Kategorie: Zumutungen

  • Schade …

    … ich hätte diese Idee ein bisschen früher haben sollen. Da ist jetzt nur noch Harsch und Dreck, nichts, womit man sich bewerfen wollen würde. Vor zwei Tagen hatte ich noch eine Neuschneeankündigung gelesen, aber danach sieht es jetzt auch nicht mehr aus. Wie auch immer: Das Video nehme ich trotzdem morgen auf.

    (VS)

  • Neue Überlebende. Mehr Zombies. Bessere Apokalypse.

    Oben zitierter Werbespruch für das Computerspiel Left 4 Dead 2 ist als Motto für 2010 genauso gut wie alles andere. Meine persönliche Variante wäre aber eher: Alte Wiederbelebte (Kloß und Spinne). Mehr Schreiben (aber nicht unbedingt im Blog). Weniger Lesungen (obwohl ich im letzten Jahr mit knapp 50 Auftritten eigentlich schon nahe an der idealen Zahl war).

    Ob das klappt wird sich zeigen, irgendwie muss ich ja Geld verdienen. Verwandte, Bekannte und Freunde haben mich in letzter Zeit immer wieder gefragt ob denn nach der Arktis und dem Mississippi schon das nächste Reiseziel feststeht. Nein, tut es nicht. Ich habe leider kein Abo auf gebührenfinanzierte Abenteuerreisen 😉 Mal gucken, wie es weitergeht. Dieses Jahr möchte ich ohnehin (siehe oben) hauptsächlich am Schreibtisch oder (siehe unten) in Cafés verbringen.

    Aber über all das kann ich mir ab irgendwann im März Gedanken machen. Die Arbeit an der Mississippiserie scheint kein Ende zu nehmen, obwohl dieses schon seit Wochen in Sicht ist, außerdem muss ich noch das Buch dazu schreiben, die Kloß-und-Spinne-DVD und Folge 17 fertig machen. Wenn´s weiter nichts wäre … aber irgendwie kommt ja immer alles auf einen Haufen (zumindest immer genau dann, wenn man sich durch eine Häufung von Sachen zu dieser blödsinnigen, verallgemeinernden und selbstmitleidigen Bemerkung hinreißen lässt). Ich habe mal wieder meine Steuererklärung gründlich verschlampt, weshalb sie das Finanzamt ersteinmal für mich gemacht und mir zum 23.12. zugesendet hat. Natürlich mit großem Vertrauen in meine finanzielle Zukunft. Dabei hatte ich mir für 2009 ganz fest vorgenommen, dass es das erste Jahr werden sollte, in dem ich die Steuererklärung rechtzeitig abgebe!

    Gute Neujahrsvorsätze haben noch nie hingehauen, darum habe ich dieses Jahr eine neue Taktik auspobiert: ich habe mir vorgenommen, die Steuererklärung wieder zu verschlampen und ganz viel zu rauchen. Wenn ich meine Vorsätze wie üblich nicht einhalte, lebe ich steuersorgenfrei und gesund, wenn ich sie einhalte, kann ich sehr stolz auf mich sein. Win-win-situation heißt sowas.

    Einen Tag nach dem Steuerbescheid gab es dann aber auch eine positive Weihnachtsüberraschung. Mein schönstes Weihnachtsgeschenk:

    Die Weihnachtsferien waren sowieso schön, nicht nur wegen dem Hubschrauber.

    Ich wusste gar nicht mehr, wieviel Spaß eine Schneeballschlacht macht. Wenn man die Hände in den Schnee steckt, der so kalt ist, dass es beinahe weh tut. Aber ein paar Augenblicke später scheinen sie zu glühen, ein phantastisches Gefühl. Schade war, dass ich bei meiner größten Schneeballschlacht am 31.12. keine ebenbürtigen Gegner hatte, so dass ich mir schließlich selbst das Gesicht einseifen musste.

    (VS)

