
Dieses schöne Schild sah ich gestern in der Kölner Innenstadt. Ich war zwei Tage für Fernsehaufzeichnungen dort, Mittwoch und Donnerstag Abend, deshalb konnte ich leider nicht zur VIP-Party gehen. (Hinter diesen Satz sollte ich vielleicht ein Grinsezeichen setzen, damit er nicht ganz so überheblich rüberkommt … ach, egal.)
Schön war’s mal wieder beim WDR Poetry Slam. Die 3. Staffel wird noch bis Sonnabend gedreht und am Mittwoch gab es ein 75-Minuten-Special zur Lit Cologne mit den Siegern der 2. Staffel, das schon am nächsten Sonnabend, dem 15.3. ausgestrahlt wird. Wie immer beim WDR Poetry Slam moderiert Jörg Thadeusz, an dem ich doof finde, dass man jedesmal nachgucken muss, wie jetzt sein Name gleich nochmal geschrieben wird, den man davon abgesehen aber einfach mögen muss, wenn man kein böser Mensch ist. So kann man übrigens ganz leicht rausfinden, ob man ein böser Mensch ist. Ich möchte jedoch darauf hinweisen, das Jörg-Thadeusz-Mögen zwar eine notwendige aber keine hinreichende Bedingung ist, um ein guter Mensch zu sein.
Auf der Rückfahrt saß dann Harald Schmidt in der Mitropa im Bordrestaurant. Am Tisch schräg gegenüber. Die Chance, hinzugehen, ihm mein Buch in die Hand zu drücken und die Schnipselfriedhofsadresse auf die Serviette zu kritzeln und zu fragen, ob er mich nichtmal in seine Sendung einladen kann, ich würde auch im Gegenzug einen Lesebühnenauftritt für ihn klar machen, und ihm von den Trickfilmen zu erzählen – ob die nicht was für seine Sendung wären; ich würde auch nicht darauf bestehen, dass diese in „Schmidt und Pocher und Kloß und Spinne“ umbenannt wird.
Aber ich habe dann bloß „einen Kaffee bitte“ zum Kellner gesagt. Ich mag ja den Bahnkaffee. Meistens trinke ich ihn an meinem Sitzplatz, weil er da 20 Cent billiger ist und bloß lumpige 2,70 kostet, aber diese Variante fiel aus, als sich zwischen Bielefeld und Hannover eine Männerhorde mit Dönern an den Tisch auf der anderen Gangseite niederließ. Ich nehme an, dass sie den Böse-Leute-Test nicht bestehen würden – dann lieber Harald Schmidt und die ganze Zeit angestrengt nicht hingucken … ach, wäre ich mal doch zur VIP-Party gegangen, dann hätte ich ganz entspannt und auf einer Augenhöhe mit ihm reden können!
(Volker Strübing)










