Kategorie: Unterwegs

  • Schnipsel vom 24.3.2010 – Buchmesse

    Als ich am Donnerstag Abend nach Leipzig zur Buchmesse fuhr, konnte ich mehrere Minuten etwas Ulkiges am Himmel beobachten. Leider bin ich erst am Ende, als es nicht mehr allzu deutlich war, auf die Idee gekommen, es zu fotografieren. Rechts von der Sonne sah ich einen anfangs kreisrunden, später strahlenförmigen regenbogenfarbenen Fleck. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Ich wusste, dass es in der Arktis „Nebensonnen“ gibt, hatte sie aber bisher für ein arktisches Phänomen gehalten.


    (Klick auf die kleinen Bilder zum Vergrößern. Bei den Bildern habe ich arg an der Tonwertkurve geschraubt.)

    Der Ausflug nach Leipzig war wunderschön. Am Donnerstag habe ich im Horns Erben ein Buch, das noch nicht erschienen ist vorgestellt und eine DVD, die es noch nicht gibt. Und ich habe Kloß und Spinne 17 das erste Mal gezeigt. Es war meine erste Lesung seit langem und sie hat mich glücklich gemacht. Es gibt kaum etwas Schöneres, als Geschichten zu erzählen, zu hören, wie Leute lachen oder zu spüren, wie sie zuhören.

    Nichts gegen Fernsehserien … aber auch bei Mister und Missis.Sippi war für mich der Höhepunkt unsere Premierenfeier, die Aufführung der Serie vor Publikum. Die Ausstrahlung im Fernsehen fühlt sich für mich eher wie eine Zugabe an, das ist etwas abstraktes.
    Am Freitag las ich auf der Magazin Lesenacht. In einem großen Saal in der Schaubühne Lindenfels, zusammen mit Kirsten Fuchs, Ahne, Jochen Schmidt, Stefan Schwarz und … verdammt, jetzt habe ich den Namen einer Autorin vergessen.

    Technikprobe für Kloß und Spinne


    Kirsten Fuchs, Steffen Schwarz und ein Mann mit Fotoapparat im Backstageraum der Schaubühne

    An der Buchmesse selbst gefällt mir vor allem, dass ich dort so viele Kollegen und Freunde treffe. Trotzdem denke ich jedesmal, dass ich auf einer Spielzeugmesse wahrscheinlich mehr Spaß hätte.

    Sonntag war Zeit für einen langen Leipzigspaziergang. In Leipzig gibt es einiges zu entdecken, zum Beispiel einen Fahrradladen, der mir auf Anhieb sympathisch war. Ich habe aber auch gut reden, ich muss mein Fahrrad ja dort nicht abgeben.


    Die schönsten Kloschilder der Welt gibt es im Dingsbumspark:





    Und die freundlichsten Eichhörner auch:

    Diese Bäume habe ich immer wegen ihrer rabommelförmigen Früchte „Rabommelbäume“ genannt:



    Habe jetzt leider erfahen, dass sie „Platanen“ heißen.

    (VS)

  • Wohl kann man auf einem Bein stehen!

    Urlaubsnachlesenachtrag: Hatte noch eins von meinen revolutionären Möwenbildern vergessen …

    (VS)

  • Schnipsel, Schnappschüsse, Urlaubsnachlese

    Im Urlaub ist sogar Nebel schön.

    Aus der Reihe „Geheimnisvolle Kurznachrichten“:

    Absender: 0178 XXXXXXXX
    Nachricht: Meine neue Nummer 0178 XXXXXXX

    Ich habe dann zurückgeschrieben: Liebe Nummer 0178 XXXXXXXX, danke für Deine äußerst herzliche und informative Nachricht. Deine Nummer 0179 XXXXXXX

    Typisch: Der Erpel starrt der Entendame auf den Bürzel

    Stell Dir vor, es ist FKK und keiner zieht sich aus.

    Aus der Reihe „Geschredderte Mythen“
    Hartnäckig hält sich die Behauptung, im Osten sei es sexmäßig voll abgegangen, die politische Unfreiheit habe man anderweitig mit Freizügigkeit wettgemacht. Als Beleg wird gern die in der DDR weitverbreitete Freikörperkultur herangezogen.
    Die Wahrheit ist prosaischer: Die Ostklamotten waren einfach so hässlich, dass wir jede Gelegenheit nutzten sie auszuziehen.

