Kategorie: Unterwegs

  • Notizen an der Schwelle zum chinesischen Zeitalter

    Schlafgemangel

    Scheisse. Auf meine alten Tage fange ich mir jetzt auch noch einen Jetlag ein. Hatte schon die ersten Tage in China arge Schlafprobleme und jetzt geht das schon wieder los. Bin nach 3 Stunden aufgewacht und nach 4 aufgestanden, dabei war ich gestern schon wegen Uebermuedung auf Zombiemodus. Ich uebernehme daher auch ausdruecklich keine Verantwortung fuer das, was ich hier schreibe, hoffe aber, dass es nicht so schlimm wird. Nur so ein paar Notizen und erste Eindruecke nach meiner Rueckkehr. Tut mir leid wegen der fehlenden Umlaute. Sitze im Cafe, weil ich zuhause keinen Kaffee mehr hatte und tippe auf meinem chinesischen Laptop. Muss mir fuer den jetzt dringend eine deutsche Tastatur besorgen und herausfinden, ob und wie ich ein deutsches Sprach-Paket fuer ein chinesisches Windows Vista installieren kann. (mehr …)

  • Zurueck …

    … in Berlin, zurück bei WordPress. Und jetzt muss ich mich schnell wieder an Umlaute gewöhnen und daran, dass man nicht einfach den Schnodder hochziehen und auf die Strasse spucken darf.

    Ich glaube, es hat mir gut gefallen in China, aber genaues kann ich erst sagen, wenn ich die 32 Stunden Video und die 2000 Fotos durchgeguckt habe.

    (Volker Strübing)

    PS: Ab jetzt kann man hier auch wieder kommentieren.

  • Volkers China-Blog

    Ich habe mir ein Not-Blog eingerichtet, das ich von hier aus befuellen kann.
    http://www.chinaschnipsel.blogger.de/
    Gruesse aus Peking!
    
    (Volker Strübing)
  • Grüße aus China (2) – Kulinarisches

    Ein Vorurteil gegenüber China hat sich schon bestätigt: Das Essen hier schmeckt wirklich ganz anders als „beim Chinesen“ in Deutschland. Am ersten Tag zum Beispiel habe ich in einem Lokal ein Club Sandwich gegessen und es hatte geschmacklich nichts, aber auch gar nichts mit der Ente kross oder den Frühlingsrollen auf der Schönhauser Allee gemein.

    Inzwischen war ich natürlich auch schon hier in China beim Chinesen und auch dort hat es nicht nach „29“ oder „43b“ geschmeckt.

    Gestern hatten wir in der Universität von Nanjing unsere erste Lesung. Wir hatten gehofft, dass die Studenten uns halbwegs folgen können und sich nicht allzu sehr langweilen; dass wir den Abend durchstehen, ohne uns zu blamieren und unsere Gastgeber zu enttäuschen. Das hat geklappt. Tatsächlich war es sogar ein richtig guter Abend und alle hatten Freude. Einige der Studenten konnten sehr gut deutsch und die Übersetzungen unserer Texte scheinen wirklich phantastisch zu sein. Wie bei jeder Lesung gab es in der ersten Reihe zwei ältere Herrschaften, die die ganze Zeit über keine Miene verzogen haben, aber das sind wir gewohnt, das macht uns schon lange nichts mehr aus. Die grimmigen älteren Herrschaften für die gestrige Lesung waren sogar eigens aus Deutschland importiert.
    Etwas später wurde das etwas abstrakte Thema Globalisierung anschaulich demonstriert: Ein Deutscher (ich) saß in einem mexikanischen Restaurant in China Spaghetti Bolognese.

    In besagtem Restaurant gab es ein Foto mit Originalautogramm von Laura Richmond. Vielleicht erinnerst sich noch der eine oder andere … das war, nein: das ist Miss September 1988. So stand es zumindest unter dem Bild. Ich persönlich kenne ja systembedingt erst die Missen ab November 1989 … Jedenfalls dachte ich da: Miss sein muss doch Mist sein. Laura Richmond wird älter und älter und runzelig oder (schlimmer noch) langsam aber sicher zu so einer gruseligen Kosmetik-Mumie und trotzdem wird sie immer Miss September 1988 bleiben und mit diesem Autogrammfoto durch die Welt reisen. Nee, nee, das wär mir nichts. Gut, dass ich Facharbeiter für Datenverarbeitung gelernt habe und nicht so was.
    (Hier bitte das Foto reinsetzen)

    (Volker Strübing)

  • In China (1)

    Wir sind da! Unglaublich. Ich weiß, es ist ein bisschen vorschnell für ein endgültiges Urteil, aber ich glaube, ich liebe Shanghai!

    Was mir auffiel war, dass es hier sehr viele Chinesen gibt. Während die deutsche Presse nach Neukölln blickte, scheint sich hier über Jahrtausende eine regelrechte Parallelgesellschaft gebildet zu haben.

