Kategorie: Unterwegs

  • Schnappschüsse vom 21.1.2008 / Dessau

    dessau01.jpg

    000-leer.jpg

    dessau02.jpg

    000-leer.jpg

    dessau06.jpg

    000-leer.jpg

    dessau03.jpg

    000-leer.jpg

    dessau05.jpg

    000-leer.jpg

    Den Stadtvätern ist es wahrscheinlich lieber, wenn man sich stärker auf die schönen Ecken Dessaus und das großartige Umland konzentriert, aber da sollen sie sich mal schön an die eigene Nase fassen: Wenn sie für besseres Wetter gesorgt hätten, hätte ich vielleicht auch Lust auf idyllische Fotos gehabt! Außerdem sollen sie sich lieber darum kümmern, dass der Dessauer Wasserturm gerettet wird, statt hier an meinen Fotos rumzukritteln. (Was sie ja nicht tun, aber wenn …)

    [youtube=http://www.youtube.com/watch?v=GotJC8WmNe4]

    (Volker Strübing)

  • Gut, dass ich nicht nach dem Sinn des Lebens gefragt habe …

    Neulich am Hauptbahnhof Potsdam. Ich suche die „Lange Brücke“ und frage einen älteren Mann, der irgendwie einheimisch aussieht, nach dem Weg. (Fragt mich jetzt nicht, woran ich das festgemacht habe. Er sah nicht direkt „potsdamerisch“ aus, waas immer das heißen soll, sondern einfach … eingeboren. Den selben Opa am Hauptbahnhof Essen, hätte man sofort als Essener erkannt. Hm. Sah halt nicht aus, wie ein reisender, sondern eher wie jemand, der Abends noch mal schick essen geht. falls man eine Bratwurst an der Imbissbude schick nennen will.)

    Er: Zu Fuß? Das ist ganz einfach. Dort vorne rechts, dann immer geradeaus. Vielleicht 5 Minuten. 500 Meter, weiter ist das nicht.

    Ich: Vielen Dank! Schönen Abend noch!

    Er: Ja. Also einfach da vorne rechts.

    Ich: Hm. Auf Wiedersehen.

    Er: Können Sie gar nicht verfehlen.

    Ich: Ja, danke!

    Er:   500 Meter.

    Ich: Na dann.

    Er: Dort vorne rechts. Also nicht links in die Dingsbumsstraße, sondern rechts.

    Ich: Okay, verstanden, danke.

    Er: Können Sie gar nicht verfehlen.

    Ich: Äh. Ich muss dann mal los, bin ein bisschen in Eile.

    Er: Na, das sind bloß 5 Minuten. 500 Meter ungefähr.

    Ich: Tschühüß …

    Er: Maximal. Eher 400.

    Ich: Okay, ich geh jetzt los.

    Er: Ja, dort rechts, bei dem Schild und dann immer …

    Schließlich habe ich ihn einfach stehen lassen. Menschen sind manchmal schon ein seltsames Völkchen. Aber vielleicht hatte er einfach seit Tagen mit niemandem mehr gesprochen und musste die Gelegenheit ergeifen …

    (Volker Strübing) 

  • Wie ich mal mutig war

    Ich weiß nicht, ob das jemand mitbekommen hat: Es gibt ja zur Zeit so einen Hype um Jugendgewalt in öffentlichen Verkehrsmitteln. Dass man halb totgetreten wird, wenn man Jugendliche bittet, die Zigarette aus oder den MP3-Player leiser zu machen. Trotzdem habe ich gestern im Zug Jugendliche gebeten, die Musik … äh … zu dimmen (um nicht nochmal „leiser zu machen“ schreiben zu müssen).

    Eine Jugendliche, um genau zu sein, aber man muss ja klein anfangen. Sehr klein in diesem Fall, denn die Jugendliche war so zehn oder ölf. Naja, und ihr Migrationshintergrund war der Sprache nach schwäbisch. Aber Zivilcourage darf nicht vor den schwächsten und niedlichsten Mitgliedern der Gesellschaft Halt machen!

    Viele Grüße aus Stuttgart!

    (Volker Strübing)

  • Ich hab aber auch echt ein Rad ab

    Schön war’s in Baden in der Schweiz …

    baden01.jpg

    Aber wer findet das kleine unangenehme Detail auf diesem malerischen Bild?

