Kategorie: Weltverbesserung

  • Gute Vorsätze für den Schnipselfriedhof

    • Die Blogroll endlich aktualisieren und erweitern
    • Mehr Einträge von Spider drin haben
    • Weniger Smileys verwenden 😉

    (Volker Strübing) 

  • Das besoffene Internet

    Das menschliche Gehirn besteht aus ungefähr 100 Milliarden Nervenzellen.

    Das Internet besteht aus ungefähr 1,3 Milliarden miteinander vernetzten Menschen bzw. ihren Computern. Das ist im Vergleich natürlich wenig, aber wenn man bedenkt, dass ein einzelner Mensch, noch dazu ein Mensch am Computer im Vergleich zu einem einzelnen Neuron ein viel komplexeres, aus Milliarden Neuronen und Millionen Bytes bestehendes informationsverarbeitendes System ist, liegt der Gedanke nahe, dass das Internet längst die Komplexität eines menschlichen Gehirns erreicht bzw. überschritten hat.

    Ich finde die Vorstellung faszinierend, dass es irgendwann zu Bewusstsein erwacht. Oder schon zu Bewusstsein erwacht ist … wer weiß? Denn selbstverständlich würden wir nichts davon bemerken. Ein einzelnes Neuron, dass Signale erhält und bei Erreichung des Schwellenpotetials weiterleitet, weiß nichts davon, dass es gerade daran mitwirkt, einen Eintrag im Schnipselfriedhof zu verfassen. Und ein Mensch, der gerade einen Eintrag in sein Weblog schreibt, in einem Online-Spiel ein Monster killt oder eine wütende Email schreibt, nachdem der Ärger über andere Emails sein Schwellenpotential erreicht hat, ahnt nicht, dass er in Wirklichkeit nur von diesem neuerwachenden Bewusstsein dazu benutzt wird, den Gedanken „Ich denke, also bin ich“ hervorzubringen … (mehr …)

  • Kloß-und-Spinne-Kalender-FAQ

    Einige Fragen wurden zum Kalender gestellt, die ich hier beantworten werde. neue Fragen sind jederzeit willkommen.

    Was ist eigentlich auf den Kalenderblättern?

    Auf den meisten Bildern sitzen Kloß und Spinne neben Horst bei Norbert in der Kneipe. Über ihren Köpfen sind Sprechblasen. In den Sprechblasen stehen Sachen drin, hihi, die sehr lustig sind („Sind se nich!“ – Halt die Klappe, Kloß!) Es sind keine Zitate aus den Filmen sondern extra für diesen Kalender ausgedachte Sachen. (Allerdings kann es sein, dass der eine oder andere Spruch später mal in der Serie auftaucht.

    Außerdem habe ich drei von meinen alten Horst-Bildern wieder vorgekramt und mit verbastelt, damit man auch mal was anderes als den kneipentresen zu sehen bekommt.

    kalender-03.jpg kalender-00.jpg kalender-01.jpg kalender-02.jpg

    Stellst Du den Kalender zum Selberausdrucken online?

    Nein. Wollte ich eigentlich, habe mich nun aber aus drei Gründen dagegen entschieden.

    1. Einige Leute (darunter ich) wollen Kalender verschenken und ich möchte das Risiko vermeiden, dass die Beschenkten alles schon aus dem Internet kennen.

    2. Wenn man ihn gut ausdruckt, auf schönem Papier und Deckfolie und Rückpappe, spart man wahrscheinlich kaum Geld. Wenn man ihn oll ausdruckt, bin ich traurig.

    3. Ich pack so gerne Päckchen.

    Nanu? Kann es sein, dass Du das Kalendarium vergessen hast?

    Nein. Ich habe es bewusst weggelassen. Auf den Blättern stehen bloß der Name des Monats und die wichtigsten Feier- und Gedenktage (Welttag der Feuchtgebiete, Pi-Approximation-Day, Internationaler Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen etc.) Man soll den Kalender lieb haben und ihn nicht als nützliches Werkzeug missbrauchen. Kalender bei denen man sieht, dass der Scheidungstermin ansteht, dass der laufende Monat 5 Montage aber nur 4 Sonntage hat, dass es jetzt noch 3 Wochen hin sind bis zum Urlaub etc. gibt es schon genug. Der Kloß-und-Spinne-Kalender ist ein Instrument der Freude nicht der Knechtschaft!

