Kategorie: Literatur / Lesebühne / Poetry Slam

  • SLAM 2007 (1) – Ein paar (hundert) Worte zu den Regeln

    Heute beginnen die 10. Meisterschaften im deutschsprachigen Poetry Slam, und das wird wohl der Grund dafür sein, dass ich bereits kurz vor 7 Uhr wach wurde und aufgestanden bin – nach nur 5 Stunden Schlaf, was ziemlich genau 20% der von mir empfohlenen Tagesdosis entspricht.

    Die diesjährigen Meisterschaften finden in Berlin statt, was einerseits praktisch für mich ist, andererseits erinnere ich mich an die lustigen Nächte im Foyer unseres Slammer-Hotels letztes Jahr in München, die auch nicht schlecht waren. Naja, das Partymachen wird schon nicht zu kurz kommen.

    Es gibt einige Regeln, die diesen „National“ (sprich „Näschnl“) von den vorigen unterscheiden. (mehr …)

  • Schnipsel vom 2.10.2007

    • Die Buchpremiere war – soweit ich das trotz meinern Aufregung mitbekommen habe – sehr schön. Vielen Dank noch einmal an Dan, Jochen, Micha, Spider und Yvonne, an das Team vom Sonntagsclub und an alle, die da waren! Und natürlich an den Verlag Voland und Quist für das wirklich schöne Buch. Lieber Leif, lieber Sebastian, schön, dass wir in Leipzig nochmal zusammen feiern!
    • Hm. Jetzt wo das Buch draußen ist, fällt mir ein, was wir hätten besser machen können: Wir hätten auf die Tielseite unter den Namen des Buches das Wort „Roman“ setzen können. Es handelt sich zwar um eine Sammlung von (teilweise zusammengehörenden) Kurzgeschichten, aber das ist ja noch lange kein Grund, nicht „Roman“ drauf zu schreiben. Bastei Lübbe hatte auch keine Hemmungen, der Kurzgeschichtensammlung „Andere Himmel“ von China Miéville dieses Etikett zu verpassen. Das mag ein versehentlicher Fehler sein, aber daran habe ich doch leise Zweifel. Alle Kurzgeschichtenautoren kennen das Mantra von Verlegern und Literaturagenten: „Schreib doch mal einen Roman, Kurzgeschichten verkaufen sich nicht.“ Dem Absatz des Buches hat der Fehler sicher nicht geschadet.
    • Sehr hilfreich sind natürlich auch tolle Zitate auf der Rückseite. Auf allen Büchern von Dan Simmons zum Beispile steht folgender Satz von Stephen King: „Dan Simmons schreibt wie ein Gott. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich ihn beneide.“ Klingt erstmal gut, allerdings komme ich doch ins Grübeln, wenn ich dieses Zitat auch auf den Büchern „Illium“ und „Olympos“ finde, in denen Götter als ziemlich grobschlächtige Analphabeten dargestellt werden .
    • Ich glaub’s einfach nicht … scheiße … ich glaub’s doch …


    (Volker Strübing)

  • Zwiegespräche mit Schwangerschaftsstreifen

    Der Taucher blickt traurig zu Boden und sagt: „Schlüpper zählen nicht.“ Die Rehapatientin stellt einen Teller mit einer ulkigen Wurst in einer Grabkammer voller Gold und Lapislazuli ab.

    Das klingt jetzt natürlich erst mal merkwürdig, aber das soll so. Aufklärung gibt es – tut mir leid, wenn ich schon wieder davon anfange – am Sonntag bei meiner Buchpremierenfeier.

