Herrjeh, was denn noch alles?!
(VS)
PS: Bin heute beim Rosis’s Slam und morgen beim Kantinenlesen.
Während Deutschland noch einen Ersatz für den weinerlichen Ex-Bundespräsidenten sucht (obwohl doch längst klar ist, dass es nur „unsere“ Lena sein kann), sucht RTL „Deutschlands klügste Nageldesignerin“. Verrückte, wo Du hinguckst.
(VS)
Slam ist ungesund. Aber schön. Nach einer tollen Tour nach Ulm und München verbrauche ich gerade einen Kubikmeter zu Taschentüchern veredelten Regenwald pro Stunde. Und freue mich, dass ich die neuen Abenteuer von Monstamovies (7 Wochen zelten an der verregneten Donau) gemütlich und unverbindlich am Bildschirm verfolgen kann. Zwischen zwei Packungen Taschentüchern, bleibt Zeit, das eine oder andere Dia abzufotografieren. Das ist der Vorteil, wenn man einmal beschlossen hat „Ich bin heute krank“: Man muss nichts sinnvolles machen. Von mir aus kann es noch ein paar Tage so weiter gehen – ich hab noch ein paar Kisten Dias von Muttern mit Bildern aus den 40er bis 70er Jahren. Aber da ist hängt ja noch das Damoklesschwert der „Kloß und Spinne“ DVD über mir (mein persönliches „Duke Nuke’em Forever“)
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Ach, die Donau! Ich war schon an der Elbe und am Mississippi, das reicht an Flüssen für ein ganzes Leben.
(VS)
Nicht einmal elementarste Aussagen kriegen sie ohne Grammatikfehler hin.![]()

Dessau, ehemaliges Bauhaus-Café
(VS)
Na super: Sonnenschein. Dabei war Mistwetter angekündigt. Seit Kachelmann im Knast ist, kriegen die das mit dem Wetterbericht nicht mehr auf die Reihe.
Über das schöne Wetter hinweg tröstet ja vielleicht dieses Schild, das Micha im Backstagebereich der Centralstation in Darmstadt entdeckt hat:
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„Sackkarre hat nen Platten“ – ist das nicht zauberhaft? Ein Satz in dem Komik und Tragödie eins werden – wie in jedem großen Kunstwerk; auch in jenem, das wir „das Leben“ nennen. Und zum Kompott sind wir hier vielleicht sogar Zeugen der Geburt eines neuen Buchstabens, des „CK“ .
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Falsche Richtung.
(VS)
Nur ganz kurz – ich muss heute noch die neue Kloß-und-Spinne-Folge so weit fertig kriegen, dass ich sie morgen Abend im Horns Erben und Freitag auf der Magazin Lesenacht (beide in Leipzig) vorführen kann.
Premiere
War super. Vielen Dank, an alle, die da waren oder gern da gewesen wären!
Nichtrauchen
Ich wusste nicht mehr, wieviel Zeit das kostet, sonst hätte ich gar nicht nochmal mit Aufhören angefangen. Mit Rauchen ist man insgesamt vielleicht 2 Stunden am Tag beschäftigt, aber Nichtrauchen dauert 24! Das entspricht einer 168-Stunden-Woche! Und alles andere muss man irgendwie nebenbei erledigen.
2 Cent
War ich gestern in der Apotheke. Wollte ich Kopfschmerztabletten kaufen. Musste ich lange anstehen, weil offenbar gerade sämtliche Zahnarztgattinnen des Prenzlauer Bergs beschlossen hatten, sich koffeinhaltige Cellulite Cremes und hautstraffende Birkenwasser Trinkkuren und so Zeugs zu kaufen. Habe ich mir die Werbung in den Fernsehern angeguckt. Kam da Werbung für irgendeine Creme – so’n Vitamingelumpe glaub ich – und eine Laufschrift verkündete, dass von jeder verkauften Tube 2 Cent an ein Entwicklungshilfeprojekt in Afrika gehen. Die nette Apothekerin hat dann nachgeguckt, was eine Tube kostet: 13,98 €. Und da gilt die Pharmaindustrie immer als böse und geldgierig!
Von Kindern für Kinder
Danach habe ich mir Schokolade gekauft. Und später am Abend einen Fernsehbericht gesehen: Fünfzig Prozent des in Deutschland verwendeten Kakaos stammen aus der Elfenbeinküste. Der Kakao wird dort mithilfe von Kinderarbeit produziert. So sorgen die kleinen und großen Naschkätzchen hierzulande dafür, dass die Kinder dort nicht auf der Straße (oder gar in der Schule) sitzen müssen.
(VS)
Westerwelle kann sich freuen: Zwar hacken alle auf seinem Vergleich des Wohlfahrtsstaates mit spätrömischer Dekadenz herum, doch gleich danach ist meist von einer wichtigen Diskussion die Rede, die er angestoßen habe. Nun ist es zweifellos richtig, dass man über Hartz-IV etc. diskutieren muss, und es ist vollkommen idiotisch, wenn eine alleinerziehende Verkäuferin in vielen Fällen weniger oder nur wenig mehr Geld hat, als jemand der sein Geld vom Amt bekommt. Aber – vielleicht bin ich blöd und verstehe es nur nicht – der Skandal sind doch nicht die Säcke voll Geld, die die Arbeitslosen jeden Monat nach Hause tragen, sondern dass die Verkäuferin so wenig verdient, oder? Wenn man den Abstand zwischen Sozialleistungen und Löhnen erhöhen will, sollte es dann nicht zumindest das ganz allgemeine Ziel sein, dass jemand, der sich den ganzen Tag abrackert von seinem Lohn auch leben kann? Das Ziel scheint mittlerweile beinahe utopisch, aber vielleicht auch nur, weil es schon so lange aufgegeben wurde. Ganz davon abgesehen: Natürlich kann man den Arbeitsanreiz dadurch erhöhen, dass man die Leistungen auf Wasser und Brot runterkürzt, aber zu was soll das führen außer zu immer größer werdender Armut? Die Kassen in den Kaufhallen sind besetzt, Friseure gibt es auch genug, wo sollen die Millionen Arbeitssuchenden etwas dazuverdienen? Ich sehe nur eine Möglichkeit: Weiter runter mit den Löhnen, bis es sich Kaiser’s und ALDI leisten können jede Kasse den ganzen Tag offen zu halten (was für den Kunden sicher sehr angenehm wäre), aber damit würde sich natürlich wieder das Gefälle zwischen Hartz-IV und Gehalt verringern, weshalb man die Regelsätze erneut überprüfen müsste … aber klar, in den USA funktioniert es ja auch und eigentlich hat ja auch der Manchester-Kapitalismus ganz gut funktioniert und warum sollte man überhaupt an den alten Ideen festhalten, dass allen ein menschenwürdiges Leben und eine Teilhabe an der Gesellschaft möglich sein soll, das ist doch sowas von 20. Jahrhundert!
(VS)
PS: War schön, mal wieder was von Mixa zu hören, er hat sich doch arg rar gemacht. Und dann auch noch zur Karnevalszeit, dieser Jeck!
So, jetzt ist aber mal wieder gut mit diesem scheiß Ostwetter! Reicht. Das nervigste sind gar nicht der Matsch und der Harsch und das Eis und der Schneeregen, sondern diese allenthalben auf den Straßen unterwegsen Leute, die „Öhhh … von wegen Klima-Erwärmung!“ sagen und sich dabei für schlau oder originell oder witzig halten. Heiliger Bimbam!
(Zu meiner unermesslichen Schande muss ich gestehen, dass ich mich vor 4 oder 5 Wochen selber dazu habe hinreißen lassen.)
(VS)
Die angedrohten Notizbuchkitschfotos bleiben erst einmal aus. Habe mir die rechte Hand bei einer halsbrecherischen Aktion vermurkst: Ich habe mein Telefon aus der Aufladestation genommen. Ja, ich lebe gefährlich. Dasselbe hatte ich schon mal auf dem Mississippi, da habe ich nach einer halben Stunde Rudern das Ruder weggelegt und 1 Sekunde später fühlte es sich an, als hätte ich mir die Hand gebrochen, alles wurde dick, ich sagte Sachen wie: „Autsch!“, „Scheiße!“oder „Hssssss!“ und verbrachte 8 lehrreiche Stunden in einem öffentlichen Krankenhaus in New Orleans. Ich hätte nie mit Rudern aufhören, nie das Telefon aus der Aufladestation nehmen dürfen.



