Blog

  • Kuck mal, ein Irrer! Da, ein Plemplem!

    Schlafentzug statt Schlafanzug, dazu das Leben in einer kulleräugigen Zeichentrickwelt. Kinder zu haben, verändert einen ganz schön – auch psychisch. Ich erwische mich dabei, Sachen zu sagen wie: „Kuck mal, ein Hund! Da, ein Wauwau!“ und zwar, auch dann, wenn ich gar kein Kind dabei habe. Frauchen zerrt misstrauisch an der Leine. Ich sehe die anderen Verrückten auf der Schönhauser Allee jetzt mit ganz anderen Augen.

    (Andreas Krenzke)

  • Hartz IV Empfänger ins Parlament?

    Es ist unglaublich:

    Wolfgang Tiefensee hatte vorgeschlagen, Langzeitarbeitslose in Zukunft als Anti-Terror-Patrouillen im öffentlichen Nahverkehr einzusetzen. Hartz-IV-Empfänger könnten in Bussen und Straßenbahnen nach dem Rechten sehen, sagte der SPD-Minister. Ein solcher Einsatz Langzeitarbeitsloser würde nach Ansicht des Ministers kaum zusätzliche Kosten verursachen, die Sicherheit und den Service aber erhöhen.

    (Quelle: Die Krone (Östereich))

    Ich plädiere dafür, Hartz-IV-Empfänger als Politiker einzusetzen. Wäre billiger. Und Blödsinn verzapfen könnten die genausogut.

  • Wie war das mit dem Opium des Volkes?

    Schön, nach 2 Stunden Gefummel geht jetzt das Scrollrad an meiner neuen Maus. Das ist dann wohl das Play bei Plug & Play. Muss wohl so sein. Nachdem man ein Regal gekauft hat, muss man ja auch selbst Löcher in die Wand bohren. Obwohl sie von mir aus ruhig die Löcher mitverkaufen könnten. Ich bin auch nicht der Typ, der Pizzas selber belegt. Ich hätte gerne vollständige Produkte. Aber was Produkte angeht, muss man wohl zufrieden sein, mit dem, was man kriegt. Trotzdem frage ich mich, warum ich mir zum Beispiel die Zeitschrift „Galore“ gekauft habe. Nicht nur, dass sie wieder mal einen hässlichen Menschen vorne drauf hat, von den 13 Interview-Opfern kenne ich gerade mal zwei. Und dann so was, wie Notker Wolf, von Beruf Abtprimas (?) und „Repräsentant von mehr als 800 Klöstern weltweit.“ Der sagt Sachen wie: „Ich bin gegen die Ellenbogengesellschaft, aber auch gegen einen Sozialstaat, der nicht mehr bezahlbar ist. … Sozial Schwache, die sich selbst nicht helfen können, müssen wir mittragen. Das berechtigt aber nicht zu ungebührlichen Forderungen.“

    Zu schade, dass sich nicht jeder sozial Schwache selbst helfen kann, und beispielsweise mit Wohnungen makeln oder Werbung designen oder Mäuse mit Scrollrad. Oder wenigstens wie Wolf Philosophie, Theologie und Naturwissenschaften studieren, und dann gebührlich leben von – ja von was eigentlich? Von seiner Hände Arbeit? Das sind eben so Fragen.

    Fragen hat auch die „Galore“, zum Beispiel: „Ist eine Umverteilung der Reichtümer nicht gerechter als der harte freie Wettbewerb aller gegen alle?“

    Wolf: „Eine Umverteilung der Reichtümer bringt nicht viel. Es gibt nun mal Menschen, die das Geld zusammenhalten können und andere, die nicht planen können, nicht bereit sind, unternehmerisch zu denken und auch mal ein Risiko einzugehen.“

    Recht hat er! Kinder, 341 € ALG II sind nun wirklich keine unübersichtliche Summe, die sollte man doch wohl zusammenhalten können! Also wirklich! Übrigens mal ein kleiner Tipp: unternehmerisch handeln, mal ein Risiko eingehen – das macht man am besten mit fremdem Geld. Ist eben Pech für die Schwachen, dass ihnen keiner was leiht.

    Und dann erfährt man in dem Interview noch, dass Entbehrung für Wolf ein wichtiger Begriff ist. „Wir haben keinen Anspruch auf unseren derzeitigen Wohlstand. Ich habe in Afrika und Asien viele Menschen erlebt, die viel weniger haben, als wir und glücklicher sind als viele Menschen in unserer Gesellschaft. Sie können sich auf die Solidarität der Großfamilie verlassen, lieben das Leben und verstehen zu feiern, ohne dafür eine Love-Parade inszenieren zu müssen.“

    Er nun wieder. Also ich habe ja nichts gegen die Love-Parade. Leuten, denen man Großfamilie statt Rentenkasse schmackhaft machen will, sollte man doch wohl selbst überlassen, wie sie feiern. Hauptsache kein Kirchentag!