    Ich hoffe sehr, dass es dann auch das Buch zu Bestaunen gibt, denn bis jetzt ist das große Paket nicht ankommen und ich bin etwas ängstlich. Gestern konnte ich in Leipzig schon mal ein Exemplar in den Händen halten. Die Freude war kurz, weil es gleich darauf verkauft wurde 😉 MichaEbeling, Julius Fischer, Ahne und ich waren zu einer Lesung anlässlich der Jugend Medien Tage ins wunderschöne UT Connewitz eingeladen und Sebastian vom Verlag Voland und Quist hatte den Büchertisch betreut die ersten druckfrischen Belegexemplare mitgebracht. Apropos: Ich ärgere mich ein bisschen über mein gestriges Posting, weil ich den Abdruck meiner Geschichten in der Jungle World im selben Aufwasch wie die merkwürdigen Einladungspraktiken einiger Veranstalter kommentiert habe. Ich hab das zwar voneinander getrennt, aber vorsichtshalber möchte ich doch noch mal schreiben, dass ich mich über das Dossier in der Jungle World sehr gefreut habe.

    (Volker Strübing)

  • Jungle World und Bravo

    Zu meiner Überraschung fand ich dank in der aktuellen Jungle World (Nr.38/07) drei lange Geschichten aus meinem neuen Buch abgedruckt. Das lief wohl über den Verlag. Komisch, dass mir niemand Bescheid gesagt hat. Hm … wegen eines Honorares brauche ich wahrscheinlich nicht nachfragen, das läuft bestümpt unter „sei froh über die Werbung“. Bin ich in diesem Falle auch, denn die Jungle World mag ich sehr gerne und kaufe sie gelegentlich; sogar wenn keine Geschichten von mir drin stehen 😉

    Im Grunde ist es aber schon ein Problem, dass manche Leute denken, als Autor sei man so glücklich über jede Gelegenheit, vorzulesen oder zu veröffentlichen, dass man am liebsten draufzahlt. Vor kurzem hat ein Kollege so eine Einladung bekommen zu einer Lesung in einer anderen Stadt – die Zahlung von Fahrt- und Übernachtungskosten oder gar einer Gage wurde gleich von vornherein ausgeschlossen. Andere Kollgen haben, nachdem sie auf eine recht unkonkrete Einladung mit der Frage nach der Gage antworteten, einen bösen Brief bekommen, in dem sich der Veranstalter über ihre Undankbarkeit beschwerte, schließlich biete er ihnen ein Podium und überhaupt: Dass sie solche Kommerzschweine geworden seien, sei sehr enttäuschend …

    Aber zurück um Thema Zeitungen: Gestern hat mir eine Bekannte erzählt, dass ich in der Bravo erwähnt wurde! Nicht in einem Artikel oder so, nee, das wäre ja langweilig und doof, Artikel sollen sie ruhig weiter über Britney Spears und Tokio Hotel schreiben. Nee, ich wurde im Erotikteil erwähnt. Da sind immer so Bilder von nackten Jungs und Mädchen, die über ihren ersten Sex erzählen und über ihre Lieblingsband und so. Und einer hat „Das Paradies am Rande der Stadt“ als Lieblingsbuch genannt. Das fand ich toll.

    Ich möchte bei dieser Gelegenheit noch mal auf meine Buchpremiere am Sonntag im Sonntagsclub in der Greifenhagener Str. 28 hinweisen und alle Schnipselleser herzlich einladen. Und am Freitag und Sonnabend kann man Spider im Zebranotheater einen ganzen Abend lang zuhöre. Jeweils um 20.30 Uhr.

    (Volker Strübing)

  • 30.9.2007: Ziegelstein-Release-Party

    Am 1. Oktober erscheint „Ein Ziegelstein für Dörte“ offiziell – und ich feiere rein! Alle sind herzlich eingeladen. zur Buchreleaseparty am 30. September ab 20.30 Uhr im Sonntagsclub in der Greifenhagener Str. 28 (Nähe S-Bahnhof Schönhauser Allee). Der Eintritt ist frei, die Getränke sind preiswert, die Musik wird gut (danke Yvonne!) und das Programm nicht allzu lang. Bestümpt wird es auch eine Filmpremiere geben.

