Kategorie: Schnappschüsse

  • Mal was anderes?

    Zum Beispiel einen kecken, modernen Hitlerjungenschnitt?

    Ich musste lange nachdenken, bis ich darauf kam, dass dieser Friseur eben gerade keine HJ-Tolle anpreist, sondern darauf aufmerksam machen möchte, dass er (seiner Meinung nach im Gegensatz zu allen anderen Friseuren) auch noch mehr zu bieten hat. Zum Beispiel kecke, moderne 80er-Jahre-Frisuren wie in der kleinen Grafik links angedeutet.

    Man muss schon höllisch aufpassen, was man schreibt, sonst kann das ganz schnell missverstanden werden. Die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft zum Beispiel macht Werbung fürs Schwarzfahren:

    (VS)

    PS: „Mister und MissisSippi“ haben eine wichtige Hürde genommen. Hier gibts einen kleinen Werkstattbericht.

  • Cat Content

    Eine Buchhandlung ohne Katze ist wie Salz ohne Suppe. Oder so. Leider gerät diese simple Wahrheit im Zeitalter der großen Buchhandelsketten immer mehr in Vergessenheit. Als Berliner muss man bis Ueckermünde in die beste Buchhandlung der Welt fahren (dafür gibt es dort aber auch gleich zwei Katzen mit insgesamt sieben Beinen). Die nächste Gelegenheit gibt es meines Wissens dann erst wieder in Vicksburg, Mississippi, zwei Häuser neben dem Geschäft, in dem das erste mal eine Coca-Cola in Flaschen abgefüllt wurde. Die Buchhandlung Lorelei hat sich allerdings trotz ihres Namens auf englischsprachige Bücher spezialisiert.cat 01

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    (VS)

  • Amerika

    Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, dass ich jemals nicht unbedingt in die Vereinigten Staaten wollte. Es ist toll, monströs, niedlich, arm und protzig, hässlich, beängstigend, wunderschön; die Menschen sind unglaublich gastfreundlich, manchmal unglaublich dick, verdammt cool und sie leiden genauso unter der Hitze wie Du, weil es gerade eine Rekordhitzewelle gibt und beim Barbeque holt vielleicht Greg die Knarre, die er immer in der Hosentasche hat, heraus und erklärt dir, dass die Bösen schließlich auch Waffen haben und dass er deshalb auch eine braucht und Du weißt nicht so recht, wie Du gucken sollst und grinst ein bisschen verunsichert. Und an den Highways stehen riesige Reklametafeln mit Werbung für Gottesfurcht („Prepare to meet thy god!“), Casinos (in Mississippi), Puffs (in Louisiana), für kosmetische Chirurgie („Puts the `hot` back into Momma!“), für Zahnärzte und Anwälte und gesuchte Verbrecher („Suspected for sex crime on children“) und Du bekommst  nichts Vernünftiges zu essen an den Highways und die Damen, die im Diner oder der Burger Bude arbeiten, sehen aus wie die besten Kunden ihres Arbeitgebers und die Radiowerbung ist mindestens genauso beschissen wie in Deutschland und trotzdem denkst Du: „Boh!“, wenn Du auf der Interstate bist und ein Truck an der Dir vorbeiprescht und fast erwartest Du, dass Chris Christofferson am Steuer sitzt. Und jeder bedauert Dich, wenn er sieht, dass Du die Scheiben offen hast („Oh my god, there air condition is out of order!“) und , und, und, und überhaupt! Und jeder hält Dich für verrückt, wenn Du erzählst, das Du mit einem Floß den Mississippi River herunter fahren willst – und trotzdem helfen sie Dir so gut sie können, dabei, diesen Plan umzusetzen und einen Film darüber zu machen. (Dass sie dabei manchmal etwas vereinnahmend sind, sei dahingestellt …)
    Amerika fetzt.
    Es ist viel zu wenig Zeit, all unsere Erlebnisse in der letzten Woche aufzuschreiben. Ein bisschen mehr steht  in unserem Produktionsweblog, das (je nach Zeit und Internetverfügbarkeit) ein bisschen besser bestückt wird, weil mehrere daran mitschreiben.

    UPDATE: Gestern Abend habe ih auch noch eine Werbung für Muttermilch gesehen: „Babys were born to be breastfed“. Damit ist auch endlich die jahrtausendealte Frage beantwortet, wozu eigentlich Babys geboren werden. Um sie brustzufüttern.

    Highwayromantik:

    Zikaden sehen ein bisschen wie Frösche aus, sind auch fast so groß, aber sie sind friedliche Mitbürger. Sie sitzen auf Deinen Sachen und lassen sich alles gefallen. Sie beißen nicht. Allerdings tut es fast ein bisschen weh, wenn sie Dir versehentlich gegen die Brust fliegen.

