Kategorie: Unterwegs

  • On the road

     

    Mal wieder nur ein paar kleine Fotos von mir. Habe ich hier eigentlich schon geschrieben, was wir genau machen? Kurz gesagt: Wir fahren mit einer Dominikanerin (Schwester Jordana) und einem Fernsehmoderator (Rainer Maria Jilg) durch die Türkei, eher nicht durch Syrien, durch den Libanon und dann noch durch ein hier schon mehrfach erwähntes, vorerst ungenannt bleiben müssendes, geheimnisvolles Drittland. Mehr über unser Team gibt es hier: http://monstamovies.tumblr.com/post/9867774584/team-anadolu, ein kurzes Video mit unseren beiden Protagonisten (und einem kleinen Gastauftritt von mir) hier: http://tumblr.com/xtl4jwwze7 und noch mehr Fotos hier: http://tumblr.com/xtl4kjo8dd.

    Viele Grüße aus Antakya, morgen geht es nocheinmal an die syrische Grenze.

     

     

  • Los geht’s

    Durchfall. Unrasiert. Gutgelaunt. Es kann losgehen!

    Der Großteil des Teams und der Technik sind gerade in Istanbul gelandet und auf dem Weg zu unserem Hotel (der wahrscheinlich teuersten Ansammlung von Besenkammern weltweit). Morgen heißt es: Kamera läuft! Ton läuft! Schweiß läuft! Und Action!

     

     

     

     

     

  • Unterwegs / 23.8.2011

    Ein paar Bilder von unterwegs. Tut mir leid, dass sie so nichtssagend (aber hoffentlich schön sind) und ich nichts weiter dazu schreiben kann. Das liegt daran, dass ich momentan nur nichtssagende Bilder posten und nichts dazu schreiben kann. Lange Geschichte. Die ich aber gerade nicht erzählen kann.

    Übermorgen bin ich in Istanbul. Ein anderer Teil des Teams bewegt sich auch gerade in dieses Richtung. Nachzulesen und anzugucken hier: http://monstamovies.tumblr.com/

     

     

    Das Wetter ist ganz gut:

     

     

    Grüße von Woauchimmer nach Woauchimmer!

    (VS)

     

  • Füttert ihr bitte die Spatzen solange ich weg bin?

    Die Natur, diese kleine, geile Sau findet doch immer einen Weg. So sah meine Spülbürste nach einer Woche im Libanon aus … naja und einer weiteren Woche in Berlin, in der ich mich einfach nicht um so Zeugs wie den Abwasch kümmern konnte.

    Ich bin gespannt, welchen Urwald ich vorfinde, wenn ich von der jetzt anstehenden Reise wiederkomme. Morgen früh geht es los, und ich bin bis Mitte Oktober unterwegs. (Sowas soll man natürlich eigentlich nicht schreiben, um Einbrechern die Arbeit nicht zu sehr zu vereinfachen. Aber alles, was sich bei mir zu klauen lohnt – Laptop, Fotoapparate, Gitarre, frische Socken etc. – kommen sowieso mit.)

    Ich werde gelegentlich von unterwegs schnipseln oder Sachen bei Facebook und Google Plus posten. Außerdem gibt es ein eigenes Blog zu unserer Reise und dem Filmprojekt, das sich nach und nach füllen wird.

    Ich wünsche euch allen ein schönen Restsommer und entschuldige mich bei allen, deren Emails (zb. wegen DVD-Versand) ich nicht mehr zu beantworten schaffe.

    Und jetzt noch ein Bild aus meiner Reihe „Monsters Of Procrastination“ – Die Tüte der Pandora:

  • Libanon

    Also das ist so: Monstamovies dreht wieder einen Film und ich bin als Autor und Regisseur dabei. Was wir genau machen, kann ich noch nicht schreiben. Letzten Dienstag sind wir von einer einwöchigen Recherche- und Vordrehreise aus dem Libanon zurückgekommen. Der eigentliche Dreh findet im September statt, ich werde aber schon ab dem 20.8. oder so wieder unterwegs sein. In nächster Zeit gibt es hier also wenige Geschichten aus Berlin (es sei denn Blogkollege Spider springt ein), dafür aber viele Bilder wie diese oder diese oder die, die unter dem Text folgen. Ich hoffe, es wird auch Zeit sein, ein paar Geschichten von unterwegs zu erzählen.