    Kaltes Grab

    Aus der Reihe „Gedanken, die man sich im Urlaub so macht“ (1)
    Ich musste an Rapunzel denken. Oder besser gesagt: An den Königssohn, der sie aus ihrem Turm befreite. Entweder, er war kurzsichtig und es gab ein großes Hallo, als er endlich oben war. Oder er stand auf reifere Frauen. Bei einem durschschnittlichen Haarwachstum von 1 cm pro Monat muss Rapunzel um die 60 gewesen sein, wenn wir von einem ziemlich kleinen Turm ausgehen.

    Steilküste

    Möwe lacht, Blende 8

    Aus der Reihe „Gedanken, die man sich im Urlaub so macht“ (2)
    Ich musste an Salmonellen denken. Ich fragte mich, ob sie so heißen, weil sie wie kleine Lachse aussehen. Zum Glück war eine Biologin vor Ort, die ich fragen konnte (was mich den Nichtbesitz eines iPhones mit Internetflatrate verschmerzen ließ). Nein, sagte sie, die sehen wie Stäbchen aus.
    Ich sah meine Theorie dadurch eher gefestigt: Wahrscheinlich wurden die Salmonellen von weltfremden Wissenschaftlern entdeckt, die den ganzen Tag und die halbe Nacht über ihren Mikroskopen saßen. Nur ab und zu, alle zwei Tage oder so, verließen sie ihr Labor, um in der Kantine zu essen. Dort gab es hin und wieder … na? Genau: Fischstäbchen. Aus Seelachs. (Damals wurden Fischstäbchen noch aus Seelachs und nicht aus Abfall gemacht.) Und dann, kurz nach der Mittagspause, entdeckte ein Forscher ein ihm unbekanntes Bakterium und rief: „Boh, die sehen ja aus wie Fischstäbchen!“
    So kamen die Salmonellen zu ihrem Namen.

    Extremsport

    Bin ich eigentlich der erste, der auf die Idee gekommen ist, Möwen zu fotografieren? Wenn ja, dann habe ich der Fotografie ganz neue Türen aufgestoßen!

    Aus der Reihe „Schnipsel, die in keine Reihe passen“

    Im Fischrestaurant, in dem auch schon Angela Merkel gegessen hat, bedient ein Kellner, auf dessen Namensschild der Zusatz „Auszubildender im 2. Lehrjahr“ steht. Im ersten Lehrjahr muss er mindestens acht Wochenstunden „Humor für Kellner“ gehabt haben („Haha, ein Fünfziger, na, ob der auch echt ist? Haha!“, um nur eine Kostprobe zu geben.)

    Eine Fahrt mit dem Rasenden Roland ist natürlich Pflicht.

    Aus der Reihe „Früher war alles besser“

    Ich hatte mich so auf einen Grog oder Glühwein im Rasenden Roland gefreut, doch der Schaffner teilte mir mit, dass der Teewagen bereits 2007 abgeschafft wurde. „Hat sich nicht rentiert.“ Wie ich das hasse! Wenn es nach den Rentabilitätsprüfern ginge, würde man auch Sonnenuntergänge abschaffen, weil sie keinen Gewinn abwerfen!
    Aus Protest noch ein Symbolbild „Eiskalter Kapitalismus“:

    (VS)

  • Ich Binz!

    Oh, dieser Spruch ist bestimmt total abgedroschen, wahrscheinlich verkauft hier im Sommer jeder poplige Kiosk T-Shirts mit dieser Aufschrift. Falls nicht, stelle ich ihn dem Rügener Tourismusministerium zur Verfügung (ein Zimmer für zwei Wochen mit Meerblick würde ich als kleines Dankeschön angemessen finden). Ich bin im Urlaub und das ist schön. Hier am Ostseestrand hat es nun doch noch geklappt: Ich habe mich auf den Hosenboden gesetzt (der Strand ist nicht gestreut).

    Zählt die Möwen auf diesem Bild! Wer die richtige Antwort in die Kommentare schreibt, gewinnt nichts und das sogar steuerfrei! Wer zu faul ist, kann auch die Blesshühner zählen! Klicke aufs Bild für eine größere Ansicht!