    Ähm … man kann den ja garnicht umblättern, so wie Du den zusammengeömmelt hast …

    Kann man wohl. Man muss ihn nur von der Wand nehmen, die Schlompen rausmachen, den vergangenen Monat nach hinten packen und alles wieder zudingsen. Klar, ich hätte sie auch ringeln lassen können, aber erstens hoffe ich, durch diese monatliche Beschäftigung mit dem Kalender auf eine stärkere emotionale Bindung des Kunden an das Produkt / Werbearschloch-Modus AUS / Und es hätte 1,80 pro Stück gekostet …

    (Volker Strübing)

  • Nochmal: Kalender

    Also, der Kalender ist auf tollem Papier gedruckt, von Hand sortiert und gelocht und gepöppelt (weiß nicht, wie das richtig heißt, wenn man so Pöppel da reindongelt und hinten verömmelt) und er hat das praktische Format A5, da bleibt noch Platz an der Wand für Fototapeten oder andere Kalender, zum Beispiel mit Nackigen (s.u.)
    Ich hab mir nicht die Mühe gemacht, da alle Tage reinzuschreiben, das ist auch unnötig, das aktuelle Datum wird ja in den Medien bekanntgegeben. Überhaupt ist das ja alles Quatsch mit der Kalenderaufteilung, das muss man nicht so genau nehmen. Früher war der Kalender ja noch an die Mondphasen gekoppelt und diese wiederum an den Menstruationszyklus. Jetzt herrscht pure Willkür.
    Die wichtigsten Feiertage wie der Internationale Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen oder der Pi-Approximation-Day sind eingetragen, der Rest findet sich.

    Der Kalender kostet 5,50 bei den Veranstaltungen. Ja, das ist viel, vor allem, wenn man bedenkt, dass es an der Kaiser’s-Kasse einen Drehständer mit Kalendern für lumpige 4,99 gibt – sogar mit Nackigen! Frauen oder Männer! Kleine Abschweifung: Wer kauft denn Kalender mit nackten Frauen bei Kaiser’s? Ich stelle mir einen Mann Ende 40 vor, den seine Ehefrau Kartoffeln holen schickt und er kommt heim mit Kartoffeln und nackigen Frauen zum Aufhängen … „Ich dachte, der passt gut über’s Bett, Schatz!“ – „Du Ferkel! Und überhaupt: Ich bin Dir wohl nicht mehr gut genug.“ – „Nein, nein, für mich gibt’s nur Dich, guck mal: Ich hab schließlich 5 Treueherzen für den Kalender gekriegt!“
    Wenn ich mich übrigens an der Kasse nackig ausgezogen hätte, dann wären ganz schnell die komischen Wachschutzmänner in ihren Village-People-Fantasieuniformen gekommen, aber ganz schnell! Hier zeigt sich die ganze Bigotterie des Westens (was hoffentlich keine Formulierung ist, mit der ich ins Visier der Terrorfahnder gerate)!

    So. Jedenfalls: 5.50 für 13 Seiten und Klarsichtdeckblatt und 2 Pöppel und auf Wunsch einen Gruß mit Edding an irgendjemanden. Beim Verschicken kommen nochmal 1,50 Versandkosten pro Sendung dazu. Wer einen haben will muss mir aber ’ne Email schreiben, weil ich das nicht aus den Kommentaren rausfriemeln will/kann/soll/darf. Hier ist die Adresse: Volker(ÄT)volkerstruebing.de

    (Volker Strübing / geschrieben im Zug, abgeschickt aus Innsbruck)

    Nachtrag: Hab gerade kurz die Vorbestellungen in den Kommentaren gesehen … das freut mich sehr. Mache nächste Woche gerne ein Kalenderbastel- und Päckchenpacktag. 🙂

  • Kloß-und-Spinne-Kalender

    Ha, geschafft. Der Kalender ist fertig. Ich werde ihn in den nächsten Wochen bei allen Lesungen beihaben und hoffen, dass viele Leute noch ganz dringend eine Kleinigkeit für Weihnachten suchen! Wer will, kann ihn auch von mir geschickt bekommen. Außerdem werde ich die einzelnen Blätter im Dezember Tag für Tag hier veröffentlichen. Oder vielleicht biete ich sie auch bloß als Zip zum Download an, damit die Spannung erhalten bleibt. Weiß ich noch nicht. Hab sowieso bis Sonntag Zeit zum Nachdenken, weil die Chaussee der Enthusiasten morgen früh heute Nacht um 6 nach Innsbruck fährt und wir erst Sonnabend spätabends wiederkommen.

    Und das ist das Titelbild:

    00-deckblatt-klein.gif

    Vor dem Titelblatt ist noch eine Klarsichtfolie, auf die man was draufschreiben kann.

    (Volker Strübing)

    UPDATE, 17.12.07: Musste Kommentare und Pingbacks für diesen beitrag verbieten, da er extrem von Spam betroffen war. Keine Ahnung, warum.

