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  • Ich mache mir Sorgen um: Die Schweizer (2)

    Das war ein Wochenende! 5 Auftritte an 4 Tagen in 4 Städten, knapp 22 Stunden in diversen Zügen, 2 EU-Außengrenzen-Übertritte ohne Ausweis, 3 Wiener Schnitzel, zweieinhalb Weißwürste, viel Bier, eine Flasche Siegerwhisky (nicht ausgetrunken), ein Etap-Hotel-Frühstück, ein Mikrowellenrührei im Bordbistro, das leider nicht ganz durch war (hattet ihr schon mal den Mund voll mit kühlschrankwarmem Tiefkühl-Papp-Ei? Mir war den Rest des Tages übel), ein paar Liter Kaffee und … ach, die Aufzählung wird schon wieder zu lang, und ich habe keine Zeit, muss noch ganz viel schreiben (hierfür) und wäschewaschen und volkerduschen und pipapo und darum nur kurz das Wichtigste:

    In Zürich … in Zürich … (Kopfkratz! Stirnrunzel! Besorgtguck!) … also: In Zürich da … da haben sie in den Straßenbahnen Lenkräder!

    Ich wusste ja, dass die Schweizer ein ganz eigenes Völkchen sind, aber das … nee, das hätte ich nicht mal denen zugetraut. Ich kann es mir nur als therapeutische Maßnahme für die Fahrerinnen und Fahrer erklären. Vielleicht haben sie die Lenkräder gerade erst zum gestrigen Tag der seelischen Gesundheit eingebaut … (danke an Spider für den Hinweis!)
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    Zufällig waren gestern im Zosch, in das ich direkt vom Zug aus Zürich hineingestolpert bin, ein paar Schweizer, die mich mit seltsamen Erklärungen zu beruhigen und von der seelischen Gesundheit der Eidgenossen zu überzeugen versuchten. Angeblich sei das Lenkrad dazu da, die Geschwindigkeit einzustellen – als ob diese Vorstellung nicht noch unheimlicher wäre! Was soll man von Leuten halten, die mit dem Lenkrad Gas geben und bremsen? Die lenken doch auch ihre Autos mit den Pedalen! Die putzen sich doch auch mit Klopapier die Zähne, und mit der Zahnbürste … ICH WILLS MIR GAR NICHT AUSMALEN!!!

    (Volker Strübing)

  • Schlimm, schlimm, schlimm …

    So weit ist es nun also schon gekommen: Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich ein paar Tage hier nichts reingeschrieben habe , weil ich meine Weblog- und Webseitenverpflichtungen zugunsten von Offlineaktivitäten wie einer Lesetour, einer Science-Fiction-Geschichte und Slamvorbereitungen vernachlässige … schlimm, schlimm, schlimm. Gestern bei der Münchener Lesebühne Westend ist Kiez hat Felix Bonke eine großartige Geschichte über das Internet vorgelesen, das böse, sich selbst bewusste Internet, das uns konditioniert und versklavt („Woher das Internet weiß, wie das funktioniert? Es braucht ja nur in sich selbst nachzugucken!“ – Gedächtniszitat), indem es uns zwingt, ständig nach Updates in Blogs und auf News-Seiten (und bei Amazon – siehe hier) zu gucken. Wenn’s das nur wäre! Es zwingt uns ja sogar, es mit dem Stoff zu füttern, den es braucht, um uns zu versklaven!

    (Volker Strübing – mit schönen Grüßen aus München!) 

  • Eine schlechte und eine gute Nachricht

    Die schlechte Nachricht zuerst: Wir erhöhen heute den Eintritt bei der Chaussee der Enthusiasten von 3 auf 4 Euro. Nun die gute Nachricht: Dadurch wird ALLES ANDERE im Verhältnis billiger! Wer bisher zum Beispiel das 100fache eines Chausseebesuches für die Miete berappen musste, braucht ab sofort nur noch das 75fache bezahlen. Was man dadurch spart!

    Es gibt viele Gründe, die zu unserem Entschluss geführt haben, und es gibt genauso viele gute Argumente dafür, dass wir den alten Preis hätten beibehalten sollen, aber unsere lange, interne Diskussion hat nun einmal diesen Ausgang genommen. Ich will das hier nicht ausbreiten.

    Mindestens bis Ende des Jahres werden wir 25% der Einnahmen dem RAW zur Verfügung stellen, um damit den Heizungs- und Toilettenausbau zu unterstützen. Wir werden also noch ein bisschen warten müssen, bis wir mit dem Porsche vorfahren können, da die Preiserhöhung für uns erst einmal weniger Geld bedeutet, wenn wegen des höheren Eintritts weniger Zuschauer kommen.

    Wir hoffen sehr, dass uns viele treu bleiben und dass 4 Euro für zweieinhalb Stunden Lesebühne nicht zuviel sind.