    (VS)

  • SLAM 2009

    Und wieder ist eine deutschsprachige Poetry-Slam-Meisterschaft vorbei, die sechste, die ich miterlebt habe, und wie immer war es toll. Obwohl sie in Düsseldorf stattfand, einer unglaublich hässlichen Stadt. Eine Stadt, so hässlich wie die versifften, vollen ICE-1-Züge, die auf der Strecke Berlin – Düsseldorf eingesetzt werden, und die allein Grund genug wären, die Stadt gnädigem Vergessen anheim fallen zu lassen.

    Unter den Slammern machten Gerüchte die Runde, dass es auch schöne Ecken in Düsseldorf gebe (gäbe? Im Zweifel: geben tuen würde!), aber die habe ich mir nicht angeguckt, aus Angst um mein herrlich klares Urteil über die Stadt. Das wollte ich mir nicht vom Rhein verwässern lassen.

    In der Umgebung des Bahnhofs wird man jedenfalls von Hässlichkeit erschlagen, und ich rede nicht nur von den Immobilien. Nun heißt es völlig zu recht „Never judge a city by its Bahnhofsviertel“, aber ich habe schließlich auch das Industriegebiet beim Zakk, einem der Austragungsorte gesehen.

    Das Zakk selbst ist übrigens sehr schön und eigentlich wollte ich ja auch gar nicht meckern, sondern schreiben, dass es großartig war. In Düsseldorf. Trotz Düsseldorf.

    Micha und ich sind im Teamwettbewerb als Titelfertiger angetreten und in der Vorrunde sang- und klanglos rausgeflogen. Dafür durften wir aber das Finale als Opfer(s)lämmer eröffnen. Mit einem Text, den wir extra für diese Gelegenheit geschrieben haben. (Vor zwei Jahren zwar schon, aber damals konnten wir seine wahre Bestimmung noch nicht ahnen). Für mich wurde es einer unserer schönsten Auftritte überhaupt. Zudem konnten wir dem eigentlichen Finale ganz entspannt lauschen, mit großväterlich vor dem Bauch verschränkten Händen, ohne um Punkte zittern oder uns beim Bier zurückhalten zu müssen.

    Hier ist ein Video von unserem Auftritt – vielen Dank, Marvin! Ich bin der Typ, der sich meistens hinter seinen Zetteln versteckt.

    [youtube=http://www.youtube.com/watch?v=TCNj7Dq7fs4]

    Herzlichen Glückwunsch an das Siegerteam PauL – Poesie aus Leidenschaft – das Team von Heiner Lange, Bumillo und Philipp Scharrenberg (Scharri)! Super habt ihr das gemacht und verdient gewonnen (und dass ich dasselbe auch, falls es anders gekommen wäre, bei einigen anderen Teams geschrieben hätte, ändert nichts daran, dass es stimmt und absolut ehrlich gemeint ist).
    Das Einzelfinale habe ich leider verpasst. Scharri hat es gewonnen und damit als erster überhaupt beide Titel im selben Jahr abgeräumt.

    Wie bei jedem National gab es auch diesmal wieder Zähneknirschen über schreckliche Entscheidungen der Publikumsjury. Vor allem die, die an den ersten drei Startpositionen ausgelost werden, haben schlechte Karten, da in den meisten Fällen die Punktwertungen im Laufe des Slams nach oben gehen. Dann ist – bei einem guten Slam – die Stimmung so gut, dass sich kein Juror dem entziehen kann, außerdem müssen sie die Erfahrung machen, dass sie für schlechte Punkte vom Publikum ausgebuht werden – anfangs vielleicht für 6er-Wertungen, gegen Ende kann es passieren, dass sie schon für eine Wertung im 8er-Bereich ein „Buh!“ aus hunderten Kehlen über sich ergehen lassen müssen.

    Ich habe die perfekte Lösung für das Problem. Man braucht nur doppelt soviele, halb so große Räume, doppelt soviele Moderatoren und Juroren und ausdauernde Poeten. Am Anfang wird wie üblich die Reihenfolge ausgelost. In Raum 1 treten bei 10 Teilnehmern die ersten 5 gegeneinander an, in Raum 2 die letzten 5 in umgedrehter Reihenfolge, das heißt der letzte Startplatz eröffnet hier den Slam. Nach 5 Auftretenden tauschen die beiden 5er-Gruppen Raum, Jury, Moderatoren und Reihenfolge. Man müsste natürlich eine kleine Pause einbauen für den Raumwechsel, insbesondere der Leute auf den Startplätzen 5 und 6, die zweimal hintereinander dran sind.