  • Schnipsel vom 14.8.2007

    Also diese Alten von heute!

    Ich gehe in den Zeitungsladen, um mir eine Zeitung für die Zugfahrt nach Berlin zu kaufen. Meine Gitarre stelle ich an der Kasse ab, um die Hände frei zu haben. Dann hole ich mir eine Süddeutsche und bin zeitgleich mit einem älteren Herren zurück an der Kasse. Ich lasse ihm den Vortritt; er aber schüttelt den Kopf und will mich vorlassen. So geht es kurz hin und her, dann sage ich „Danke“ und bezahle. Als ich dies tue, sagt er mit giftiger Stimme: „Sie hatten ja schon ihr Gepäck da deponiert, gleich als sie reingekommen sind, ne?!“ Und zu einem zweiten alten Mann: „Den Trick merken wir uns, was? Erstmal Platz an der Kasse reservieren, dann Zeitung aussuchen.“ Der andere nickt und schnaubt bestätigend.

    Schade, dass mir in diesem Moment mal wieder nichts schlagfertiges eingefallen ist. Zum Beispiel hätte ich sagen können: „Ich hoffe, du stirbst bald, du armer, verbitterter Mann. Das wäre das beste für dich. Für alle anderen natürlich auch.“

    Hilferuf

    Kann jemand ein gutes, schnell und stark wirkendes, einfach zu beziehendes Beruhigungsmittel empfehlen? Ich muss morgen in die Arcaden zur Telekom, die gerade eine Rechnung für einen gekündigten Telefonanschluss geschickt hat. Oh Mann, wenn ich dort morgen lange warten muss und dann auch noch den schmalzhaarigen, blasierten Möchtegernirgendwas (weeß icke, was der gern möchte – vom Kunden arrogant behandeln jetze mal abgesehen) als Kunden“betreuer“ bekomme, und der mir seelenruhig erzählt, dass … oh nee, nicht dran denken, nicht jetzt schon wahnsinnig werden … vielleicht wird ja alles gut.

    Von Brasilien lernen!

    Zu Beginn des Jahres schockte der Bürgermeister von São Paulo, Gilberto Kassab, die PR-Branche seiner Stadt, indem er jede Werbung im Stadtbild verbieten ließ. Seither ist São Paulo die weltweit erste Metropole ohne Banner, Poster und Plakate.

    http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/301/128092/

  • Woanders hungern die Kinder und Volker Strübing rettet die Wale

    (Dies ist eine ältere Geschichte, die ich schon längst mal hier reinstellen wollte.)
    „Woanders hungern die Kinder und du willst nicht aufessen.“ Wer hat diesen Satz als Kind nicht hören müssen? Von Kindergärtnerinnen, Hortnerinnen, Ferienlager-Aufsehern oder einer ungeliebten Tante.
    Ein blöder Satz. Inhaltlich natürlich völlig korrekt. „Ich habe eine Nase und 1 plus 1 ist gleich zwei.“ Wer würde das bestreiten? Das Schlimme ist der konstruierte Scheinzusammenhang, der mitschwingende Vorwurf, der Versuch, den Kindern die Ungerechtigkeit einer Welt anzulasten, für die doch die Erwachsenen verantwortlich sind. Komisch eigentlich, dass mir meine Unterstufenlehrerin nie an den Kopf geworfen hat: „Du schwatzt im Unterricht und die Amerikaner bauen Atombomben“ oder: „Du hast deinen Turnbeutel vergessen und mein Mann geht fremd“. Vielleicht hatte ich einfach Glück und ihr Mann ist nicht fremdgegangen – obwohl es ihm zu wünschen gewesen wäre. (mehr …)

  • Lasst Bücher rollen damit Bauern küssen können

    Hihi, das ist lustig. Vor allem junge, gutausgebildete Frauen wandern aus den ländlichen Gegenden im Osten Deutschlands ab und verstärken dort den wirtschaftlichen Erosionsprozess. Nein, das ist an sich natürlich alles andere als lustig. Für ein Schmunzeln sorgen eher die Pläne der Bundesregierung.

    Wir wollen erproben, wie wir eine gute Versorgung in dünn besiedelten Gebieten aufrecht erhalten können

    (Wolfgang Tiefensee, zitiert nach heute.de )

    Eine gute Versorgung mit jungen Frauen??? Ach nein, offenbar für die jungen Frauen:

    Gefördert werden sollen daher unter anderem eine mobile ärztliche Versorgung, Mehrgenerationenhäuser, rollende Bibliotheken und Ruf-Busse.

