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  • KLoß und Spinne in Gefahr!

    „loaded: /windows/system32/drivers/crcdisk“ – das war das letzte was mein Rechner heute Morgen beim Starten im abgesicherten Modus von sich gab. Immer wieder habe ich ihn neu gestartet, habe geschümpft und gedroht und ihm auch einen kleinen Klaps gegeben, aber das blieb sein letztes Wort. Die in Arbeit befindliche Kloß-und-Spinne-Folge ist natürlich noch nicht gesichert 🙁 Dabei war sie fast fertig, inklusive einer aufsehenerregenden Szene im Wohnzimmer von Kloßens Mutter (naja, so aufsehenerregend nun auch wieder nicht). Morgen kann ich den Computer beim Computerheilemachdienst um die Ecke abgeben. Vielleicht, vielleicht, vielleicht, kann ich ihn abends wieder abholen – dann bleibts bei der Premiere am Donnerstag bei der Chaussee – vielleicht ohne solchen Schnickschnack wie Vor- und Abspann, aber immerhin.
    Aber versprechen kann ich nichts …

    (V.S.)

    UPDATE, 16.30 Uhr: Alles ist gut. Naja, nicht alles, aber zumindest, was meinen Computer angeht. Ich habe ihn dazu gezwungen, sich selbst zu reparieren. Der Trick ging so: Ich habe ihn nochmal gestartet, und dann, als er wieder bei „loaded: /windows/system32/drivers/crcdisk“ hängenblieb, habe ich ihn urst fies angeguckt und leise und drohend „Linux“ gesagt und „Denk drüber nach!“ Und dann habe ich eine Viertelstunde geduscht und siehe da, als ich zurückkam, lief er, hatte zwar ein schmollendes „abgesicherter Modus“ in allen vier Ecken des Bildschirms stehen, aber immerhin. Dann habe ich erstmal ein paar Daten gesichert, ihn dann neugestartet, woraufhin er ewig irgendwelche Dateisystemüberprüfungen vornahm und irgendwelchen Krempel löschte oder reparierte und jetze geht wieder alles.
    So einen Linux-Bootstick werde ich mir trotzdem mal machen – und wenn er nur als Drohung in der Schreibtischschublade steckt. Danke nochmal für die Tips!

  • So ein Mixa!

    „Der katholische Bischof Walter Mixa hat über einen zunehmend aggressiven Atheismus in Deutschland geklagt.“

    Eine schöne Erwiderung gibt es hier.

    Eigentlich fast komisch, wie Mixa alles schlechte in der Welt der Gottlosigkeit zuschreibt, darunter auch den Hunger und die Tatsache, dass vielen Menschen ein gerechter Lohn vorenthalten wird. Müssen himmlische Zeiten gewesen sein, damals, als die Kirche die Gottlosigkeit noch bekämpfen durfte, als Krieg und Prostitution unbekannt waren und alle gerecht entlohnt mit vollen Bäuchen zu Bett gingen und ein Dankgebet sprachen.

    (V.S.)

  • Vorankündigung

    Bald kommt ein neuer Kloß und Spinne Film. Ne Preview gibts am Donnerstag, da bin ich bei der Chaussee der Enthusiasten zu Gast und sicher auch am Freitag im Horns Erben in Leipzig, wo ich zusammen mit Kirsten Fuchs vorlesen werde. Im Internet ist er dann vielleicht in anderthalb Wochen. Passend nachträglich zu Ostern wird das Thema „Messias“ aufgegriffen.

    (V.S.)

  • Mit der Schweizer Elite auf Du und Du

    Die hundert wichtigsten Schweizer? Kenne ich alle. Hab sogar schonmal mit ihnen Rinderrouladen gemacht, letzten Sommer, als Gabriel Vetter in Berlin war, der laut Spiegel Online „von der  ‚Schweizer Illustrierten‘ zu den hundert wichtigsten Schweizern gewählt wurde“. In der Fotostrecke stehts auch genauso drin 🙂
    Doof: Die hundert wichtigsten Schweizer hatten an jenem Abend keine Zigaretten bei und haben alle bei mir geschlaucht … aber dafür haben sie hinterher glaub ich auch den Abwasch übernommen.

    (V.S.)

