Kategorie: Unterwegs

  • Modschekiebchen sind der neue Cat-Content

    „Jau, und da drüben, das Haus da drüben, das hat ja nun auch einer von der NPD gekauft. Na, da kannste nix machen, ne?! Aber ich sag auch: Ich hab kein Problem mit dem. Ich hab dem nix getan, der hat mir nix getan, wieso soll ich was gegen den haben? Der grüßt immer freundlich und seine Frau grüßt auch immer freundlich. Und wenn man dann immer hört, dass die irgendwelche Leute zusammenschlagen, das kann ich mir nicht vorstellen. Da wird schon vorher was gewesen sein …“

    Hab gerade 2 Wochen Landurlaub hinter mir. Das Wetter war schön (außer wenn die Sonne dolle schien), die Heidelbeeren waren lecker, die Gespräche über den Gartenzaun interessant (siehe oben). Und wenn ich jetzt nicht gerade was anderes vorhätte, würde ich einen langen Artikel über den Satz „Die werden schon irgendwas gemacht haben“ schreiben, den ich für einen der schlimmsten überhaupt halte. So belasse ich es bei ein paar Kitschbildern und dem Hinweis, dass heute Abend im Ritter Butzke ein Poetry Slam stattfindet mit Dalibor, Lars Ruppel, Jan Koch, Broca Areal, Sebastian Lehmann, Maik Martschinkowsky und mir. Und die sind alle mindestens super. (Ja, ich auch, scheiß auf falsche Bescheidenheit 😉

    (Ganz ohne Katzen geht’s natürlich auch nicht.)

    (Arbeitsurlaubsplatz)

     

    (VS) 


  • Ostersonntag: Die Nonne & Herr Jilg, Teil 2 – Libanon

    Zweiter Teil der Reise nach Jerusalem. Heute 21.45 Uhr auf zdf.kultur. Wir treffen den Musiker Zeid Hamdan in Beirut, reden in Tyrus über biblische Wunder und den Krieg, besuchen die palästinensischen Flüchtlingslager Sabra & Shatila und ein Freiluftmuseum der Hisbollah, treffen in der Bekaa-Ebene einen muslimischen Katholiken und erfahren, warum es auch in Deutschland Checkpoints der Armee geben sollte …

    Man kann übrigens alle drei Folgen schon jetzt online ansehen:

    Teil 1 (Türkei)

    Teil 2 (Libanon)

    Teil 3 (Israel / Palästina)

    (Volker Strübing)

  • Karfreitag: Die Nonne & Herr Jilg – Teil 1

    So, es ist soweit. Unsere Fernsehserie wird ausgestrahlt. Ein Roadmovie in drei Teilen. Eine Fahrt von Istanbul nach Jerusalem. Am Steuer: Die Dominikanerin Schwester Jordana Schmitt und der zdf.kultur Moderator Rainer Maria Jilg. Außerdem dabei: Charlie, ein atheistisches und leicht größenwahnsinniges Kofferradio. Die erste Folge wird morgen Karfreitag, 21.46 Uhr auf zdf.kultur ausgestrahlt. Ich kann sie selber nicht sehen, weil ich da beim Rosi Slam bin – und den Sender gar nicht reinbekomme. Aber man kann auch in der Mediathek gucken, wann man will, den Link poste ich hier dann natürlich noch.

    Die erste Folge führte uns durch die Türkei. Hier ein paar Fotos, vom Dreh, einige davon habe ich schon mal hier rein gestellt.

    Soviel Kitsch muss sein: Die Hagia Sophia in Istanbul

    Dreharbeiten für die allerallererste Szene in einer Kirche in  Istanbul. Mit Schwester Jordana, Kamerafrau Sabine und Tonmann Marc Meusinger.

    Ist das nicht ein schönes Schild? Das Essen dort war auch super, leider haben ir aber den freundlichen Schnurrbartmann nicht gesehen.

    Ja, klar, das ist ein langweiliges Bild. Für mich  trotzdem spannend, weil ich es heimlich aus der Frontscheibe eines türkischen Armeejeeps fotografiert hatte, der mich irgendwo in den bergen zwischen Istanbul und Ankara entführt hat. Bei der Durchfahrt durchs nächste Dorf (wo wir auch gedreht haben, konnten mich dann zum Glück Produktionsassistentin Ayhan Üsük und die Dorfbewohner mit friedlichen Mitteln und einem Glas Tee befreien.)