    Der Sonntagsclub ist ein Café für Lesben, Schwule, Bi’s, Transgender, Nachbarn und Freunde und wer nicht zu einer der ersten vier Kategorien gehört, wird automatisch in die Kategorie „Freunde“ eingeordnet. Es braucht also niemand Angst haben – die haben ja auch keine vor Heteros. Der Sonntagsclub hat eine schöne Bühne, schönes Licht, ein schönes Klavier (das auf der Buchreleaseparty wohl auch nur dekorativen Zwecken dienen wird), einen Beamer und vor allem: Ich habe nur einen Heimweg von einer Minute 😉

    Ach, ich freu mich schon!

    (Volker Strübing)

    PS: Nicht wundern. Eigentlich sollte die Party am 7.10. sein, aber aus diversen Gründen habe ich sie vorverlegt.

  • Ärgernis: Fahriger Journalismus

    Ein guter Rat an alle Schreibenden besagt, man solle nicht öffentlich auf Kritik reagieren, da man sonst schnell als eingeschnappte Leberwurst dasteht und den Eindruck vermittelt, von der eigenen Unfehlbarkeit überzeugt zu sein. (Leider ist guter Rat an mich meist verschwendet. )
    Auch las ich erst neulich, dass es ganz unnütz, ja sogar schädlich sei, Dinge, die man widerlegen wolle, zu wiederholen und der Wahrheit – bzw. der eigenen Meinung – gegenüberzustellen, da man damit nur zur Verbreitung dessen beitrage, was man doch am liebsten aus der Welt hätte.
    Und schließlich sagte schon Lichtenberg:

    Unempfindlichkeit gegen den Neid und die Bösartigkeit von anderen ist eines der sichersten Anzeichen für einen bedeutenden Geist, und weil sie so gut gerechtfertigt werden kann, ist sie auch einer der massivsten Racheakte, die sich denken lassen.

    (zitiert nach Marcus Hammerschmitt: „Bewunderer, Besserwisser und Feinde“)

    Andrerseits möchte ich mich in Bescheidenheit üben und deshalb durch Missachtung dieses Aphorismus den Eindruck vermitteln, kein bedeutender Geist zu sein. Um mal einen alten Schnipselfriedhofsschnipsel zu zitieren:

    Wie sagte doch der Kellner, als er mir gestern in der Kneipe eine neue Kerze brachte? “Hier hast du noch ein kleines Licht.” Hab ich mir “das kleine Licht” angeguckt und gedacht: Na super. Gleich und gleich gesellt sich gern …

    Jedenfalls: Jemand hat was Doofes über mich und LSD geschrieben und ich werde mich jetzt ein bisschen darüber aufregen. (mehr …)

  • Preview: Ein Ziegelstein für Dörte

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    Heute in einem Monat erscheint mein zweites Buch: „Ein Ziegelstein für Dörte“ im Verlag Voland & Quist. Es ist eine Sammlung von Kurzgeschichten. Dem Band ist (wie immer bei Voland & Quist) eine CD beigelegt. Die Texte stammen aus den 11 Jahren, die ich nun schon bei Lesebühnen aktiv bin, das Buch stellt also eine Art Retrospektive dar. Die Titelgeschichte zum Beispiel war die zweite oder dritte Geschichte, die ich überhaupt je geschrieben habe. Und ich mag sie immer noch 🙂 (Damit dürfte sich auch die Frage erübrigt haben, ob das jetzt schon wieder irgendwas mit Rainald Grebe zu tun hat.

    Am 7.Oktober gibt es auch eine Buchreleaseparty. Mehr dazu und natürlich zum Buch und der CD demnächst hier.

    (Volker Strübing)

  • Making Of Spinne und Kloß

    (Huch! Der folgende Beitrag sollte eigentlich bloß eine kurze erfreuliche Ankündigung werden und ist nun zum längsten aller Schnipselfriedhofs-Schnipsel geraten …)

