Kategorie: Sonst so

  • Sie werden begeistert sein!

    Ich halte Klos ja für eine tolle Erfindung, ich benutze sie gerne und oft, aber „reinschauen, testen und begeistert sein“? Nee. Das letzte Mal, dass mich ein Urinal begeistert hat war vor ein paar Wochen in Halle, in der Moritzburg – die haben da Monitore mit einem Aquariumsvideo in der Wand der Pissrinne! Man kann die Fische anpinkeln! (Was ich mich aber erst nach drei Bieren getraut habe, weil ich als Kind noch so erzogen worden bin, dass man nicht in Aquarien pullert. So war das halt damals im Osten.)

    (Nee, das bin nicht ich auf dem Bild!)

    Interessant wäre nun natürlich gewesen, statt eines normalen Bildschirms einen Touch-Screen einzubauen (die Bezeichnung „Platsch-Screen“ böte sich dafür an) und das ganze mit einem Computerspiel zu kombinieren. Lange wird es wohl nicht mehr dauern, bis so etwas irgendwo auftaucht. Denkbar wäre auch ein Facebook-Klo, wo man … aber, nein, das wird jetzt plump und unappetitlich … ich würde jedenfalls jeden „entfreunden“, von dem ich erfahre, dass er einen Beitrag von mir auf diese Weise geliked hat.

    Das Hallenser Videoklo entdeckte ich übrigens, als gerade ein Sturm im Wasserglas wegen des „Aufbaus Ost“ tobte und diverse westdeutsche Kommunen sich beschwerten, dass im Osten Landschaften und Städte blühen, während bei ihnen die Straßen kaputt gingen und die Schwimhallen geschlossen wurden. Wenn die von dem Klo in Halle wüssten … Ich kann dazu ich nur sagen: Der Aufbau Ost ist erst abgeschlossen, wenn ich sowas auch in meiner Wohnung habe!

    (VS)

  • Weltuntergang 2012 – Was Sie jetzt beachten müssen

    Vielleicht glauben Sie ja gar nicht , dass im Dezember die Welt untergeht. Vielleicht halten Sie das alles für kompletten Blödsinn und sich selbst für besonders schlau, wenn Sie mit wichtigtuerischem Gehabe erzählen, dass einfach nur ein neuer Zyklus im Maya-Kalender anfange und überhaupt: Erst neulich sei ein noch viel älterer Maya-Kalender gefunden worden, der weit über das Jahr 2012 hinausginge.

    Glauben Sie, was Sie wollen, aber denken Sie mal darüber nach, dass Sie diese Informationen wahrscheinlich aus dem internet haben – genau wie ich mein Wissen um das bevorstehende Ende der Welt.

    Und ist es nicht besser, sich vorzubereiten, als dann eines Morgens womöglich doch dazustehen, „Ups“ zu sagen und angesichts der auf einmal doch eintretenden Apokalypse nicht ein, noch aus zu wissen?

    Hier kommen sie, die 10 ultimativen Weltuntergangstips und unser exklusives Angebot für die Rundum-Sorglos-Weltuntergangsversicherung. Für Skeptiker und Überzeugte. Und keine Sorge: Ich betreibe ganz gewiss keine Panikmache, denn der wichtigste Tip lautet:  (mehr …)

  • Elektrozigarette – 2. Versuch

    Im Dezember 2010 schrieb ich hier schonmal darüber, dass ich mir eine Elektrozigarette gekauft habe. Dann berichtete ich nie wieder darüber, was unter anderem daran lag, dass ich sie nach zwei, drei Monaten nicht mehr benutzt habe. Jetzt probiere ich es noch mal. Und zwar mit einem weiterentwickelten Modell. (mehr …)

  • Liebe Piraten: Fickt euch. Aber nicht mich.

    Achtung: Noch hast Du die Möglichkeit, diesen Beitrag nicht zu lesen. Wenn Du es doch tust, möchte ich hinterher keine Beschwerden darüber hören, dass der Inhalt dem fetzigen Titel nicht gerecht werde, sondern insgesamt zu versöhnlich sei. Die Überschrift wurde ausschließlich in der Hoffnung gewählt, möglichst viele Leute neugierig zu machen – ganz im Sinne einiger Piraten, die die Hauptaufgabe und -qualifikation eines Künstlers darin zu sehen zu scheinen, auf sich selbst aufmerksam zu machen.

