Kategorie: Schnappschüsse

  • Sie werden begeistert sein!

    Ich halte Klos ja für eine tolle Erfindung, ich benutze sie gerne und oft, aber „reinschauen, testen und begeistert sein“? Nee. Das letzte Mal, dass mich ein Urinal begeistert hat war vor ein paar Wochen in Halle, in der Moritzburg – die haben da Monitore mit einem Aquariumsvideo in der Wand der Pissrinne! Man kann die Fische anpinkeln! (Was ich mich aber erst nach drei Bieren getraut habe, weil ich als Kind noch so erzogen worden bin, dass man nicht in Aquarien pullert. So war das halt damals im Osten.)

    (Nee, das bin nicht ich auf dem Bild!)

    Interessant wäre nun natürlich gewesen, statt eines normalen Bildschirms einen Touch-Screen einzubauen (die Bezeichnung „Platsch-Screen“ böte sich dafür an) und das ganze mit einem Computerspiel zu kombinieren. Lange wird es wohl nicht mehr dauern, bis so etwas irgendwo auftaucht. Denkbar wäre auch ein Facebook-Klo, wo man … aber, nein, das wird jetzt plump und unappetitlich … ich würde jedenfalls jeden „entfreunden“, von dem ich erfahre, dass er einen Beitrag von mir auf diese Weise geliked hat.

    Das Hallenser Videoklo entdeckte ich übrigens, als gerade ein Sturm im Wasserglas wegen des „Aufbaus Ost“ tobte und diverse westdeutsche Kommunen sich beschwerten, dass im Osten Landschaften und Städte blühen, während bei ihnen die Straßen kaputt gingen und die Schwimhallen geschlossen wurden. Wenn die von dem Klo in Halle wüssten … Ich kann dazu ich nur sagen: Der Aufbau Ost ist erst abgeschlossen, wenn ich sowas auch in meiner Wohnung habe!

    (VS)

  • Schnipsel vom 15.6.2012

    Man kann ja über vieles schimpfen – und sollte dies auch unbedingt tun! „Schimpfen, meckern, nörgeln aber sind die edelsten menschlichen Tätigkeiten, denn die Gabe des Schimpfens erst ist es, die den Menschen zum Menschen macht, ihn über das Tierreich und selbst noch über Gott erhebt, denn nur ihm ist sie gegeben – machen wir davon Gebrauch!“ (Volker Strübing, Der Mensch. Eine Annäherung., Band IV, S. 673). Gründe sind schnell gefunden: Finanzkrise, S-Bahn, Bubble Tea, Jugend von heute, Jugend von gestern, „die da oben“ (und die da unten erst!), Benzinpreis, Wetter, die Unregelmäßigkeit der Aktualisierung dieses Blogs, das dauernde Gemecker anderer Leute etc., etc., man muss und kann ja über alles schimpfen.

    Die einzige mir bekannte Ausnahme ist Innsbruck. Gegen Innsbruck lässt sich nun wirklich überhaupt nichts sagen. Innsbruck ist toll und hat alles, was eine Stadt braucht: Eine Lesebühne, einen Poetry Slam, urste Berge, einen Fluss mit ulkiger Farbe, eine Zahnradbahn und eine direkte ICE-Verbindung nach Berlin. An Innsbruck gibt’s absolut nichts zu meckern und ich möchte es ganz ausdrücklich nicht als Nörgelei, sondern als konstruktive Kritik verstanden wissen, wenn ich darauf hinweise, dass der ICE von Innsbruck statt in Berlin Südkreuz lieber in Berlin Gesundbrunnen halten sollte, und dass die Stadt sogar (obwohl das unmöglich erscheinen mag) noch ein bisschen schöner wäre, wenn sie am Meer läge.

    (Neue Trends und Entwicklungen erreichen Innsbruck vielleicht nicht unbedingt als erstes, aber was macht das schon?)

