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  • SLAM 2006 (7)

    LSD am Dienstag war eine harte Bruchlandung nach dem Höhenflug der Tage davor. Es war ziemlich leer und zu keinem Zeitpunkt ist der Funke richtig übergesprungen. Daran konnte nicht einmal mehr unser großartiger Gast Bas Böttcher etwas ändern. Naja, sowas passiert.

    Ich möchte mich an dieser Stelle nochmal bei allen Organisatoren und den freiwilligen Helfern bedanken. Bei Ko und Rayl habe ich das schon persönlich gemacht – bei vielen anderen leider nicht. Es war phantastisch, wieviel Zeit und Energie in dieses Fest gesteckt wurde. (Guckt Euch mal Kos Haare in diesem Video an … für Nebensächlichkeiten wie Frisieren war eindeutig keine Zeit 😉 Immer war jemand da, der Fragen beantworten und Probleme klären konnte, oder der den Ärger aufgefangen hat, wenn etwas mal nicht ganz optimal lief.

    Außerdem danke ich natürlich der Glücksfee, die mich bei jedem Auftritt mit idealen Startnummern versorgt hat. In den Vorrunden, den Halbfinals und im Teamfinale war ich als zehnter oder zwölfter dran, im Finale als achter. Vielleicht hätte ich letzten Sonnabend gleich noch Lotto spielen sollen – das wäre ein sicherer Sechser geworden.

    Diese paar Tage haben viel Glück unter den Poeten und beim Publikum verbreitet und ich bin sehr froh, dass auch viele von denen, die mit tollen Texten aber einer Pechmarie statt einer Glücksfee an ihrer Seite viel zu früh ausgeschieden sind, einen Tag später wieder mit leuchtenden Gesichtern herumliefen.

    Das Zusammentreffen mit den anderen Poeten war für mich – bestimmt für die meisten – mindestens genauso wichtig wie der Wettbewerb. Darum: Liebe Slam-Gemeinde , danke, dass es Euch gibt und dass ich von Euch aufgenommen wurde.

    Apropos: Am Montag war ich in Zürich und habe mir mit Sebastian Krämer ein Zweier-Battle geliefert, das er knapp und verdient gewonnen hat. Bei dieser Gelegenheit habe ich mich endlich bei ihm dafür bedankt, dass er mich 2004 zum Slam geholt hat. Das Ganze ist mir sehr, sehr wichtig. Persönlich, was meine künstlerische Entwicklung angeht und natürlich für mein Bahncard-Bonuspunkte-Konto.

    Berichte, Mitschnitte und Fotos vom SLAM 2006 gibt es unter anderem hier:

    Claudio Poetry Blog – Das Weblog von Ko und Rayl

    Storzblog – Das Weblog des Münchner Slammers und Lesebühnenautoren Sascha Storz

    Felix Bonke – Saschas Westend ist Kiez-Kollege und Gegner im SLAM2006-Weblog-Battle.

    Und die umfangreichsten Berichte gibt es im Sparrenblog. Sehr schön zu lesen wegen ihrer Dialog- und Interviewform.

    NACHTRAG, 17.00 Uhr: Wie dumm von mir: Hab ich doch glatt, Ken Yamamotos Weblog vergessen, das persönlichste von allen und sehr lesenswert!

    NACHTRAG, 20.11., 14.00 Uhr: Und die schönsten Fotos sind von Mirco Buchwitz.
    (Volker Strübing)

  • Ironie

    (Zürich, Internetcafé)

    Es ist aber auch verdammt schwer, es mir Recht zu machen! Der Sinn eines Weblogs, na, sagen wir der Sinn der meisten Weblogs ist es, gelesen zu werden. Eigentlich sollte ich mich also sehr darüber freuen, dass in den letzten Tagen die Leserzahlen des Schnipselfriedhofs einen Satz nach oben gemacht haben, nachdem eins meiner Postings vom Handelsblatt-Blog und von Spreeblick erwähnt und verlinkt wurde (vielen Dank dafür übrigens an dieser Stelle und herzliche Grüße!), nur … so ganz glücklich bin ich damit jetzt auch nicht. Wäre mir wahrscheinlich lieber gewesen, das wäre zum Beispiel diesem Beitrag so ergangen.