    (heute.de)

     

    Was immer Ruf-Busse sind (sowas ähnliches wie Schrei-Züge???) – so kriegt man die Landflucht in den Griff! Für nur 4 Millionen Euro verteilt auf 2 Jahre. Welchen Grund sollte eine junge, gut ausgebildete Frau haben, ihr Dorf oder ihre Kleinstadt zu verlassen, wenn einmal pro Woche der Landarzt vorbeikommt, mit einem Stethoskop um den Hals und ein paar Ausleihbüchern im Kofferraum?

    (Volker Strübing)

  • Pauschal ins Paradies …

    … heißt eine neue Anthologie, die beim Verlag Voland & Quist herauskommt. Im Buch und auf der beiliegenden CD finden sich allerlei Urlaubsgeschichten von allerlei Leuten, darunter auch von mir.

    Ich kann noch nicht guten Gewissens Werbung dafür machen, weil ich das Buch noch nicht kenne, aber ganz bestimmt werde ich in ein paar Tagen guten Gewissens Werbung machen können … einstweilen weise ich auf das Gewinnspiel im Voland & Quist Verlagsblog hin, bei dem man eine Pauschalreise ins Paradies ein Exemplar von „Pauschal ins Paradies“ gewinnen kann.

  • 2.Mai – Kampftag der Arbeitslosen?!

    Natürlich habe ich mir die von den Surfpoeten (aka „Liga für Kampf und Freizeit“) initiierte Demo zum 2.Mai, dem internationalen Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen angeschaut. Dabei habe ich mir gleich das von ihnen geforderte Recht auf Faulheit herausgenommen und bei einem Kaffee vor den Schönhauser Allee Arcaden darauf gewartet, dass die Demo bei mir vorbeikommt …

    Tja, was soll ich sagen. Ahne hat eine sehr schöne Rede gehalten, die etwa 50 Demonstranten hatten gute Laune und die Welt wurde wieder einmal nicht verändert. Klar,das war abzusehen, und das ist auch noch lange kein Grund, es nicht zu versuchen, aber, naja, mal ehrlich, mehr als ein Spaß ist das Ganze eben doch nicht. Und das obwohl einige es durchaus ernst meinen und nicht nur schöne Parolen („Mein Freund ist Roboter!“), sondern auch Konzepte haben. Dennoch bleibt es – zumindest in der Außenwahrnehmung – wohl immer ein Spaßveranstaltung von Künstlern, Lebenskünstlern und Studenten für ihresgleichen. Das heißt ja nicht, dass es deshalb schlecht wäre.

    Während der Zwischenkundgebung mit Reden und dem Gebet gegen die Arbeit vor den Allee Arcaden habe ich eine Gruppe von drei jungen – ich nehme an türkischen – Mädchen beobachtet, die die stehengeblieben waren, und sich das Spektakel – na gut, bleiben wir ehrlich: Das Spektäkelchen 😉 – angeguckt haben. Sie knatschten lautstark und mit einseitig hochgezogenen Oberlippen Kaugummi (Hm, kann man sich das bildlich vorstellen? Denkt einfach an die Billy-Idol-Flappe), die Arme verschränkt oder in die Hüften gestützt, die nackten Kinderbäuche nach vorn geschoben. Als sich die Demo wieder in Bewegung setzte, riefen sie „Faules Pack!“ und „Die sollen sich mal bloß verpissen!“ und verpissten sich ihrerseits in Richtung H&M. Ich selbst hatte mich abseits gehalten. Ehrlich gesagt, wäre ich mir komisch vorgekommen, da mit rumzustehen und das Gebet gegen die Arbeit entweder mitzuskandieren.
    Neben mir standen zwei Männer Mitte zwanzig, entweder Studenten oder „Ich mach da grad so ein Projekt“-Menschen, die den Sinn der Demo genauso missverstanden hatten wie die migrationshintergründlichen Proll-Mädchen: „Böh, ich kanns nicht mehr hören, dieses ‚Arbeit ist Scheiße’“. Diese Interpretation der Forderungen hört man recht häufig und man muss natürlich sagen, dass die Surfpoeten diesem Missverständnis schon allein durch das Gebet großen Vorschub leisten. Ich tue mich deshalb auch schwer damit, mich in ihre 2.Mai-Demo einzureihen (bzw. lasse es einfach bleiben), obwohl ich eigentlich ganz ihrer Meinung bin.

    So. Jetzt wäre der richtige Moment, um zu erklären, um welche Meinung es sich handelt, aber ich bin gerade zu faul. Vielleicht treibt dieser Bericht ja meinen geliebten Mitblogger zu einer Gegendarstellung und weiteren Ausführungen.

    (Volker Strübing)

    PS: Bin ich jetzt wenigstens der erste, der darüber berichtet?