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  • Zahl der Verkehrstoten drastisch gestiegen!

    Vor Schindluder mit Statistiken macht leider kein politisches Lager halt. In dem Buch „Das Imperium der Schande – Der Kampf gegen Armut und Unterdrückung“ von Jean Ziegler bin ich auf folgende Aussage gestoßen:

    Vor vierzig Jahren litten 400 Millionen Personen an permanenter und chronischer Unterernährung. Heute sind es über 854 Millionen.

    Das ist sicher wahr und in jedem Fall schrecklich. Doch die mit dieser Aussage suggerierte Verschlimmerung der Lage wird durch die unterschlagene Tatsache relativiert, dass sich im selben Zeitraum auch die Weltbevölkerung mehr als verdoppelt hat – der Anteil der Hungernden ist also nicht gestiegen. Wenn man andere Zeiträume oder Berechnungsgrundlagen wählt, ist er sogar gesunken. (Zumindest habe ich eine solche Rechnung neulich in einem anderen Buch gelesen. Das finde ich aber gerade nicht, und wie es hieß und wer es geschrieben hat, weiß ich auch nicht mehr. Ich weiß nur noch, dass ich es im Bahnhofsbuchhandel in Chemnitz gekauft habe, aber das ist jetzt auch nicht besonders hilfreich.)
    Bitte nicht falsch verstehen: Selbst wenn der Anteil und auch die absoluten Zahlen deutlich gesunken wären, wäre es selbstverständlich ein Skandal – nein, Ziegler verwendet das bessere Wort: eine Schande, dass überhaupt Menschen hungern, obwohl die Weltwirtschaft ausreichend Nahrung für alle produziert. Es ärgert mich nur, wenn ich so offensichtlich durch Auslassungen manipuliert werden soll. Das macht es schwerer, dem Rest zu vertrauen.
    Man kann behaupten, dass die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland 2007 zurückgegangen ist. Oder drastisch gestiegen, verglichen mit 1850. Irgendjemand hat mir erzählt, dass eine von der Tabakindustrie bezahlte Studie ergeben habe, dass Rauchen die Wahrscheinlichkeit senke, an Alzheimer zu erkranken – logisch, weil viele Raucher sterben, bevor sie ins beste Alzheimeralter kommen.

    „Imperium der Schande“ ist dennoch ein sehr lesenswertes Buch, und ich möchte es unbedingt weiterempfehlen. Zieglers wirtschaftliche und politische Analysen und Empfehlungen sowie die Darstellung bestimmter Heldenfiguren erscheinen mir an manchen Stellen zu einseitig, aber ich bewundere die Klarheit seiner Aussagen:

    Wer an Hunger stirbt, stirbt als Opfer eines Mordes.

    Und bei allen Kritteleien an den Details: Diese Kernaussage belegt er auf eindrucksvolle Weise.

    (Volker Strübing)

  • Jubiläum: Seit 50 Wochen ist jeden Sonntag 1. April!

    Sehr gern mag ich die Serie „Erklär mir die Welt“ aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, die heute in die 50. Runde geht. Herzlichen Glückwunsch! Im Wirtschaftsbereich ist es meine liebste Satirereihe. Unvergessen die 7. Folge mit dem Titel „Warum ist Reichtum keine Sünde?“, in der das herzzerreißend traurige Schicksal der Reichen in Deutschland beweint und die Behauptung aufgestellt wurde, reiche Menschen seien bescheidener als arme, da sie ja einen viel kleineren Prozentsatz ihres Einkommens für Konsum ausgäben.
    Da ich kein Spielverderber sein will, tue ich gelegentlich so, als sei das alles ernst gemeint und schreibe eine Kritik dazu.

    Bevor ich mir für die nachher anstehende Bahnfahrt nach Jena die heutige Ausgabe kaufe und mit vorfreudigem Schmunzeln den Geld&Mehr-Teil aufschlage (laut Ankündigung lautet das Thema heute „Warum ist Ungleichheit prima?“), will ich noch was zur letzten Folge schreiben:

    „Warum gibt es arme Länder?“ (mehr …)

  • Kloß und Spinne – Teil 2: Klimakatastrophe

    Meine Fresse, war ich fleißig …

    [youtube=http://www.youtube.com/watch?v=OB7LqL5sOlg]

    Aber wöchentlich … nee, das wird nichts. Da würde ich vor dem Computer vereinsamen und verhungern. Und ich habe gerade extra nochmal meine guten Vorsätze für 2007 durchgeguckt, und „Vor dem Computer vereinsamen und verhungern“ war nicht dabei 🙁

    Also vielleicht alle 2 Wochen oder alle 11 oder so.
    (Volker Strübing)

  • SpiegelBild

    Keine Zeit! Muss was für heute Abend machen. Darum statt nem eigenen Text nur ein Link zu einem Artikel In Heiko Wernings Reptilien-Blog. Eine schön geschriebene und absolut berechtigte Abrechnung mit der Spiegel-Titel-Story „Die große Klima-Hysterie“

    Die SPIEGEL-Titelgeschichte verbreitet keineswegs falsche Fakten – sie ist nur ein Meisterstück infamer Demagogie. Denn sie zupft sich Dutzende von komplett aus dem Zusammenhang gerissene Einzelinformationen, garniert sie mit ein paar Außenseitermeinungen, wählt von mehreren denkbaren Szenarien immer das Günstigste und macht die Stoßrichtung dann sprachlich klar: So werden aus Wissenschaftlern mit Thesen jenseits der fachlichen Mehrheitsmeinung eben plötzlich jene „kühlen Köpfe“ oder „Besonnene“, während alle, die nicht so recht glauben mögen, dass eine Klimaerwärmung so glimpflich oder gar positiv ausgeht, eben mit abwertenden Hysterie-Vokabeln überzogen werden. Dazu ein kräftiger Schuss Zynismus: „Zweifellos wird es Verlierer des Wandels geben – aber eben auch Gewinner“, und fertig ist das rebellische Anti-Mainstream-Meinungsstück.

