Kategorie: Literatur / Lesebühne / Poetry Slam

  • Und sowat schönes woll’n die nun verbieten!

    Schnell noch mal Zigarettenrauch fotografieren, bevor’s nur noch Disconebel gibt!

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    Andererseits gebe ich zu bedenken, dass eine einzige Zigarette für diesen Nebel gereicht hat. Nicht auszudenken, wenn 50 Leute in dem Raum geraucht hätten. Außerdem kriegt man ähnlich schöne Effekte mit einer Kerze hin, die in sich selbst hineinbrennt. Das folgende (verwackelte) Bild entstand am selben Ort während der Ansage zur Chaussee der Enthusiasten – und vor oder während der Chaussee herrscht Rauchverbot:

     

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    (Ja. Es war wirklich die Kerze; kein heimlicher Raucher)

    (Volker Strübing)

  • Erfolg macht traurig

    Bei der VG Wort sind mehr als eine Viertelmillion Autorinnen und Autoren registriert. Man könnte eine komplette Großstadt mit Schrifftstellern, Publizisten, Journalisten, Textern und so weiter vollmachen und sie dann mit versteckter Kamera dabei beobachten, wie sie morgens kopfschüttelnd vor dem verschlossenen Bäcker stehen und anschließend einen aufrüttelnden Roman mit dem Titel „Der Tag, an dem die Brötchen alle waren“ verfassen. (mehr …)

  • Schnipsel vom 1.11.2007

    • Letzten Freitag war ich zu Gast bei der Darmstädter Dichterschlacht – dem größten regelmäßig stattfindenden Poetry Slam Deutschlands (und einem sehr schönen noch dazu). Ebenfalls dabei war Björn Högsdal, den ich vorher nur vom Hörensagen und mal kurz sehen kannte und der zwei wirklich sehr, sehr tolle Texte vorgetragen hat. Und hinterher sagte er etwas sehr Schönes über das Rauchen: „Wenn Zigaretten gesund und kostenlos und lecker wären, würde ich Kette rauchen.“
    • Am Dienstag gab es dann so eine Art privaten Kochslam in Ueckermünde. Ich trat an mit Eierschecke mit Fraktalgemüse, wurde aber im zweiten Gang von Axel mit einem metaphysischen Wunderakt im nietzscheschen Sinne vom Minderheitenblech ausgestochen (unter anderem waren Schafskäse und Honig im Spiel).
    • In meinen Schnipseln vom 19.10.2007 berichtete ich über peinliche Werbeplakate in Köln, die ich leider nicht mehr zu fotografieren geschafft hatte. Jetzt wurden mir Beweisfotos zugespielt.
      Das folgende hatte mich besonders beschäftigt und dazu geführt, dass ich mich in Köln unter der Dusche sehr, sehr unwohl fühlte:

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      Und das hier ist auch nicht schlecht gut:

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      Sowas passiert, wenn Werbetexter „frech“ sein wollen …

      Vielen Dank an Lukas für die Fotos!

    • Märchenbücher sind ja das neue große Ding, wenn man reich und berühmt werden will. Darum habe ich jetzt auch eins geschrieben und lese es heute bei der Chaussee der Enthusiasten vor. Es ist das Märchen vom lieben König und dem bösen Monster.

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    • Auch ’ne neue Erfahrung: Im Regionalexpress an der Steuererklärung arbeiten …
  • Slam 2007 (7) – Da war doch noch was

    Hab ich mich bei der Numerierung doch tatsächlich vertan und die (7) vergessen! Trifft sich aber ganz gut, weil ich auch noch was anderes hier reinzuschreiben vergessen habe, und das obwohl ich mal behauptet habe, das sei hier kein (altes) Neues Deutschland, in dem nur Erfolgsmeldungen stehen. Also: Ich hab geraucht. Beim SLAM und bei der Buchpremiere 🙁

    Seit dem nicht mehr, also besteht noch ein klein wenig Hoffnung, dass ich der Raucherei gerade noch mal von der Schippe springe … Ich drück mir die Daumen.

