Kategorie: Werbung

  • Fest der Liebe gerettet / Arbeitstag erfolgreich begonnen

    Machen wir uns nichts vor, Weihnachten steht vor der Tür. Seit 1 Monat liegen die Marzipankartoffeln in den Kaufhallenregalen. Und Du, liebe Schnipselfriedhofleserin, lieber Leser, hast noch keine Geschenke für die Lieben? Frohlocke! Es ist erschienen. Es heißt Imbiss wie damals und ist mein neues Buch. Und obwohl Eigenlob stinkt, muss ich sagen, es ist eines der besten Bücher, die ich je geschrieben habe. 160 Seiten. Mit CD. Für lumpige 13,90€. Erschienen bei Voland & Quist. Auf der CD kann man mir 70 Minute lang zuhören, wie ich Texte vorlese. Toll, was? Es ist übrigens eine Studio-CD. Live gibt es mich ja (fast) jeden Dienstag, also auch heute, bei LSD – Liebe Statt Drogen. Ich bringe heute Abend gleich ein oder zwei Exemplare des neuen Buches mit ins Lokal, um sie dort feilzubieten. Und ein oder zwei neue Texte bringe ich hoffentlich auch. Deshalb beginnt jetzt ein neuer Arbeitstag.

    (Andreas Krenzke)

  • LSD im Lokal

    „LSD – Liebe Statt Drogen“ die vielleicht beste Lesebühne Berlins zieht um. Ab heute jeden Dienstag um 21.30 Uhr im Lokal (Rosenthaler Ecke Linienstraße). Getränkeliebhaber dürfen sich in dieser von liebenswerten Punkrockern geführten Veranstaltungsbar an den moderaten Preisen begeistern. Anlässlich der morgigen Lokalpremiere erfreut die weltberühmte Band „Erste Stufe Haifisch“ Ohr und Fuß mit Math-Rock.

    (Andreas Krenzke)

  • Dazu hab ick Senf

    „Be Berlin.“ Volker und Ivo haben dazu ja schon geblogt.

    Ich gehöre nicht zu jenen Sprachchauvinisten, die bei jedem Anglizismus Zeter und Mordio schreien, aber hier habe ich den Eindruck, dass der Slogan deshalb englisch sein musste, weil das die einzige Fremdsprache ist, die seine Erfinder kennen. Jedenfalls erscheint mit die Wahl des Englischen völlig willkürlich und nicht mal durch so etwas wie Wohlklang gerechtfertigt: bi börlin.

    Andererseits ist mir aufgefallen, dass dieses Prinzip, einen Städtenamen anzustottern, durchaus Charme haben kann. Zum Beispiel als frankophil-elegantes „le Leipzig“ oder bürgerlich-seriöses „Dr. Dresden.“ Auch das comedyhafte „Du Duisburg“ ginge noch irgendwie. Aber „Be Berlin“, also wirklich!

    (Andreas Krenzke)

  • He’s lost control

    „Hey ho! Hier findest du alles, was du für ein lässiges Outfit brauchst!“, labert einen ein Typ auf der flashverseuchten Website von Converse an. Unter anderem gibt es für das lässige Outfit jetzt einen Joy-Division-Gedenkschuh, weil Joy Division so lässig ist. Und in der ganzen Stadt guckt einen Ian Curtis von Werbe-Plakaten an. Ist ja tot, der Gute, kann sich nicht mehr dagegen wehren. Wahrscheinlich sollte man schon froh sein, dass er nur für Turnschuhe Werbung machen muss und nicht für das Phantasialand. Widerlich. Wer kann noch guten Gewissens sterben, wenn er befürchten muss, als Werbeträger für irgendeinen Scheiß missbraucht zu werden?

    (Volker Strübing)

  • Schnipsel vom 14.8.2007

    Also diese Alten von heute!