  • Ich musste es einfach tun …

    … ich musste dieses Sachbuch bestellen: „Mit verkleinerten Menschen in eine bessere Welt“ Hat hier endlich jemand die Lösung für die Probleme der Menschheit gefunden und kann uns den Weg in die Zukunft aufzeigen? Und wie wird sich meine Bestellung auf den aktuellen Amazonrang des Buches (897.512 897.673) auswirken?

    (V.S.)

    UPDATE, 3 Stunden später: Boh, meine Bestellung hat das Buch auf Platz 25.633 katapultiert! Oder hat sonst noch ein Leser hier das Buch bestellt?

  • Schnipsel vom 6.4.2009

    Frühling, Frösche, Fahrradtour

    Man muss bei schönem Wetter gar nicht unbedingt in der Wohnung bleiben. Selbst zum Stadtbummel gibt es Alternativen. Wir sind am Sonnabend nach Bernau gefahren, von dort mit dem Fahrrad zum Liebnitzsee, einmal um den See rum und dann über Wandlitz zurück nach Hause. 52 Kilometer waren es, mein Hintern tut immer noch weh, aber ansonsten war es sehr schön, wie man auch anhand der folgenden Bilder sieht.

    p1100747

    „Forst!“ ist irgendwie ein schönes Motto, dass ich auch gern öfter an den Hauswänden in der Stadt lesen würde.

    vermieten

    Man müsste natürlich wissen, wie hoch die Warmmiete ist, bevor man sich entscheidet …

    Zwei Sachen sind schade: Ich habe nicht gebadet und ich habe die Kröten auf dem Waldweg nicht fotografiert. Eine Krötenfrau, die ihren Krötenmann auf dem Rücken in Richtung Laichgewässer – quasi also ins Ehebett trug (so sah das aus). Das Geschlechterverständnis und -verhältnis scheint bei ihnen doch fundametal anders als bei uns zu sein.

    Man darf zu einem „Feel Good Movie“ auch „Wohlfühlfilm“ sagen

    Gerade rechtzeitig für einen Kinobesuch waren wir zurück und haben „Slumdog Millionär“ geguckt. Ich fand den toll und kann ihn sehr empfehlen. Ein schöner Märchenfilm. Manche fragen, ob es denn moralisch vertretbar sei, einen Wohlfühlmärchenfilm zu drehen, der vor dem Hintergrund der sehr realen Armut in Indien spielt. Ist es, würde ich sagen. Und einen guten Film zu drehen ist sowieso immer moralisch vertretbar. Ich denke, dass jeder, der den Film guckt hinterher ein klitzeklitzekleines bisschen glücklicher ist als vorher, das ist doch schön. Also: Angucken und – je nach Typ – eine rohe Kartoffel oder ein Taschentuch bereithalten.

    Ohne Meckern gehts aber dann doch nicht: In der Handlung klaffen einige sehr große Löcher. Man kann sich hinterher beim Bier zwar allerlei Theorien überlegen, womit diese zu füllen wären, aber ein Film sollte nicht sein wie ein Lückentext, bei dem es die fehlenden Wörter zu ergänzen gilt. Eine Sache habe ich schlicht nicht verstanden: Was sollte die Kinderramafigur (der Gott, nicht die Margarine), die während des Progroms in einer Gasse rumsteht?

    Regisseur Danny Boyle und seine Drehbuchautoren scheinen ganz gerne mal den Schluss zu verkacken, das hat man ja schon an „28 days later“ gesehen (denn selbstverständlich hätte die Flugzeuge am Schluss Bomben auf die Helden abwerfen müssen, damit eine runde Sache draus wird). Bei Slumdog Millionär (wer ihn noch nicht kennt, sollte jetzt vielleicht nicht weiterlesen …) ist es eine ärgerliche Unlogik, die ihn mir ein bisschen kaputt gemacht hat. Nun ist der Film an sich zwar alles andere als eine realistische Geschichte, aber wenn man die schöne Grundidee akzeptiert hat, dann ist sie in sich rund und logisch – die letzte Szene ist es aber nicht. Olle Iemschek hat also gewonnen, hat bei der letzten Frage noch den Telefonjoker genutzt und mit olle Dings telefoniert (vielleicht google ich noch die Namen, bevor ich den Artikel abschicke), ganz Indien hat seinem Triumph im Fernsehen verfolgt und dann, nach der Show, sitzt er traurig, einsam und unerkannt auf dem Bahnhof rum und dann kommt plötzlich seine Telefonjokerin und er ist total überascht. Und denn küssen se sich endlich. Warum hat er sie nicht einfach nach der Show nochmal angerufen und gesagt: „Hallo olle Dings, ich bins nochmal, olle Iemschek, komm doch zur Aftershowparty vorbei!“? Schon klar, das ging nicht, weil sie am Schluss auf dem Bahnhof tanzen mussten.
    Na gut, ich will mal zu Gunsten des Films davon ausgehen, dass er sie doch nach der Show nochmal angerufen und sich mit ihr am Bahnhof verabredet hat und dann bloß so einsam da rumsaß, weil er ne halbe Stunde zu früh am Treffpunkt war und über ihr Auftauchen bloß deshalb überrascht war, weil sie auch zu früh kam. Oder so.

