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  • Ich warte doch schon lange genug!

    Hatte neulich einen Glückskeks mit der Botschaft: „Die Leute werden Dich im kommenden Jahr zu ihrem Führer wählen.“ Ich gehe davon aus, dass alle Leute gemeint sind und es sich mithin die Weltherrschaft handelt, sonst hätten sie das ja genauer spezifiziert. Das freut mich sehr, erfüllt mich mit Stolz und Dankbarkeit für das mir entgegengebracht werdende Vertrauen. Ich bin mir der großen, mit dieser Aufgabe einhergehenden Verantwortung bewusst und werde mir ziemlich viel Mühe geben, das auch ganz gut oder so zu machen (will aber auch nicht zuviel versprechen).
    Nur eine Frage werde ich nicht los: Heißt „im kommenden Jahr“, dass ich noch bis 2011 warten muss??? Och nö, kommt schon, das ist fies. Bis April habe ich noch was anderes zu tun, aber danach könnte ich loslegen!

    (VS)

  • Die unsichtbare Hand am Strand

    Durch eine Diskussion in einer Mailingliste bin ich auf Hotellings Gesetz und das „Eisverkäufer am Strand“-Problem gestoßen: Stellt euch einen hundert Meter langen Strand vor, der an beiden Seiten von Felsen begrenzt ist. Der Strand ist gut besucht und überall gleich schön, so dass Menschen ziemlich gleichmäßig über den gesamten Strand verteilt rumlümmeln. Alle freuen sich, die Sonne scheint, das Baden macht Spaß, das Sandburgenbauen macht Spaß – herrjeh, und das Sandburgenkaputtmachen erst! Um das Glück am Strand komplett zu machen, vergibt der Bürgermeister des Kurörtchens zwei Lizenzen an Eisverkäufer. „Teilt den Strand unter euch auf, ihr werdet euch schon einig!“, sagt er, dann schmeißt er sie aus seinem Büro, legt den Schlips ab und alles andere bis auf die Badehose und geht hinunter zum Strand, denn für heute hat er wirklich genug gearbeitet.
    Die beiden Eisverkäufer werden sich bei einem Kräuterschnäppschen in der Currywurstbude am Bahnhof tatsächlich schnell einig: Jeder soll seinen Stand 25 Meter von den Felsen entfernt aufbauen – der eine rechts, der andere links. So hätte jeder genau 50 Meter Einzugsgebiet, für die Hälfte der Strandbesucher wäre es näher zum linken, für die andere Hälfte näher zum rechten Stand. Da sowieso beide dasselbe Eis zum selben Preis anbieten (sie sind Cousins, das Rezept haben sie von Oma und die Milch von Omas Kuh), sollten beide ihr Auskommen haben; für Neid und Zwist bestünde kein Anlass. (mehr …)

  • Vielen Dank …

    … für eine wilde kleine Schneeballschlacht an Christine, Falko, Hajo, Irina, Lutz, Johanna, Julia, Robert, Sabine und Steffen!

    (VS)

  • Schade …

    … ich hätte diese Idee ein bisschen früher haben sollen. Da ist jetzt nur noch Harsch und Dreck, nichts, womit man sich bewerfen wollen würde. Vor zwei Tagen hatte ich noch eine Neuschneeankündigung gelesen, aber danach sieht es jetzt auch nicht mehr aus. Wie auch immer: Das Video nehme ich trotzdem morgen auf.

    (VS)

  • Kloß und Spinne brauchen Dich!

    Am Donnerstag werde ich ein Hintergrundvideo für einen neuen „Kloß und Spinne“-Film aufnehmen. Und weil es doch gerade so schön verschneit ist, hatte ich die Idee, dass es vor dem Fenster von Norberts Kneipe eine Schneeballschlacht geben könnte. Wer Lust hat, mitzumachen: Treffpunkt ist 13.15 Uhr im Café Balzac in der Schönhauser Allee (direkt am U- und S-Bahnhof Schönhauser Allee). Ich spendiere auch einen Kaffee (nur Kaffee, nüscht mit -ato oder -ino am Ende). Würde mich sehr freuen, wenn der eine oder andere kommt. Bitte schreibt mir vorher: volker(ÄT)volkerstruebing.de. Dann kann ich auch zurückschreiben, falls es taut oder andere Katastrophen eintreten …



    (VS)

  • Neue Überlebende. Mehr Zombies. Bessere Apokalypse.

    Oben zitierter Werbespruch für das Computerspiel Left 4 Dead 2 ist als Motto für 2010 genauso gut wie alles andere. Meine persönliche Variante wäre aber eher: Alte Wiederbelebte (Kloß und Spinne). Mehr Schreiben (aber nicht unbedingt im Blog). Weniger Lesungen (obwohl ich im letzten Jahr mit knapp 50 Auftritten eigentlich schon nahe an der idealen Zahl war).