    Im besagten Posting ging es um ein unangenehmes Zusammentreffen mit einer Journalistin und seit die Besucherzahlen so hoch gingen (für Schnipselfriedhofverhältnisse), nehme ich an, dass die Frau es auch irgendwann lesen wird, zumal das Handelsblatt-Blog seiner Thematik wegen (es geht um Journalismus) sicher von vielen ihrer Kolleginnen und Kollegen gelesen wird. Wenn sie selbst das liest, wird sie entweder wütend sein oder verletzt oder es ist ihr peinlich. Und da mein eigener Ärger inzwischen längst verraucht ist und ich die Sache für mich in die Schublade „Kann man mal erzählen, wenn am Kneipentisch lustige Anekdoten mit Journalisten zum Besten gegeben werden“ einsortiert habe, wäre es mir beinahe lieber, wenn sie wütend wäre.

    Vorhin – ich saß in einem Café in Schaffhausen, hatte eine dreiviertel Stunde Aufenthalt und freute mich gerade, dass ich mal wieder ohne Ausweis über die Grenze gekommen war – bekam ich einen Anruf von einer Frau vom WDR. Ich war sehr froh, ihn unter Hinweis auf mein ausländisches Netz schnell abwürgen zu können. Ich weiß es nicht (ich hab damals den Namen nicht mitbekommen), aber es kann natürlich sein, dass das sie war. Sie will mich Mittwoch noch mal anrufen. Jetzt grusele ich mich davor, dass sich heraustellt, dass sie eigentlich total nett ist, nur an dem Abend … naja, komisch drauf und wirklich von dem Wunsch erfüllt, etwas für mich zu tun (und natürlich hat sie auch vollkommen Recht: Beiträge im Radio oder Fernsehen SIND für jeden freischaffenden Künstler wichtig – und wenn ich Zeit gehabt hätte, hätte ich ihr auch sofort zugesagt).

    Jedenfalls hat dieses Zusammentreffen mit dem Umweg über mein Posting nun doch noch zu mehr „Reichweite“geführt, wenn auch nicht so, wie sie sich das gedacht hat und auf eine Art, die mich nicht unbedingt Luftsprünge vollführen lässt. Vielleicht hätte ich die Warnungen vor der Bloggerei nicht ignorieren und glauben sollen, ich könne damit umgehen …

    Na, mal sehen.

  • SLAM 2006 (6) – And the winner is …

    Marc-Uwe Kling! Herzlichen Glückwunsch – weiß Gott ein verdienter Sieg! Andere hätten ihn genauso verdient gehabt, aber die Slam-Schicksalsgöttin hat sich für ihn entschieden. Gute Entscheidung. Es hätte auch andere gute Entscheidungen gegeben, aber … na, ich denke, es ist klar, was ich meine.

    Es war ein unglaubliches Finale. So eine Veranstaltung habe ich noch nicht erlebt. So tolle Texte, so unterschiedliche Texte, so ein begeistertes oder ergriffenes Publikum, so wenig Biere Backstage (sorry ;-), so ein gutes Gefühl, den Titel genau an diesem Abend, an diesem Ort abzugeben (ehrlich!) … (NACHTRAG, Montag früh: Ein noch besseres wäre es höchstens gewesen, ihn genau an diesem Ort, an diesem Abend erfolgreich zu verteidigen!)

    Ich bin soundsovielter geworden – keine Ahnung, ist auch völlig egal. Hab mich, denke ich, nicht blamiert und das erste Mal versucht, das Publikum zum Mitmachen zu bringen. Hat auch funktioniert, leider bin ich dann rausgekommen, als ich einen Sprechgesang auf den Livebackgroundchor machen wollte. Das war aber nicht schlimm und am Ergebnis hätte es auch nichts geändert.

    Im Stechen waren Lars Ruppel, Tobi Borke, Felix Römer und Mark-Uwe. Lars und Tobi waren großartig, aber nach ihnen kam Felix und was der da gemacht hat, war … ach, ich weiß, als Autor sollte das nicht so sein, aber mir fehlt ein passendes Wort. Ergreifend? Im Saal, der eben noch getobt hatte, war es totenstill, als Felix sprach und dann, nach seinem abschließenden „Danke München“ brach die Hölle los. Fast der gesamte Saal stand auf und klatschte und jubelte ihm zu, die anderen waren noch damit beschäftigt, sich die Augen trocken zu wischen. Was für ein Text! Und ich dachte: Armer Marc-Uwe, was bin ich froh, dass ich nich im Stechen bin. Du musst jetzt nochmal da raus, dabei ist die Sache entschieden, wer weiß, ob die Leute Dir jetzt überhaupt noch zuhören wollen. Ich habe überlegt, was ich an seiner Stelle getan hätte. Vielleicht hätte ich noch ein Experiment gewagt und das erste Mal einen Text improvisiert. Dieser wäre sehr kurz geworden und hätte ungefähr so ausgesehen: „Herzlichen Glückwunsch, Felix. Es ist mir eine Ehre, den Titel an Dich übergeben zu können. Danke an alle, die diese Meisterschaften möglich gemacht haben!“ Einen Moment war ich ganz gerührt von dieser Idee, und davon, was für ein nobler Mensch ich bin … (Dabei hätte ich mich bloß nicht getraut, nach Felix noch etwas vorzulesen.)