    Hey! Ab demnächst laufen Kloß und Spinne im Radio! Und zwar im Rahmen der Show Royale mit Grissemann und Stermann auf Radio 1. Die erste Folge soll diesen oder nächsten Sonntag laufen. Vorerst wurden 5 Folgen aufgenommen – dieselben, die es auch schon als Trickfilm gibt, ein wenig aufbereitet und bearbeitet fürs Radio. Falls es weitergeht, wird es auch exklusive Radiofolgen geben, vielleicht auch welche, die direkt auf Ereignisse der Woche Bezug nehmen. Mal sehen. Ideen gibt’s genug. Ich bin gespannt, wie das im Radio wirkt und von den Hörern aufgenommen wird. Die Show Royale erscheint mir jedenfalls als ideales Umfeld.
    Zumal ich sowieso dauernd gefragt werde, ob ich der aus der Show Royale sei. Das geht so, seit Ahne dort seine Zwiegespräche mit Gott führt. Offenbar sind unsere Stimmen leicht zu verwechseln. Spider geht es ähnlich. Wahrscheinlich haben wir einfach eine ähnliche Stimmlage und denselben Berliner Zungenschlag.

    Ahne habe ich auch zu verdanken, dass Kloß und Spinne ins Radio kommen – nein, eigentlich sogar, dass es sie überhaupt gibt. Das kam nämlich so: (mehr …)

  • MinSeLeb

    Mancher schreibende Kollege empfiehlt, morgens nach dem Aufstehen erstmal ein paar Minuten einfach draufloszuschreiben, rauszulassen, was einem gerade durch den Kopf geht. Traumfetzen, Gedanken, sinnlose Geschichten, Hasstiraden, eine Anekdote, an die man sich erinnert – egal. Nicht nachdenken, nicht korrigieren, keine Selbstzensur, einfach nur schreiben, schreiben, schreiben. Hinterher kann man das Geschriebene bedenkenlos wegwerfen; es ging schließlich nur darum, in die Gänge zu kommen, sich warmzuschreiben sozusagen.

    Ich habe mit dieser Methode schlechte Erfahrungen gemacht. Das gute Gefühl schon einen Text geschrieben zu haben, löst bei mir wohlige Feierabendstimmung aus. Ein Text pro Tag ist schließlich genug! Ich wäre froh, wenn ich diesen Schnitt halten würde.

    Dennoch ist die Versuchung groß jetzt genau das zu tun, einfach schreiben, schreiben, schreiben ohne nachzudenken, ohne zu korrigieren, ohne Selbstzensur. Mit großer Schrift meine Internetklowand beschmieren. Das  Internet mit Gedankenmüll vollmachen, bis es platzt. Unschuldigen Lesern Lebenszeit stehlen.

    Und das alles nur, weil ich, solange ich schreibe, eine gute Ausrede habe um nicht bei der Telekom-Rechnungsstelle anzurufen. Ich bin schon gestern in der Telekomfiliale nicht ausgerastet – obwohl ich allen Grund gehabt hätte – ob ich das heute am Telefon nochmal schaffe? Die Telekom ist eines der Hauptwerkzeuge des Ministeriums zur Senkung der Lebensqualität (MinSeLeb), von dessen Existenz viele Bürger ja gar nichts wissen. Durch intensive Nachforschungen Nachdenken Gespräche beim Bier haben Spider und ich zufällig vor einigen Jahren das Geheimnis gelüftet. Leider haben wir die Aufklärungsarbeit sträflich vernachlässigt. Ich gelobe Besserung.

    So. In einer Stunde muss ich losfahren. Nach Potsdam, geheimnisvollen Dingen entgegen, von denen ich hoffentlich nachher berichten kann. Eine Stunde, puh, das wird knapp. Ich muss ja auch noch Zähneputzen und Schuhe anziehen, nee, nee, also bei der Telekom anrufen, schaffe ich jetzt nicht mehr, oder?

    Außerdem habe ich ja jetzt schon einen text geschrieben und gerade macht sich so ein wohliges Feierabendgefühl breit. Will ich mir das von den Mächten der Finsternis verderben lassen?

    Hm. Es führt wohl kein Weg dran vorbei.

     (Volker Strübing)

  • Autorenschlussverkauf?

    Letzten Freitag erschien im Feuilleton der Berliner Zeitung ein Beitrag von Jörg Sundermeier über Schriftsteller, die zu Selbstvermarktern würden und mit ihren Ideen meist zu spät kämen. (mehr …)