    Hemdennäherei in Konya. Erinnert ein bisschen an das halbe Stockwerk in „Being John Malkovic“. Wir haben da auch gedreht, die Szene ist aber aus dem fertigen Film rausgeflogen)

    Kleine Poser in Antakya

    Großer Poser in Adana 😉

    An der syrischen Grenze hieß uns das syrische Touristenministerium per SMS willkommen. Rein durften wir trotzdem nicht und hatten auch wenig Lust darauf.

    Flüchtlingslager an der  türkisch-syrischen  Grenze.  Ich weiß gar nicht, was ich unter dieses Bild noch schreiben soll. Scheiße war’s, traurig und bedrückend was wir dort gehört und gesehen haben, aber das  ist wohl wenig überraschend. 

    (Nach den ersten 10 Drehtagen war dann auch mal Zeit sich ganz entspannt an einem kühlen Ort hinzusetzen.)

    Mit der Fähre an Syrien vorbei in den libanon – und den zweiten Teil der Serie, der am Ostersonntag ausgestrahlt wird.

    (Volker Strübing)

  • Die Nonne und Herr Jilg – Deleted Scenes: Ramallah 23.9.2011

    Am 6., 8. und 9.4. läuft auf zdf kultur die Serie „Die Nonne und Herr Jilg“ – eine Reisedoku und ein Roadmovie, eine Fahrt von Istanbul nach Jerusalem, durch die Türkei, den Libanon, Israel und die palästinensischen Autonomiegebiete. Am Steuer sitzen die Dominikanerin Schwester Jordana Schmidt und der Moderator Rainer Maria Jilg. Mit dabei ist auch ein größenwahnsinniges, nörgelndes Kofferradio namens Charlie, dessen Stimme verdächtig an Kloß und Spinne erinnert …

    Während der Drehreise im letzten Jahr beantragte Palästina vor der UN-Vollversammlung die Aufnahme als UNO-Vollmitglied. Wir waren an dem Tag in Ramallah, der Hauptstadt der Autonomiegebiete und trafen erstaunliche Prominenz. In der Serie ist diese kleine Episode nicht drin, aber dafür gibt es ja das Internet:

    [youtube=http://www.youtube.com/watch?v=NkC794tza78]

    Und hier noch ein paar Bilder von diesem Tag, die ich aber schonmal gepostet habe:

    (Ramallah, 23.9.2011)

    (Kamerafrau Sabine Streckhardt und Lutz Neumann von monstamovies)

    (Das Keinohr-Bunny von Ramallah)

    (Noch beliebter als Fahnenschwenken: Kindern Fahnen geben und dann die Kinder schwenken)

    (Auf der Fahrt nach Ramallah: Siedlung im Westjordanland)

    (Volker Strübing)

  • Die Nonne & Herr Jilg – Trailer

    Jetzt aber hoffentlich wirklich: Die neue Monstamovies-Serie für zdf.kultur ist fertig. Sie wird Am 6., 8. und 9.4. jeweils um 21.46 Uhr ausgestrahlt. Hier ist schonmal der Trailer, weitere Filme und Berichte folgen in den nächsten Wochen:

    [youtube=http://www.youtube.com/watch?v=tqzpi7AqEf8]

    (Volker Strübing)

  • Finger in‘ Arsch

    Bamberg. Super Lesebühne, super Bier, super Kneipen. Und ein Fastnachtsumzug namens „Gaudiwurm“. Eine noch trübseligere Veranstaltung als ich mir ohnehin vorgestellt habe. Am Anfang des Zuges stellt ein Autohaus seine Produktpalette vor. Kleinwagen und ein Jeep, aus denen heraus Bonbons geworfen werden, für die sich kaum jemand interessiert, bis auf den dicken Jungen mit der speckigen Jacke, der gesenkten Hauptes zwischen den mehr oder weniger verkleideten Leuten herumschleicht, den Süßkram aufsammelt und in seine Norma-Tüte packt. Eine Frau mit einem Gesicht wie die große Depression von 1929, die einer Bekannten erklärt, dass ihre leuchtendrote Perücke ja nur 4,95 gekostet habe. Zwei oder drei Blas- und Trommelkapellen, die sich wenigstens Mühe geben und selbst Musik machen, die aber im Stimmungsschlagerrummelplatztechnogewummer der Wagen vor und hinter ihnen komplett untergeht.
    Hab mir dabei auch noch einen schlimmen, schlimmmen Ohrwurm eingefangen: „Finger in‘ Po, Mexiko!“. Dabei würde „Finger in‘ Arsch, Trauermarsch!“ viel besser passen.