    Jedenfalls: Marc-Uwe also da rauf auf die Bühne (zwecks Hinrichtung, wie ich vertrauensloser Wicht dachte) und den Meistertitel für sich klargemacht. Irre.

  • SLAM 2006 (5)

    (Heute, 11.45 Uhr, Hostel)

    Micha und ich haben als Team LSD das Finale des Teamslams gewonnen! Krass!

    Ein paar Leute haben mich gefragt, ob wir damit gerechnet hätten. Das ist schwierig zu beantworten, denn wenn ich NEIN sage, klingt es nach Koketterie, wenn ich JA sage, lüge ich. Aus Spaß haben wir (oder zumindest ich) natürlich mal mit dem Gedanken gespielt, aber damit gerechnet … definitiv nicht!

    Gerade hat sich Micha neben mich gesetzt und der Rauch seiner Zigarette piekst mir im Auge. Er hat gesagt, ich soll hier reinschreiben, dass er sich sehr freut … Ihr solltet ihn jetzt gerade sehen: Sonnengelbes Hemd vor dem seine Goldmedaille von gestern baumelt und ein glückliches Lächeln im Gesicht 🙂

    An dieser Stelle noch einen herzlichen Gruss an das Team Lesedüne (Marc-Uwe Kling, Sebastian Lehmann (Quatsch! Sebastian hat doch gefehlt!), Maik Martschinkowski, Kolja Reichert), die unbedingt ins Finale gehört hätten, aber in der Vorrunde trotz großartiger Performance ausgeschieden sind.

  • SLAM 2006 (4) – Pokal mit Kratzern

    (18.00 Uhr, Hostel)

    Gerade habe ich den Mundart-Slam gewonnen. Jetzt habe ich einen niedliche, kleinen Pokal, kann mich aber nicht richtig daran freuen, weil es Beschwerden gab, die nicht ganz unberechtigt sind. Ich habe ein bisschen rumberlinert, das verwaschene berlinerisch, das ich halt kann und dann (wie mir hinterher gesagt wurde) auch das noch nach der Hälfte des Textes vergessen und beinahe auf hochdeutsch weitergemacht 🙁

    Es waren echte Mundart-Poeten da – teils mit verständlichen, teils vollkommen unverständlichen schweizerischen Dialekten – und mir wurde gesagt, ich hätte besser beim Storyteller-Slam antreten sollen, weil die echten „Mundartler“ schlechte Chancen gegen die besser verständlichen Texte einiger anderer Leute hatten. Außerdem habe ich ebenfalls hinterher erfahren, dass Leute mit richtigen Dialekt-Texten nicht mehr zugelassen worden sind, weil die Startliste bereits voll war. Das tut mir sehr leid.

    Allerdings bin ich zum Mundart-Slam eingeladen worden, als noch Plätze frei waren. Ich habe nicht mit den Fingern geschnipst und „Ich will! Ich will! Ich will!“ gerufen – ich war einfach bloß nicht zickig. Ich sollte noch eine andere Sprachnote reinbringen, und das habe ich versucht. So halten sich sowohl Freude, als auch schlechtes Gewissen in Grenzen. Naja, auf alle Fälle hätte ich es ernster nehmen sollen.

  • SLAM 2006 (3)

    (Donnerstag, 15.00 Uhr Schrannenhalle)

    Ich hab in meiner Einzelvorrunde gewonnen und bin morgen im Halbfinale. Aber leider ist Micha in seiner Vorrunde ausgeschieden. Er hat bei Nationals aber auch immer ein Pech, vor allem was den Auftrittszeitpunkt angeht. Die Reihenfolge der Poeten auf der Bühne wird per Los bestimmt und im ersten Drittel der Veranstaltung sehr, sehr schlechte Karte. Insbesondere wenn eine Publikumsjury direkt nach dem Vortrag Punkte vergeben muss. Gegen Ende der Veranstaltunggeht die Punktzahl tendenziell immer nach oben.

