Neulich am Hauptbahnhof Potsdam. Ich suche die „Lange Brücke“ und frage einen älteren Mann, der irgendwie einheimisch aussieht, nach dem Weg. (Fragt mich jetzt nicht, woran ich das festgemacht habe. Er sah nicht direkt „potsdamerisch“ aus, waas immer das heißen soll, sondern einfach … eingeboren. Den selben Opa am Hauptbahnhof Essen, hätte man sofort als Essener erkannt. Hm. Sah halt nicht aus, wie ein reisender, sondern eher wie jemand, der Abends noch mal schick essen geht. falls man eine Bratwurst an der Imbissbude schick nennen will.)
Er: Zu Fuß? Das ist ganz einfach. Dort vorne rechts, dann immer geradeaus. Vielleicht 5 Minuten. 500 Meter, weiter ist das nicht.
Ich: Vielen Dank! Schönen Abend noch!
Er: Ja. Also einfach da vorne rechts.
Ich: Hm. Auf Wiedersehen.
Er: Können Sie gar nicht verfehlen.
Ich: Ja, danke!
Er: 500 Meter.
Ich: Na dann.
Er: Dort vorne rechts. Also nicht links in die Dingsbumsstraße, sondern rechts.
Ich: Okay, verstanden, danke.
Er: Können Sie gar nicht verfehlen.
Ich: Äh. Ich muss dann mal los, bin ein bisschen in Eile.
Er: Na, das sind bloß 5 Minuten. 500 Meter ungefähr.
Ich: Tschühüß …
Er: Maximal. Eher 400.
Ich: Okay, ich geh jetzt los.
Er: Ja, dort rechts, bei dem Schild und dann immer …
Schließlich habe ich ihn einfach stehen lassen. Menschen sind manchmal schon ein seltsames Völkchen. Aber vielleicht hatte er einfach seit Tagen mit niemandem mehr gesprochen und musste die Gelegenheit ergeifen …
(Volker Strübing)