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  • Berliner Weisse mit Schuss

     

    (Quelle: www.jusos-berlin.de)

    Der SPD bringe ich nicht allzuviele Sympathien entgegen, weshalb mich auch die Jusos nicht besonders interessieren. Nach den Naziübergriffen und -provokationen im Berliner Wahlkampf möchte man sie aber doch gerne mal knuddeln und sagen: Ihr seid schon okay.

    Außerdem ist das links abgebildete Plakat wirklich herzallerliebst.

    Ich stelle gerade fest, dass putzige Wörter wie „knuddeln“ oder „herzallerliebst“ nicht so richtig zum Thema passen wollen.

    Tja. Kann ich jetzt auch nicht ändern.

  • Nettes Teil

    A: Na, Ärger mit der Freundin?

    B: Nö, hab gar keine.

    A: Na, sei bloß froh! Ich hab ja so ’n Teil zu Hause … ähm .. naja … also neee … is schon ’ne ganz hübsche, äh, ich meine nette.

  • Nine Eleven und die Beuys-Boys

    Erst dachte ich: Nun schreib ich doch mal darüber, wie ich den Anschlag auf das World Trade Center erlebt habe. Dann dachte ich: Och nö, langweilig, das haben doch alle schon gemacht. Dann fiel mir ein: Stümpt ja gar nicht! Die anderen haben immer nur darüber schwadroniert, wie sie 9-11 erlebt haben – verfluchte Egozentriker.

    Habe jetzt trotzdem keine Lust mehr, meine Geschichte des 11.Septembers zu erzählen, und warum die Zwillingstürme immer etwas besonderes für mich waren, vielleicht das Stückchen Amerika, dem ich mich am stärksten verbunden fühlte.

    Mir ist einfach gerade nicht nach Gedenken und besinnlichem Erinnern zu Mute, Jahrestag hin und her. Heute Abend oder morgen Nachmittag will ich aber auf jeden Fall eine Geschichte mit dem Titel „11.9.3001“ schreiben. Mal gucken, ob sich die Idee als tragfähig erweist und ich das morgen im Zosch vorlesen kann.

    Hier noch eine – ja, eine geht noch! – Theorie zu den Hintergründen des Anschlags: Eingefädelt wurde das Ganze von fanatischen Joseph-Beuys-Verehrern, die einem Kunstwerk ihres Meisters ein Denkmal setzen und ihm eine prophetische Aura verleihen wollten: Beuys hatte 1974 die damals noch recht neuen Twin Towers aus Talg nachgebildet – zwei „Fett-Türme“ als Symbol der Geldmacht. Beschriftet hatte er sie mit „Cosmos“ und „Damian“. Dies aber (und jetzt kommts!) sind die Namen zweier Zwillingsbrüder und christlicher Märtyrer, die von den Feinden der Christenheit enthauptet und verbrannt wurden …

    (Quelle: Tagesspiegel, 11.9.2006 – dort wurde allerdings nur über das Kunstwerk geschrieben, ohne dass man die Zusammenhänge erkannt hätte)

    (geschrieben heute Nachmittag im Zug)

  • Stuttgart in Schnipseln

    1) Gut zu wissen
    Als ich am Sonnabend einem Bekannten erzählte, dass ich Sonntag nach Stuttgart fahren wolle, sagte er, dass er dort nicht tot über Zaun hängen möchte. Wenn ich ihn das nächstemal begegne, werde ich ihn beruhigen: Er würde dort auf keinen Fall lange hängen. Tot-übern-Zaun-hängen wird dort nicht geduldet. Ich habe in Stuttgart nicht einen Menschen tot übern Zaun hängen sehen. In Stuttgart achtet man noch auf gepflegte Zäune.

    2) Auch Stuttgart hat kleine Fehler

    In Stuttgart gibt es eine Mercedes-Konzern-Zentrale, Weinberge, kleine Biere für 3 Euro, einen wunderbaren Slam in der Rosenau, demnächst einen asynchronen Brauseboy, aber es gibt auf dem ganzen Hauptbahnhof kein Geschäft, in dem ein herumreisender Slammer einen Ersatz für seine in Berlin vergessene Zahnbürste erwerben kann. Das ist nicht schön.

    3) Goethe geschändet! Mercedes in Gefahr!