    Ich habe mir einige Aussagen der „101 Piraten für ein neues Urheberrecht“ vorgenommen und kommentiert. Vorher aber noch kurz etwas zu mir und der Situation, aus der heraus ich die Diskussion betrachte: Ich bin Urheber (obwohl mir das ein bisschen zu sehr nach Möbelträger klingt), Autor, um genau zu sein. Seit 11 Jahren bin ich freischaffend. Viele Jahre habe ich meinen Lebensunterhalt mit 150 bis 180 Auftritten pro Jahr bestritten, in den letzten Jahren wirkte ich an drei Produktionen für das öffentlich-rechtliche Fernsehen mit und lebte zu einem wichtigen Teil davon. Letztes Jahr war ich für ein halbes Jahr als Aufstocker beim Jobcenter, das nur zur Info, weil Leute dazu tendieren zu glauben, man habe ausgesorgt, wenn man mal was fürs Fernsehen gemacht hat. Momentan stehe ich wieder vor allem auf Bühnen. Nächstes Jahr gibt’s ein neues Buch,

    Meine Versuche, im Internet mit den von mir frei zur Verfügung gestellten Inhalten Geld zu verdienen, waren bisher nicht besonders erfolgreich (trotzdem Dank an alle, die mir über Flattr etwas haben zukommen lassen). Das liegt vielleicht nur daran, dass ich mich dabei nicht besonders geschickt angestellt habe – mit Kloß und Spinne hätte sich vielleicht etwas machen lassen – aber ehrlich: Ich stecke meine Kraft und Zeit und mein Talent nunmal lieber in die kreative Arbeit, als in die Selbstvermarktung.

    Beim Lesen der Statements der 101 Piraten hatte ich generell den Eindruck, man würde unter Urhebern vor allem Musiker und Softwareentwickler verstehen und – wie es scheint der einzige wirkliche parteiinterner Konsenz –  als sei die GEMA der Leibhaftige. Ich kann und will mich dazu nicht äußern, aber da die Diskussion alle Arten von Urheberschaft betrifft, kann noch ein bisschen Autorensenf nichts schaden.

    So, aber jetzt mal Butter bei die Fische. (mehr …)

  • Freikarten zu gewinnen!!!

    Die ersten 10, die mir eine E-Mail schicken – krenzke@web.de – bekommen eine Freikarte für den Comedy Contest in Hamburg am 15.2. im Café Knust, Neuer Kamp 30 um 19.30 Uhr.

    (Andreas Krenzke)

  • Kennste einen, kennste alle – oder was?

    Etwas, das mir schon bei der Guttenberggeschichte unangenehm auffiel: wie genau sich die Bewertung der Vorwürfe gegen einen Politiker bzw. die Bewertung der Erklärungen und Entschuldigungen des jeweiligen Politikers nach den Grenzen von Koalition und Opposition richtet. Da man sich lächerlich machen würde, würde man behaupten, dass eine gewisse …. nennen wir es mal: Lockerheit im Umgang mit bestimmten Regeln nur bei CDU- und CSU-Politikern vorkommen kann, während SPD- oder Grünenmitgliedsausweise nur an Personen von makelloser Ehrhaftigkeit ausgegeben werden, kann man wohl davon ausgehen, dass, wenn bei den letzten Wahlen alles anders gekommen und ein SPD-Kandidat Präsident oder Präsidentin geworden und sich dann herausgestellt hätte, dass er oder sie zuvor das eine oder andere unrechtmäßige Privileg genossen hatte, man von links dasselbe Gesülze zu hören bekommen hätte von wegen „er hat sich doch entschuldigt und jetzt muss mal Schluss sein und man dürfe das Amt des Bundespräsidenten nicht beschädigen“ (was nebenbei natürlich nichts anderes heißt, als dass es zur Verhinderung der Beschädigung des Amtes des Bundespräsidenten nötig ist, den Inhaber dieses Amtes über jede Kritik zu stellen – eine eklige, zynische Argumentation, wenngleich in punkto Übelkeitserregung nur ein Klacks gegen Theo Guttenberg, der damals versuchte, sich hinter den getöteten deutschen Soldaten in Afghanistan zu verstecken – aber ich schweife ab und dieser Satz ist ohnehin schon viel zu lange, weshalb ich jetzt mal zum Punkt komme: Punkt und Klammmer zu

    Was ich eigentlich nur schreiben wollte: Ich traue SPD, Grünen, Linken nicht unbedingt zu mit einem entsprechenden Skandal in ihren Reihen besser umzugehen. Empörung oder Verständnis scheinen in der Politik nur oberflächlich mit dem eigentlichen Sachverhalt zu tun haben, sondern vor allem mit der Person beziehungsweise deren Parteizugehörigkeit.

    Sind irgendwie auch nur Menschen, diese Politiker …

    Was ich am allerschlimmsten an solchen Geschichte finde, sind aber deren mögliche langfristige Folgen: Jeder Skandal und das unweigerlich darauffolgende selbstgerechte Geschnatter ist Wasser auf die Mühlen derer, für die Politiker nur „die da oben“ sind, die mit dem Volk nichts mehr gemein hätten und dass die Demokratie ohnehin nur eine Farce sei – gefundenes Fressen für Populisten und noch Schimmere.