    Die deutsche Fassung ist übrigens ulkig, weil alle immer auf deutsch reden, während im Original ein Drittel des Films auf Hindi ist. So wundert man sich einen Moment lang über ein Touristenpärchen, das sich auf indisch mit den indischen Kindern unterhält, bevor einem aufgeht, dass jetzt wahrscheinlich die indischen Kinder englisch mit den Touristen reden …

    Für die Zukunft merken: Augen starr auf die eigenen Fußspitzen richten.

    Gestern Abend bin ich mit dem Fahrrad Biertrinken gefahren. In der Stargader sah ich eine Frau zusammengesunken an ein Schaufenster gelehnt und habe überlegt, ob ich absteigen und hingehen und nachschauen sollte, ob alles in Ordnung ist. Dann bin ich aber weitergefahren und hab mir gedacht, dass sie wahrscheinlich nur besoffen ist und dass das schon wieder wird und dass sich ja vielleicht auch einer der Fußgänger um sie kümmern wird. Aber ein schlechtes Gewissen blieb doch und ich fragte mich, warum ich das nicht tue. Der Hauptgrund war wohl die Scheu vor dem Einmischen in Dinge, die mich „nichts angehen“, davor, in einen Fettnapf zu treten oder was weiß ich. Klingt bescheuert, aber es gibt so ein Gefühl (hab da auch schonmal drüber geschrieben).

    Ich hatte die Kneipentür schon geöffnet, dann ließ ich sie wieder zufallen und ging nocheinmal zurück. Ich musste um eine Straßenecke und hoffte, ich würde sehen, dass sich schon ein anderer Passant um sie kümmert, doch die liefen alle vobei und versuchten nicht hinzugucken, denn was sie nicht sahen, dafür waren sie nicht verantwortlich. Ich also hin und an der Frau rumgerüttelt und es dauerte eine ganze Weile, bis sie sich bewegte und endlich auch die Augen öffnete. „Jaja, alles in Odnung“, konnte sie schließlich meine Frage beantworten und ich konnte beruhigt zum Schreiben in die Kneipe gehen, auch wenn wahrscheinlich gar nichts bei der Frau in Ordnung war und ich mich weiter fragte, ob ich nicht die Polizei oder einen Krankenwagen hätte rufen müssen. Das wäre allerdings eine massive Einmischung mit großer Fettnapfgefahr gewesen, das Risiko wollte ich dann doch nicht engehen.

    (V.S.)

  • Das Märchen von der globalisierungskritischen Hexe

    (Den folgenden Text habe ich Anfang 2008 geschrieben, in einem Zug meiner Videokamera vorgelesen und das Video bei Youtube hochgeladen. Da es mehrere Bitten um den Text gab, kommt er hier nochmal zum Selberlesen.)

    [youtube=http://www.youtube.com/watch?v=DpniYfOOwmk]

    Im Märchenwald, im Märchenland, da lebte einst eine Hexe. Keine Sorge, es war eine gute Hexe; dies ist kein Schauermärchen á la Hänsel und Gretel. Die Hexe ernährte sich überwiegend vegetarisch. Nur wenn das Geld am Monatsende knapp wurde, streckte sie ihre Suppe mit Kinderfleisch, wobei sie peinlich genau darauf achtete, nur böse Kinder zu essen. Oft brachten die Leute aus den umliegenden Dörfern ihre missratenen Gören sogar selbst zur Hexe und bekamen von ihr zum Dank Kräuter und Pülverchen gegen Rückenschmerzen, Erektionsprobleme und Spam-Mails. Letztere funktionierten nicht besonders gut, aber die Leute erkannten den guten Willen der Hexe an, denn es waren gute Leute. (mehr …)