    Gestern abend war Innsbruck insgesamt nicht so schön wie sonst, da ich mich in der Stadt herumtrieb und sehr hässlich war. Also, eigentlich war ich gar nicht hässlich, nur meine Hose war hässlich, die dafür aber so richtig. Das heißt, vielleicht war die Hose eigentlich auch gar nicht sooo hässlich und sah nur an mir dran bzw. mit mir drin hässlich aus. So hässlich nun freilich auch wieder nicht, aber … ulkig. Glaub ich wenigstens, ich hab mich auf alle Fälle ulkig gefühlt. Es war nämlich eine Röhrenhose und ich schwöre, sowas wollte ich nie anziehen!

    Das kam nämlich so: Die Zugfahrt nach Innsbruck dauerte 9 Stunden. Und was macht man auf einer neunstündigen Zugfahrt? Na klar: Man kippt sich einen Deutsche-Bahn-Kaffee über die Hose – wann kommt man sonst schonmal dazu?

    In Innsbruck angekommen rammelte ich also in den nächstbesten H&M, weil ich bei der Text Ohne Reiter Jubiläumsveranstaltung nicht im Kaffeefleckencamouflage auftreten wollte (ich bildete mir ein, das würde ulkig aussehen – heilige Einfalt!), ramschte einen Batzen Hosen von einem Sonderangebotsständer, probierte sie in der Kabine durch, entschied mich für die am wenigsten hässliche Alternative, hängte diese dann zusammen mit einigen anderen zurück an den Ständer und rannte mit der am meisten hässlichen Alternative zur Kasse … scheiße.

    Hätte ich meine schwarze Fettrahmen-Brille nicht letztes Jahr in einem Taxi in Jordanien liegengelassen, hätte ich ausgesehen wie ein Hipster oder wenigstens Mipster (Möchtgern-Hipster).

    Jetzt weiß ich nicht, was ich mit der Hose machen soll. Heute kommt wahrscheinlich Magdeburg nochmal in den zweifelhaften Genuss, mich in ihr zu sehen, aber danach? Vielleicht hebe ich sie auf und wenn mal wieder ein Langstreckenflug ansteht, ziehe ich sie als Trombosestrumpfhose unter die normalen Jeans …

    (Von diesem Trend hingegen kann man sich nur wünschen, dass er von Innsbruck aus die Welt erobert: Klare Kommunikation, Produktpräsentation ohne störenden Schnickschnack, Konzentration auf eine Kernkompetenz statt einer erschlagenden Vielfalt an sinnlosen Produkten, die mit falschen Glücks- oder Individualitätsversprechen beworben werden.)

    (Volker Strübing)

  • Guten Appetit!

    „Nimm mich“ und gespreizte Beine, das ist schon eine gewagte Kombination. In einer Geschichte, die ich mal für einen Bad-Story-Contest geschrieben habe, stand: „Wie ein Goldbroiler lag sie vor mir: nackt, enthaart und braungebrannt.“ Aber das war doch nur ein blöder Witz!

    (VS)

  • Zum Abendbrot gab’s Clown

    Ja, das ist albern und eines Erwachsenen nicht würdig und wahrscheinlich darf ich jetzt nie mehr in der Schauburg in Dresden auftreten, aber ich konnte es mir einfach nicht verkneifen und wer in einem Backstageraum Akten aufbewahrt ist ja auch ein bisschen selber Schuld. Ich hatte jedenfalls viel Freude daran (deutlich mehr als die Kollegen, denen ich es mit großem Trara und stolzgeschwellter Brust gezeigt habe und die es so hihi-naja fanden).

    (VS)

  • Karfreitagsgruß

    Die Abkürzung SM mit dem Bild eines Gepeinigten zu kombinieren, das hat was, finde ich. Einen schönen Karfreitag!