    (Markt in Tripoli – nein, nicht das in Lybien; der Libanon hat auch eins! – kurz nach dem morgendlichen Weckruf des Muezzins)

    (Tripoli, Strand)

    (Abends an der Corniche, der Beiruter Stranddpromenade)

    (Sonnenuntergang in den Libanon-Bergen)

    (Vor dem Rückflug war dann auch mal Zeit zum Schlafen. Flughafen Beirut)

    (VS)

  • Germany stay cool!

    Viele Grüße aus Beirut! Ich bin seit zwei Tagen hier und weiß gar nicht, was ich schreiben soll – am besten ich lasse es. Wenn ich jetzt anfange zu erzählen, dann sitze ich die nächsten Stunden in dem Café hier fest. Ganz kurz: Ich fühl mich wohl und finde Beirut auf sehr, sehr schöne Art sehr hässlich.  Das Essen ist toll, man kann ganz prima vor sich hin schwitzen und ein Luftkurort wird Beirut niemals werden.

    Jetzt also nur ein paar Bilder und ganz am Ende ein Bilderrätsel, bei dem man 100 Punkte gewinnen kann!





    Beirut ist Raucherparadies. Oder -hölle, je nachdem. Sogar der Fahrstuhl in unserem Hotel ist mit einem Aschenbecher ausgestattet.





    Und jetzt das Bilderrätsel. Was ist das?


    Weitere Hinweise folgen bei Bedarf in den nächsten Tagen.

    (Volker Strübing)


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  • Muss ja

    Ein Mann, der in einem Ferienlager Jagd auf Jugendliche macht und vermutlich all seine propagandistischen Ziele erreichen wird („Klar ist der Typ völlig krank. Aber was hat ihn denn so krank gemacht? Ich meine, das mit der Multikulti-Kulturmarxisten-Gutmenschen-Diktatur stimmt doch, oder?“), die USA vor der Pleite, Europa kommt mit dem Flicken der Lecks kaum hinterher, Ungarn gibt sich kaum noch die Mühe, demokratisch zu wirken, Amy Winehouse ist tot,  irgendwas in Ostafrika und so weiter und so weiter. Aber das wird schon wieder. Muss ja.

    Ich fliege morgen nach Beirut. Monstamovies dreht wieder eine Fernsehserie und ich mache mit. In einer Woche sind wir wieder in Berlin – es ist erst mal nur eine Vorrecherche, die richtige Drehreise geht Anfang September los. Wann immer ich dazu komme, werde ich von unterwegs berichten – allerdings kann und will ich noch nicht erzählen, worum es eigentlich geht.

    Blöd eigentlich: Da gibt es endlich mal wieder einen Sommer in Berlin nach meinem Geschmack und ich fliege ans Mittelmeer. Wie auch immer: Ich wünsch mir eine gute Reise 😉

    (VS)

  • Schorfheide

     

     

     

     

    (VS)

  • Erpel sind Schweine

    Ich war gerade auf Verwandtenbesuch in Dessau. Mein jüngster Neffe hatte sich ebenfalls angekündigt. Er lebt derzeit in den USA, wurde aber zur Feier seines zweites Geburtstages mit dem Flufßeug (wie ich es in diesem Alter genannt habe; er sagt Airplane) ins alte Europa gekarrt, damit er sieht, dass die diversen Großeltern, Tanten und Onkel auch lippensynchron sprechen können und nicht nur so komisch verzögert wie bei Skype.

    Wir machten einen Spaziergang durch den Dessauer Tierpark, der zwar sehr schön ist, aber nicht komplett jugendfrei, es sei denn, es ist wahr, dass die Kleinen heutzutage schon in der Krabbelgruppe über ihre liebsten Gangbang-Videos reden, aber ich will das ja nicht so recht glauben.

    (Liebe scheint mir da nicht im Spiel gewesen zu sein.)

    Zu Beginn unseres Rundganges gab es einen Moment der Panik, als wir feststellten, dass nicht jeder von uns fünf Erwachsenen einen Fotoapparat dabei hatte. Lohnte es sich überhaupt, mit nur einer Spiegelreflex- und einer Videokamera bewaffnet loszuziehen? Die Furcht erwies sich als unbegründet: Ich alleine schaffte in den 90 Minuten, die wir durch den Park liefen, an die 300 Kinderfotos (der Fratz ist aber auch süß!) plus die paar von und vom Vögeln.