    In meiner Vorrunde war ich als letzter dran 🙂

    Der Reihe nach: Gestern 14.00 Uhr angekommen und fast direkt vom Zug (na gut, vom WLAN-Café, aus dem ich den gestrigen Beitrag abgeschickt habe) auf die Bühne gestolpert und im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung den ersten Text des ganzen Festivals vorgelesen – mein Status als Titelverteidiger hat auch seine Schattenseiten. Die Show fand in der Schrannenhalle statt, so eine Art Markthalle. War nich so dolle … realtiv wenig Zuschauer, dafür viele Leute, die nur so drin waren und von Fressstand zu Fressstand zogen. Egal. In der Schrannenhalle ist auch der Treff- und Anmeldepunkt für alle Slammer, und es war toll, wie nach und nach die ganzen Leute eintrudelten, die ich bei Slams kennengelernt und immer wieder mal in irgendeiner Ecke Deutschlands, Österreichs oder der Schweiz wiedergetroffen habe. Das Ganze hier ist so eine Art riesiges Klassentreffen. Geil!

    Am Nachmittag habe ich tatsächlich noch eine halbe Stunde Schlaf gefunden. Was bin ich froh, dass ich mir ein Einzelzimmer im Hostel genommen habe … teuer aber lebensrettend. An den nächtlichen Schnarch-Slams in den 6-Mann-Zimmern möchte ich nicht teilnehmen, und es ist gut zu wissen, dass ich, wann immer es sein muss und ich Zeit finde, eine halbe Stunde Ruhe haben kann.

    Dann ab in „The Garden“, wo später meine Vorrunde stattfinden sollte. Habe auch von der davor noch etwas mitgekriegt (Siegerin: die unglaubliche Lara Stoll).

    Leider war es recht leer, und in meiner Vorrunde wurde es noch leerer. 8 Vorrundenslams + 3 Themenslams an einem Tag, an einem Mittwoch, das ist vielleicht doch etwas viel, sogar für München.

    Danach weiter ins Substanz – schönerer Laden, viel größer und gerammelt voll; das Substanz ist einfach DIE Slamadresse in München. Dort lief eine Vorrunde des Teamwettbewerbs, die SMAAT mit großem Abstand und völlig zu recht gewonnen hat. Die waren großartig!

    Dann Sex-Slam und After-Show-Party in so ’nem Club. Volker Suhrmann musste gegen halb eins als erster auftreten und hatte keine Chance gegen das plappernde Partyvolk. Fiese Sache. Ich schätze, dieser Abend dürfte es spielend in seine Top Ten der schlimmsten Auftritte geschafft haben. Erst später ließen sich die Leute mehr oder weniger auf’s Zuhören ein. Dann wurde getanzt, aber ich hatte keine Lust mehr auf laute Musik und 3-Euro/kleine, grüne-Flaschen-Biere und dachte außerdem, ich würde jeden Moment im Stehen einschlafen, wenn ich nicht ins Bett käme, also ab ins Hostel – und dort war das Foyer voller Poetinnen und Poeten und es gab Bier und es wurde sehr, sehr spät …

    Gerade sitze ich wieder in der Schrannenhalle und Micha moderiert den Themenslam „Storyteller“. Hinterher trete ich beim Mundart-Slam an 😉 Die Stimmung ist viel besser als bei der Eröffnungsveranstaltung, denn es gibt mehr Publikum (mindestens zur Hälfte aus anderen Slammern bestehend). Da macht es auch fast gar nichts mehr, dass ein paar Meter weiter auf einer Großbildleinwand eine Fernsehdiskussion über den Holocaust läuft …

    storytelling-micha.jpg

  • SLAM 2006 (2) – Morgengrauen

    Wenn man gelegntlich im Dienste der Kunst und des Alkoholkonsums unterwegs ist, ordnet man das Wort „Zimmerservice“ bald in eine Reihe mit „Wurzelbehandlung“ o.Ä. ein. Aber so etwas wie in dem Hostel, in dem wir Slammer alle untergebracht sind, habe ich noch nicht erlebt. Um 10 stürmten 2 Menschen die Etage, traten die Türen ein (so klang es zumindest) und keulten die Zimmer (saubermachen klingt anders), wobei sie sich permanent über den Flur hinweg anschrien. Nach 20 Minuten ohrenbetäubendem Lärm war ich fällig und ich bin sehr stolz, dass ich die Kraft besaß, die Frau trotz ihrer lautstarken „Nur das Bad! Nur das Bad!“-Beteuerungen rauszuwerfen. „Dann morgen“, rief sie drohend, dann knallte sie die Tür hinter sich zu.