    (Volker Strübing)

  • Slam 2007 (8) – Letzte Worte

    Ich hoffe, meine etwas bizarren Blog-Glückwünsche an Marc-Uwe Kling waren nicht zu missverständlich. Auch wenn da nur steht: „Es trifft keinen Falschen“ hat es, wie ich finde, den einzig richtigen getroffen. Und das trotz einiger großartiger Beiträge im Finale und obwohl ich auch anderen Leuten – Micha zum Beispiel – einen Sieg ebenfalls von ganzem Herzen gewünscht und gegönnt hätte. Marc-Uwe war aber nun mal der beste. Ko hat’s am besten beschrieben.

    Vielen Dank auch an dieser Stelle noch mal an das Organisationsteam und alle Helferinnen und Helfer – ihr habt’s uns kleinmütigen Zweiflern ordentlich gezeigt!

    Und auch wenn ich das Wortspiel „Slamily“ eigentlich sehr unästhetisch finde, so hat sich doch mal wieder gezeigt, dass es nicht von ungefähr kommt.

    Schön war’s.

    Und ab morgen schreibe ich wieder über andere Sachen 🙂

    (Volker Strübing)

  • Slam 2007 (6) – Ich schenke Marc-Uwe vier Worte eines Nazis

    Bevor ich mich in langen Lobeshymnen ergehe, setze ich lieber auf Understatement und gebe Marc-Uwe, dem alten und neuen National Slam Champ vier Worte mit auf den Weg, die mir mal ein Nazi gesagt hat. Es war im Sommer 2005, ich war nachts mit dem Fahrrad in Lichtenberg unterwegs und habe Musik gehört und wohl auch laut mitgesungen und bin Schlangenlinien gefahren auf den leeren Straßen, weil ich gut gelaunt und angetrunken war. Und dann waren die Battereien alle. Ich hatte damals so einen doofen Disc-Man, bei dem man die CD rausnehmen musste, um ans Batteriefach zu gelangen. Außerdem waren die frischen Batterien irgendwo in meinem Rucksack vergraben. Nur ein paar Meter weiter leuchtete die Bierreklame einer Kneipe und ich hielt es für eine gute Idee, den Batteriewechsel ganz in Ruhe bei einem kleinen Bier vorzunehmen.

    Es war keine gute Idee. (mehr …)

  • Slam 2007 (5) – Vor dem großen Finale

    Merkwürdig war es schon: Gestern im Halbfinale bin ich erst solo und dann gegen mich selbst mit Micha als Team LSD angetreten. Diese etwas unglückliche Auslosung betraf nicht nur mich: Auch Maik und Mischa mussten solo gegen ihre Teams antreten. Um es auf die Spitze zu treiben, wurden ich und Team LSD auch noch auf direkt aufeinanderfolgende Startplätze gelost. Hierbei hatten wir aber wirklich Gück: Ich war vorletzter und unser Team letzter Starter des Halbfinales. Pechvogel des Abends war Mischa – er musste solo eröffnen und dann schon als dritter im Team antreten. Verdammt ungünstige Vorraussetzungen. Und trotzdem ist er solo am Ende auf dem fünften Platz gelandet und wirklich knapp am Finale vorbeigeschlittert … punktgleich übrigens mit Team LSD … während ich allein punktgleich mit SMAAT auf dem ersten Platz landete. Tja, hätte ich solo verkackt, wären sowohl Team LSD als auch Mischa weitergekommen. Aber soweit geht mein Altruismus nun auch wieder nicht.