    Richtig … das abbe Rad. Mein einst so stolzer, fremder Leute Füße und Kniee zertrümmernder und sie nächtens mit seinem Gerumpel aus dem Schlaf reißender Rollkoffer ist zum Schleif- und Tragekoffer degeneriert. Kaum 20 Meter, nachdem ich aus dem Zug ausgestiegen war. Und das war wirklich hart. Ich war noch nie zimperlich bei der Auswahl der mitzunehmenden Sachen. Für eine kleine 2- oder 3-Tagestour kam da schon mal das Äquivalent eines Studenten-WG-Umzuges zusammen (hier gibt’s ein Video, das das bestens dokumentiert). Seit ich den Rollkoffer habe, sind auch die letzten Hemmungen gefallen. Ich werde regelrecht nostalgisch, wenn ich mir das oben verlinkte Video angucke. Mit welch leichtem Gepäck ich damals noch gereist bin …

    Nein, es war kein Spaß diesen Riesenkoffer voller Wackersteine und Goldbarren und schwarzer Löcher über das Holperpflaster von Baden bergan zu schleifen, zu zerren, zu schleppen, nein, nein, das war es nicht. Zu guter Letzt ist nun auch noch der Griff abgebrochen. Also,wenn ich mal Terrorist werden sollte (keine Angst, derzeit gibt es keine diesbezüglichen Pläne), werde ich ganz bestümpt keine Rollkofferbombe bauen, das wäre mir zu unsicher.

    (Volker Strübing)

  • Wie ich mal die Spitzel im Kaffeehaus austrickste

    Ich kann mir nicht alle Benutzernamen merken, die ich mir gebe, und erst recht nicht alle Passwörter und Geheimzahlen. Aber man soll ja nix zwei mal nehmen, wegen der Sicherheit. Man soll auch immer seine wahren Daten verschleiern, wegen der Sicherheit. Ich zuckte also ein bisschen zusammen, als die Bedienung in diesem Kaffeehaus in München meinen Namen wissen wollte. Starbucks, Balzac oder sowas in der Art war das. Weihnachtskaffe mit Rentiersirup und aufgeschäumter Wichse Sahne. Ich hatte ja eigentlich nur einen Kaffee trinken wollen, aber „nur Kaffee“: hahaha! Dank der freundlichen Bedienung fand ich aber erstaunlich schnell zu meinem Wunschgetränk. Damit sie mich aufrufen konnte, wenn es fertig war, wollte sie meinen Namen wissen. Sie war so freundlich, also was blieb mir anderes übrig? Ich sagte einen Namen, zahlte und suchte mir einen Stuhl. Nach einer halben Stunde ging ich dann. Sie riefen zwar viele Namen auf, aber ich konnte mich nicht mehr erinnern, welchen Namen ich spontan angegeben hatte.

    (Andreas Krenzke)

  • Beschreibung einer vermiedenen Fotografie

    Habe gerade zwei Tage im schönen Hannover verbracht und dort in der Humboldtstrasse einen greisen Orientalen gesehen, der sich mit der Linken am Geschlecht gepackt hielt und mit der Rechten einen Rentnertrolley hinter sich her schleppte, gebeugt und versunken, dass es so aussah, als zöge er sich selbst samt seinem Gepäck am eigenen Sack durch die Stadt. Auch sowas, was ich nie fotografieren würde, wegen der Würde. 

    (Andreas Krenzke)

  • Schnappschüsse / 2.12.2007 – Innsbruck

    So, heute back ich Plätzchen bastel ich Kalender und koche mir was. Darum bloß ein paar Fotos vom Lese-Ausflug der Chaussee der Enthusiasten ins Bierstindl in Innsbruck.

    innsbruck00.jpg

    Dafür, dass wir am Abend zuvor aufgetreten und um 6.40 losgefahren sind, sehen wir recht frisch aus. (ich auch, das sieht man aber nicht, weil das Foto gemacht habe!) Noch frischer sah nur Robert aus, weil der länger geschlafen und den Zug verpasst hat. Aber eine Ausfallquote von 1/6 finde ich bei so einer Uhrzeit akzeptabel. (Und zum Glück hat Robert noch einen späteren Zug erwischt.)