    Die oben erwähnte Mercedes-Konzern-Zentrale hätte ich heute morgen beinahe abgerissen, nur so, aus Jux und Dollerei – ich fühlte mich ausgeschlafen und nach einem Besuch bei dm („Hier bin ich Mensch, hier kauf ich ein“), auch wieder wie ein Mensch, was aber nicht an deren zutiefst verabscheuungswürdigen Werbeslogan, sondern schlicht an der dort gekauftenZahnbürste lag – kurz: Ich fühlte mich zum Konzernzentralenabreißen! Und weil ich auf der Fahrkarte Reisedatum (11.09) und Abfahrtszeit (11.32) verwechselt hatte, blieb auch noch genug Zeit. Aber dann ist mir eingefallen, dass ich erst am Sonnabend noch einem zweiten Mann von meiner bevorstehenden Stuttgartfahrt erzählt habe, und ihm versprechen musste, die Mercedes-Konzern-Zentrale stehen zu lassen, weil dessen Arbeitsplatz da dran hinge. Da hab ich eben Kaffee im Wiener Wald am Hauptbahnhof getrunken.

    4) Kofferbombenkoffer ächten!

    Statt dem ganzen Rail-Marshall– und Hartz-IV-Patrouillen-Blödsinn hätte man als Reaktion auf die fehlgeschlagenen Kofferbombenattentate die Mitnahme von Kofferbombenkoffern verbieten können. Damit wäre allen gedient, außer natürlich den Kofferbombenkofferbesitzern, aber die sind so sowieso doof (sorry Nils :-)). Wie ich das Geräusch der kleinen Plasteräder hasse, mit denen sie mühelos den Zugverkehr und alle Bahnhofsansagen übertönen, wie ich ihre aufgerissenen Augen und aufgepusteten Backen hasse, wenn sie diese Dinger in den Zug wuchten, ohne auf Kollateralschäden zu achten, wie es mich ankotzt, wenn sie vor und nach jedem Zughalt minutenlang den Gang blockieren, übereinander und über die Koffer der schon oder noch sitzenden Trolley-Trottel fallen oder wie sie mir beinahe die Knie zertrümmern, wenn sie ihre mobile Wackersteinsammlung unter den Tisch zu schieben versuchen, weil sie nicht auf die Gepäckablage passt … Also ich würde die alle auf dem Bahnhofsvorplatz prophylaktisch sprengen.

    5) Apropos Mobil

    An die Ansage „In Frankfurt ist unsere mobile Eisverkäuferin zugestiegen“ hat man sich ja gewöhnt, aber heute gab es einen hübschen Zusatz: „Ferner ist eine Minibar zugestiegen.“

    (geschrieben heute Nachmittag im Zug nach Berlin)

  • (Unvollständige) Liste der schönen und weniger schönen Dinge

    Schön: In der heißen Badewanne liegen und den neuen Badewannenaufsatz mit intregrierter Bücherstütze und Weinglashalter ausprobieren.

    Weniger schön: Dem 20 Euro teuren Buch, dem Weinglas und dem (leider etwas wackligen) Badewannenaufsatz beim Versinken im Eukalyptusbad zusehen.

  • Ätsch! Nach diesem Posting brat ich Schnitzel!

    Wenn man viel auf der Bühne steht, hängt das Selbstvertrauen schon sehr am Erfolg beim Publikum. Bei mir zumindest, und ich denke, es geht vielen Lesebühnenkollegen ähnlich. Manchmal wird uns das indirekt vorgeworfen – dann heißt es, wir würden uns beim Schreiben nach dem Geschmack des Publikums richten, anstatt reine, wahre Kunst (was immer das sein mag) zu fabrizieren. Ich kann über diesen Vorwurf nur – je nach Laune – lachen oder den Kopf schütteln. Bevor ich angefangen habe, auf Lesebühnen aufzutreten, war ich selbst Publikum, und was die da oben am Mikro machten, hat mich begeistert. So sehr, dass ich irgendwann nicht mehr nur zuhören, sondern es selbst probieren wollte. Ich richte mich nach meinem Geschmack und bin froh, dass dieser anscheinend nicht besonders extravagant ist 😉 Bis auf ein paar Ausnahmen sind die Texte, die ich selbst für die besten halte, auch die, die beim Publikum am besten ankommen.