    Ob das klappt wird sich zeigen, irgendwie muss ich ja Geld verdienen. Verwandte, Bekannte und Freunde haben mich in letzter Zeit immer wieder gefragt ob denn nach der Arktis und dem Mississippi schon das nächste Reiseziel feststeht. Nein, tut es nicht. Ich habe leider kein Abo auf gebührenfinanzierte Abenteuerreisen 😉 Mal gucken, wie es weitergeht. Dieses Jahr möchte ich ohnehin (siehe oben) hauptsächlich am Schreibtisch oder (siehe unten) in Cafés verbringen.

    Aber über all das kann ich mir ab irgendwann im März Gedanken machen. Die Arbeit an der Mississippiserie scheint kein Ende zu nehmen, obwohl dieses schon seit Wochen in Sicht ist, außerdem muss ich noch das Buch dazu schreiben, die Kloß-und-Spinne-DVD und Folge 17 fertig machen. Wenn´s weiter nichts wäre … aber irgendwie kommt ja immer alles auf einen Haufen (zumindest immer genau dann, wenn man sich durch eine Häufung von Sachen zu dieser blödsinnigen, verallgemeinernden und selbstmitleidigen Bemerkung hinreißen lässt). Ich habe mal wieder meine Steuererklärung gründlich verschlampt, weshalb sie das Finanzamt ersteinmal für mich gemacht und mir zum 23.12. zugesendet hat. Natürlich mit großem Vertrauen in meine finanzielle Zukunft. Dabei hatte ich mir für 2009 ganz fest vorgenommen, dass es das erste Jahr werden sollte, in dem ich die Steuererklärung rechtzeitig abgebe!

    Gute Neujahrsvorsätze haben noch nie hingehauen, darum habe ich dieses Jahr eine neue Taktik auspobiert: ich habe mir vorgenommen, die Steuererklärung wieder zu verschlampen und ganz viel zu rauchen. Wenn ich meine Vorsätze wie üblich nicht einhalte, lebe ich steuersorgenfrei und gesund, wenn ich sie einhalte, kann ich sehr stolz auf mich sein. Win-win-situation heißt sowas.

    Einen Tag nach dem Steuerbescheid gab es dann aber auch eine positive Weihnachtsüberraschung. Mein schönstes Weihnachtsgeschenk:

    Die Weihnachtsferien waren sowieso schön, nicht nur wegen dem Hubschrauber.

    Ich wusste gar nicht mehr, wieviel Spaß eine Schneeballschlacht macht. Wenn man die Hände in den Schnee steckt, der so kalt ist, dass es beinahe weh tut. Aber ein paar Augenblicke später scheinen sie zu glühen, ein phantastisches Gefühl. Schade war, dass ich bei meiner größten Schneeballschlacht am 31.12. keine ebenbürtigen Gegner hatte, so dass ich mir schließlich selbst das Gesicht einseifen musste.

    (VS)

  • Die Krise im Einzelhandel …

    … hat meiner Meinung nach nichts mit der Finanzkrise oder Sonntagsöffnungszeiten zu tun, sondern ist selbstverschuldet. Klar geben die Leute weniger aus, wenn es nur Mist zu kaufen gibt! Da geht man in ein Bekleidungsfachgeschäft und sagt: „Ich hätte gern was Schönes zum Anziehen“ und bekommt als Antwort: „Hamwer nich“. Nur dass sie in Wirklichkeit gar nicht „Hamwer nich“ sagen, sondern einen zu einem Ständer mit hässlichen Sachen führen und sagen: „Bitte schön“. Und wenn man dann sagt: „Nein, nein, was Schönes wollte ich, was Schönes!“, dann sagen sie: „Na, ist doch was Schönes“, obwohl jeder Mensch sehen kann, dass es hässliche Sachen mit blöden Aufdrucken sind, deren schlechte Qualität ein viel zu selten vorgebrachtes Argument gegen Kinderarbeit und Sweatshops ist.
    Oder man geht in einen Telefonladen und sagt, man hätte gern ein gutes Handy und bekommt das Nokia N86 angedreht. Klar, dass man da zum Shoppingmuffel wird!
    Heute wollte ich einen Kalender kaufen und ich glaube nicht, dass ich zuviel verlangt habe: Er sollte die nötigen Spezifikationen aufweisen, um aus ihm das perfekte Notizbuch zu basteln. Ein Taschenkalender mit Wocheneinteilung. Hochkant. Nicht zu teuer, aber er muss auch nicht 1,99 kosten.
    Gabs in den ganzen Schön-Schöner-Schönhauser-Allee-Arcaden nicht. „Nein, die mussten wir leider aus dem Programm nehmen, weil wir festgestellt haben, dass die Leute die gerne kaufen. Aber gucken Sie doch mal dort drüben, da haben wir eine reiche Auswahl beschissener, überteuerter Kalender, da finden Sie sicher was!“

    Nee, nee. Da gebe ich doch lieber 10 Euro für ein wirklich gutes (oder zumindest: wirklich interessantes) Radio aus.

    Wir haben es geschafft. Fast. Ab Mai 2010 können wir senden. Ein freies Kulturradio in Berlin. Kontinuierlich für ein Jahr. Auf UKW 88,4 MHz. Alles ist da. Nur das Geld für die Gebühren fehlt. 50.000 Euro. Wer soll das bezahlen? 300 Herbstradiomacher schaffen das nicht. Schon gar nicht bis 31. Januar 2010. Das ist der Stichtag für den Antrag bei der Medienanstalt. Jetzt sind alle gefragt: Sendemacher, Veranstalter, Hörer. 5000 Leute. Jede/r ein Zehner.