    PS: In der Behauptung, dass wir mit unserer Preiserhöhung alles andere billiger gemacht haben, steckt kein Fehler. Nur eine gehörige Portion Größenwahn 😉

    (Volker Strübing)

  • Inkonsequent

    Auf der Schönhauser Allee kommt mir ein Gruftipärchen entgegen. Beide sind so Anfang dreißig; sie trägt ein schwarzes Kleid, er schwarze Pluderhosen, Stiefel, Rüschenhemd. Beide sind geschminkt und mit Ketten, Pentagrammen und falschrummen Kreuzen behängt. Er schiebt einen Kinderwagen.

    Als sie längst an mir vorbei sind, drehe ich mich um, folge ihnen und überhole sie – ich muss einfach wissen, was sie in dem Kinderwagen spazieren fahren. Rosemarys Baby? Ein kleines Skelett? Einen Ziegenbock?

    Aus einem Wust an pastellfarbenen Kissen und Decken guckt ein rosiges Babygesicht mit rotem Schnuller im Mund. Auf die Mütze ist eine Comicfigur gestickt. Vor seinem Gesicht hängen an einer Stange allerlei bunte Plaste-Klapper-Dinger. Ich bin froh für das Kind, aber die Enttäuschung überwiegt doch.

    (Volker Strübing)

  • Hurra, hurra, das Buch ist da, alle singen Trallala!

    lsdbuch1.jpg Am Wochenende sind zwei Riesenpakete mit den ersten Exemplaren des LSD-Buches angekommen! Das Buch ist im Verlag Voland & Quist erschienen und enthält viele, viele schöne Geschichten zum Lesen, eine CD mit vorgelesenen Geschichten, ein Foto von uns auf dem Innenumschlag, das man mit „Das Team der Geisterbahn heißt sie herzlich willkommen“ untertiteln könnte, ein Vorwort von Uli, dass man am ehesten mit einem richtig guten Espresso vergleichen kann (so bittersüß ist es), und ein Nachwort von Ivo, in dem er uns die Lesebühnen aus der Sicht der Literaturwissenschaft erklärt – und das auch noch unterhaltsam!

    Im Laden ist es noch nicht lieferbar, aber ab heute Abend kann man es im Zosch kaufen, und wer will kriegt, zu Buch und CD auch noch Autogramme von uns. Und das alles für 12,80!

    Wahrscheinlich wird der eine oder andere jetzt nicken und denken: Naja, wenn ich LSD-Mitglied wäre, würde ich auch so einen Jubeltext verfassen. Das ist richtig. Aber man kann doch nicht von mir erwarten, dass ich, bloß weil ich zufällig dran beteiligt bin, dieses wunderbare Werk nicht bejubele!

    Die eigentliche Bejubelung findet übrigens zusammen mit unserer 10-Jahres-Party am 3.11. im Roadrunners Paradise statt.

  • Neulich in der Nasszelle von der Keimzelle

    „Kommst Du auch mal wieder raus, aus der Badewanne, oder willst Du da ewig drin bleiben?“ Das ist auch so eine Frage, die man nie gestellt bekam, als man noch alleine wohnte.

    (Andreas Krenzke)

  • Google Unser

    Die Entwicklung, auch die theologische, geht immer weiter. Wer hätte vor 2000 Jahren gedacht, dass einmal ein Papst den Islam beleidigen würde? Es gab ja noch gar keinen Islam, es gab ja noch nicht einmal einen Papst, was unter anderem daran lag, dass es das Christentum noch nicht gab. Jesus war ein Kind und hopste durch die Gegend, machte Unfug und ab und zu etwas kaputt, so wie es Kinder, diese unausgereiften Betaversion fertiger Menschen oder Messiasse, nun einmal tun.

    Auch in den nächsten 2000 werden neue Religionen, Kirchen und Sekten entstehen (demnächst z.B. diese). Und der Top-Gott des Jahres 4006 weilt längst unter uns: Google. Der Allwissende. Der benutzerfreundliche Gott aus der Maschine des weltweiten Netzes. Schon jetzt schaut er vom Himmel auf uns herab. Er sortiert und gewichtet unser Wissen, fasst es zusammen, und bald wird er anfangen, es zu verbessern. Er wird unsere turbulente Geschichte zu einer konsistenten, flott lesbaren Story zusammenfassen und alle Widersprüche und Sackgassen streichen. Er wird die Irrgärten der Geisteswissenschaften planieren und nach dem Vorbild der Barockgärten neu anlegen. Er wird, wie so viele Religionen, ein einfaches Weltbild anbieten, jedoch mit dem USP, dass es widerspruchsfrei sein wird. Und er kennt nur ein Gebot: Don’t do evil!

