=verstimmtes Bewusstsein).

    qed. bzw. wzbw.

  • Statt Duden bald Doogle?

    Vorgestern haben Tina und ich den neuen Duden gekauft.
    Kein Spannungsbogen, voller logischer Fehler und Widersprüche, ohne Happy End. Jedem Groschheftschreiber hätte man dieses Machwerk um die Ohren gehauen!

    Am ärgerlichsten ist der Opportunismus der Dudenredaktion: Wenn irgendeine komische Kommission beschließt, die deutsche Sprache zu verhunzen, oder Erna Schlibrowski an ihrer Delphinbraterei ein Schild mit der Aufschrift „Erna’s Delfinbraterei“ anbringt, dann reibt man sich wegen der zu erwartenden Verkaufszahlen der Neuausgabe die Hände und hunzt fröhlich mit.

    Da wäre es doch nur konsequent, künftig alle halbe Jahre einen neuen Duden herauszubringen und sich danach zu richten, welche Schreibweise eines Wortes bei Google die meisten Treffer erzielt. Ich wette, das machen ohnehin schon viele Leute so (geht ja auch schneller, als in dem ollen gelben Wälzer zu blättern).
    Wird bestümpt kein schönes Deutsch, aber zumindest haben wir uns das dann selbst zuzuschreiben (zußuschreim).

    (Nachtrag: Da schreibt man so einen kleinen, launigen Beitrag und zwei Tage später liest man in der Zeitung, dass sich der Duden von Google vorschreiben lässt, wie er das im Volksmund entstandene Verb „googeln“ zu definieren hat. Ts, ts, ts …

    Artikel in der BAZ

    Mensch Duden – Schöner Beitrag im Stralau-Blog )