Kategorie: Sonst so

  • Frohes Neues und so!

    Nach 5 Tagen Urlaub, richtigem Urlaub, so richtig urlaubsmäßigem Urlaub also:

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    (Volker Strübing) 

    PS: Tolle Puppen, was?! Danke an Muttern!

  • Herzlichen Glückwunsch!

    Der Verlag Voland & Quist hat den Arras-Preis gewonnen. Ich weiß nicht, was dieser Preis genau bedeutet, aber da Voland & Quist jeden Preis der Welt verdient hat (vom Nobelpreis für Chemie und der goldenen Himbeere mal abgesehen), wird das schon seine Richtigkeit haben.

    Ebenfalls gewinnen konnten sie mich für ein Interview 😉
    War leider etwas maulfaul an dem Tag.

    (Volker Strübing) 

  • „Ich bin Buddhist und Sie sind eine Illusion!“ (Michael Stein)

    Robert Weber hat einen sehr guten, themenbedingt aber auch sehr schrecklichen Text über Michaels letzte Tage geschrieben:

    (…) Morgens, mittags, abends: Antibiotika gegen Entzündungen, Tavor gegen die Angst und Morphiumkapseln gegen den Schmerz. Wenn das nicht ausreicht, noch eine Spritze zusätzlich.

    „Das er nicht loslassen kann, liegt an Ihnen“, sagt die Schwester am Morgen zu seiner Freundin. „Das macht es ihm schwer.“ (…)

    Und wer Michael Stein nicht kannte, der sollte unbedingt Bovs Bjergs Nachruf lesen. Wer ihn kannte natürlich auch:

    (…)Ich glaube, er war bei den Kollegen beliebter als im Publikum.
    Wenn etwas beim Publikum zu gut ankam, hörte er damit auf. Der Erfolg war ihm verdächtig, jedenfalls wenn er selbst ihn hatte.
    Er verprellte mit steilen Thesen, rassistisch, sexistisch, antisemitisch. Speaker’s Corner.

    Der Schoko-Laden verhängte ein Hausverbot gegen ihn. Wir verlängerten das Mikrofonkabel und reichten das Mikro zum Fenster hinaus. Draußen auf dem Gehweg stand Stein, die Nase am Fenster, und predigte. (…)

    Von Falko Hennig erschien ein kurzer Nachruf in der Berliner Zeitung:

    Jahrelang kämpfte er in einer Art S-Bahn-Kabarett mit den Kontrolleuren der BVB, wurde er um den Fahrausweis gebeten, sagte er: „Ich bin Buddhist und Sie sind eine Illusion!“, um erst nach dem langen Gespräch seinen Fahrkarte zu zeigen. Er war ein besonderer, einmaliger Grenzgänger, umgänglich und leutselig, kompromisslos bis zum Starr- und Wahnsinn.

    Und Heiko Werning schreibt:

    Und schon wieder praktische Probleme, das hört ja mit dem Tod nicht auf. Stein liegt irgendwo da unten im Saarland. Das ist für viele Saarländer sicher ein guter Ort, aber Stein gehört, zumindest nach dem Wunsch der ihm Nächststehenden, nach Berlin. Das scheint ein finanzielles Problem zu sein, ein erhebliches wohl, und Stein hat offenbar wenig Sorgfalt darauf verwendet, für eine gesicherte Rückführungsfinanzierung zu sorgen. Die Reformbühne am kommenden Sonntag wird, wenn ich das gerade richtig einschätze, alle Einnahmen an Steins Nächste weiterleiten. Und wer möchte, kann auch noch auf das Salbader-Konto unter dem Stichwort “Stein” spenden, Andreas Scheffler leitet das Geld dann ebenfalls getreulich weiter.

    Sonderkonto Scheffler und Winter
    Stichwort: “Stein”
    Postbank Berlin, Kto.-Nr.  451948-101, BLZ 10010010

  • Lieber Michael,

    natürlich ist es jetzt zu spät Dir zu schreiben. Gestern in aller Frühe bist Du gestorben. Unser Hoffen und Dein Kampf waren vergebens – nicht einmal nach Berlin hast Du es mehr geschafft. Nur Deine Leiche wird heimkehren.