(Im Krankenhaus in New Orleans, Zeichnungen von Matthias Seifert)
Schreiben ist im Moment nicht möglich, weder mit Füllfederhalter noch mit Tastatur, deshalb experimentiere ich jetzt mit einem Headset und einer Spracherkennungssoftware. Das ist erstmal ganz lustig, wird aber schnell frustrierend. Einfache Sätze zu diktieren, ist kein Problem, das Programm versteht erstaunlich viel. Aber schon bei Wörtern wie „vermurkst“ stößt es an seine Grenzen und schreibt: „vom Obst“. Und man flucht und ruft „Kacke!“ und sofort steht das Wort Kacke auf dem Bildschirm, bloß dass da nicht Kacke steht, sondern Tacke oder Hacker, weil das Programm das Wort Kacke nicht kennt und man es ihm erst beibringen muss, damit man, wenn man das nächste Mal verärgert „Kacke!“ ruft, wenigstens auch Kacke im Text stehen hat. Vor allem Korrekturen sind sehr umständlich und brauchen urst viel Zeit („urst“ habe ich nur geschrieben um den Programm das Wort gleich mal beizubringen). Die Software hat auch einige Bugs und Macken, die den Spaß ein bisschen vergraben. Ich meine natürlich „verderben“, aber wahrscheinlich habe ich ein bisschen Genussschild. Zu erklären, warum da statt verderben vergraben steht, geht schneller, als den Fehler zu verbessern, vorausgesetzt natürlich, das Programm versteht nicht Genussschild wenn ich genuschelt sage.
Kreatives Schreiben ist auf diese Weise nicht möglich, aber wenn das Programm und ich erstmal ein bisschen trainiert sind, könnte es doch zu einer handgelenkschonenden Alternative zum Abtippen meiner handgeschriebenen Texte werden.
Für diesen Blogeintrag hab ich ne gute Stunde gebraucht. Aber ich übe ja noch, computerverständlich zu reden. Menschen sind aber auch sowas von inkompatibel …
(VS)
PS: Wen’s interessiert: Verwende „Dragon Naturally Speaking“ 10 Standard.
Ich schreibe gerade meine Erinnerungen an die Reise nach Amerika auf und habe beschlossen, ab und zu ein paar Stückchen davon auf dem Mississippi-Blog zu veröffentlichen. Hier ist der erste: Schnipsel: Vicksburg, Mississippi, 25.6.2009 .

Making of „Schnipsel: Vicksburg, Mississippi, 25.6.2009“
Kann ja sein, dass die vielen Bilder in letzter Zeit, insbesondere die diversen kitschigen Notizbuch-Stillleben, langsam nerven, aber das muss sein. Aus Gründen, die ich vielleicht ein andermal erkläre.
(VS)