    Ist schon gruselig, was alles so in dieser „Galore“ interviewt wird. Schnell weiterscrollen. Okay, ich weiß, das heißt bei Zeitungen nicht scrollen, sondern anders. Ich komme bloß gerade nicht darauf, wie.

    (Andreas Krenzke)

  • Wenn das letzte Hemd keine Taschen hat …

    … wohin dann mit dem ganzen Geld?

  • Neu auf der To-Do-Liste: Kritische Haltung zu Tierversuchen überdenken

    Forscher in Montreal und Nizza haben erfolgreich mit Mäusen rumgemurxt:

    … bei Mäusen, bei denen ein Gen ausgeschaltet wurde, soll es ihnen gelungen sein, eine depressionsfreie Linie zu züchten: die „permanent fröhlichen“ Mäuse.

    (Quelle: Telepolis)

    Wer gerade mit dem Gedanken spielt, Elternteil zu werden, sollte unbedingt warten, bis dieses Gen auch beim Menschen abgeschaltet werden kann … Ich will meinen Kindern jedenfalls später nicht erklären müssen, warum ich sie zu einem Leben verurteilt habe, in dem so grausige Sachen wie Traurigkeit, schlechte Laune, womöglich gar Depressionen vorkommen!

    (Wobei freilich immer noch dieser Ausweg bleibt.)

     

  • Google kills Goethe

    Hab ich gestern Abend in der Kneipe doch in meinen Muscote-Blättchen einen Spruch von Hanz Werfel gelesen: „Müßiggang ist allen Geistes Anfang“. Hab ich gedacht: Stimmt ja gar nicht!

    Hab ich weiter gedacht: Außerdem heißt das doch eigentlich: „Müßiggang ist aller LASTER Anfang“! Hab ich gedacht: Na, das ist ja nun auch Humbug.

    Hab ich mich gefragt: Ist nicht die Stoßstange aller Laster Anfang? Hab ich beschlossen, diese Frage unter der Überschrift „Versuch einer Rehabilitierung des Müßigganges“ ins Weblog zu stellen.

    Hab ich gedacht: Aber wem ist eigentlich damit gedient, wenn ich diesen Murks ins Internet stelle? Ist mir eingefallen, dass der Werber Jean Remy von Matt gesagt hat, dass Weblogs die Klowände des Internets sind. Hab ich gedacht: Auf Klowände kann man ja wohl auch mal blöde Sachen schreiben. Das ist immerhin besser, als blöde Sachen auf riesige Plakatwände zu schreiben, wie J.R. „Geiz ist geil“ von Matt das macht.

    Hab ich das also geschrieben. Hab ich dann gedacht: Hm. Guckste doch mal bei Google – bloß um sicher zu gehen -, ob diesen genialen Gedanken (also den mit der Stoßstange und dem Laster) schon mal jemand vor dir hatte …

    528 Treffer.

    Google ist aller Gedanken Ende. Alles schon mal dagewesen. Nicht nur alles schon mal gedacht. Auch schon alles fleißig ins Internet reingeschrieben.

    Hab ich gedacht: Goethe hatte es gut. Der hatte noch kein Google. Hat einfach frei von der Leber weg geschrieben. So Sachen wie „Das also war des Pudels Kern“. Hätte er’s bei Google eingegeben, hätte er 155.000 Treffer gefunden, mit Schreiben aufgehört und aus.

    Ich hab ja leider Google. Kann ich also meinen Kopf zu machen und alle Gedanken als Gebrauchtwaren bei Ebay versteigern. Werd ich wahrscheinlich feststellen, dass diese Idee auch schon andere hatten und dass der Gebrauchtgedankenmarkt total gesättigt ist.

    Hab ich gedacht (wahrscheinlich nicht als erster): Halt! Gib nicht auf! Du kannst das schaffen! Du denkst Dir jetzt einen Satz aus, den es noch nicht gibt! Hab ich drei Stunden oder so unter der kalten Dusche überlegt (Warmwasser gibts grad nicht) und präsentiere hiermit Stolz das Ergebnis:

    „Benutzte Gedanken hüpfen in meinem Kopf herum wie aufgescheuchte Hühner und kacken alles zu.“

    Naja. Wie sagte der Kellner, als er mir gestern in der Kneipe eine neue Kerze brachte? „Hier hast Du noch ein kleines Licht.“ Hab ich mir „das kleine Licht“ angeguckt und gedacht: Na super. Gleich und gleich gesellt sich gern …

     

  • Eine neue Leiche auf dem Schnipselfriedhof

    Ich weiß, Leiche klingt nicht gut und wird mir auch irgendwie nicht gerecht, finde ich, aber was zieht denn sonst auf Friedhöfen ein? Jedenfalls darf mein Gehirn hier in Zukunft auch einige Gedanken bestatten, damit Volker seine nicht so alleine sind. Danke Volker! Hallo Leser! Hallo Leserin! Hier ist Spider. (Na jut – Andreas Krenzke heiß ick, aba wer weeß det schon?)