    Ansonsten ist das Hostel toll, man kann im Foyer die ganze Nacht feiern und trinken (und das wird wohl auch in den folgenden Nächten passieren – ich sehe 4 sehr ungesunde Tage voraus …) und es gibt WLAN.

    NACHTRAG, Montag früh: An den anderen Tagen gab es keinen Lärm am Morgen und wer in München nach einem netten Hostel sucht, sollt ins Easy Palace gehen. Sehr nett.

  • SLAM 2006 (1) – Von fliegenden Kloschüsseln, Wiener Schnitzel und dem 3. Weltkrieg

    (Mittwoch, 12.45 Uhr, im Zug nach München)

    6.42 Uhr. Das klingt nach einer guten Zeit, um nach einer tollen Party ins Bett zu gehen oder um den Dritten Weltkrieg vom Zaun zu brechen („Seit 6.42 Uhr wird zurückgeschossen. Rache für die Adler Dania!„).

    Es war aber die leider die Abfahrtszeit meines Zuges nach München, wo heute die Meisterschaft der deutschsprachigen Poetry Slams beginnt. Ich musste so früh los, da ich 14.00 Uhr an der Eröffnungsveranstaltung teilnehmen soll/kann/darf/muss/will. Nun fand aber gestern wie jeden Dienstag Abend unsere Lesebühne LSD im Zosch statt, und wir haben hinterher noch lange geredet und einen Vergessens-Schnaps auf unsere Party getrunken, und ich war erst um 2 oder so zuhause und hatte solche Angst vor dem Aufstehen, dass ich gar nicht ins Bett gegangen bin. Hab mir die Nacht größtenteils damit um die Ohren geschlagen, dass ich anderen Leuten Kloschüsseln und Aktenschränke an den Kopf geworfen habe, wenn sie mich nicht vorher mit einer Mülltonne oder einem Waschbecken erwischt haben. Das Ganze fand zwar nur im Computer und im Internet statt, aber ich bin mir der Tatsache bewusst, dass dies nicht als sinnvolle Freizeitbeschäftigung durchgeht. Besonders letzte Nacht, wo ich doch eigentlich hätte nüchtern und früh zu Bett gehen sollen, um mich heute Abend um 10 in der Vorrunde zum Einzelwettbewerb in Topform in den Ring werfen zu können.

    Naja. Das wird nun nichts mehr. Immerhin konnte ich im Zug ein bisschen schlafen, zumindest ab Leipzig, wo endlich die Brigade schnatternder Sekretärinnen ausstieg.

    Vorhin sind wir durch Augsburg gefahren. In Augsburg habe ich vor einigen Wochen das beste Wiener Schnitzel meines Lebens gegessen. Wenn ihr mal in Augsburg seid, geht unbedingt in diese Kneipe, deren Namen ich vergessen habe! Probiert einfach alle Wiener Schnitzel, die ihr im Umkreis von 10 Fußminuten um den Hauptbahnhof bekommen könnt, und wenn ein ganz außergewöhnlich wunderbares dabei ist, eines, dass euch die Strapazen der Suche vergessen lässt und euch mit tiefer Glückseligkeit erfüllt, eines, dass ein Gedicht verdient hätte, eine Ode, statt dieses popligen Weblog-Eintrages, dann wisst ihr, dass ihr die Kneipe gefunden habt, die ich meine …

    (13.30 Uhr, München, WLAN-Café: So, ich schick das jetzt ab, auch auf die Gefahr hin, dass es mir nach in paar Stunden Schlaf peinlich ist.)

    (Volker Strübing)

  • Partykater, positiv interpretiert

    Die Kopfschmerzen am Sonnabendmorgen haben mich mal wieder daran erinnert, wie gut es ist, dass „LSD – Liebe Statt Drogen“ und „Die Surfpoeten“ rauchfrei sind. So hatte diese – aus meiner Sicht misslungene – Party doch noch ihr gutes.

     (Andreas Krenzke)

  • Meine persönlichen Rekorde – I

    So genau kann ich jetzt gar nicht erklären, wie diese unglaublich große elektrische Pfanne in unsere Wohnung kam, aber mit ihren 40 cm Durchmesser hat sie mir heute Abend ermöglicht, den bisher größten Eierkuchen meines Lebens zu backen.

    (Andreas Krenzke)