    Ich gehe in den Zeitungsladen, um mir eine Zeitung für die Zugfahrt nach Berlin zu kaufen. Meine Gitarre stelle ich an der Kasse ab, um die Hände frei zu haben. Dann hole ich mir eine Süddeutsche und bin zeitgleich mit einem älteren Herren zurück an der Kasse. Ich lasse ihm den Vortritt; er aber schüttelt den Kopf und will mich vorlassen. So geht es kurz hin und her, dann sage ich „Danke“ und bezahle. Als ich dies tue, sagt er mit giftiger Stimme: „Sie hatten ja schon ihr Gepäck da deponiert, gleich als sie reingekommen sind, ne?!“ Und zu einem zweiten alten Mann: „Den Trick merken wir uns, was? Erstmal Platz an der Kasse reservieren, dann Zeitung aussuchen.“ Der andere nickt und schnaubt bestätigend.

    Schade, dass mir in diesem Moment mal wieder nichts schlagfertiges eingefallen ist. Zum Beispiel hätte ich sagen können: „Ich hoffe, du stirbst bald, du armer, verbitterter Mann. Das wäre das beste für dich. Für alle anderen natürlich auch.“

    Hilferuf

    Kann jemand ein gutes, schnell und stark wirkendes, einfach zu beziehendes Beruhigungsmittel empfehlen? Ich muss morgen in die Arcaden zur Telekom, die gerade eine Rechnung für einen gekündigten Telefonanschluss geschickt hat. Oh Mann, wenn ich dort morgen lange warten muss und dann auch noch den schmalzhaarigen, blasierten Möchtegernirgendwas (weeß icke, was der gern möchte – vom Kunden arrogant behandeln jetze mal abgesehen) als Kunden“betreuer“ bekomme, und der mir seelenruhig erzählt, dass … oh nee, nicht dran denken, nicht jetzt schon wahnsinnig werden … vielleicht wird ja alles gut.

    Von Brasilien lernen!

    Zu Beginn des Jahres schockte der Bürgermeister von São Paulo, Gilberto Kassab, die PR-Branche seiner Stadt, indem er jede Werbung im Stadtbild verbieten ließ. Seither ist São Paulo die weltweit erste Metropole ohne Banner, Poster und Plakate.

    http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/301/128092/

  • (krea)tief gesunken

    Tut mir leid wegen des Titels, aber man darf die Wortspielereien nicht den Dingens von der BZ überlassen. (Mir fiel außer „Dingens“ grad nichts ein. Verbrecher darf ich sie nicht und Journalisten will ich sie nicht nennen.)

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    Zwei Zeitungen weiter lag die Zeit im Regal, deren aktuelles Titelthema die wachsende Homophobie ist.
    Okay, man kann darüber streiten, ob solche Rollenspiele in den Unterricht gehören, und ja, die BZ hat das Thema gar nicht aufgebracht, sondern die FDP (die „Liberalen“, haha!), und ja, männliche Homosexuelle nennen sich selber schwul – aber niemand kann mir erzählen, dass die BZ-Redaktion nicht wüsste, dass „schwul“ für einen Großteil ihrer Leser weiterhin ein Schimpfwort ist, und wie diese Schlagzeile auf diese Klientel wirkt. Dass damit kein Beitrag für gegenseitiges Verständnis geleistet, sondern der Graben vertieft wird. Dass man sich heute abend an diversen Stammtischen darüber ereifern wird, was diese Scheißlehrer unseren Kindern beibringen, nämlich immer nur: „Deutschland ist schlecht und Juden und Schwule sind gut, wat vernümpftjes lern‘ die doh nich mehr, so siehts doch aus Alter, ich sag ja nüscht, aber früher hätt’s das nicht gegeben, mehr sag ich ja gar nicht, Alter, und demnächst führen sie noch die Schwulpflicht ein, haha!“

    Wenn man ihn fragt, wird der verantwortliche Redakteur wahrscheinlich von der kreativen, witzigen Wortspielerei schwärmen.

    Ich habe mir für die Zugfahrt die SZ gekauft, die ich recht angenehm finde. Leider ist mir trotzdem beim Durchblättern alles hochgekommen, als ich auf eine Werbeanzeige von Sixt stieß:

    „Damit Sie noch günstiger Autos mieten können, haben wir unsere Werbeleute im Preis gedrückt.“ Dazu posieren Holger Jung und Jean-Remy van Matt – Deutschlands bekannteste und mit erfolgreichste Werbedingens (465Millionen Jahresumsatz laut Wikipedia) – als Penner. Da passt „(krea)tief gesunken“ wie die Faust auf’s Auge.