    Leiche. Was für ein merkwürdiges Wort. Leichen gibt’s nur in Krimis oder schlimmstenfalls in Nachrichtensendungen, aber doch nicht in meinem Bekanntenkreis. (Nebenbei: Warum heißt es eigentlich immer „deine“ oder „seine Leiche“, als sei sie der letzte Besitz und die letzte Verantwortung des Gestorbenen. „Is doch seine Leiche, soll er sich gefälligst selbst drum kümmern, ist schließlich nicht meine Leiche ….“ )

    Vielleicht sollte ich keine Witze machen in dieser Situation. Aber bestimmt wäre es Dir recht, oder? Ich hab Dich eigentlich immer nur mit einem Lachen oder mindestens einem verschmitzten oder ironischen Lächeln auf dem Gesicht gesehen. Bestimmt wünschst Du Dir, dass Deine Beerdigung eine große Party wird, bei der wir uns die schönsten und wildesten Episonden aus Deinem Leben erzählen uns fürchterlich betrinken und dann Gebete gegen die Arbeit skandierend durch die Straßen ziehen. Das würde viel besser zu Dir passen als eine stumme Feier, als salbungsvolle Reden und Gesichter, die versteinert sind vor Trauer bzw. weil es auf einer Beerdigung nun einmal so erwartet wird. Hab ich Dir mal erzählt, dass ich auf dem Begräbnis meines Opas einem der gekauften Sargträger, die vor gespielter Trauer und Würde kaum von der Stelle kamen, in die Hacken gelascht bin? Ich konnte einfach nicht so langsam laufen wie die; wahrscheinlich hatten sie das auf der Sargträgerschule gelernt. Mir ist nicht klar, warum man diesen letzten Gang so ausdehnen muss. Ich meine, okay, wenn man zum offenen Grab joggen würden, sähe das so aus, als könne man es nicht erwarten, den Dahingeschiedenen unter die Erde zu bringen, aber da muss es doch einen Mittelweg geben.
    Auf ebendieser Beerdigung … ach nee, das schreib ich jetzt nicht hierhin. Schräge Sache jedenfalls, aber ich denke, meinem Opa wäre es Recht gewesen. Für absurde Geschichten war er immer zu haben.
    Ich glaube, dass Du Dir eine fröhliche Beerdigung wünschen würdest.. Oder ist das bloß so ein Klischee? Vielleicht wäre es Dir lieber, wir würden alle weinen. Ich fürchte, das kriege ich nicht hin.
    Ich kenne Dich seit 12 Jahren. Seit Monaten wusste ich von Deiner Krankheit. Seit einigen Tagen wusste ich, dass es unwiderruflich zu spät war für Dicht. Es waren eine anstrengende Tage für mich. Ich hatte eine Menge Auftritte, musste allen möglichen Krempel erledigen und … und überhaupt. Da blieb nicht viel Zeit, an Dich zu denken. Oder, um ehrlich zu sein, da fiel es mir leicht, alle Gedanken an Dich, an den Tod, an Deinen Tod beiseite zu schieben.
    Es ging wohl einigen von uns so. Einmal saß ich mit ein paar anderen beisammen, als das Gespräch auf Dich kam und wir erfuhren, wie schlimm es steht. Wir schüttelten die Köpfe, seufzten, zogen die Luft zwischen den Zähnen ein, murmelten „Oh Mann“ und schwiegen dann. Schließlich sagte einer verschämt: „Entschuldigung, es tut mir sehr leid … ich weiß, dass das jetzt ein doofer Zeitpunkt ist, wir müssen noch was Organisatorisches bereden“. Und wir nickten verstehend, seufzten nocheinmal und dann wandten wir uns wieder anderen Themen zu, wobei wir uns große Mühe gaben, unsere Erleichterung zu verbergen.
    Hättest Du das begreifen können, wenn Du uns zugesehen hättest? Aus Deiner Sicht steht immerhin der Untergang, die komplette Auslöschung des Universums unmittelbar bevor und die Menschen tuen so, als gäbe es ein Morgen …
    Jochen Schmidt meinte einmal, er könne sich nicht vorstellen, dass das Universum auch nach seinem Tod weiterexistiert und daher wird es das auch nicht tun. Bei mir ist es anders. Ich bin sicher, dass das Universum mich überdauern wird – und ich nehme ihm das verdammt übel!

    Eines Tages werde ich auch tot sein und Leute werden auf Partys so Sachen sagen wie: „Was echt? Volker Strübing tot…. schlimm … hm … aber, ich denke er hätte gewollt, dass wir uns heute Abend amüsieren und auf ihn anstoßen, Prost!“

    Hätt ich gar nicht gewollt! Die ganze Welt soll weinen, das ist ja wohl das mindeste … Aber was soll ich machen, dann bin ich ja tot und habe nichts mehr zu sagen, das einzige was ich dann noch habe, ist meine Leiche und um die kümmern sich professionelle Leichenkümmerer.