    300 Kinderfotos. Soviele gibts von mir wahrscheinlich insgesamt, von meinem Vater vielleicht 3… heutige Kindheiten werden gut dokumentiert. Doof nur, dass es noch keine Geruchsfotografie gibt. Vielleicht ist es eine gute Idee bis zu deren Erfindung die eine oder andere volle Windel aufzuheben, die man dann zum 18. Geburtstag oder wenn der Sohn/ die Tochter das erste Mal Freundin oder Freund mit nach Hause bringt hervorholen kann …

    Kinder sind schon ne schöne Sache, zumindest die, die man kennt und solange sie nicht allzu zahlreich, sagen wir maximal alleine auftreten. Im Café im Tierpark saß eine Familie mit zwei Mädchen, das eine war vielleicht drei, das andere so fünf oder was weiß ich und das größere Mädchen sang dem kleineren ein Lied vor:

    Wozu ist der Kopf denn da, Kopf denn da, Kopf denn da?
    Der Kopf der ist zum Denken da, zum Denken da.
    Wozu sind die Ohren da, Ohren da, Ohren da?
    Die Ohren sind zum Hören da, zum Hören da.

    Die folgenden Strophen behandelten die Augen (zum Gucken), die Beine (zum Laufen), die Hände (zum Greifen) und den Mund – und das war die Stelle, wo ich das erste Mal gerne laut mitgesungen hätte und zwar: „Der Mund der ist zum Halten da, zum Halten da!“, denn längst war klar, dass ich dieses blöde Lied die nächsten fünf Tage als Ohrwurm haben würde. Aber man benimmt sich ja dann doch immer und lässt es bleiben. Ich habe sogar darauf verzichtet, dem Mädchen eine spontan von mir gedichtete Strophe vorzusingen (das Lied dauerte zwar ewig, schien mir aber nicht ganz vollständig): „Wozu ist der Hintern da, Hintern da, Hintern da? Der Hintern ist …“ – aber wie gesagt, ich habe es sein lassen.

    (VS)


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  • Endlich erwachsen!

    Seit dreieinhalb Wochen bin ich nun 40 Jahre alt, somit ins zweite Lebensdrittel eingetreten und fühle mich gut damit. 39 sein ist doof, 40 sein ist gut. Zumal ich es geschafft habe, meinen großen Vorsatz für das 41. Lebensjahr zu erfüllen: Ich hatte beschlossen, endlich erwachsen zu werden. Also jetzt nicht gleich esstisch-erwachsen, aber doch immerhin brieftaschen-erwachsen.

    Ja, ich habe mir eine Brieftasche gekauft, ein Portjuchhe, wie wir es früher genannt haben. Meine letzte hatte ich soweit ich mich erinnere in der Schule, mit 12 oder 13 vielleicht, und darin habe ich Kaugummibilder gesammelt. Das mache ich nicht mehr, sondern ich verwende die Brieftasche, um darin Münzen, Scheine, Kassenbons und Karten (und – als kleine Reminiszenz ans Kaugummibildersammeln – ein Passbild von Renato Kaiser) aufzubewahren. Falls ihr noch nie eine Brieftasche benutzt habt, kann ich das nur empfehlen: Man kommt sich unfassbar seriös vor, wenn man sie hervorzieht und dann weltmännisch im Münzfach kramt.

    Außerdem habe ich festgestellt, dass es eine verdammt praktische Angelegenheit ist. Das hätte mir ruhig schon früher mal jemand sagen können. Ich hielt mich immer für clever, weil ich dachte: Bevor ich in die Hosentasche greife, das Portemonnaie herausziehe, dann das Portemonnaie öffne, dort in diversen Fächern das Geld zusammensuche, dann das Wechselgeld nach Scheinen und Münzen sortiert in den entsprechenden Fächern verstaue, die Brieftasche zuklappe und sie in die Hose zurückbugsiere, bin ich doch viel schneller, wenn ich das Geld direkt aus der Gesäßtasche fördere. Allerdings hatte diese Technik den kleinen Nachteil, dass ich oftmals Kleingeld, alte Kassenzettel und vergessene Pfandbons großzügig auf dem Boden des Kassenbereichs verteilte (fragt mich nicht, wie oft ich den Spruch „Na, Sie müssen’s ja ham, wenn ses einfach so wegschmeißen könn!“ gehört habe). Ganz zu Schweigen von dem allabendlichen Münzregen in meiner Wohnung, wenn ich meine Hose ausgezogen habe.

