Wenn ich mir anschaue, was ich in diesem Weblog schon so geschrieben habe, bin ich manchmal ganz ergriffen von mir. Da sind soviele Beiträge, die von hohen moralischen Standards zeugen, Beiträge, die die Ungerechtigkeit der Welt oder die Bosheit bestimmter Leute geißeln, soviele Beiträge, die jeder Mensch, der ein Mensch ist und kein Arsch, gut finden muss, soviele Beiträge, die den Eindruck erwecken müssen, ich sei ein furchtbar guter Mensch.
Alles Quatsch. Ich bin bestimmt kein schlechterer Mensch als mancher andere, aber wenn jemand in mich reingucken könnte – und ich kann das leider – dann … naja, was bin ich froh, dass ihr das nicht könnt!
Hm.
Indem ich das schreibe, arbeite ich auch schon wieder am Bild von mir als gutem Menschen.
Manchmal fallen mir Episoden aus meiner Kindheit oder Jugend ein, für die ich mich unglaublich schäme. Das passiert nicht allzu häufig und ich kann mir verzeihen, das ist lange her, der Volker von vor 20 Jahren ist nicht der Volker von heute. Die alten Fehler tun mir leid, aber sie sind verjährt – teilweise habe ich sogar schon Kapital aus ihnen geschlagen und lustige Geschichten darüber geschrieben (zum Beispiel diese hier – 10 Jahre alt, der zweite Vorlesetext, den ich überhaupt je geschrieben habe).
In 20 Jahren hat mich längst die Raucherei hinweggerafft werde ich lustige Geschichten über die Scheiße, die ich jetzt baue oder denke schreiben. Versprochen.
Einen sehr schönen und gar nicht lustigen Text über Jugendsünden gab es neulich im Spitblog: Weil’s ging
(Volker Strübing)