  • Die Krise im Einzelhandel …

    … hat meiner Meinung nach nichts mit der Finanzkrise oder Sonntagsöffnungszeiten zu tun, sondern ist selbstverschuldet. Klar geben die Leute weniger aus, wenn es nur Mist zu kaufen gibt! Da geht man in ein Bekleidungsfachgeschäft und sagt: „Ich hätte gern was Schönes zum Anziehen“ und bekommt als Antwort: „Hamwer nich“. Nur dass sie in Wirklichkeit gar nicht „Hamwer nich“ sagen, sondern einen zu einem Ständer mit hässlichen Sachen führen und sagen: „Bitte schön“. Und wenn man dann sagt: „Nein, nein, was Schönes wollte ich, was Schönes!“, dann sagen sie: „Na, ist doch was Schönes“, obwohl jeder Mensch sehen kann, dass es hässliche Sachen mit blöden Aufdrucken sind, deren schlechte Qualität ein viel zu selten vorgebrachtes Argument gegen Kinderarbeit und Sweatshops ist.
    Oder man geht in einen Telefonladen und sagt, man hätte gern ein gutes Handy und bekommt das Nokia N86 angedreht. Klar, dass man da zum Shoppingmuffel wird!
    Heute wollte ich einen Kalender kaufen und ich glaube nicht, dass ich zuviel verlangt habe: Er sollte die nötigen Spezifikationen aufweisen, um aus ihm das perfekte Notizbuch zu basteln. Ein Taschenkalender mit Wocheneinteilung. Hochkant. Nicht zu teuer, aber er muss auch nicht 1,99 kosten.
    Gabs in den ganzen Schön-Schöner-Schönhauser-Allee-Arcaden nicht. „Nein, die mussten wir leider aus dem Programm nehmen, weil wir festgestellt haben, dass die Leute die gerne kaufen. Aber gucken Sie doch mal dort drüben, da haben wir eine reiche Auswahl beschissener, überteuerter Kalender, da finden Sie sicher was!“

    Nee, nee. Da gebe ich doch lieber 10 Euro für ein wirklich gutes (oder zumindest: wirklich interessantes) Radio aus.

    Wir haben es geschafft. Fast. Ab Mai 2010 können wir senden. Ein freies Kulturradio in Berlin. Kontinuierlich für ein Jahr. Auf UKW 88,4 MHz. Alles ist da. Nur das Geld für die Gebühren fehlt. 50.000 Euro. Wer soll das bezahlen? 300 Herbstradiomacher schaffen das nicht. Schon gar nicht bis 31. Januar 2010. Das ist der Stichtag für den Antrag bei der Medienanstalt. Jetzt sind alle gefragt: Sendemacher, Veranstalter, Hörer. 5000 Leute. Jede/r ein Zehner.

    Wie sich ein freies Kulturradio anhört? Nehmt einen beliebigen Radiosender und lasst einfach drei Dinge weg: Hits, Profis, Spam. Bei uns suchen Sendemacher noch selbst ihre Platten aus. Sie haben etwas zu sagen und behandeln Hörer nicht wie Kleinkinder. Information ja, Werbung nein. Humor ja, Comedy nein. Musik klar, Rotation weg. Ist doch total einfach.

    Jetzt muss ich nur noch dran denken, die Überweisung zu erledigen …

    (VS)

  • Schafe im Löwenfell

    Es war einmal ein Schäfer, ein böser alter, schon leicht dementer Mann, der seine Schäfchen auf einem kargen, staubigen Stück Land grasen und von einem Rudel ausgehungerter Straßenköter bewachen ließ. Schwarze Schafe wurden an den Beinen festgebunden oder verstoßen. Gleich nebenan lebten andere Schafe auf einer saftigen Wiese, ihr Schäfer war eine gemütliche Pfälzer Frohnatur, sie durften frei herumspringen und gaben ihre Wolle gern und voll Freude. Oft starrten die armen Schafe neidisch zu ihnen hinüber, das Wasser lief ihnen im Maul zusammen beim Anblick der frischen Gräser, doch schnell war ein zähnefletschender Hund zur Stelle und vertrieb sie vom Zaun. (mehr …)

  • Dem Affen Zucker, der Ratte ein Handy

    Ich habe ein neues Handy, tolle Sache das. Mein letztes Handy war ein ganz einfaches. Das konnte nur telefonieren und SMSe verschicken und wecken und taschenrechnen. Nicht mal doofe, schwammige Handyfotos konnte man damit machen. Dann habe ich zum Glück das Netzteil verbummelt und gleichzeitig stand die Vertragsverlängerung an und ich dachte so: „Yeah, jetzt hole ich mir wieder eins mit ganz viel Schnickschnack!“ und bin daher nunmehr stolzer Besitzer eines Nokia N86. Der Stolz beruht hauptsächlich auf der Tatsache,  mich so gut unter Kontrolle zu haben, dass ich es noch nicht mit voller Wucht gegen eine Wand geschmissen habe.

    Dabei ist es eigentlich ein beeindruckendes Stück Technik. Es ersetzt zumindest in einigen Punkten einen kompletten PC: Es braucht ungefähr genauso lange, um nach dem Einschalten hochzufahren, es stürzt genauso oft ab und es wird im laufenden Betrieb immer langsamer, weil irgendwelche Programme im Hintergrund laufen (als Programm gilt zum Beispiel die Wahlwiederholungsliste, die man, wenn man sie benutzt hat, nach dem Anruf nocheinmal extra öffnen muss, wenn man das „Programm“ schließen will. Alternativ geht das aber auch über zwei Untermenüs).