    Und so sieht’s in Innsbruck aus:

    innsbruck01.jpg

    Am Sonnabend sind wir mit der Seilbahn auf den Berg gefahren. Das war schön. Die Fahrt mit der Seilbahn war sehr teuer, aber man muss auch bedenken, was so ein 2000 Meter hoher Berg in der Anschaffung und Unterhaltung kostet, das müssen die Innsbrucker ja auch irgendwie wieder reinkriegen. Erst recht, wenn sie ab und zu Berliner zum Vorlesen einladen wollen.

    innsbruck05.jpg

    innsbruck04.jpg

    innsbruck03.jpg

    innsbruck06.jpg

    Chemtrails über Tirol:

    innsbruck10.jpg

    Oben Hui, unten Pfui:

    innsbruck14.jpg

    Einen schönen ersten Advent!

    Und herzlichen Dank im Namen aller Enthusiasten nochmal an Claudia und Markus!

    (Volker Strübing)

  • Schlafen Sie doch mit allen – für den Arsch!

     pillow.jpg

    Boh, es ist so unfassbar schlecht. Weiß nicht, warum ich mich jetzt ausgerechnet über diese Werbung auf dem Reisefaltblatt im Zug nach München so aufrege – es ist ja auch nicht schlimmer als andere Werbung. Aber es ist genauso schlimm, das muss reichen! Pillow-Menu, heilige Scheiße! Wenn es nur Schwachsinn wäre, könnte ich damit leben, aber daraus spricht abgrundtiefe Verachtung allen Menschen gegenüber. Ich würde dem „Kreativen“, der das erbrochen hat so gerne ein Kissen um die Ohren hauen. Am liebsten das ganz harte mit Kischkernfüllung.

    (Volker Strübing / geschrieben im Zug, abgeschickt aus Insbruck – schöne Grüße 🙂 

  • Schnappschüsse / 26.11.2007

    • Heidelberger Bergbahn im Geschwindigkeitsrausch. Naja. Eigentlich war nicht die Bergbahn so schnell, sondern der Verschluss so langsam. Eine tolle Illustration der Relativitätstheorie.

    bergbahn.jpg

    dresden01.jpg

    •  Von technisch unterbelichtetem Fotografen überbelichteter Vollmond:

    vollmond.jpg

     (Volker Strübing)

  • Balkonkarriere

    Am Dienstag bin ich an der Ruine des Palastes der Republik und am ehemaligen Staatsratsgebäude vorbeigekommen. Da, wo der Palast der Republik steht, bzw. gestanden haben wird, stand früher das Berliner Stadtschloss (und wird eventuell irgendwann wieder stehen – au ja, lasst uns Schlösser bauen!). Das Schloss hatte einen Balkon, von dem aus Karl Liebknecht 1918 die „sozialistische Republik“ ausgerufen hat. 1950 wurde das im Krieg weitgehend zerstörte Schloss gesprengt – das Portal mit dem geschichtsträchtigen Balkon aber wurde in das neuerrichtete Staatsratsgebäude integriert, als „Symbol für die Verwirklichung der Ziele Karl Liebknechts und der Novemberrevolution in Form der sozialistischen DDR.“ (Wikipedia) Ob Liebknecht sich die sozialistische Republik so vorgestellt hatte sei dahingestellt. Die „Sieger der Geschichte“ mussten ihren Siegertitel 1990 jedenfalls wieder abgeben. Jetzt residiert darin die European Scholl of Management and Technology und als ich ies am Dienstag sah, musste ich mir sofort vorstellen, wie angehende Manager in der Pause zwischen zwei Seminaren mit einem Latte Macchiato in der Hand fröhlich grinsend vom Karl-Liebknecht-Balkon aus die neoliberale Republik ausrufen …

    Naja. Zumindest könnte ich mir diesen Spaß nicht verkneifen, wenn ich dort studieren würde.

    (Volker Strübing)

    PS und Apropos Schloss: Gestern in Heidelberg gewesen.  Mit der Bergbahn zum Schloss gefahren. Im Souvenirladen einen Stoffbeutel mit der Aufschrift „Heidelberger Bergbahn“ gesehen. Überlegt, ob ich mir einen Heidelberger Bergbahnbeutel kaufe, um fortan stolzer Heidelberger Bergbahnbeutelbesitzer zu sein. Zu geizig gewesen.