    Wir waren uns nie besonders nahe, obwohl wir uns immer gefreut haben, einander zu sehen … und obwohl Du einmal sehr wichtig für mich gewesen bist – wenn auch mehr als … Institution, denn als Mensch … (hm, sorry, wenn das blöd klingt). Wir waren nie zu zweit ein Bier trinken. Komisch eigentlich. Nein, Freunde waren wir nicht. Kollegen. Ich weiß nicht, ob ich das bedauern oder froh darüber sein soll. Wärst Du mein Freund gewesen, hätte ich am Sterbebett Deine Hand halten müssen, dann hätte ich vor dem Gedanken an den Tod nicht einfach in den Alltag flüchten können. Aber es ist ja ohnehin nur eine Flucht auf Zeit. Bisher hat man sich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis sehr löblich zurückgehalten, was das Sterben angeht.

    Erinnerst du Dich an unser letztes Treffen? Ist vielleicht zwei Monate her, es war vor meinem Haus. Du warst unterwegs zu Deinem besten Freund; zu dem Mann, der die letzten Tage bei Dir am Sterbebett sitzen, Deine Hand halten und fast genauso leiden würde wie Du.
    Ich war auf dem Weg zu LIDL. Wir haben uns gegrüßt, angelächelt und – weil wir in unterschiedliche Richtungen unterwegs waren – bedauernd mit den Schultern gezuckt und „Bis dann!“ gesagt. Ich war erleichtert. Was hätte ich Dir sagen sollen, was hätte ich fragen sollen, was hätte ich Dir wünschen sollen?
    Vielleicht einfach: Schön, dass ich Dich kenne. Und viel Spaß wo immer Dich der letzte Weg hinführt – hey, Mann, von so ein bisschen Gesterbe lässt Du Dich doch nicht unterkriegen, oder?! Ich glaube, Du hättest gegrinst.

    Gestern um 3.00 Uhr morgens starb Michael Stein, Mitbegründer der Reformbühne Heim & Welt und der Surfpoeten.

  • Martha sucht einen platten Reifen

    Zwei barbarische Barockbrocken schmälerten meinen zukünftigen Erbanateil in Form von Sonnemilch und Krampfadern.

    (Besser nicht drüber nachdenken!)

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    Keine zehn Minuten nachdem ich das gestrige Posting abgeschickt habe, hat der Paketbote an der Tür geklingelt …

    Mittlerweile wohne ich in einem richtigen Bücherlager. Neben dem neuen Buch und dem Paradies am Rande der Stadt habe ich zur Zeit auch noch die Verwaltung und interne Verteilung der Chaussee– und LSD-Bücher inne. Manchmal denke ich voller Mitleid an Günther Grass und andere Schriftsteller, deren Werk umfangreicher ist als meins – die können bestümpt schon gar nicht mehr treten in der Wohnung. Und dann die Schlepperei, wenn man eine Lesung hat und die Bücher dahin mitnehmen muss …

     Einen schönen Tag, viel Spaß heute Abend bei Jochen Schmidts Buchpremiere im roten Salon oder Spiders Soloprogramm im Zebranotheater oder – wenn man entschuldigt ist, weil man zum Beispiel in München oder Tokio wohnt – bei irgendwas anderem.  Ach so: Essener können ja ins Grend zum Grendslam kommen, da performen oder lesen oder singen heute Abend Grohacke, Lasse Samstroem, Julius Fischer, Frank Kloetgen und ich.

    (Volker Strübing)

  • Für einen Tortenbestellservice könnte man mit „Back in time“ werben

    Für Freude im Alltag sorgen immer wieder Geschäfte mit lustigen deutsch-englischen Namen. „Back World“ habe ich neulich irgendwo gesehen. Dabei handelte es sich nicht um ein Reisebüro, das sich auf Reisen nach Australien oder an den Arsch der Welt spezialisierte hat, sondern einen dieser grässlichen Discountbäcker, was auch schon wieder eine sehr unschöne Zusammensetzung ist und eine Beleidigung für alle richtigen Bäcker obendrein.

    Vor Jahren habe ich in Dresden mal ein Sanitärgeschäft mit dem wenig vertrauenerweckenden Namen „Bad Shop“ gesehen. Ich glaube, das gibt es inzwischen nicht mehr, was immerhin für die Intelligenz und die Englischkenntnisse der Dresdener spricht.