    Andererseits: Halb so große Räume bedeuten nur halb sol laute Begeisterungsrufe für die Slammer und Buh-Rufe für die Jury und überhaupt weiß jeder, der ne Weile Slam macht, dass man die Wertungen besser nicht so ernst nimmt. Slam ist keine exakte Wissenschaft und kein öder 400-Meter-Hindernislauf.

    dusseldorf

    Das AO-Hostel, dass den über hundert Slammern Obdach bot, passte hervorragend ins ästhetische Gesamtkonzept von Düsseldorf. Dafür hatte aber die Bar 24 Stunden offen und das Personal war äußerst freundlich, hilfsbereit und stressresistent.

    (VS)

  • Lasst uns in ein paar Wochen über Gerechtigkeit reden

    Ich sitze im Zug. Es ist Sonnabend, der Zug ist voll und von den achteinhalb Stunden von Bern nach Berlin liegen noch sieben vor mir. Ich mache die Beine lang, räkel mich an einem Vierertisch, ein Schaffner kommt vorbei und gibt mir ein Tütchen Studentenfutter. Ich fahre erster Klasse und hinten im Zug stapeln sich die weniger Glücklichen: Die Upgrade-Gutscheine, die ich für meine Bahn-Bonus-Punkte bestellt habe sind gerade rechtzeitig am Donnerstag angekommen. Ich wusste, dass der Zug in die Schweiz am Freitag voll wie ein Spamverdachtsordner sein würde. Am Montag erst habe ich die Erste-Klasse-Upgrades bestellt, die Bearbeitungszeit sollte eigentlich 10 Tage betragen, nein, da könne man nichts tun, um das zu beschleunigen, aber ich habe gebetet, dass ein Wunder geschehen möge und das Wunder geschah (es gibt also offensichtlich doch einen Gott und dass er soviel Elend in der Welt zulässt,  liegt nur daran, dass er sich ständig mit Kleinkram wie Upgradegutscheingebeten herumplagen muss – vielen Dank dafür an dieser Stelle).

    Gestern war sogar die erste Klasse voll (wahrscheinlich wegen der ganzen Möchtegern-Erstklässler mit ihren blöden Upgradegutscheinen!), ich hatte die ganze Zeit über nicht einmal einen Vierertisch für mich alleine, aber immerhin hatte ich einen Doppelsitzplatz und konnte arbeiten und rumlümmeln, worüber ich sehr froh war, nachdem ich mal einen Blick in die Plebswaggons geworfen hatte. Für einen Moment hatte ich dann einen sehr sozialen Gedanken: „Erste Klasse für alle!“, dachte ich, aber dann fiel mir ein, dass ja das schöne an der ersten Klasse nicht der etwas bequemere Sitz oder das Studentenfuttertütchen ist, sondern die Tatsache, dass die meisten Menschen es sich nicht leisten können. Normalerweise bin ich ja ein Zweiteklassemensch, einer von denen, die sich hinter der offiziell klassenfreien Zone des Bordrestaurants ungewollt näher kommen; eigentlich sollte ich „Zweite Klasse für alle“ fordern, um die Sitzplatzsituation im Zug insgesamt ein wenig zu entspannen. Doch für Bonuspunkte und First-Class-Upgrades wird die Klassensolidarität verkauft, ach was: weggeworfen. Meine alte Pionierleiterin wäre enttäuscht von mir. Bis meine 6 Gutscheine aufgebraucht sind, braucht mir niemand mit sozialistischen Ideen kommen.

    (VS)

  • much too much Matsch

    [youtube=http://www.youtube.com/watch?v=A3dhYGVNQYo]

    (VS)

  • Zeltplatz mit Aussicht

    atommorgen

    Das Grand Gulf Nuclear Power Plant bei Vicksburg.

    (VS)

  • Keep on smiling, Spinne …

    … auch wenn der Sturm das Zelt wegbläst.

    spinne2

    (VS)