    (Andreas Krenzke)

  • 500 Dinge, die besser sind als Fußballgucken

    Zum Beginn der Bundesligasaison und präventiv in Vorbereitung auf die WM 2010 erschien es mir wichtig, das Projekt „Die Top 500 der Dinge, die besser sind als Fußballgucken“ wieder aufzunehmen.

    Und – „Freude, Bates, große Freude“ (Douglas Adams) – Tube hat ein Programm gebastelt, das auf der Offenen Seite von der Surfpoeten-Website basiert, und das es erlaubt, eigene Vorschläge direkt einzubinden, einen Link zur eigenen Homepage zu setzen oder die Vorschläge der anderen zu bewerten. Auf www.volkerstruebing.de, hatte ich bisher ungefähr 230 eingesandte oder selbstausgedachte Vorschläge veröffentlicht, die ich nun nach und nach auf die neue, zwar noch nicht wunderschöne, aber funktionierende Seite transferieren werde:

     

    Die Top 500 der Dinge, die besser sind als Fußballgucken

    Es ist erschreckend: Immer mehr, vormals ganz normale Menschen beginnen sich für Fußball zu interessieren. Dagegen musste etwas unternommen werden. Diese Website will betroffenen und gefährdeten Personen Alternativen zum Fußballgucken aufzeigen. Das Leben hat so viel mehr zu bieten! Bitte unterstützt die gute Sache durch eigene Vorschläge und indem ihr die Anregungen der anderen bewertet.

    http://500Dinge.surfpoeten.de

    Vielen Dank an Tube!

  • Rail-Marshalls? Train-Marshalls? Brain-Marshalls!

    Nachdem Wissenschaftler herausgefunden haben, dass Delphine blöd wie Stulle sind, scheinen auch bei der Menschheit alle Dämme zu brechen. Da wird dann zum Beispiel gefordert, dass bewaffnete Train- bzw. Rail-Marshalls in den Zügen mitfahren. Analog zu ihren himmlischen Kollegen im Flugzeug sollen sie wohl verhindern, dass Züge entführt und in Wolkenkratzer gesteuert werden. Und im Falle eines Kofferbombenattentats können sie immerhin die Schwerverletzten an Ort und Stelle von ihren Leiden erlösen.

    Oder habe ich da schon wieder was falsch verstanden?

    (Nachtrag 16.45 Uhr: Auch schön: Twin-Marshalls)

  • Im Kaufrausch

    Heute habe ich schon 3 schöne Dinge gekauft:

    • Einen der hervorragenden Quarkkrapfen der Bäckerei „Smiley“
    • Einen Ratsherrentopf von Minuto – der zweitbeste Fertigsuppenbecher der Welt, gleich nach „Pop Mie“ aus Indonesien (dem einzigen Fertiggericht, von dem ich ein Werbe-T-Shirt anziehen würde ;-))
    • Ein CSS-Upgrade*) für dieses Weblog

    Letzteres wurde nötig, nachdem ich beim Surfen über diverse Blogs mit dem selben Design gestolpert bin, und mich gewundert habe, was ich da nun schon wieder geschrieben habe …

    Das wird hier demnächst also alles ein bisschen anderes aussehen. Die neue Titelzeile ist noch nicht optimal, sie wirkt wie raufgeklatscht (was, nebenbei bemerkt, exakt das ist, was ich mit ihr getan habe), aber ein Anfang ist gemacht!
    So. Neben mir dampft der Ratsherrentopf, eine gute Ausrede, um in den nächsten 20 Minuten nichts sinnvolles zu machen, sondern ein bisschen mit CSS rumzuspielen.

    *) CSS: Cascading Stylesheets. Damit kannste das Aussehen von Websites und so definieren. Bei kostenlosen WordPress-Blogs ist das nicht möglich – man muss das besagte Upgrade für 15 Dollar erwerben.

    Nachtrag, 15 Minuten später. Ich nehme mein Lob für den Ratsherrentopf zurück! Schlechtes Produkt, sehr, sehr schlechtes Produkt! Kippt einfach um! Zum Beispiel, wenn man es halb auf einen Stapel CDs stellt! Kein Gleichgewichtsgefühl … was bin ich froh, dass ich vor meinem Laptop eine externe Tastatur stehen habe, die einen Großteil des Eintopfes geschluckt hat – ich weiß nicht, ob der Computer ratsherrentopffest ist!
    Der Rest hat sich auf Hose und Schreibtisch verteilt. Letzteres ist nicht so schlimm. Nachdem mir heute schon zugetragen wurde, dass Nils Heinrich hinter meinem Rücken fordert, ich solle meinen Schreibtisch mal wieder staubwischen … Hallo Nils, bist Du jetzt zufrieden? Ich hab ihn sogar GESPÜLT! Mit Ratsherrentopf! Aber bitte, wenn Dir das immer noch nicht reicht, wische ich auch gern nochmal mit Flüssigsprengstoff rüber! Herrjeh! Jetzt habe ich mir aber meinen Ersatzratsherrentopf verdient!