    Sehr froh bin ich darüber, dass Micha (also jetzt wieder der ohne S, der Ebelingsche) in seinem Halbfinale ebenfalls erfogreich war und auch ins Finale heute im Admiralspalast einzieht. In den letzten Jahren hatte er soviel Pech mit den Auslosungen, gerade bei den Meisterschaften, dass es einfach zu ungerecht wäre, wenn er wieder mal hätte eröffnen müssen und nur deshalb ausgeschieden wäre. Dieses Schicksal traf in Michas Halbfinale dafür Julius Fischer, der sich aber ebenso wacker wie Mischa geschlagen hat und nur knapp am Finale gescheitert ist. Trotzdem – dolles Ding, Julius, und Glückwunsch noch mal zum gewonnenen Song-Slam am Donnerstag!

    Ich freue mich sehr auf heute Abend, auf das Finale im Admiralspalast. Etwas entspannter wäre ich, wenn ich wüsste, womit ich antreten soll. Am geschicktesten wäre es natürlich, das zu machen, was ich am besten kann: Lustige Geschichten vorlesen. Und natürlich wäre es auch total bescheuert, ausgerechnet im Finale etwas ganz anderes zu machen als sonst, aber irgendwie reizt mich der Gedanke doch. Zumal ich in letzter Zeit sehr, sehr wenige lustige Vortragstexte geschrieben (diese blöde Filmmacherei immer!) und die beiden slamtauglichsten schon in Vorrunde und Halbfinale rausgehauen habe. Okay, ich kann auch auf was älteres zurückgreifen – solange ich es noch nie bei einem National vorgetragen habe, ist das kein Problem.

    Ich geh jetzt ’ne Stunde spazieren und denke drüber nach. Und – oh ja! – esse etwas Leckeres, Fett- oder Bluttriefendes …

    (Volker Strübing)

  • Slam 2007 (4)

    Team LSD ist im Halbfinale und nach der Auslosung steht fest, dass ich heute Abend als Einzelslammer gegen unser Team antreten muss. Vielleicht werden wir ja auch noch so ausgelost, dass ich gleich für zwei Beiträge auf der Bühne bleiben kann.

    Gleich kommt Micha, um mit mir zu üben und dann muss ich mich noch ein halbes Stündchen zurückziehen und 100 mal in Schönschrift „Ich bin ein Idiot“ aufschreiben, damit ich als Einzelteilnehmer was passendes zum Vorlesen habe.

    (Volker Strübing)

  • Slam 2007 (3) – Die erste Hürde

    Ich bin im Halbfinale! Dabei bin ich mit 47 von 50 möglichen Punkten in meiner Vorrunde gerade mal Dritter geworden. Harry Kienzle hat phantastische 50 Punkte abgeräumt. Nur einer der 7 Juroren hat es gewagt, bei ihm eine 9 statt einer 10 hochzuhalten – aber die höchste und die niedrigste Note werden sowieso gestrichen. Auf Platz zwei mit 48 Punkten landete Bumillo. Beide kannte ich bisher nicht richtig – da ist mir im vergangenen Jahr wohl so einiges an Neuem in der Slamily entgangen. Als vierter aus unserer Vorrunde zieht Mirco Buchwitz ins Halbfinale ein.

    Ich bin sehr stolz auf einen tollen Special Effect am Ende meiner Geschichte, obwohl der reines Glück war: Nach Balauf der 5-Minuten-Frist, die jedem zur Verfügung steht, ertönt ein elektrischer Türgong. Am Ende meines Textes breche ich mitten im Satz ab, als sich der Protagonist wünscht, „dass diese Geschichte endlich zu Ende …“ Und genau auf dem Wort „Ende“ ertönte das Ding-Dong. Ich hatte das Timing zwar einigermaßen im Griff, aber dass es so perfekt klappen würde, konnte ich nicht vorraussehen. Bei Bumillo sowie (in einer anderen Vorrunde) Grohacke hatte der Türgong sowie die 15 Sekunden später einsetzende Rede vom Band ähnliche Effekte. Vielleicht wird das zum neuen Sport während des Nationals: Wer schafft es am besten, diese Retriktionsmaßnahmen zu Wohle seines Textes einzusetzen …

    Micha ist auch weiter, hurra! Und heute 18.00 Uhr sind wir dann als Team wieder in der Vorrunde.