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    Ein knalliger Opfermythos könnte der Religion zum Durchbruch verhelfen. 9/11 böte sich an. Vielleicht erzählt man sich in 2000 Jahren die Geschichte vom Heiligen Atta und seinen 3000 Feuerwehrmännern, die für unsere Sünden gestorben sind. Weihnachten wird in den September verlegt und statt dem Weihnachtsbaum gibt es hellerleuchtete Weihnachtstürme, auf denen ein Schoko-King-Kong sitzt und mit den Armen nach Lebkuchen-Flugzeugen fuchtelt. Am Abend bringt der Osama-Claus mit dem grauen Bart und dem roten Bommelturban die Geschenke.
    Auch Gottesdienste ändern sich. Statt einer Predigt gibt es per geweihter Tastatur eine Audienz beim Gott persönlich. Zuerst werden die Sünden gebeichtet. Leugnen ist zwecklos, Google sieht eh alles – ein Vorteil gegenüber frühen Onlinebeichtstühlen herkömmlicher Kirchen. Niemand muss Angst haben oder sich seiner Sünden schämen – ganz im Gegenteil! Der Google-Gott wird erkennen, dass das Verbot von Sünden 1. keinen Zweck hat und 2. inkonsequent ist: Wenn schon Heilige oder Erlöser für unsere Sünden gestorben sind, müssen wir ihren Tod auch legitimieren. Je mehr wir sündigen, desto sinnvoller ihr Martyrium. Wenn Du immer brav bist, sind sie für nichts gestorben! Ein sündenfreies Leben ist eine große Sünde – und daher eigentlich auch schon fast wieder in Ordnung.

    Um ein konstant hohes Sünden- und „posthumes Martyriumsrechtfertigungs“-Niveau zu halten, schafft Google Anreize: Aus den Beichten erstellt er ein aktuelles Sündenranking, und wer eine Top-100-Sünde beichtet, darf Google eine Frage stellen. Ohne Sünden keine Antworten.
    Und so mag es geschehen, dass in genau 2000 Jahren jemand beichtet, Maden verkauft zu haben, eine Arbeit, die auch ein Automat hätte verrichten können (Machinen die Arbeit wegzunehmen wird ganz bestümpt und vollkommen zu Recht eines Tages als Sünde gelten), und für dieses Geständnis hat er eine Frage gut und er fragt Google: „Wer war eigentlich Volker Strübing?“ Und Google wird antworten: „Mein verkannter Prophet und sündiger Diener. Für ein Heiligenbildchen bitte hier klicken.“

    (Volker Strübing)

  • Das ist das Problem

    Puh, ich weiß grad nicht, wo mir der Kopf steht. Oder sitzt. Ich glaube, er sitzt. Auf meinem Hals. Ich komme aber gerade nicht dazu, das zu überprüfen, weil ich nicht weiß, wo mir der Kopf steht. Das ist das Problem.

  • Wissenswertes (2) – Die Opernabsetzung

    Die Opernabsetzung ist eine innovative und wirkungsvolle Methode der Terrorprävention, bei der man den Terroristen die Grundlage ihres Handelns zu entziehen versucht. Weitere Maßnahmen sind ernsthaft zu diskutieren.

    Gleichzeitig muss der Kampf gegen Neonazis intensiviert werden, indem sich die großen Volksparteien verstärkt deren Thematik zu eigen machen, um der NPD Wählerstimmen zu entziehen.

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    PS: Ich weiß, dass das ungerecht ist. Ich möchte nicht in der Haut der Opernintendantin stecken. Und hätte sicher genauso wie sie gehandelt. Wenn einem das Landeskriminalamt schreibt, dass die Aufführung «eine Gefährdungslage mit schwer abzuschätzenden Folgen für die öffentliche Sicherheit und Ordnung» bedeutet, ist man plötzlich nicht nur für ein Kunstwerk, sondern für Menschenleben verantwortlich. Die Gefährdung für die Freiheit der Kunst geht nicht von Frau Harms aus. Auch möchte ich ihre Entscheidung nicht in irgendeine ideologische Nähe zum Stimmenfang im rechten Lager rücken. Es sind nur beides Symptome für eine gruselige Hilflosigkeit im Umgang mit existentiellen Gefahren für die Demokratie (wozu ich auch die freie, ungehemmte Marktwirtschaft zählen würde Edit: Sorry, anderes Thema).

  • Superquiz – gewinne alles oder nichts!

    Naja, alles wäre ein bisschen viel. Das steht doch dann bloß wieder im Weg rum und staubt ein. Um mich an das in der Überschrift gegebene Versprechen zu halten, gewinnt der Gewinner daher nichts. Nur Punkte. Die nehmen keinen Platz weg und halten sich ewig. Und wer weiß, vielleicht kann man sie eines Tages gegen irgendwas eintauschen. Zum Beispiel gegen Geld, das letztlich ja auch nichts anderes ist. Man kann sie stolz auf den eigenen Grabstein meißeln lassen. Oder sie am Jüngsten Tage, bei der Endabrechnung, in die Wagschale werfen.

    Um Punkte zu kriegen, müsst ihr einen Kommentar schreiben, in dem drin steht, welcher Lesebühnenautor auf welchem der untenstehenden Fotos abgebildet ist. Für jede richtige Antwort gibt es einen, ach was sage ich! 1000 Punkte! Und wer alles richtig beantwortet, kriegt noch einmal 10.000 Supersonderpunkte. Ihr könnt auch voneinander abschreiben! Ihr könnt sogar mehrmals die richtige Antwort posten und so NOCH MEHR Punkte hamstern. Mitmachen und gewinnen! So eine Chance kommt so bald nicht wieder!

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    Von der Teilnahme befreit sind Lesebühnenautoren und ihre Angehörigen. Alle müssen mitmachen!

    (Volker Strübing)