    Meistens habe ich an der Kasse dann nur nach einem Schein gefischt, weil ich keine Lust darauf hatte, den Schaufelhandbagger einzusetzen und zu riskieren, das wieder die Hälfte des Hosentascheninhalts dem Ruf der Schwerkraft folgt. Das hatte natürlich zur Folge, dass der Anteil an kleinen Münzen im Laufe des Tages ständig wuchs und damit von Abend zu Abend auch die Schicht aus Kupfermünzen, durch die ich in meiner Wohnung waten muss.

    In den letzten Wochen kam es gelegentlich vor, dass ich jemandem mit strahlenden Augen und stolzgeschwellter Brust meine Brieftasche zeigte und sie mich ungläubig anguckten: Wie ich denn die ganzen Jahren ohne Brieftasche ausgekommen sei? Ich erklärte dann mein (doch nicht ganz so) geniales Hosenbrieftaschenkonzept. Und die Karten? Was ich denn mit den Karten gemacht hätte? Die fanden selbstverständlich im perfekten Notizbuch Platz.

    (Symbolbild: Brieftasche / Münzregen / Schweiz)

    Das Leben mit einer Brieftasche bringt auch ganz neue Abentuer und Erfahrungen mit sich: Vor Kurzem war ich zu einem Poetry Slam im Schiffbau in Zürich und leider war deutlich mehr Alkohol im Spiel, als für mich (und einige andere) gut gewesen wäre – in der Schweiz passiert das irgendwie immer, das muss an der absinth- und whiskygesättigten Schweizer Luft, vor allem der im Großraum Zürich liegen. Nach dem Slam standen F. (vollständiger Name ist der Redaktion bekannt), ein paar andere Leute, der Siegerschnaps, den F. gewonnen hatte, und ich an der Bar herum. Schließlich beschloss F. noch einen Abstecher nach Winterthur zu machen, wo ebenfalls ein Slam stattgefunden hatte und einige gute Freunde und Kollegen den Abend in einer Karaoke-Bar ausklingen lassen wollten. Ich wollte ins Bett und machte mich ein paar Minuten, nachdem er aufgebrochen war, auf den Weg zum Hotel.

    Am nächsten Morgen zog ich mich an und stellte fest, dass meine Hose ziemliche Steuerbordschlagseite und meine Brieftasche offensichtlich über Nacht deutlich an Umfang gewonnen hatte. Schnell stellte sich heruas, das sie schlank wie eh und je war – allerdings war eine zweite Brieftasche hinzugekommen. Beide sahen identisch aus, aus der einen grinsten mich wie gewohnt ich selbst und Renato an, aus der anderen der Kollege F. …

    Genau lässt sich nicht mehr rekonstruieren, was geschehen war: Entweder hatte er seine Brieftasche auf die Bar gelegt und ich hatte sie während er daneben stand in der Annahme eingesteckt, es sei meine. Oder er hatte sie selbst vergessen und ich hatte sie erst nach seinem Aufbruch eingesackt, ohne zu merken, dass da schon was in meiner Hosentasche steckte.

    Ich rief ihn natürlich sofort an – und erwischte ihn direkt auf der Polizeiwache, wo er gerade eine Anzeige wegen Taschendiebstahls machte. Er war glücklich, von mir zu hören, flüsterte aber, er könne jetzt nicht reden, er müsse das jetzt durchziehen, er könne doch jetzt nich sagen, April, April, ein Kumpel hat sie besoffen eingesteckt …

    Später trafen wir uns zur Übergabe und er erzählte mir, dass er den Verlust bemerkt habe, als er in die Bahn nach Winterthur einstieg und am Automaten eine Fahrkarte ziehen wollte. Und weil der Schreck über die vermeintlich geklaute Brieftasche nicht reichte, kam prompt auch noch eine Fahrkartenkontrolle. Ich bin sicher, F. hatte schon entspanntere Partynächte.

    Ich wüsste zu gern, ob ich ihm die Brieftasche quasi gemopst oder sie im Gegenteil unbewusst gerettet habe, nachdem er schon aufgebrochen war. Aber das wird sich wohl nie klären lassen. Ersteres ist mir durchaus zuzutrauen, Letzteres halte ich aber auch nicht für ausgeschlossen, wenn ich daran denke, dass F., nachdem er die Anzeige erstattet hatte, seine Notizbücher auf der Polizeiwache liegen ließ …

    (VS)


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