    (Volker Strübing)

  • Was macht eigentlich Volker Strübing?

    Naja, wenig Bloggen auf jeden Fall, oder? ich stecke jetzt mitten in der Arbeit an unserer Fernsehserie, war seit der Rückkehr von der Drehreise schon ein paar Tage Urlauben am Haff und bei den deutschprachigen Poetryslammeisterschaften in Hamburg, habe meine Laptop geschrottet, während meine Waschmaschine ganz von allein den Geist aufgegeben hat (nach 20 Jahren … R.I.P.), habe mir mit gut 50 Quadratmetern Regenwald die Nase geputzt (stimmt nicht ganz: ich versuche eigentlich immer Recyclingtaschentücher zu bekommen, was aber manchmal gar nicht so einfach ist), gucke nebenbei die 5. Staffel von Dexter und heute Abend im Kino „Melancholia“ und alles weitere ist entweder langweilig, geht niemanden was an oder wird frühestens nach dem dritten Bier verraten 😉

    Hier sind noch ein paar Fotos aus Israel und Palästina:

    (Tel Aviv, Sonnenuntergang)

    (Altstadt Jerusalem, Pietra Hostel)

    (Altstadt Jerusalem, kurz nach Sonnenaufgang)

    (Cat-Content, immer wichtig!)

    (Altstadt Jerusalem)

    (Via Dolorosa, Altstadt Jerusalem: Wo früher Messiase Kreuze langschleppen mussten, werden heute Schaufensterpuppen stranguliert.)

    (Und die Kreuzschlepperei wird von Touristen übernommen. Die guten alten „Jeder nur ein Kreuz“-Tage sind auch vorbei. Jetzt heißt es: „Jeder Reisebus nur ein Kreuz“.)

    (Ich glaub, der Stein soll die Grabesplatte von olle Jesus sein, aber irgendwie haben die da auch in der Grabeskirche gleich mehrere angebliche Grabstellen, ich seh da nicht durch. hab bloß das Gefühl, dass es bei solchen Kussaktionen weniger darum geht, Gott zu zeigen, wie lieb man ihn hat, als vielmehr darum, den anderen Leuten zu zeigen, wie lieb man Gott hat. „Religiöser Exhibitionismus“ – ich liebe diesen Begriff.)

    (Noch irgendsoein echtes Grabmal in der Grabeskirche)

    (So wie ich die BH- und Schnickschnack- und Fleischerläden auf der Via Dolorosa sehr mochte, hat mir auch der kitschige Budenzauber direkt am Eingang zum Gelände der Al-Aqusa-Moschee sehr gefallen. Ein wunderbarer ort zum kaffeetrinken übrigens mit sehr netten Leuten. Also, ich meine jetzt genau diese Gasse, in die Moschee sind wir nicht reingekommen.)

    (Eine der Sehenswürdigkeiten der Altstadt, zumindest temporär: Die Kamerafrau!)

    (Und der Produktionsassistent erst!)

    (Irgendwo ein paar hundert meter über dem Toten Meer)

    (Dieselbe Geste in Ramallah wirkt ein bisschen kopflos, aber das sollte man jetzt nicht irgendwie symbolisch verstehen.)

  • Israels unbekanntes Gesicht

    Ich bin wieder zuhause. Aber ich bin noch lange nicht angekommen. Das Wetter leistet seinen Beitrag dazu, die Leute auf der Straße tun ihr Übriges.Und natürlich ist die Reise für mich noch lange nicht vorbei. Die nächsten Monate werde ich sie wieder und wieder schnipselweise angucken und sie wird sich langsam von etwas wirklich Erlebtem in Material für die Fernsehserie verwandeln. Sehr seltsamer Prozess.

    Kommen wir nun aber zu etwas ganz Anderem:

    Israel hat viele Gesichter. Sogar die Hydranten haben welche:

    (Altstadt Jerusalem … dieser Hydrant hat schon Jesus mit seinem Kreuz vorbeilatschen sehen!)

    (Als ich den Kollegen an einer Tankstelle fotografierte, kam der arabische Tankwart und schaute mich etwas beremdet an, bis ich ihm auf dem Display das Foto zeigte, auf die Augen und den Mund des Hydranten, dann auf meine eigenen. Da musste er lachen und klopfte mir auf die Schulter. Ähnliche Situationen gab es mehrfach. Irgendwann muss mal ein … sagen wir Chinese oder Ägypter mit mir durch Berlin gehen und mir meine Stadt zeigen …)

    (Hydrantenfotografie wurde schnell zu unserem Lieblingshobby.)