    Sehr gefreut hat mich, dass meine Befürchtungen bezüglich der Stimmung und der Besucherzahl bei den Vorrunden unnötig waren. Zumindest im Kato und im Ballhaus Naunynstraße gab es viel Publikum, viel Applaus, viel Slam-Atmosphäre. (Im Kato leider auch viel Rauch.) Die Qualität war (trotz Ausrutschern) sehr hoch, hoffen wir, dass nicht das meiste Pulver schon verschossen wurde, um die Vorrunden zu überstehen. Was ich von dem gemischten Team- und Einzelwettbewerb halten soll, weiß ich noch immer nicht.

    Leider gehören zum National auch immer Enttäuschungen und Tränen. Gestern sind viele Leute, denen ich das Weiterkommen sehr gewünscht habe, ausgeschieden. Es geht freilich nicht anders. Man kommt in eine merkwürdige schizophrene Situation. Viele andere Slammer hat man im Laufe der Zeit auch persönlich kennen und schätzen und mögen gelernt, Freundschaften sind entstanden. Und dann wünscht man ihnen allen ganz ehrlich und reinen Herzens viel Erfolg, obwohl man doch weiß, dass sie sich gegenseitig rausschmeißen werden und dass man selber versuchen wird, sie rauszuschmeißen …

    Bei einem normalen Slam spielt das keine große Rolle, aber beim National, zu dem die Leute für vier oder fünf Tage nach Berlin gereist sind und sich natürlich hoffen, möglichst lange auch als Akteure dabei zu sein, ist es verdammt hart, in der Vorrunde, vielleicht sogar gleich am ersten Abend, alle Hoffnungen begraben zu müssen.

    Für viel Verwunderung und Ärger haben wieder einmal einige Entscheidungen der Publikumsjury gesorgt. Aber das gehört natürlich dazu, die Jury kann es dem Publikum nie recht machen. Das größte Problem ist, dass sich die Jury insbesondere bei der ersten Veranstaltung des Tages erst „warm punkten“ muss. In der allerersten Vorrunde kamen zum Beispiel die vier zuletzt Angetretenen weiter – vollkommen zu recht übrigens, aber (Vorsicht, Schizophrenie!) einige andere flogen völlig zu Unrecht raus. Wäre die Reihenfolge der Auftritte anderes ausgelost worden, hätte das Resultat auh etwas anders ausfallen können.

    Aber das ist eines der am häufigsten diskutierten Themen und letztlich bringen diese Diskussionen wenig, weil es keine Lösung gibt. Alle anderen Verfahren haben genauso ihre Macken und Ungerechtigkeiten.

    Die Aftershowparty habe ich nicht mehr besucht. Dafür bin ich jetzt halbwegs fit und kann mich gleich mit Micha treffen, damit wir uns auf unseren Teamauftritt vorbereiten können.

    Ausführlich und lesenswert:

    http://www.poetry.claudio.de/2007/10/04/slam-2007-der-erste-tag/ 

    Von dort aus kann man prima über den Trackback im ersten Kommentar durch die SLAM2007-Blogs surfen.

    (Volker Strübing)

  • Slam 2007 (2) – Das Programm

    Übrigens sollte sich niemand von der verwirrenden Gesamtprogrammübersicht entmutigen lassen. Mit sehr viel Geduld und gutem Willen kann man ihm durchaus entnehmen, wann wo welche Veranstaltung stattfinden wird 😉

    Micha und ich treten als Team übrigens nicht wie im Flyer verkündet in Vorrunde 6, sondern in Vorrunde 5 auf. Vorrunde 5 findet am Donnerstag und damit nach Vorrunde 6 statt, die schon am Mittwoch ist, obwohl es auf dem Flyer so aussieht, als gehöre sie auch zum Donnerstag

    (Volker Strübing) 

    PS: Sorry und Danke an die Organisatoren – ich bin sehr froh, dass ich weder das Programm ausknobeln, noch es grafisch umsetzen musste.