    Von rechts nach links: Rupprecht Mayer (Geschichtenschreiber wie wir; außerdem Übersetzer am deutschen Konsulat in Schanghai und unser Gastgeber für die nächsten Tage und Nächte), Huang Xiaoling (hat einige unserer Texte übersetzt – unter anderem „Kloß und Spinne“ und wird uns bei den Lesungen beistehen), ich, Jochen Schmidt und Dan Richter am Bund, einer Flaniermeile am Huangpu Jiang vor der Skyline von Shanghai Pudong.

    Einen herzlichen Dank an Spider, der meine Postings hier reinsetzen muss, weil WordPress in China gesperrt ist!

    (Volker Strübing)

  • Vor der Reise …

    So. Der Koffer ist gepackt, obwohl er ein Rucksack ist. Der Kühlschrank ist abgetaut, der Briefkastenschlüssel abgegeben. Bleiben noch drei wichtige Dinge:

    • Den Müll runterbringen (und ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das verdammt wichtig ist!)
    • Ein T-Shirt mit der Aufschrift „Zerschlagt die Dalai-Clique!“ versehen, um einen herzlichen Empfang in China zu gewährleisten
    • Die Kommentarfunktion auf dem Schnipselfriedhof sperren. Ich weiß nicht, wann ich dazu komme, ein Internetcafé aufzusuchen und ich weiß nicht, ob ich von China aus an das Weblog komme. Es wird auf jeden Fall ab und zu was zu lesen geben. Wenn ich mich dort nicht einloggen kann, schicke ich die Texte an Spider, der sie dann für mich reinsetzt.

    Bis dann!

    (Volker Strübing)

  • I’m so worried about …

    So. Wir sind noch nicht mal losgeflogen, da gibt es schon Probleme mit dem Rückflug. Wir waren so unfassbar dumm, unsere Flüge nach China und zurück in die Heimat bei British Airways zu buchen. Zu unserer Verteidigung muss ich aber sagen, dass wir vor dem großen Heathrow-Desaster im Reisebüro waren.

    Vorgestern erhielt ich einen Anruf, dass irgendwas mit meinem Rückflug sei, dass ich von Shanghai kommend in London Heathrow mein Flugzeug nach Berlin nicht mehr schaffen würde und erst am nächsten Tag fliegen könne. Na toll, dachte ich, sagte aber: „Dann kriege ich aber ein Hotel, oder?“ – „Naja schon, das müssten sie aber selbst bezahlen, das übernimmt Britih Airways nicht.“ – „Was?!“ – „Was sie anbieten könnten, wäre, dass Sie stattdessen nach Hamburg fliegen und Britih Airways wahrscheinlich die Kosten für die Zugfahrt Berlin – Hamburg übernimmt.“ – „Wahrscheinlich?!“ – „Ja, also mit 90%iger Sicherheit.“ Ich bat die Frau vom Reisebüro nachzuschauen, wie es denn mit einem Anschlusszug von Hamburg nach Berlin aussähe und schnell stellte sich heraus, dass ich an diesem Abend keinen mehr kriegen würde … ich habe dann darum gebeten, dass die nochmal mit BA verhandeln und irgendeine Lösung finden sollten und dann habe ich aufgelegt, weil ich mir doch noch ein bisschen Freude und gute Laune für den Auftritt am Abend bewahren wollte.

    Heute habe ich dann wieder angerufen und tatsächlich war Bewegung in die verfahrene Situation gekommen: British Airways hatte nunmehr auch das Angebot, die Zugfahrt Hamburg-Berlin zu erstatten, zurückgezogen. Stattdessen räumte man mir die Möglichkeit ein, den ganzen Flug zu stornieren ohne Stornierungsgebühren bezahlen zu müssen – hey! Das ist natürlich genau das Angebot, dass man keine 48 Stunden vor Abflug, mitten im Kofferpacken und Reisefiebern hören möchte.

    Als mündiger Bürger und aufgeklärter Konsument wäre es meine Pflicht gewesen, jetzt ein richtiges Fass aufzumachen – vorzugsweise nicht bei der Frau aus dem Reisebüro, sondern bei British Airways direkt. Sowas wie „Schonmal von König Kunde gehört?“ hätte ich brüllen müssen und: „Kenne meine Rechte!“ und: „40 Jahre ham se uns beschissen!“ und „Dafür 89 nich auf die Straße …“ und so. Aber, ach, das war’s mir dann doch nicht wert. Ich hab jetzt eh noch soviel zu tun, bin übermüdet und trage nur noch ein ganz dünnes, durchscheinendes Nervennachthemdchen …

    Vielen Dank an Jan-Oliver, der mich für eine Nacht bei sich in Hamburg aufnehmen will und wenn ich Glück habe, auch noch Zeit für ein Bier hat, und an die nette Frau von STA-Travel, die sich für mich mit den anscheinend auch noch sehr unfreundlichen BA-Leuten rumgestritten hat.

    Hübsch ist übrigens der Grund dafür, dass ich meinen Anschlussflug in Heathrow auf einmal nicht mehr schaffe: Aufgrund des Gepäckchaos‘ wurde die minimale Umsteigezeit auf 2 Stunden festgelegt. Das Flugzeug aus Shanghai landet 16:05 – das Flugzeug nach Berlin geht 18.00 Uhr – nach 1 Stunde und 55 Minuten. Kein Witz. (Oder doch. Natürlich ist das ein Witz. Der berühmte britische Humor wahrscheinlich.) Es kann also durchaus sein, dass ich in aller Ruhe beim Boarding meines eigentlich gebuchten Fluges zusehen und ihm von der Terasse aus hinterherwinken kann.