    (Lord Helmchen und sein einäugiger Kumpel Paul.)

    (Die Mülltonnengesichter in Haifa haben mich an diese weißen Androiden aus den neuen Star Wars Filmen erinnert.)

    (Der hier steht auf dem Platz vor der Klagemauer.)

    (Steampunk-Monokel-Man, Jerusalem)


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  • Mal kreuzweise

    Feierabendlaune und Reisemüdigkeit machen sich breit. Ich bin jetzt 6 Wochen und zwei Tage unterwegs. Plus zehn Tage Libanon Ende August und 5 Tage, die noch vor mir liegen. Einen freien Tag gab es in der ganzen Zeit nicht und ich plane, die komplette nächste Woche zu verschlafen (nein, nein Holger, mach Dir keine Sorgen wegen nächstem Mittwoch – ich schaffe das sowieso nicht). Vorgestern war Drehschluss für den Hauptdreh, jetzt filmen wir mit kleinem Team noch ein paar Sahnehäubchen, i-Tüpfelchen und Fahrtbilder, es wird auf alle Fälle etwas ruhiger. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll zu erzählen, darum kommt jetzt erst mal ein Katzenbild und danach ein Sonnenuntergang über Jerusalem:

    Eins der krassesten Erlebnisse hier in Israel war der Besuch in Hebron, der Stadt, in der das Problem mit den israelischen Siedlern in den besetzten Gebieten besonders deutlich wird. Es ist die einzige Stadt, in der israelische Siedlungen mitten in der Stadt sind, das Leben von weit über 100.000 Palästinensern ist wegen der Anwesenheit von weniger als tausend radikalen Siedlern massiv eingeschränkt, sie werden von den Siedlern terrorisiert und von der Armee schikaniert. Baruch Goldstein gilt hier als Held, sein Grab in der an Hebron angrenzenden großen Siedlung ist Pilgerort.  Die meisten Israelis gruseln sich vor diesen extremen Siedlern genauso wie wir … und trotzdem werden sie vom Staat unterstützt.

    Lutz hat unmittelbar nach unserem Tag dort auf dem offiziellen Blog zur Reise einen ziemlich wütenden Artikel mit vielen Fotos gepostet, den ich in einem winzigen Punkt korrigieren möchte. Am Ende schreibt er: „… es ist fast so als würde man für die Nazis im Elbsandsteingebirge, Bad Schandau räumen und mit staatlicher Unterstützung die Fascho-Community fördern.“ Es ist aber eher so, als würde man den Nazis Gewehre in die Hand geben und die Bundeswehr dazu abstellen, sie zu beschützen, wenn sie sich in irgendeinem tschechischen oder polnischen Dorf ansiedeln.

    (Israelische Siedlung im Westjordanland – fragt mich jetzt bitte nicht, welche…)

    Das wars erstmal, wir sitzen gleich wieder im Auto und drehen weiter und durch und ab und auf …

    (VS)

  • Ramallah, 23.9.2011

    Wir sind fast am Ziel unserer Reise … nur unser roter Chevrolet hat es noch nicht ganz geschafft; er hängt in Jordanien fest, wird aber hoffentlich genau in diesem Moment abgeholt. Zwei von drei Folgen unserer Serie sind abgedreht, plus ein gutes Drittel der letzten Episode. Wir haben noch 6 Tage Dreh vor uns, dann fährt der größte Teil des Teams nach Hause oder in den Urlaub, nur Kamerafrau Sabine, Herstellungsleiter Tom, Produktionsassistent und Übersetzer Bence und ich bleiben noch für einen Nachdreh. Am 9.Oktober fliegen wir zurück nach Berlin, bis dahin müssen die Socken noch reichen … Hier kommen jetzt noch ein paar Impressionen aus Ramallah. Wir waren beim Public Viewing der Abbas-Rede vor der UNO und es war zum Glück eine friedliche und fröhliche Party ohne irgendwelche Zwischenfälle, sieht man einmal davon ab, das ich eine Schachte Zigaretten verloren habe, die guten Gauloises, gekauft im Flüchtlingslager Sabra und Shatila in Beirut zu 80 Cent die Packung …

    (Fahrt durch das Westjordanland)