  • Wohlstandsmilchbubis

    Neulich gab es auf Spreeblick einen Artikel über die Nato, darüber, welchen Sinn sie jetzt noch hat, welche Legitimation. Unter anderem schrieb Frédéric:

    In erster Linie wird in der Nato entschieden, wer der Feind ist. Die Aussenwelt gilt immer noch als Bedrohung, und wenn ein Nato-Einsatz stattfindet, wird sich gern auf die „gemeinsamen Werte“ berufen. Dass die Erweiterung jetzt stattfindet und Frankreich sich wieder eingegliedert hat, zeigt, wohin die Reise gehen soll: die Nato will mehr Einfluss haben im Weltgeschehen.

    und später:

    Ob und inwiefern die Nato noch Sinn macht, wenn die amerikanische Hegemonie zu bröckeln beginnen wird und der vielzitierte Multilateralismus Einzug halten wird, das wird sich zeigen.

    Man könnte also sagen, die Nato dient der Aufrechterhaltung der westlichen Vormachtstellung und wird mit deren Ende überflüssig.
    Der Artikel zog allerlei Antiamerikanismus-Vorwürfe auf sich, auch die seltsame Theorie, er diene als Werbung für die re:publica, wurde aufgestellt. Will ich nüscht zu sagen, stimmt ja vielleicht beides 😉

    Bemerkenswert fand ich aber diesen Kommentar von Rustaveli:

    Wann begreifen diese westlichen Wohlstandsmilchbubis eigentlich, dass sie sich was anderes als “westliche Vormachtstellung” nicht wünschen… Herrje

    Uns geht es doch im Großen und Ganzen recht gut, und dass das so ist, liegt zu einem großen Teil eben an der ökonomischen und militärischen Vormachtstellung des Westens. Erst der wirtschaftliche Aufschwung auf Kosten der Umwelt und der armen Länder hat uns in die Position gebracht, wo wir ein großes Gewese um bürgerliche Freiheiten und Menchenrechte machen konnten. (Ich entschuldige mich für alle Vereinfachungen und Verallgemeinerungen und vor allem für das unsägliche „uns“, aber das ist keine wissenschaftliche Abhandlung, das sind bloß ein paar Gedanken nach dem ersten Kaffee.) Bei allen Träumen von einer gerechteren Welt und einer Gleichberechtigung der Nationen und Menschen, muss doch gesagt werden, das ein Leben wie wir es führen, in keinem Fall allen Menschen der Welt gewährt werden kann. Nicht nur wegen der ökologischen Folgen, nein, vor allem deshalb, weil unser Wohlstand ohne die Ausbeutung anderer Teile der Welt nicht möglich wäre. Es muss eine erste Welt geben, die die iPhones und Turnschuhe kauft und eine zweite und dritte, die sie zusammenbastelt oder -näht. (Nochmal: Entschukldigung für die Vereinfachung!) Und der reiche Teil der Welt muss in der Lage sein, seinen Reichtum und seine Einflusssphäre zu schützen und auszudehnen, schließlich sind wir zum Wachstum verurteilt.

    Gibt es die Option: „Uns soll es so gut gehen wie bisher oder noch ein bisschen besser UND die ganze Welt soll gerechter, ökologischer, friedlicher werden“? Oder muss man sich (natürlich nur ganz geheim, im Dunkeln und unter der Decke) fragen, ob man trotz aller Ideale und Träume nicht ganz zufrieden mit seinem Platz auf der Gewinnerseite ist?

    (V.S.)

  • Surfpoeten im KdR

    Ab heute wieder im Klub der Republik in der Pappelalle 81. Die Surfpoeten – ein Abend der Liga für Kampf und Freizeit – mit Literatur und Konzeptdisco. Kein Aprilscherz!

    (Andreas Krenzke)

  • Spider liest ein Solo im Kookaburra

    Eigentlich hätte ich ja heute und morgen gar keine Zeit, um im Kookaburra (Schönhauser Allee 184, Ecke Lottumstraße) aufzutreten, denn mein Terminkalender ist voll – aber ich habe mir letzte Woche einen zweiten Kalender gekauft, da ist noch alles drin frei. Los geht´s um 20.30 Uhr. Die ersten zehn Leserinnen und Leser des Schnipselfriedhofs kommen umsonst rein. Parole: „Schnipselfriedhof“ (an der Kasse ansagen)!

    (Andreas Krenzke)