    Wie sich ein freies Kulturradio anhört? Nehmt einen beliebigen Radiosender und lasst einfach drei Dinge weg: Hits, Profis, Spam. Bei uns suchen Sendemacher noch selbst ihre Platten aus. Sie haben etwas zu sagen und behandeln Hörer nicht wie Kleinkinder. Information ja, Werbung nein. Humor ja, Comedy nein. Musik klar, Rotation weg. Ist doch total einfach.

    Jetzt muss ich nur noch dran denken, die Überweisung zu erledigen …

    (VS)

  • Mal was anderes?

    Zum Beispiel einen kecken, modernen Hitlerjungenschnitt?

    Ich musste lange nachdenken, bis ich darauf kam, dass dieser Friseur eben gerade keine HJ-Tolle anpreist, sondern darauf aufmerksam machen möchte, dass er (seiner Meinung nach im Gegensatz zu allen anderen Friseuren) auch noch mehr zu bieten hat. Zum Beispiel kecke, moderne 80er-Jahre-Frisuren wie in der kleinen Grafik links angedeutet.

    Man muss schon höllisch aufpassen, was man schreibt, sonst kann das ganz schnell missverstanden werden. Die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft zum Beispiel macht Werbung fürs Schwarzfahren:

    (VS)

    PS: „Mister und MissisSippi“ haben eine wichtige Hürde genommen. Hier gibts einen kleinen Werkstattbericht.

  • Advent, Advent, der Reichstag brennt

    Das ist schön:

    [youtube=http://www.youtube.com/watch?v=x_qosUc2TTc]

    Leider durch eingebettete, aber zum Glück wegklickbare Werbung verunstaltet, trotzdem anguckenswert. Ich würde auch gerne mal wieder ein Video machen, aber die Arbeit an dem ganz langen Video für Ostern hält mich davon ab. Inzwischen ist die Serie soweit, dass wir uns der Endabnahme zu stellen wagen. Und ich kann anfangen, das Bilderbuch zum Film zu schreiben. Ich weiß noch nicht genau, wie es werden soll, aber vielleicht begegne ich ja dem Typen aus dem Adventskalenderfilmchen und er lässt mir ein Licht aufgehen.

    (VS)

    PS: Jaja, die Sache mit den Minaretten … ach nö, ich will dazu nichts schreiben; im Moment nicht einmal richtig drüber nachdenken. Und ganz bestimmt will ich nicht die Schweizer Schokolade wegschmeißen, die ich noch zuhause habe. Es sei denn, jemand schenkt mir dafür ein paar Tüten von diesen gebrannten Mandeln in Schokolade „mit einem Hauch von Zimt und Koriander“ – schon für diese Dinger hat sich der ganze Mauerfall gelohnt.

  • Ein Blog, wie es auch von Indianern geschrieben wird

    Auf der Verpackung von PUEBLO-Tabak findet sich der folgende seltsame Text: „PUEBLO ist eine traditionelle Mischung aus amerikanischen Virginia-Tabaken, die auch von Indianern angebaut werden“. Wenn das bedeuten soll, dass Virginia-Tabake auch von Indianern angebaut werden, dann kann sich das jede andere Virginia-Tabakmischung auch auf die Packung schreiben und ein Tafelwasserproduzent könnte sein Leitungswasser in Flaschen als „chemische Verbindung, die auch von Indianern aus dem Brunnen geschöpft wird“ anpreisen. Oder, und hier ist der Zyniker in mir erwacht: Wird tatsächlich der Tabak in den PÜBLO-Packungen unter anderem von Indianern angebaut; mit anderen Worten: Haben die eventuell zwei, drei ungelernte indianische Hilfsarbeiter auf ihrer Tabakplantage, die nun unwissentlich (und wahrscheinlich unterbezahlt) dafür sorgen sollen, den Tabak für den deutschen Verbraucher und Raucher stärker in die Nähe naturvölkischer Traditionen zu rücken?

    Egal, der Tabak ist jedenfalls gut, soweit Tabak gut sein kann; auf jeden Fall besser als American Spirit. Wo ich gerade von Amerika schreibe: Heute haben wir den ersten Teil von Mister und Missis.Sippi auf die erforderliche Laufzeit von 44 Minuten runtergekürzt (nach grob geschätzt 11 Kürzungs- und Überarbeitungsrunden). Wenn alles klappt – und es wird alles klappen! – sind am Wochenende auch Teil 2 und 3 fertig und bereit für die Endabnahme. Sechseinhalb Monate nach dem ich mit der Vorbereitung angefangen habe, ist für mich dann die Hauptarbeit am Film vorbei. Ich muss dann eigentlich bloß noch Texte überarbeiten und Sprachaufnahmen machen. Naja … und ein Buch dazu schreiben, das wahrscheinlich niemand lesen wird, weil die schönen Bilder von Matthias sowieso vom Text ablenken werden.

    (VS)