    (VS)

  • Schnipsel vom 18.1.2012

    • Jetzt ist es wirklich fast geschafft (zumindest, was mich betrifft): Gestern haben wir die Sprachaufnahmen für die Fernsehserie „Die Nonne und Herr Jilg“ gemacht, vorgestern haben wir die Untertitel gesetzt. Ostern wird sie auf ZDF Kultur gesendet (und kann im Internet geguckt werden), und vorher werde ich noch einige Male darüber schreiben. Für heute muss noch ein kleines Foto von der Reise reichen:

    (Ramallah)

    • Das heißt: Ich komme jetzt hoffentlich dazu, den neuen Kloß-und-Spinne-Film fertigzustellen. Also, eigentlich ist er ja schon fertig, aber ich brauche noch mindestens eine Woche für den Schluss. Der wird nämlich aus einem Musikvideo bestehen, bei dem ich mal eine (für mich) neue Grafik- und Animationstechnik ausprobiere.

    • Spontaner Brechreiz beim Sonntagsspaziergang, als ich die oben abgebildeten Plakate sah: Photogeshoppte Models, die mit einem Billigwitz dafür werben, die nicht mehr innen Jacken (sagt man das so? Ich schon!) der letzten  Saison zu spenden. Ey Mann, die hängen doch eh nur im Schrank rum, da ist gar kein Platz mehr für die Jacken, die ich mir demnächst kaufe, weißt Du, und ich meine, Solidarität wird ja laut Duden groß geschrieben und so, und ich geb denen auch gerne mal n Euro, das tut mir ja nicht weh …’Wohltätigkeit finde ich sowieso … problematisch. Also das Prinzip Wohltätigkeit, Charity, Spenden, die ganze Scheiße. Das Spenden selbst ist in den meisten Fällen sicher eine ehrenhafte Sache (bilde ich mir zumindest ein, wenn ich es selbst tue) und notwendig ist es leider auch oft. Ich will das gar nicht als modernen Sündenablass verunglimpfen. Viel schlimmer ist, dass Wohltätigkeit die Verhältnisse zementiert. Obdachlose brauchen eigentlich keine milden Jackengaben, sondern Wohnungen und die Kinder in der dritten Welt brauchen keine BILD-Spenden-Gala-Gelder, sondern grundsätzliche Veränderungen. (So sprach der Blog-Autor, kochte sich noch einen Kaffee und verschob das Einleiten besagter Veränderungen auf morgen.)

      Außerdem hat die Wohltätigkeit natürlich auch immer etwas Herablassendes, und genau das fiel mir bei den Plakaten dort oben wieder auf. Mein Lieblingsbeispiel dafür ist immernoch die Kampagne, mit der die PanChristoffel Blindenmission vor einigen Jahren die Straßen schmückte. Über irgendeinem Spruch von wegen soundsoviel Euro retten jemanden vor dem Erblinden prangten verschiedene Portraits von Afrikanern, bei denen die Augen durch Geldeinwurschlitze ersetzt waren(siehe hier).

    • Zum Schluss noch zwei Fotos. Nur so. Sonnenuntergang in Berlin und Schlangestehen in Hamburg, im Übel&Gefährlich bei den deutschsprachigen Slammeisterschaften 2011.

    (Volker Strübing)

  • Schnipsel vom 2.1.2012

    (Lutherstadt Wittenberg – fahrt dort nie hin! Überall nur Lutherschnickschnack, aber nirgends Kaffee Togo für Menschen, die ein widriges Schicksal – ja, ich spreche von der Bahn! – zu einem einstündigen Aufenthalt in der Stadt verdammt …)

    Erholung, Teilstück 2012 – das wäre doch ein schönes Motto für das neue Jahr! Aber das wird wohl nichts, denn im Dezember steht ja nun mal wieder der Weltuntergang ins Haus und bis dahin gibt es noch einiges zu erledigen. Mein wichtigster guter Vorsatz für 2012 ist dennoch: Mehr Mittagsschlaf machen. Heute hätte ich ihn beinahe schon gebrochen, aber vor etwas über ner Stuunde, gegen halb 9, habe ich es dann doch noch geschafft, mich für ein halbes Stündchen hinzulegen.