    Ich habe – ein dunkles Kapitel meiner Vergangenheit – mal 2 Jahre als Werbetexter gearbeitet, und ich hab’s ganz gut gemacht. Wenn ich dort für meine Arbeit gelobt wurde, dann hieß das, dass ich dem Kunden „nach dem Mund geschrieben habe“. Ich weiß, wie das ist. Und ich merke den Unterschied, wenn ich eine Geschichte schreibe.

    Bleibt natürlich die bange Frage: Was wird, wenn es eines Tages nicht mehr so funktioniert? Wenn meine Sachen keinen mehr interessieren?

    Egal, soweit ist es ja noch nicht. Obwohl ich gestern bei der Chaussee und Dienstag bei LSD mal wieder einen kleinen Vorgeschmack darauf bekommen habe, wie man sich dabei fühlt. Ab und zu schreibt man eben schlechte Geschichten, oder Geschichten, die nicht zum Vorlesen geeignet sind, oder gute Vorlesegeschichten, die man aber schlecht vorliest. Diese Woche habe ich mir wahrscheinlich einfach zuviel vorgenommen: Eine 15-Minuten-Geschichte mit mehreren Handlungssträngen und (am Donnerstag) mit projizierten Illustrationen. Habe zwar drei komplette Tage daran gesessen, aber trotzdem war das alles nicht ganz rund, der Text ist überarbeitungswürdig und die Bilder haben vom Stil her schlicht und einfach nicht dazu gepasst. Vielleicht war auch die ganze Geschichte doof, das kann ich aber erst sagen, wenn ich sie nochmal überarbeitet habe.

    So. Was wollte ich jetzt eigentlich schreiben? Wahrscheinlich wollte ich mich einfach nur entschuldigen und rechtfertigen.

    Um dem Text ein Happy-End zu verpassen, möchte ich an dieser Stelle deshalb stolz berichten, dass mein Roman in den Thalia-Buchhandlungen in den Schönhauser Allee Arcaden und im Ringcenter aufgetaucht ist. Bisher war er – soweit ich weiß – in Berlin nur bei Dussman zu haben. Eine tolle Sache, mit einem kleinen Haken: Jetzt muss ich jeden Tag in drei Geschäften verkleidet und mit falschem Bart herumlungern, mein Buch in der Hand halten und immer, wenn jemand vorbeikommt, Sachen murmeln wie: „Das klingt ja wirklich vielversprechend“, „Mir scheint, ich habe eine scharfe Nadel im durchgeweichten Heuhaufen der aktuellen deutschen Literatur gefunden“ oder „Was?! Nur 12,90 €? Dieses Buch ist sein Gewicht in Gold wert!“

    Was das an Zeit kostet!

    Apropos: Am 25.9. lesen Spider und ich im Café der Thalia Buchhandlung in den Schön-Schöner-Schönhauser-Allee-Arcaden aus unseren Büchern, Zettelmappen und vielleicht auch ein bisschen aus dem Schnipselfriedhof vor.

     

  • LSD jetzt noch besser!

    Heute Abend möchten wir bei LSD – Liebe Statt Drogen etwas neues ausprobieren: der Zuschauerraum ist rauchfrei. Geraucht wird draußen oder an der Bar und natürlich nach dem Schlusslied. Mal sehen, ob das etwas bringt, bessere Luft zum Beispiel oder bessere Laune. Ein Experiment sozusagen. Kommt doch einfach alle vorbei und macht bei diesem Versuch mit!

    (Andreas Krenzke)

  • Damen ohne Gummi

    Ein paar Suchbegriffe der letzten Tage :

    „Restverkauf Damenunterwäsche“ – da fällt mir doch glatt dieser schöne Schnappschuss wieder ein:

    ohnegummi.jpg

    „Volker ist doof“ – Stimmt ja gar nicht!

    „Ich nackt“ – Wer? Du?

    Jeden Tag landen zudem ein oder zwei Leute über die Suchanfrage „Blöde Fragen“ hier und fast täglich jemand via „Äpfel und Birnen vergleichen“. Insgesamt sind es aber wenige Leute, die über Google oder so auf das Weblog kommen. Sehr viel Traffic hat dem Schnipselfriedhof dagegen ein Kommentar von Stralau zu einem Artikel über Lose Change II auf Spreeblick.de gebracht, in dem er auf meinen Beitrag zum Film hinwies, sowie ein Link zum selben Beitrag in einem Artikel auf FACTorFake.de. Vielen Dank an die beiden.

    Faszinierend, das alles. Aber irgendwie auch ein bisschen … ulkig.