    Wenn man von Berlin nach Dresden fährt und das Aussteigen vergisst, landet man schwuppdiwupp in Prag, was als Überleitung zur nächsten Anekdote jetzt mal ausreichen muss. In einem Prager Restaurant hielt ich einst eine dreisprachige Speisekarte in der Hand, die als Spezialität des Hauses „Stinkenden Käse aus Olmütz“ anpries.
    Noch hübscher fand ich die englische Bezeichnung: „Schmell Cheese >> Surprise <<“

    Zu uns Deutschen waren sie wenigstens ehrlich …

    Und wo wir gerade bei Speisekarten sind: Meinen allerliebsten Lieblingskommafehler entdeckte Uwe Beneke Anfang der 90er Jahre in der Speisekarte des Restaurants im SEZ: „Würzfleisch, vom Schwein überbacken“

    (Volker Strübing)

  • Todes-Bingo

    Normalerweise mag ich Glücksspiele nicht. Und Spiele mit dem Unglück anderer auch nicht. Aber bei dieser Kombination konnte ich mich dann doch nicht zurückhalten und habe mitgemacht:

    dear friends,

    the day is almost at its longest in the northern hemisphere, which means that its time for the annual Midsummer Night’s Death Bingo, the aim of which is to guess how many people ‚break on through to the other side‘ over the midsummer weekend (which is in a weeks time) in finland. as per usual, the rules are as follows:

    – each participant guesses a number between 0 and infinity, and
    – the one closest to the actual number wins a bottle of koskenkorva vodka (which usually plays a part in these premature departures from this world during the finnish midsummer).

    the official bodycount used will be that of the finnish news agency stt and will includes all those who, whether under the influence or not, began their next karmic cycle due to unnatural causes between next thursday and the following monday on finnish soil, in finnish territorial waters or finnish airspace.
    for first timers, here’s a few pointers:

    – the usual figure is usually between 10-20, 13 seems to be a favourite…
    – the number depends on a variety of factors, such as water and air temperatures and the availability and price of booze during the particular year.

    the deadline for submissions is next thursday, 23:59 eastern european time.

    good luck and stay safe! and those in finland, don’t become another statistic!

    Henri

    Ich habe wegen des warmen Junis 16 getippt. Wenn ich nicht gewinnen sollte, dann hoffentlich, weil ich mit dieser Zahl viel zu hoch und nicht weil ich viel zu niedrig liege.

    (Volker Strübing)

  • Arrggghhhh

    Es ist exakt 21.30 Uhr, im Bassy beginnt jetzt LSD und ich sitze zu hause am Computer … zweimal ist er abgestürzt bei dem Versuch, Kloß und Spinne III auf DVD zu brennen … oh Mann, ich habe das halbe Wochenende, gestern und heute von 10 bis 21.00 Uhr dran gesessen, um es heute Abend zeigen zu können.
    Bitte Daumen drücken, ich probier’s noch einmal. Wenn es jetzt klappt, kann ich rechtzeitig zur ersten Pause da sein …

  • Ist die Völkerwanderungstheorie eigentlich widerlegt?

    Oder sind wir etwa alle „Personen mit Migrationshintergrund“?

    Apropos:  „Personen mit Migrationshintergrund“! Wer hat sich eigentlich diese nach Mottenkugeln riechende 80er-Jahre-Political-Correctness-Scheiße ausgedacht? Als könnte man Ausländerfeindlichkeit – sorry! Personenmitmigrationshintergrundfeindlichkeit durch sperrige, alltagsuntaugliche, bürokratische Formulierungen bekämpfen! Die meisten „Deutschen türkischer Herkunft“ bezeichnen sich selbst als Türken. Ein Schwabe, der in den Prenzlauer Berg zieht, wird dadurch noch kein Berliner (wobei es hübsch wäre, wenn sich ein zugezogener Schwabe als „Person mit Migrationshintergrund“ bezeichnen würde :-). Ich lebe in der Bundesrepublik Deutschland und bleibe trotzdem Ostler.
    Ist doch auch alles kein Problem, oder? Solange man kein Werturteil damit verbindet …

    Ich gehe gerne in chinesische, italienische oder aldebaranische Restaurants unf fände es sehr merkwürdig, wenn da auf einmal „Deutsche Küche mit Migrationshintergrund“ drüber stehen würde.

  • Tolle Automaten

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    Münster, Hauptbahnhof

    Etwas schwer zu erkennen: In diesem Automaten werden links Snacks und Getränke und rechts Druckerpatronen feil geboten. Der Automat steht direkt bei den Aufgängen zu den Fernbahnsteigen. Wenn einem also vor der vierstündigen Fahrt nach Berlin einfällt, dass man besser noch etwas zu trinken und eine Druckerpatrone mitnimmt …

    Ein beispielhafter Service. Trotz intensiven Suchens habe ich im superteuren, supermodernen, supersuperen Berliner Hauptbahnhof keinen Tintenpatronenautomaten finden können. Naja, deshalb muss er ja jetzt auch nochmal umgebaut werden.

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    Innsbruck, Friedhof

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    Berlin, Wedding (Foto: Heiko Werning. Klick auf das Bild oder hier für die ganze Geschichte)

    (Volker Strübing)