    Gibts eigentlich sowas wie Bildblog für den Spiegel?

    Übrigens – Zufall? Synchronizität? Verschwörung? – sitze ich gerade am zweiten Teil von Kloß und Spinne, in welchem die beiden über die Erderwärmung diskutieren … mal gucken, ob ich bis heut Abend eine Rohfassung hinkriege.

    (Volker Strübing)

  • Wenn Robben hinter Robben robben, robben Robben Robben nach

    Parental Advisory: Im folgenden blogge ich über Blogs und Blogger. Und über die Bahn. Und über Bielefeld. Wer weiterliest, ist gewarnt und soll hinterher nicht rumheulen.

    (mehr …)

  • Kloß und Spinne – Computer kaputt

    So, jetzt aber, der Film für den Sonnabend Abend:

    [youtube=http://www.youtube.com/watch?v=zs7VIQiSHQQ]

    (Volker Strübing)

    PS: Ich hab Probleme mit dem Format. Keine Ahnung, warum da dieser schwarze Rand drum ist. Hier gibts das Video über die ganze Höhe des Bildschirms, leider aber nicht über die ganze Breite, weshalb die Figuren ziemliche Eierköpfe haben. Naja. Tut mir leid, wenn ich da jetzt so penetrant drauf rumhacke, aber heute Abend kann man es leinwandfüllend in Bielefeld sehen 🙂

  • Vorsätze sind ein zerbrechliches Gut

    Ach, von wegen Blogurlaub. Heute Abend ist Bloglesung. In Bielefeld. Und auf dem Sparrenblog wird diese Lesung evtl. live kommentiert, auf alle Fälle aber werden live Fotos geflickert. Sei auch Du dabei! Um 9 auf http://sparrenblog.twoday.net Wahrscheinlich ist es aber auch nicht soooo schlimm, wenn man sich das erst morgen anguckt …

    Außerdem habe ich gerade ein neues Video hochgeladen, aber da das noch von YouTube umgerechnet wird, hier erstmal ein schönes Video von Schwadroneuse, das ich jetzt erst entdeckt habe, obwohl es schon seit 4 Monaten unbeachtet und traurig auf Zuschauer wartet – Der Todesbart:

    [youtube=http://www.youtube.com/watch?v=a5nfkWGIX70]

    Allen ein schönes Wochenende! Auch mir!

    (Volker Strübing)

  • Wegen Überlastung geschlossen (aber nur kurz)

    Ich brauche noch ein paar Tage Weblog-Urlaub. Ich war und bin zuviel unterwegs und es ist ’ne Menge liegengeblieben. An nervigem Kram, aber auch an Ideen und Projekten. Aber Montag oder so geht es bestimmt schon weiter. Vielleicht mit einem Bericht über Sparrenblog vs. Schnipselfriedhof:

    bloglesung.jpg

    Das wird sicher schön. Mit Multimedia-Gedöns, hey! Außerdem fahre ich 1.Klasse nach Bielefeld – falls ich den Gutschein finde, den mir die gute alte Tante Bahn zugeschickt hat, um mich von den Vorteilen zu überzeugen und zu einem generellen Umstieg auf die 1.Klasse zu bewegen. Lieber Onkel Mehdorn, überzeuge Du die Veranstalter davon, dass sie mir dann auch weiterhin die Fahrtkosten erstatten, und die Sache ist geritzt.

    (Volker Strübing)

  • Bodensee bizarr

    Mit einem Schienenersatzverkehrsbus durch Radolfzell am Bodensee. Vorbei am Tattoo- und Piercingstudio „Swastika“ und einem Kriegerdenkmal, das aussieht, als hätten es die Nazis gebaut. Und das in einem Ort, der „Adolf“ im Namen führt, jeijeijei.

    Und zum Kompott kriegt man am Bahnhof nicht mal ein vernümpftiges Schnitzel.

    (Volker Strübing)

  • Der ganzen Welt zur Kenntnisnahme

    Bin gerade in Bayreuth, vertrete Spider bei einer kleinen Surfpoeten-Tour durch Süddeutschland. Ahne ist schon einen Tag länger unterwegs und gestern Abend von Luzern aus zu uns gestoßen. Er hat erzählt, dass er morgens um 8 die ZDF-Nachrichten geguckt habe. (Warum guckt Ahne um 8 in Luzern ZDF-Nachrichten? Der Mann hat dunkle Seiten, von denen niemand etwas ahnt – oh „ahnt“ und „Ahne“ … Nachtigall, ich hör dir trapsen, hör ich dir, aber ich geh da jetzt nicht näher drauf ein, nee, nee. Weiter im Text:) Die Sprecherin hat wohl gesagt (noch ’ne Abschweifung: Wie bringt man eigentlich korrekt ein indirektes Zitat in einem indirekten Zitat unter? Wahrscheinlich vermeidet es jeder gute Autor einfach.) also: meinte Ahne so, dass sie Sprecherin gesagt haben habetäte, dass der Papst habe in Südamerika vor „Sex in der Ehe“ gewarnt. Dann hat sie kurz gestutzt und sich verbessert: „Vor der Ehe“.

    Ich habe dann versehentlich beim Vorlesen einer Geschichte statt: „Der alte Mann saß im Wartehäuschen“ „Der alte Mann saß im Wartehöschen“ gesagt.

    Naja.

    (Volker Strübing)