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    Wie lustig, wie originell, wie herrlich selbstironisch (wegen dem „Geiz ist doch nicht geil“-Schild, haha!), wie frech, wie widerwärtig zynisch und absolut zum Kotzen!

    Viele Grüße aus Bamberg

    (Volker Strübing)

  • Bombengeschäft

    Gerade habe ich in die dümmliche Trash-SciFi-Serie Primeval auf Pro 7 reingeschaut. In einem britischen Wald hat sich ein Zeitfenster aufgetan, durch das nun allerlei schlecht animierte Viecher aus der Vergangenheit in unsere Zeit spazieren, die Kinderzimmer von zufälligerweise Sauriermodelle sammelnden Kindern verwüsten und – ein bisschen Spaß muss sein – unsympathischen Nebenfiguren auf die Schulter kacken.
    In der Werbepause tat sich dann überraschend ein Fenster in die Zukunft auf. In die Zukunft von Fernsehen und Terrorismus um genau zu sein. Pro 7 bewarb die Ausstrahlung des Blockbusters „Der Anschlag“ am Sonntag. Am Ende folgte der Hinweis: „Der Anschlag wird ihnen präsentiert von Radeberger“.

    (Volker Strübing)

  • Schnipsel

    Keine Zeit für längere Einträge. Mache gerade parallel „Kloß und Spinne“ Teil 3 und ein Making-of 🙂 Dazu kommen noch so Sachen wie Abwaschen, Aufräumen, Brote essen, Rumgammeln und andere überlebenswichtige Tätigkeiten.

    Schnipsel 1:

    Es heißt, wer im Glashaus sitzt, solle nicht mit Steinen werfen. Dabei macht das doch im Glashaus viel mehr Spaß als in der Gummizelle. Und sinnvoller ist es auch.

    Schnipsel 2:

    Udo: Mensch, Volker, Du hast ja graue Haare.

    Volker: Hast Du ein Glück, dass ich erst dem übernächsten, der mir damit auf die Nerven geht, eine reinhauen wollte …

    Schnipsel 3:

    Urinaktivierte Leuchtwerbung an Pissbecken ist eklig.

    Auf Wiedersehen.

    (Volker Strübing)

  • Das wird ja immer schöner hier!

    Pappelallee
    Das muss doch nicht sein, dachten ein paar findige Köpfchen, das jetzt im Lenz die Leute mit frischem Grün, Knospen oder gar Blüten belästigt werden, und haben gerade noch rechtzeitig geilendes Buschwerk mit Werbetafeln verdeckt. Danke!
    (Andreas Krenzke)

  • Morgen! Endlich! Valentinstag!

    Dass heißt: Übermorgen ist die Valentinstagwerbescheiße überstanden!
    Vielleicht bin ich zu konservativ, aber ich mag importierte, von der Werbung aufgedrückte Feiertage nicht. Was kommt nach Halloween und Valentinstag? Der 4.Juli? Das chinesische Neujahrsfest? Kim Il Sungs Geburtstag?

    Überhaupt: Valentinstag! Sollte den Liebenden nicht ihre Liebe ein tägliches Fest sein? Wenn sie sich, um sich dieser Liebe zu versichern, am Jahrestag der Enthauptung irgendeines Bischofs Schokoherzen, Diddlmäuse und Kitschkarten schenken müssen, können sie sich eigentlich auch gleich trennen. Sinnvoll hingegen wäre ein Tag, an dem die Glücklichen in Demut der Einsamen, Verlassenen, Ungeliebten gedenken, sie besuchen, ihnen ein bisschen Trost spenden und einen leckeren Loser-Tee kochen … stattdessen werden die unfreiwilligen Singles durch großangelegte Promotionaktionen über Wochen noch zusätzlich gequält.

    Mein Lied zum Valentinstag: … wenn Du glücklich bist