    (VS)

  • Spektakeltips

    Terminator 4 kann man sich ruhig angucken. Ich empfehle aber dringend die synchronisierte Fassung. Nee, nicht die deutsche, die wir unglückseligerweise geguckt haben, sondern die thailändische oder finnische oder sonst eine, bei der man sicher sein kann, nicht ein einziges Wort zu verstehen. Oder Popcorn und Schnaps kaufen und das ganze als Festival des unfreiwilligen Humors betrachten.

    Die Actionszenen gehen in Ordnung. Wer schon Transformer und Krieg der Welten gesehen hat, erlebt freilich nichts Neues mehr und kann stattdessen eigentlich auch in den Tierpark Berlin gehen, dort am Fischteich Futter aus dem Futterautomaten ziehen, es hineinwerfen und zugucken, wie sich Babyenten und Fische darum streiten.

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    Teilweise sind die Entchen auf einem Floß aus Fischen über das Wasser gelaufen, die Fische haben laut geschmatzt und nach Luft gejapst, wenn sie oben lagen und nicht mehr tauchen konnten – was für ein Spektakel!

    Der Dingsbumsvogel widerlegt eindrücklich die weitverbreitete Ansicht, dass bunte Vögel schöne Vögel seien:

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    Einen Sekundenbruchteil später saß er auf meinem Rucksack:

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    (V.S.)

  • Genfrei und gedankenlos

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    Ich weiß schon, dass die das nicht so meinen oder zumindest hoffe ich das. Aber warum schreiben die dann solchen Blödsinn? „Genfrei“! Herrje! Weg mit den Genen, oder wie? Werde ich als Gen-Besitzer verkloppt oder ausgebuht, wenn sie genfrei an mir vorbeimaschieren? Und warum nicht gleich zwei Fliegen mit einer Klatsche schlagen und unter dem Motto „Genfrei gehen und atomlos loofen“ die Welt retten?! Atome sind doch auch so ein neumodisches Teufelszeug.

    (V.S.)

  • Gruss aus Zürich

    Ich weiß nicht, wie viele Etap-Hotels es weltweit gibt, aber es müssen viele sein. Ich weiß nicht, wieviele Menschen nach einer Nacht im Etap-Hotel statt nach Hause zurückzukehren für lange Zeit in einer psychatrischen Klinik verschwanden, aber es müssen viele sein. Schuld ist die Waschecke, die in jedem Etap-Zimmer gleich aussieht.

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    Ich bin beim ersten Mal im Etap jedenfalls fast verrückt geworden. Irgendetwas stimmte nicht, wenn man am Waschbecken stand und in den Spiegel sah. Gut, da war dieser Balken, der einem immer genau durch die Mitte des Gesichts ging, aber das konnte es nicht sein. Komischerweise kam ich nicht selber drauf; Dan musste mir erklären, was hier los war: Man sieht sich in einem rechtwinklig angeordneten Spiegelpaar seitenrichtig. Hebt man die rechte Hand, hebt das Gegenüber auch die rechte anstatt der linken. Versuch mal, Dich so zu frisieren (nicht das das bei mir ein großer Akt wäre …) Das ist so, als würde man in den umgeklappten Monitor einer auf einen selbst gerichteten Videokamera gucken. Man sieht das auf dem Foto schlecht. Ich halte die Kamera mit der rechten Hand und zeige mit der linken, genau wie mein Spiegelbild, es ist zum Kotzen!

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    In der Ausschnittvergrößerung sieht man den seitenrichtigen Schriftzug auf der Kamera.

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    Wer jetzt denkt, dass habe ich am Computer mit der Spiegelfunktion gefaked, soll sich mal zwei Spiegel schnappen oder eine Skizze machen und versuchen, den Weg der Lichtstrahlen nachzuverfolgen oder, starke Nerven vorrausgesetzt, eine Nacht im Etap buchen. Ist nicht so teuer …

    Zürich ist schön. Ein großer See mit schneebedeckten Bergen im Hintergrund fehlt in Berlin ganz eindeutig. Außerdem sieht man in der Schweiz immer, wie gut es ist, keinen Krieg anzuzetteln und nicht in Grund und Boden bombardiert zu werden. Alte Häuser machen was her. Irgendwie haben die Züricher aber trotzdem genug Platz für die größten Bausünden der 70er und 80er und das schrecklichste von heute gefunden. (Nicht im Bild)

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    So lässt sich die Finanzkrise aushalten:

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    Sex an öffentlichen Orten.

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    (V.S.)

  • Görlitz

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    Warum ausgerechnet 37?

    (V.S.)

  • Was ist das?