    Ein Highlight ist der leichtgängige Schiebeschalter an der Seite, mit dem man schwuppdiwupp die Tastatursperre aufheben kann. Er hat es mir ermöglicht, mit der Hand in der Hosentasche Videoanrufe zu tätigen und sogar schon eine ganze Telefonkonferenz abzuhalten, ohne es überhaupt zu merken. So muss Technik sein. Sie darf sich nicht in den Vordergrund drängen und den Benutzer überfordern, das muss alles ganz von alleine gehen. (Ich hoffe, B., der neulich nacht gegen 2.30 Uhr einen Videoanruf aus meiner Hosentasche bekommen hat, hat das nicht irgendwie falsch verstanden …)

    Der Fotoapparat kann natürlich auch telefonieren. Umgedreht meine ich. In das kleine Wunderwerk ist eine 8 Megapixelkamera eingebaut – das heißt ich kann die doofen, schwammigen Handyfotos endlich in Postergröße ausdrucken, ohne dass etwas von der schlechten Qualität verloren geht!

    Es ist mein erstes Nokia Handy seit vielen Jahren, aber eigentlich wollte ich längst schon wieder zu dieser Marke zurückkehren. Der Grund heißt Snake. Bis heute das einzige schöne Handyspiel, das ich kenne. Und tatsächlich: Snake ist mit drauf. Es dauert ungefähr eine Minute, bis das Programm geladen ist und entpuppt sich als 3D-Remake für ADS-Patienten auf Koks. Darüberhinaus ist es nur die Light-Version, die Vollversion kann, wer will, im Online Shop kaufen.

    Och Menno.

    Alles, was mit Computern zusammenhängt, wird wahrscheinlich nicht für Menschen entwickelt, sondern für irgendwelche Außerirdischen. Diese sind aber nicht so geduldig und friedliebend wie ich und die meisten Menschen und neigen zur Lynchjustiz. Deshalb testet man alle Rechner, Handys,  Software und pipapo ersteinmal ausgiebig an uns, so wie man Medikamente auch erst einmal an Tieren und Sicherheitsvorrichtungen an Crashtestdummies testet. Damit ist zumindest auch die Frage nach dem Sinn unseres Lebens beantwortet.

    (VS)

    PS: Aber: Es ist schick, die Tonqualität ist die beste, die ich je bei einem von mir besessenen Handy erlebt habe und ich liebe die Funktion, die es erlaubt alle 60 Sekunden das Hintergrundbild wechseln zu lassen. Bei 8GByte Speicher kann man da ein wochenlange Dia-Show zusammenstellen.

  • Nicht, dass ich ihn ihr nicht gönnen würde …

    _MG_1980

    Das Bild trägt den Titel: „Ich, beim Lesen derZeitung darüber nachdenkend, ob es, wenn Barack Obama, der bis zum Hals in zwei Kriegen steckt, den Friedensnobelpreis bekommt, weil er irgendwann mal Frieden machen und abrüsten und so will, nicht fair gewesen wäre, mir dieses Jahr als kleine Aufmunterung für die ursten Romane, die ich bestimmt irgendwann schreiben werde, schonmal den Literaturnobelpreis zuzuerkennen“

    Ein gewisses literarisches Talent macht ja immerhin schon der Bildtitel deutlich. Im Zuge des Nachdenkens kam ich übrigens zu dem Schluss, dass es zwar durchaus fair wäre, ich mir aber nicht ewig die nörgelnden Fragen, wann ich nun endlich Ergebnisse liefere, gefallen lassen müssen will. Auch ´n toller Satz, finde ich.

    (VS)

  • Frühling statt Herbst

    Für diesen Herbst hatten der Verlag Voland & Quist und ich eine DVD mit den gesammelten und aufpolierten Folgen von „Kloß und Spinne“ und einigem Bonusmaterial geplant. Leider mussten wir das verschieben. Ich konnte das Material nicht rechtzeitig zur Verfügung stellen, zumindest nicht in schön, und schön soll sie schon werden. Die DVD wird nun also im Frühjahr erscheinen, zusammen mit der Fernsehserie, dem dazugehörigen Buch, das Matthias Seifert und ich machen werden, und einer Taschenbuchausgabe von „Ein Ziegelstein für Dörte“ beim Ullstein Verlag. Gefühlte 86% aller Neuerscheinungen auf dem Kulturmarkt im Frühjahr 2010 werden also zumindest teilweise von mir stammen. Wer mein Zeug nicht mag, muss sich auf eine harte Zeit einstellen.