    Meine erste Anschaffung im neuen Jahr wahr übrigens eine Kinderbibel (aus Gründen, die sich mit dem nächsten Kloß-und-Spinne-Film klären werden). Und die war bei Thalia lustigerweise in das Regal „Kindersachbuch“ einsortiert. Gleich daneben steht das Regal „Fantasy ab 8“, wahrscheinlich haben sie sich da bloß vertan. Danach habe ich mir auch noch eine richtige Bibel gekauft und bei einem kurzen Vergleich festgestellt, dass sie in der Kinderbibel die ganzen saftigen Stellen rausgelassen haben, zum Beispiel diese hier: „Nehmt das Land in Besitz und besiedelt es, denn ich der HERR, gebe es euch zu Eigen (…) Ihr müsst unbedingt alle Bewohner des Landes vertreiben …“ Ich schwöre: Ich hab den Wälzer vorhin wahllos aufgeschlagen und mein Blick fiel sofort auf diese Zeilen aus dem vierten Buch Mose. Sicherlich auch angelockt von der knalligen Überschrift „Keine Schonung für die Bewohner des Landes“. Es ist noch keine 3 Monate her, dass ich Leute kennengelernt habe, für die genau diese Aufforderung zur ethnischen Säuberung noch immer als himmlisches Gesetz gilt. Die Bibel habe ich übrigens vom Ramschtisch, leider nicht vom Ramschtisch der Geschichte, sondern nur der Buchhandlung, aber ich habe mir für 2012 auch vorgenommen, mich mehr über Kleinigkeiten zu freuen.

    Um des himmlischen Gleichgewichts Willen, will ich mich aber auch mehr ärgern. Gestern zum Beispiel habe ich festgestellt, dass man als Bahncard-50-Besitzer, wenn man keine Fahrkarte hat und dann kein Schaffner durch den Zug kommt, nur die Hälfte spart!

    Frohes und so!

    (Volker)

     

  • Und was machst du so?

    (Klick zum Vergrößern.)

    Ich mache Gartenarbeit. Auf dem Balkon. Wie man an den Fotos sieht. Davon abgesehen spiele ich zur Zeit sehr, sehr viel Gitarre. Nach langer Pause habe ich wieder begonnen, Musik zu machen. Und zwar zusammen mit Mischa-Sarim Vérollet. Weil zusammen musizieren viel mehr Spaß macht, als alleine. Und weil wir uns so gut ergänzen, dass wir uns abwechselnd verspielen oder versingen, so dass das Ganze dann immer noch halbwegs gut klingt. Unsere momentan noch sehr kleine Band heißt WIEBKE und ist die beste Band der Welt (Angabe ohne Gewähr). Wir können inzwischen schon fünfeinhalb Lieder spielen, von denen wir drei heute, Donnerstag Abend, bei der Chaussee der Enthusiasten aufführen werden. Kirsten Fuchs hat uns einen herzallerliebsten Ankündigungstext geschrieben, in dem eigentlich alles drinsteht, was man wissen muss, außer, dass wir WIEBKE heißen. Nebenbei erfährt man in ihrem Enthusiastenblogeintrag auch noch, was eigentlich das Gegenteil von Körperklaus ist.

    Außerdem bereite ich zusammen mit den Monstas zusammen ein neues Filmprojekt vor – ist aber leider noch geheim. Ich denke in einem Monat oder so kann ich was darüber schreiben. Wird auf jeden Fall eine spannende Sache.

    Meine Balkonlieblinge sind übrigens die Zwiebeln. Haben gerade zu blühen begonnen. Tolle Typen! Vor zwei Monaten lagen sie noch in der Küche rum und keimten vor sich hin und da dachte ich mir: Warum wegschmeißen, warum nicht einpflanzen? Jetzt kann ich mir kaum noch vorstellen, dass ich jemals Zwiebeln gegessen habe! Was sind das nur für Menschen, die solch interessanten und schönen Geschöpfe häuten, in Würfel schneiden und anbraten?!

    Mit freundlichen Grüßen vom Balkon ….

    (VS)

  • Schorfheide

     

     

     

     

    (VS)