    Mal wieder ein Quiz, diesmal ei ganz leichtes, nachdem das letzte Schnipselfriedhofsratespiel trotz attraktiver Preise noch immer einer endgültigen Lösung harrt.
    Trotzdem gibt es sage und schreibe 1.000.000 Punkte für jeden, der die richtige Antwort weiß! Egal, ob er sie hier reinschreibt oder nicht, nur wissen muss er oder sie sie! Kein Einsendeschluss! Und man darf abgucken! Es sind genug Punkte für alle da!

    Also: Was ist das?

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    So, und jetzt unterschreibe ich schnell die Petition, weil schließlich auch für alle genug Geld da ist 🙂 Und dann fahre ich zurück nach Berlin 🙁

    Tschüß, Sylt!

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    (Volker Strübing)

  • Eine Abkackprämie wäre auch mal ne tolle Idee

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    000-leer Hm. Ist damit das Gegenteil von Intelligent Design gemeint, mithin das, was man Gott vorwerfen müsste, wenn es ihn gäbe? Oder ist das einfach nur „bad Denglish“?

    Worüber ich mich übrigens auch aufregen könnte, das ist die Abwrackprämie. Das ist doch Scheiße. Ganz davon abgesehen, dass ein eventuell positiver Konjunktureffekt schnell verpuffen dürfte, find ichs Kacke, dass nur Autofahrer was davon haben, das ist doch gemein, Alter! Ich will ne Abwrackprämie für meinen ollen Computer, meinen ollen Laptop, meinen ollen Fotoapparat (bis auf den Laptop alles schon über ein Jahr alt!), für meine doofe Wohnung (Abfackelprämie wäre auch okay), für alle ollen Klamotten, den Kühlschrank, die Waschmaschine, den Herd (der Backofen ist kaputt) und rückwirkend für den Palast der Republik. Nur für mein Fahrrad nicht, das habe ich schon 10 Jahre, das wird nicht abgewrackt, da steckt mittlerweile schon mindestens das dreifache des Anschaffungspreises an Reparaturkosten drin.
    Abwrackprämie, hör mir uff. Erinnert mich an die Lumen aus „Unheimliche Erscheinungsformen aus Omega XI“. Weltrettung durch beschleunigten Konsum, klingt super, ich könnt mich aufregen, könnt ich mich.
    Aber ich bin ja zum Glück im Urlaub und gaaanz ruhig … ach, ist das schön hier …
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    (Volker Strübing)

  • Keitum

    Dienstag hat es den ganzen Tag geschneit und gestürmt. Mir gefällt sowas ja.

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    Urlaub macht Spaß und Nichtstun ist gar nicht schwer. Die Ferienwohnung hat nicht nur eine Badewanne, sondern auch einen zweiten Fernseher in der Küche, das ist toll. Man darf nur nicht unbedingt immer was urst Gutes im Fernsehen sehen wollen, dann ist Fernsehen eine großartige Sache.

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    Die Nordsee ist ulkig. Sehr unzuverlässig.  Als Faustregel kann gelten: Wann immer sich der Urlauber zu einem Spaziergang am Strand entschließt, ist da kein Meer, sondern nur Modder. Sobald man sich nach ein paar Kilometern Matschstrandwanderung dazu entschließt, einen Grog zu trinken, kommt das Wasser zurück, was einem freilich nichts mehr nützt, da man sich ja entschlossen hat, den Weg zurück durchs Inselinnere zu bewältigen.

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    Das Wetter ist auch unzuverlässig. Seit gestern herrscht strahlender Sonnenschein. Eigentlich eine schöne Sache und viele mögen mich darum beneiden, aber ich gebe zwei Dinge zu bedenken: Zum ersten schmeckt der Grog viel besser, wenn man zwei Stunden durch einen Schneesturm gelaufen ist, zum anderen habe ich Montag Nacht mit Liebe, Panzertape und Mülltüte ein wunderbares Regencape für meinen Fotoapparat gebastelt, den ich jetzt gar nicht brauche!

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    Diskriminierung wird auf Sylt groß geschrieben (wie überall, wo man im Deutschunterricht aufgepasst hat):

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    Heißt es bald auch: „Das Betreten des Restaurants durch Raucher sowie das Rauchen am Tisch sind verboten“?
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    Einer der berüchtigten Sylter Strandmümmel:
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    Sieht aus wie die Inspirationsquelle für die Head Crabs aus Half Life.
    Apropos Krebse. Als ich dieses Bild gesehen habe …
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    … musste ich ein bisschen an Scampis aus Krebsfleisch oder Kaviar aus Heringsrogen denken. Ich bin übrigens noch um dieses Ding rumgefahren, um zu gucken, ob da vielleicht auch noch „Gänsekeulen“ oder so steht, habe aber nur noch „Kalbsfleisch“ gefunden. Komisch, diese Inselmenschen.
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    (Volker Strübing)