    Das ist ebenso verständlich wie dumm: Verständlich, weil man laufend mit neuen Beispielen für Arroganz, Eigeninteresse, Inkompetenz, Küngelei etc. versorgt wird, dumm, weil eben das gerade die Stärke der Demokratie ist: Dass man erfährt, was „die da oben“ so treiben und dass darüber diskutiert und sich erregt wird und dass es eine kleine Chance gibt, dasss sich zumindest genau das gleiche nicht so schnell wieder ereignen wird … dass also eine gewisse Hoffnung auf Entwicklung existiert.

    Und das genau diese Stärke die gefährlichste Schwäche ist, weil soviele sich lieber hemmungslos von einem Führer oder einer Partei oder sonstewem hemmungslos ausnehmen, bescheißen und missbrauchen lassen würden solange sie es nur nicht erfahren, das ist irgendwie ein bisschen traurig.

    Jede Diktatur – auch relativ sanfte, populistische Diktaturen, in denen zum Beispiel „nur“ die Pressefreiheit und die Unabhängigkeit der Gerichte eingeschränkt sind – wird zwangsläufig korrupt in einem Ausmaß, von dem wir hier in Deutschland nur alpträumen können.

    (Angst – die neue Lieferung ist da! – (heute morgen in Zürich))

    Grüße aus dem Zug Richtung Berlin – Tethering ist toll! Hatten wir ja damals im Osten nicht …

    Volker Strübing

  • Daheim…

    … oder so. Nach der Rückkehr war ich erstmal ein paar Tage in Mecklenburg und konnte gar nicht fassen, wie gut das Wetter war. Überhaupt glaubt man erst, wie schön Deutschland ist, wenn man mal da war.
    Und jetzt bin ich plötzlich in Hamburg beim SLAM2011, der deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaft und komm schon wieder nicht zum Schnipseln…

  • An der Grenze

    Vorgestern waren wir erneut an der türkisch-syrischen Grenze. Eigentlich hatten wir vor, durch Syrien in den Libanon zu fahren – uns wurde einige Hoffnung gemacht, dass es mit einem Touristen-Transit-Visum möglich sei. Es sind schließlich nur knapp 150 Kilometer. Dass wir unsere Kameraausrüstung nicht hätten mitnehmen können, war klar, nun stellte sich aber auch heraus, dass unser roter Chevrolet mit deutschem Nummernschild keine Chance hat, glatt durchgewunken zu werden. Wir wären mit ziemlicher Sicherheit einige Tage an der Grenze aufgehalten worden und dann doch nicht durchgekommen. Ganz davon abgesehen, ist auch das Durchfahren auf der Autobahn mittlerweile sehr gefährlich. Wir werden stattdessen morgen eine Fähre nehmen, die uns von der Türkei direkt nach Tripoli im Nordlibanon bringt.

    Wir haben in einer Kleinstadt und einem Dorf in Grenznähe mit einigen syrischen Flüchtlingen gesprochen (mit einem auch vor der Kamera, die anderen wollten das nicht) und, wie man sich denken kann, schreckliche Geschichten gehört. Dieselben Geschichten, die man aus anderen Interviews im Fernsehen kennt, aber diesen Menschen gegenüberzusitzen und einen Tee mit ihnen zu trinken, war etwas anderes. Auch, weil ich die ganze Zeit meine bzw. unsere Rolle hinterfragt habe. Wenn man einen Film dreht – bzw. eine Reisedoku, ich will den Ball mal flach halten – ist rund um die Uhr ein Großteil der intellektuellen und emotionalen Kapazität mit diesem Projekt ausgelastet. Mit inhaltlichen und gestalterischen Fragen, mit Organisations- und Zeitplankrempel, mit dem sehr speziellen sozialen Konstrukt „Filmcrew auf Reisen“ und so weiter.

    Normalerweise ist das kein Problem. Die meisten Geschichten, die wir erzählen werden, sind schön und positiv. Aber es wird, wie gestern an der Grenze, im weiteren Verlauf der Reise noch einige Sachen geben, bei denen es sich sehr seltsam anfühlt, kurz vorbeizukommen, ein paar Stunden zu filmen und wieder abzufahren. Und mindestens genausoviel darüber nachzudenken, wie genau man das jetzt einbaut und welche Bilder noch fehlen, wie über das eigentliche, traurige Thema.

    (Das oben habe ich am 11.9. geschrieben. Inzwischen sind wir im Südlibanon und ich hatte seitdem entweder keine Zeit oder kein Netz und normalerweise beides nicht mehr, um weiterzuschreiben.  Und da ich jetzt die Wahl habe, entweder zu frühstücken oder an diesem Text zu arbeiten … hier stattdessen ein Artikel von Schwester Jordana zum  selben Thema, und hier einer von Tom.)

    (Flüchtlingslager an der türkisch-syrischen Grenze)

  • Es gibt Reis!

    Ich füttere das Blog gerade zwar nur mit Spatzenportionen, aber die haben ja auch was für sich.

    (Klick auf das Bild zum Vergrößern.)