    Alle anderen können – damit Kloß und Spinne das Weihnachtsgeschäft nicht vollständig verloren geht – dieses Jahr ihren Liebsten ja vielleicht Gutscheine unter den Weihnachtsbaum legen?!

    (VS)

  • Meine Sorgen möcht ich haben!

    bRAUCHT EIGENTLICH IRGENDJEMAND DIE caps-lOCK-tASTEß bIN ICH DER EINZIGE; DER SCHON !===-MAL IRGENDWAS NEU TIPPEN MUSSTE; WEIL ER VERSEHENTLICH DADRAUF GEDRÜCKT HATß gIBT ES SONST NOCH IRGENDETWAS; DASS SO SINNLOS UND ÄRGERLICH ISTß hAT IRGENDEINE pARTEI DIE aBSCHAFFUNG DIESER tASTE IM wAHLPROGRAMMß

    8vs9

  • Demokratie light

    Tralala-Demokratie. Ein Wahlkampfplakat der Grünen wirbt mit „Bio Baby“, die Linke mit „Reichtum für alle“, die CDU mit Lengsfelds Dekolleté. Der Bundeswahlausschuss hat die Teilnahme der NPD APPD an der Bundestagswahl 2009 abgelehnt. Skandal! Die APPD ist immerhin die einzige Partei, die den Kampf gegen den Zwang zur Lohnarbeit Politisch vertritt. Immerhin schickt die OSZE jetzt Wahlbeobachter nach Deutschland. Beobachten ist immer gut. Ich empfehle auch allen Wahlberechtigten Deutschen, die Wahl 27.9. zu beobachten, und zwar von weitem – bloß nicht zu nah rangehen! Dafür, dass irgend welche Ausschüsse Parteien von Wahlen ausschließen, dafür bin ick ´89 nich auf die Straße gegangen. Wer ist überhaupt dieser Bundeswahlausschuss? Ich denke, da sollten Köpfe rollen. Wer jetzt denkt: So ein Quatsch, der Krenzke nörgelt immer bloß, wo bleibt die konstruktive Kritik, Wahlboykott macht auch nichts besser – dem sage ich: Du hast ja Recht, man muss anerkennen, dass sich eigentlich alle Kandidaten und Parteien sehr viel Mühe geben, also wähl sie gefälligst alle!

    (Andreas Krenzke)

    Nachtrag vom 7.9.: Heute macht mich Tube (s.a. Surfpoeten-Wahlhilfe) darauf aufmerksam: „die APPD ist zwar sehr offen und aggressiv gegen den Zwang zur Lohnarbeit, zumindest darf man das aber auch den Parteien unterstellen, die ein BGE fordern. Da gibt es immerhin die Violetten, die das BGE so ziemlich als einen Hauptpunkt im Programm haben. Und ebenfalls im Programm hat es die PSG.“

  • I survived Berlin Marzahn

    Ich suche ja immer Sachen, die ich gegebenenfalls hinten auf ein Buch drucken lassen kann. Das mal was von einem Sportreporter dabei sein würde, hätte ich nie gedacht, aber jetzt hat ein Wolf-Dieter Poschmann gesagt:

    „Wenn man in Marzahn aufgewachsen ist und das unbeschadet überlebt hat, ist man zu allem fähig.“

    Fetzt doch. Ist zwar Quark aber lustig. Vor ellem in Westdeutschland mache ich gerne ein gewisses Gewese um die Tatsache, dass ich aus Marzahn komme, weil es Spaß macht die Reaktionen der Leute zu beobachten. Man kann auch an Klischees, die einen selbst betreffen, viel Freude haben.

    Das einzige, was mich stört, ja fast anekelt, ist die Empörung von Politikern von der Linken bis hin zur CDU. Mann ey, was kümmern die sich um irgendwelche flapsigen Sprüche von Sportreportern?! Was ist das, wenn nicht widerliche Anschleimerei bei Leuten, die das vielleicht gar nicht brauchen, die vielleicht gar keine Politiker in ihrem Hintern wollen?!

    Aber vielleicht schätze ich das ja auch ganz falsch ein, weil ich das Aufwachsen in Marzahn doch nicht so unbeschadet überlebt habe …

    (VS)

    PS: Wenn man heute nach News zum Thema Marzahn googelt, findet man an oberster Position einen Artikel mit dem Titel „Politiker sind empört: Wirbel um Poschmanns Marzahn-Spruch“, dann noch einen über die Leichtathletin, die ihn zu diesem Spruch inspiriert hat und dann drei Artikel mit den Überschriften: „Jugendliche nach Einbruch in Getränkelager erwischt“, „Tram in Berlin-Marzahn beschossen“ und „Taxifahrer in Marzahn überfallen“ …