    Nie wieder British Airways. Es ist ja nicht so schlimm, dass sie irgendwas vergurken. Schlimm ist nur, dass sie nicht bereit sind, dafür geradezustehen und es wenigstens zum Teil oder symbolisch wieder gutzumachen. Hör mir uff.

    (Volker Strübing)

  • 1.Preis beim Nachwuchswettbewerb!

    Na gut, genau betrachtet war es nur der 3.Preis, aber da ich nie zuvor einen Preis bei einem Nachwuchswettbewerb gewonnen habe, ist es zumindest mein 1. Preis. Aber der Reihe nach: Also das war so: Ich war einer von 8 Nominierten für den Stuttgarter Besen, bin deshalb am Dienstag nach Stuttgart geflogen, habe drei Geschichten vorgelesen und das wohl recht gut gemacht und daraufhin das namensgebende Reinigungsgerät in Bronze bzw. Holz bekommen. Der silberne Besen ging an Uta Köbernick, der goldene an Matthias Egersdörfer und der Publikumspreis an Ass Dur. Moderiert hat Dieter Moor, im Backstageraum gab es einen Kamin und alles war gut. Am 1.Mai kann man sich eine 90-Minuten-Fassung der dreistündigen Veranstaltung im Fernsehen angucken (22.40 Uhr SWR).

    Und wo ich schon mal beim Angeben bin: Nachdem mich die wahrscheinlich reisefieberbedingte Schlaflosigkeit schon um 7 aus dem Bett getrieben hat, habe ich vorhin mal die Klicks bei YouTube zusammengezählt und bin (für all meine 33 Videos zusammen) auf über 1 Million gekommen – hey! 90% davon gehen natürlich auf das Konto von Kloß und Spinne.

    Ich freue mich auch über die vielen Kommentare auf YouTube – manchmal sogar über die kritischen. Die elfte Folge von Kloß und Spinne kommentierte jemand mit den Worten: „überhaupt nicht lustig genau wie alle anderen folgen“ – und da muss ich schon sagen, das ist kein Mensch, der zu vorschnellem Gemecker neigt; nein, nein, das isser nicht. Immerhin hat er mir 11 Klicks gebracht, bevor er sein Urteil gefällt hat.

    Das erste Video, das nennenswerte Anguckzahlen hatte, war meine Rainald-Grebe-Hommage (wer will, kann es auch Nachmache nennen) „Mecklenburg„. Nachdem ich das reingestellt hatte, wurde mir etwas mulmig, weil es nach einigen Tagen eine ganze Reihe von Beschimpfungen in den Kommentaren (und sogar per persönlicher Nachricht ein Angebot für Kloppe) gab. Ich dachte an das Star-Wars-Kid, an das Tokio-Hotel-Fan-Mädchen und all die anderen Teenies, die ihr Leben mit unvorsichtig ins Internet gestellten Videos ruiniert hatten – hatte ich die Tupperdose der Pandora geöffnet? Dann gab’s aber plötzlich wieder viel Lob, dann wieder Beschimpfungen, dann wieder Lob und so weiter; so geht das in Wellen dort immer noch zu. Ich habe mit diesem Video sogar eine Art engagierten Anti-Fan gewonnen, der wahrscheinlich bald einen Anti-Fan-Club gründen wird.

    Vor einem Monat schrieb er:

    „oh mein gott, ich bereue es echt ausversehen auf diesen link gekommen zu sein, mensch junge, überleg doch mal, bevor du solch einen mist hier reinstellst!“

    Vor zwei Wochen dann:

    „text ohne sinn, kein gefühl für rythmus und melodie…….der 12jähirige im körper eines 13jährigen…gruß und kuss“

    … und vor einer Woche:

    „ach man, ich werde des dich beleidigen einfach nicht müde……kann mir nicht vorstellen woran das liegt…vielleicht bietest du einfach zu viel angriffsfläche“

    Ein Clubmitglied wird er sicher in jenem YouTube-Gucker finden, der vor 2 Monaten schrieb:

    “ Im Zug nach Wien also…..Was für eine selbstgefällige Pfeife! Gehen Sie nach Hause Kassengestell-Mann, Sie sind müde. Und schön die Wiener in Ruhe lassen, verstanden Lachnummer!!!“

    … und sich vor drei Wochen wunderte, dass ich auf seine Kritik hin nicht sofort das Video gelöscht habe:

    „Der Langweiler mit Oberlehrer-Gesicht und Oberlehrer-Brille ist ja immer noch da…. Oh, im Zug nach Wien, das muss man schon mal erwähnen! Wahrscheinlich im Mangel aufgewachsen, dass das so was besonderes ist. Er wollte nie so steif und humorlos werden wie sein Vater. Schade….. Dorfdepp, der in die große Stadt zieht muss leider wieder nach Hause“

    (Volker Strübing)